Zitate 2014 - 2013




































































"Seit 1949 hat die chinesische Kommunistische Partei wohl an die 100 Millionen nicht natürliche Tode zu verantworten, und nun kamen Tausende neue hinzu. Die meisten Teilnehmer an den Protesten konnten am Ende ihre Haut retten. Sie schluckten ihre Wut und Erniedrigung herunter und freuten sich heimlich, daß sie nicht so leicht totzukriegen waren. Und es gab auch solche, die sich weiter wehrten. Allerdings waren uns Aufzeichnungen über das Massaker streng verboten, und so gerät das Unerhörte an den Ereignissen vom 3./4. Juni 1989 allmählich in Vergessenheit - daß die einfachen Leute endlich gemeinsam Widerstand gegen die totalitäre Staatsgewalt leisteten."

Liao Yiwu, Schriftsteller, in der Onlineausgabe der "NZZ" am 4. Juni 2014

 

"Zum Wesen des demokratischen Rechtsstaats gehört Vertrauen nur sehr bedingt. Er ist vielmehr geboren aus Mißtrauen gegenüber der Staatsgewalt. Dem Mißtrauen verdanken wir Montesquieus geniales Staatsmodell der Gewaltenteilung, der 'Checks and Balances'. So verdient eine Regierung zwar Vertrauen, das aber gleichzeitig über die parlamentarische Kontrolle durch Mißtrauen einzuhegen ist. Ebenso wie das Parlament durch das Mißtrauen - Neuwahlen und Abwahlen - des Volkes. Institutionalisiertes Mißtrauen bildet die Hefe, welche die Demokratie aufgehen läßt."

Frank A. Meyer, Journalist und Fernsehmoderator, im "Cicero", Ausgabe Juni 2014

 

"Beharrlich setzt Familienministerin Manuela Schwesig fort, was ihre Vorvorgängerin Ursula von der Leyen mit den beiden 'Vätermonaten' begonnen hat: Sie mischt sich in die Arbeitsteilung zwischen Vätern und Müttern ein. (...) Der Staat gibt den Eltern einen weiteren kleinen Schubs in Richtung eines anzustrebenden gleichstellungspolitischen Ideals. Eltern, die dem Ideal nicht nacheifern, entgeht der Bonus. (...) Doch Familien sollten ihr Leben nicht nach Elterngeldstaffeln richten. Beruf, Gleichstellung und Kind auszutarieren gelingt ohne Staat besser."

Heike Göbel, Wirtschaftsredakteurin, in der "FAZ" vom 5. Juni 2014

 

"Obama verschärft den Ton. Indem er mit harschem Tonfall Mittel- und Osteuropa als vom Kreml bedroht beschreibt, versucht er, die Auswirkungen eben jener Ukraine-Krise voll zu nutzen, an deren Beendigung die EU und Rußland heute größtes Interesse haben."

Fulvio Scaglione, Redakteur, in der katholischen Zeitung "Avvenire" vom 4. Juni 2014

 

"Auffällig ist, wie perfekt die Gangster und die Unterdrücker dieser Welt inzwischen das Vokabular der Gutmenschen übernommen haben. Du protestierst gegen arabische Mörder? Du Rassist! Du bist dagegen, daß Rußland sich ein Nachbarland einverleibt? Du hilfst den Faschisten! Du bist dafür, daß jeder einen fairen Prozeß bekommt, auch Kachelmann? Du Sexist! Früher nannte man Leute, die für Rechtsstaat und Menschenrechte eintraten, Spinner und Vaterlandsverräter. Heute nennt man sie Rassisten, Faschisten und Sexisten."

Harald Martenstein, Publizist, im Tagesspiegel vom 8. Juni 2014.

 

"Das Aufnehmen von Flüchtlingen ist keine dauerhafte Lösung. Denn dies führt dazu, dass urbiblische Stammgebiete wie Syrien und der Irak christenfrei werden. Wir müssen als Christen die Möglichkeit bieten, durch Entwicklungshilfe dort so zu helfen, dass Christen dort leben bleiben können."

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder (Berlin)

 

"Wir haben uns die besten Elemente einer Kirche genommen - und lassen Gott einfach weg."

Der Gründer der atheistischen Versammlung am Sonntag in London, Sanderson Jones, im ARD-"Weltspiegel". 76% der Briten bezeichnen sich als nicht religiös.

 

"Deutsch, das ist die internationale protestantische Sprache - gewissermaßen das heutige Latein.< "

Der Rektor der Christlichen Theologischen Akademie Warschau, Boguslaw Milerski, beim Bischofsforum der 9. Christlichen Begegnungstage Anfang Juli in Breslau. Damit reagierte er darauf, dass fast alle Bischöfe - egal ob aus Polen, Tschechien, der Slowakei oder der Ukraine - deutsch sprechen.

 

"Ich bin Europäer. Ich bin Pole. Zugleich bin ich Schlesier. Und ich bin Protestant. Das zu sagen ist wichtig in einem Land, in dem die Protestanten gerade mal ein Prozent ausmachen."

Der ehemalige Ministerpräsident Polens, Professor Jerzy Buzek, bei den Christlichen Begegnungstagen in Breslau.

 

"Evangelische Synoden beschließen gerne Weltbewegendes. Der Austritt aus der NATO oder die Einrichtung einer atomwaffenfreien Zone finden sich in den Beschlussprotokollen. Ob es der Schutz der mittleren Elbe oder die Prostitution im bayerisch-böhmischen Grenzgebiet ist: Die von ihren Kirchenkreisen und Gemeinden in die Landessynoden oder gar in die EKD-Synode entsandten Delegierten gefallen sich darin, die Welt zu verändern. Nur wie das geschieht, erfährt das geneigte Kirchenmitglied in der Regel nicht."

Kommentar der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA)

 

 

"Nun gehört der Vorwurf des 'Rechtspopulismus' inzwischen zum festen Repertoire aller aktuellen Debatten. Man muß nur der Ansicht sein, Einwanderer hätten sich der Kultur des Landes, in dem sie leben wollen, anzupassen statt umgekehrt, und schon ist man ein Rechtspopulist. (...) Der Begriff 'Rechtspopulist' ist an die Stelle des 'Bolschewiken' aus den frühen Tagen der Bonner Republik getreten. Wer damals eine eigene Meinung hatte, die sich nicht mit der Haltung der Mehrheit deckte, wurde als Moskauer Agent an den Pranger der kollektiven Rechtschaffenheit gestellt. Heute sind es die 'Rechtspopulisten', die den Frieden in Europa bedrohen."

Henryk M. Broder, Autor und Kolumnist, bei "Welt Online" am 18. Mai 2014

 

"Es ist eigentlich das Natürlichste in der Welt, daß man sich von Ereignissen Bilder macht, die einen berühren. Knipsen darf man sie, aber sie zu malen ist fast ein Tabu. (...) Daß die Schönheit so in Verruf geraten ist, liegt auch daran, daß soviel häßliche Dummheit als schön hingestellt wird. Diese ganze Vorbildkultur, die wir in Film und Fernsehen und in den Magazinen haben, zeigt eine Schönheit, die verlogen und verblödet ist, und vielleicht ist deshalb Häßlichkeit so sehr angesagt. Die Gesellschaft anästhesiert sich."

Gerhard Richter, Maler, in "Monopol", Ausgabe Mai 2014

 

"Ich bin sehr zuversichtlich, daß Brasilien ein gutes Turnier veranstaltet. (...) Mein Ratschlag an die Fans selbst lautet: Zeigt eure Fußballbegeisterung. Zeigt, wo ihr herkommt, indem ihr stolz die deutsche Nationalfahne präsentiert oder euch in Schwarz-Rot-Gold schminkt. Seid höflich und zurückhaltend. Dann werden die Brasilianer entsprechend positiv reagieren."

Thomas de Maizière, Innenminister (CDU), in der "Welt am Sonntag" vom 18. Mai 2014

 

"Überall in der EU ist eine Erosion des Familiären feststellbar, die Zahl der Scheidungen steigt, die Versuche interessierter politischer Kräfte, sich direkten Zugriff auf die Erziehung der Kinder schon kurz nach der Geburt zu verschaffen, werden immer schamloser. Mit Unsummen werden Gender-Projekte gefördert, die das Ziel haben, einer wissenschaftlich unhaltbaren Ideologie zum Durchbruch zu verhelfen. (...)Ein vereintes Europa im Sinne eines Europas der Vaterländer, nicht eines europäischen Großreichs, ist eine Idee, die ich immer noch großartig finde. Freier Handel, Freizügigkeit, ein gemeinsames Werteverständnis auf Grundlage christlich-abendländischer Traditionen - das ist das Europa, das wäre eine EU, die ich fantastisch fände."

Klaus Kelle, Medienunternehmer und Publizist, bei "Focus Online" am 19. Mai 2014

 

"Rechtsextreme Parteien waren noch nie nur wegen ihrer Ideologie erfolgreich. Sondern immer nur, wenn sie Probleme ansprachen, unter denen die Menschen litten. Wenn man nicht über diese systembedingten Probleme redet, überläßt man den Rechtsextremen das Feld."

András Schiffer, Chef der ungarischen Grünen (LMP), bei "Morgenpost Online" am 20. Mai 2014

 

"Es gibt zwei gefährliche Gruppen für unsere Sicherheit. Die einen sagen, es passiere nichts mehr. Kriege seien ausgeschlossen. Das sind die Verantwortungslosen, die Opportunisten. Die anderen erzählen, unsere Nachbarn würden im Ernstfall helfen. Das sind die Weltfremden. Wer als Staat unabhängig bleiben will, muß selber für seine Sicherheit sorgen können. (...) Machtpolitik wird nach wie vor mit Waffen durchgesetzt. (...) In den Jahresvorschauen haben die Zeitungen alle möglichen Risiken erwähnt. Niemand aber dachte auch nur eine Sekunde an einen Konflikt in der Ukraine, auf der Krim. Auch ich nicht. Das ist die entscheidende Lehre: Man muß immer das Unerwartete erwarten und gewappnet sein."

André Blattmann, Korpskommandant und Chef der Schweizer Armee, in der "Weltwoche" vom 8. Mai 2014

 

"Ein deutscher Politiker, der vorschlüge, am Sedantag auch nur ein paar Sanitätspanzer durchs Brandenburger Tor rollen zu lassen, würde geteert, gefedert und dann eingewiesen. Doch Rußland ist nicht Deutschland. Und Sieger ziehen aus einem Krieg, den sie als einen 'gerechten' betrachten, andere Konsequenzen als die Verlierer, für die er verbrecherisch war. Die auch daraus resultierenden Unterschiede im Verhältnis zur militärischen Gewalt sind unverkennbar."

Berthold Kohler, Herausgeber, in der "FAZ" vom 10. Mai 2014

 

"Deutschland befindet sich in einem tiefen Winterschlaf, was die Wahrnehmung militärischer Gefahren betrifft. Unser Bedrohungskosmos umfaßt hauptsächlich den Klimawandel und die Datensicherheit in der digitalen Welt, da ist für reale Bedrohungen unserer Sicherheit kein Platz mehr."

Joachim Krause, Direktor des Kieler Instituts für Sicherheitspolitik, in "loyal", Ausgabe Mai 2014

 

"Einem Mißverständnis sitzt auf, wer behauptet, die Lehre der Europäischen Einigungsbewegung sei es, den Nationalismus aufzugeben und den Nationalstaat zu überwinden. (...) Dahinter steht die irrige Annahme, der Nationalsozialismus sei ein Nationalismus gewesen, weshalb der Nationalstaat böse sei und vor allem von den Deutschen überwunden werden müsse. Doch wer gegen die Nation ist und befindet, die Völker Europas müßten im Interesse ihrer Einigung sich transnationalisieren und Souveränität abgeben, sollte sich zur Begründung besser nicht auf den 'bösen Nationalismus' der Nazis berufen. Es gab ihn nämlich gar nicht. Gerade die Nazis polemisierten gegen kleinlichen Nationalismus, an dem man nicht ersticken wolle."

Rainer Hank, Ressortleiter Wirtschaft, in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" vom 11. Mai 2014

 

"Nein, die vielen Punkte für das von den ORF-Oberen nach Kopenhagen geschickte Bühnenkunstwerk Wurst markieren nicht das Ende der Familie, den Ruin aller Sitten, den Untergang des Abendlandes. Davon abgesehen, daß dieses längst perdu ist, implodiert an innerer geistiger Schwäche: Bleibt locker, ihr Säbelraßler und Übelnehmer, führt keine Stellvertreterdebatten im Konfettiregen."

Alexander Kissler, Publizist, bei "Cicero Online" am 13. Mai 2014

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 23 vom 04. Juni 2014

"Wir glauben, dass jeder für das, was er auf Erden tut, einmal Rechenschaft ablegen muss. Das hilft, anständig zu leben."

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick auf dem Katholikentag letzte Woche in Regensburg

 

"Ich weiß von Kolleginnen, die die Wahlen auszählen und berichten, dass aus den Pflegeheimen der Arbeiterwohlfahrt nur SPD-Stimmen kommen und aus den Caritas- Heimen nur CDU-Stimmen."

Die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft 60 plus der SPD, Angelika Graf, in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Rund 700.000 schwer (geistig verwirrte) Demenzkranke in Deutschland durften an der Europawahl teilnehmen. Ihre Wahlzettel wurden oft vom Pflegepersonal ausgefüllt.

 

"Nirgendwo steht geschrieben, dass der Heilige Geist nur in den Bischöfen waltet."

Bundespräsident Joachim Gauck auf dem Katholikentag

 

"Ich bin jetzt im dritten Jahr im Amt und schon bei zwei Katholikentagen gewesen. Da kann doch keiner meckern ..."

Bundespräsident Joachim Gauck bei der Eröffnung des 99. Katholikentages in Regensburg. Gauck war im März 2012 zum Nachfolger von Christian Wulff gewählt worden. Im darauffolgenden Mai hatte der frühere evangelische Pfarrer am Abschlussgottesdienst des Katholikentages von Mannheim teilgenommen.

 

"Es ist gut, mit seinen Brüdern zusammen zu sein. Und wenn sie die älteren sind, ist es noch besser."

Papst Franziskus (77) beim Treffen in Jerusalem mit den beiden Oberrabbinern während seines Besuchs im Heiligen Land

 

"Ich befürchte bei der Fußball-WM in Brasilien ein ähnliches Desaster wie in Südafrika: Milliardeninvestitionen verkommen zu Ruinen, und daneben darbt die Bevölkerung im Elend. Brasilien, das ist Straßenfußball! Aber ein Großteil der Bevölkerung hat überhaupt nichts von dieser Art von Großereignissen. Das schmerzt mich und tut weh ... Auch Brasilien hat offenbar jedes Maß und jede Vernunft verloren."

Entwicklungshilfeminister Gerd Müller (CSU) gegenüber KNA

 

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 20 vom 14. Mai 2014

"Die Ehe ist ein Königsweg, um heilig zu werden."

Papst Franziskus in seiner Botschaft über den Kurznachrichtendienst Twitter. Seine Begründung: Heiligkeit erfordere, "jeden Tag zu Opfer und Hingabe bereit zu sein". Das gelinge sehr gut in der Ehe.

 

"Die Leute rechnen eiskalt, Geld spielt eine enorm große Rolle. Das ist ein Ausdruck der allgemeinen 'Ökonomisierung' des Lebens. Ich habe schon erlebt, dass Eltern direkt nach der Konfirmation der Kinder aus der Kirche ausgetreten sind. Sie sagen sich: Der Verein nutzt mir nicht mehr, ich gebe mein Geld lieber für etwas anderes aus."

Der evangelische Pfarrer Peter Harigel-Poralla im "Wiesbadener Tagblatt"

 

"Eine Zweistaatenlösung (in Israel) wird die einzige wirkliche Alternative sein. Weil ein Einheitsstaat entweder in einem Apartheidstaat mit Bürgern zweiter Klasse oder in einem Staat enden könnte, der die Fähigkeit Israels zunichtemachen würde, ein jüdischer Staat zu sein"

US-Außenminister John Kerry in seiner Kritik an Israel gegenüber dem Magazin "The Daily Beast". Den Begriff Apartheid zog er nach Protesten zurück.

 

"Zwischen Ex-Arbeitsagentur-Chef Florian Gerster und der Unternehmerin Sina Trinkwalder hatte Moderator Frank Plasberg als Antipoden Deutschlands wohl bekanntesten Evangelikalen Peter Hahne und die allgegenwärtige Sahra Wagenknecht gesetzt."

Spiegel-Online über die Gesprächsrunde "Hart aber Fair" in der ARD am 5. Mai

 

"Die Deutschen leben in einer der reichsten, freiheitlichsten, sichersten und gesündesten Republiken der Welt. Dennoch wird ihnen ein typisches Verhalten nachgesagt: German Angst. Es ist der Hang zu apokalyptischer Übertreibung, die Versuchung, selbst bei geringsten Unpässlichkeiten den Weltuntergang zu wittern. Während anderswo schwere Naturkatastrophen gang und gäbe sind, beschwören wir den Klima-Gau bereits, wenn einige Flüsse übers Ufer treten oder mal der Schnee ausbleibt."

Die katholische Wochenzeitung ?Christ in der Gegenwart?

 

"Wenn die Deutschen an irgendeiner Volkskrankheit leiden, dann ist es nicht Diabetes, Übergewicht oder 'Rücken', sondern die Verweigerung der Wirklichkeit. Ein gut funktionierendes System der Energieversorgung wird über Nacht zerschlagen, weil in Japan ein Kernkraftwerk von einem Tsunami zerstört wurde. (...) Die Folgen sind bekannt: explodierende Kosten und zunehmende Versorgungsunsicherheit."

Henryk M. Broder, Publizist, auf "Welt Online" am 15. April 2015

 

"Ein ungeheurer Ausbruch von Patriotismus. (...) Wer nicht jubelt, ist ein Volksfeind. Gehört zur fünften Kolonne, zu den Finsterlingen vom State Department. Das stalinistische Vokabular ist vollständig wiederhergestellt: Verräter, Abtrünnige, Helfershelfer der Faschisten. Mit dem einzigen Unterschied, daß die Stalinisten jetzt orthodox sind. (...) Die roten Fahnen sind wieder da, der 'rote' Mensch ist wieder da. Alles erweist sich als quicklebendig. Fünfzehn Jahre hat Putin daran gearbeitet. Tag für Tag reanimierte das Fernsehen die sowjetischen Ideen. Und wir dachten, sie wären tot."

Swetlana Alexijewitsch, Schriftstellerin und Friedenspreisträgerin, in der "FAZ" vom 15. April 2014

 

"Es gibt eindeutig eine Tendenz, daß Staaten ihre Bürger zu bevormunden versuchen und ihnen Aufgaben wegnehmen wollen. Dagegen muß man kämpfen. Darum bin ich auch ein Verfechter der direkten Demokratie: Die Bürger müssen die Möglichkeit haben, diesem Treiben Einhalt zu gebieten. Die Bürger müssen sagen können: 'Jetzt reichts', und den Staat in die Grenzen verweisen können."

Prinz Alois von Liechtenstein, Prinzregent und Thronfolger, in der "Weltwoche", 17. April 2014

 

"Fast immer ist der Ruf nach aktiver Sterbehilfe, die Forderung an den Arzt, ein tödliches Mittel zu geben, auch ein Ruf nach Kommunikation. (...) Der Todeswunsch ist meist ein Wunsch nach Veränderung des Lebens am Ende des Lebens, ein Ruf nach Kontakt und Zuwendung, ein Aufschrei gegen das Gefühl der Verlassenheit und Nutzlosigkeit."

Heribert Prantl, Kolumnist, in der "Süddeutschen" vom 19. April 2014

 

"Die Osterweiterung der EU hat Bayern aus einer Randlage ins Zentrum Europas gebracht. Das ist natürlich auch Horst Seehofer und Peter Gauweiler klar. Aber die Bayern brauchen offenbar immer jemand, gegen den sie sich abgrenzen können. Früher waren es die Preußen, heute ist es die EU."

Günther Oettinger, EU-Kommissar für Energie, in der "Welt am Sonntag" vom 20. April 2014

 

"Nicht, wer Macht ausüben will, ist eine Gefahr für die Menschheit, sondern wer sie nicht ausüben will, zumal dann, wenn das betrügerisch kaschiert wird mit Ideologien, Frömmigkeiten oder, was das gleiche ist, mit der Wahrheit. Das Ziel aller Politik muß es sein, niemandem zu erlauben, für sich den Besitz der Wahrheit zu reklamieren. (...) Die Fanatiker à la Platon, die nur der Wahrheit und nichts als dieser verpflichtet zu sein glauben, legitimieren Mord und Totschlag im Namen der Wahrheit.?

Bazon Brock, Kunsttheoretiker, in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" vom 20. April 2014

 

"Manchmal habe ich den Eindruck, das Feminine wird ein wenig geringgeschätzt. Es wird von uns verlangt, unsere eigenen Jobs zu haben und unser eigenes Geld zu verdienen. Aber zu Hause zu bleiben, Kinder aufzuziehen, eine Mutter zu sein und zu kochen, wie es meine Mama getan hat, ist auch eine wertvolle Sache. Und manchmal brauchen wir einfach unseren Ritter in strahlender Rüstung."

Kirsten Dunst, Hollywood-Schauspielerin, in der britischen "Harper?s Bazaar", Ausgabe Mai 2014

 

"Das Ende der Show ist nur ein Armutszeugnis für das ZDF. Mit dem Aus von "Wetten, daß ..?" hätten sie gleich die Einstellung des ZDF verkünden können. Der Termin wird hoffentlich noch bekanntgegeben. Wenn ein Sender, der jedes Jahr 1,8 Milliarden Euro von uns kriegt, nicht fähig ist, die erfolgreichste Show der Welt den nun soviel gescholtenen Sehgewohnheiten anzupassen, hat er keine Daseinsberechtigung."

Oliver Kalkofe, Fernsehkritiker, in der "tageszeitung" vom 14. April 2014

 

"Wir haben von einer Zeit ohne Genres geträumt, wie wir sie heute erleben: Jeder kann sich frei im Internet an allem bedienen. Man kann Sneakers tragen und Joy Division hören. Es gibt keine Codes mehr. Das ist das Positive. Das Negative ist: Jeder darf alles. Bullen hören Reggae. Faschos hören Tupac. Wie kann das sein? Das war unsere Musik. Gebt uns unsere Musik zurück!"

Jan Delay, Hip-Hop-, Reggae-, Soul-, Rock- und Funk-Musiker, in der "Berliner Morgenpost" vom 12. April 2014

 

"Mit Ehre hat das alles ganz gewiß nichts zu tun."

Ralf Stegner, stellvertretender SPD-Vorsitzender, zur Verleihung der Ehrendoktorwürde an Annette Schavan, im "Tagesspiegel" vom 11. April 2014

 

"Als ich über Kriegsgebiete schrieb, hörte ich immer wieder von Lesern, manchmal sogar vom zuständigen Redakteur: Muß mich das interessieren, und wenn ja, warum? Als ich ein Massaker in Ruanda erlebte, wollten selbst gute Freunde nichts davon wissen ? jedenfalls nichts Genaues. Statt dessen wurde über Homoehe und verlängerte Ladenschlußzeiten debattiert."

Hans Christoph Buch, Reiseautor und Schriftsteller, im Interview zu seinem 70. Geburtstag, "Berliner Zeitung" vom 12./13. April 2014

 

"Die Nato sollte erklären, daß sie die Ukraine nicht aufnehmen will. Besser noch, wenn die ukrainische Regierung das täte. Damit wäre ein erhebliches Konfliktpotential beseitigt."

Harald Kujat, Generalinspekteur der Bundeswehr a.D., auf "Stuttgarter-Zeitung.de" am 14. April 2014

 

"Europa, das ist als Idee wunderbar. Aber es läuft bei seiner Organisation in die falsche Richtung."

Peter Gauweiler, stellvertretender CSU-Parteivorsitzender, auf "Handelsblatt.com" am 14. April 2014

 

"In der freien Satzung des FC Bayern gibt es keine Aufteilung in Gut und Böse, in Gläubige und Ungläubige."

Hamed Abdel-Samad, Islamkritiker, in der WDR-Sendung "WestART - Talk" am 13. April 2014

 

"Was ich der Polit-Elite am meisten vorwerfe: Sie verhält sich wie beim Rodeo. Es geht ihr nicht darum, zu wissen, wohin das Pferd sich bewegt. Ihr Ziel ist einzig, so lange wie möglich auf dem Pferd sitzen zu bleiben. Mir ist wichtiger, wo ich das Pferd hinführe. Ich glaube an das Schicksal Frankreichs, ich glaube an die Nützlichkeit Frankreichs in der Welt, an seinen besonderen Weg. (...) Wir müssen wieder unsere eigene Souveränität erlangen. Ich glaube, jedes Volk hat das Recht, selbst zu entscheiden, wer über die Grenzen auf sein Territorium kommt. So wie jeder Hausbesitzer das Recht hat, zu entscheiden, wen er einlädt und für wie lange."

Marine Le Pen, Vorsitzende des Front National, in der "Weltwoche" vom 3. April 2014

 

"Eigentlich wäre ich gern Vater geworden. Daß ich es nicht bin, ist ein Lebensversäumnis. (...) Ich habe bei anderen erlebt, wie Familienrummel einen Menschen trägt und stabilisiert. Unsereins hat kein Geäst, das im Sturm schützen könnte."

Fritz J. Raddatz, Publizist, im "SZ-Magazin" vom 4. April 2014

 

"Jeder redet über Mütter - was uns nicht beliebter macht -, aber niemand hört uns. Mütter haben keine Stimme. (...) Das alte Korsett aus Kindern, Küche und Kirche ist durch ein neues Korsett aus Kindern, Kita und Karriere ersetzt worden. Eine mutter- und kinderfreundliche Gesellschaft stelle ich mir anders vor."

Antje Schmelcher, Journalistin, in der Onlineausgabe des "Tagesspiegel" am 5. April 2014

 

"Deutsche Finanzämter verhalten sich wie Profit Center des Staates. Sie wollen nicht etwa die korrekte Besteuerung ermitteln, sie sind auf egoistische Gewinnmaximierung aus. In der Folge der prominenten Steuerfälle der vergangenen Jahre hat sich eine Verdächtigungskultur breitgemacht. Statt dem Bürger mit Respekt zu begegnen, tritt der Staat barsch und arrogant auf. Das ist beängstigend. Und es war eigentlich ganz anders gedacht. Den Gründungsvätern der Bundesrepublik schwebte ein partnerschaftlicher Umgang vor, mit einem Grundgesetz, das die Bürger vor dem Staat schützt, und einem Staat, der den Bürgern dient. (...) Finanzminister Wolfgang Schäuble hat erklärt, es sei Aufgabe der Steuerpolitik, die Finanzierung der öffentlichen Aufgaben zu gewährleisten - 'und nicht, Gerechtigkeit auf Erden herzustellen'. Übersetzt heißt das: Ein gerechtes und faires Steuersystem ist nicht das Ziel dieser Regierung. So spricht kein dienender Staat. So spricht ein selbstgerechter Staat, der nur auf den eigenen Geldbeutel achtet."

Donatus Albrecht, Vorstand einer Beteiligungsgesellschaft, auf "Sueddeutsche.de" am 7. April 2014

 

"Europa ist etwas viel zu 'Teflonartiges', Abstraktes, Unbegreifbares, eine zu große Einheit, als daß sich ein europäisches Nationalbewußtsein entwickeln könnte. Als emotionale Identifikationsgröße finde ich die Nationen nach wie vor unverzichtbar. (...) Es ist in der Tat so, daß viele an die Normierung von Gurken oder Zuckertüten denken, wenn sie das Wort EU hören. Und da ist auch was dran."

Richard David Precht, Schriftsteller, in "Agora 24", Ausgabe 2/2014

 

Das Zentrum

Bibellese: 1. Johannes 4,16b-21

"Es war die Liebe", sagt der junge Mann aus Pakistan auf die Frage, warum er Christ geworden ist. "Dass Gott die Menschen liebt, das gibt es nicht im Koran." Immer wieder ist es dieses Zentrum der Bibel, wie es der 1. Johannesbrief so klar formuliert, das Menschen aus einer muslimischen Tradition geradezu elektrisiert.

Woran liegt es aber, dass das die Menschen aus der abendländischen Tradition oft kalt lässt? Vielleicht daran, dass der Gott der Liebe in das Zerrbild vom "lieben Gott" verwandelt wurde: handlich, gebrauchsfertig, ungefährlich. Wie stark, wie selbstlos und wie rettend Gottes Liebe ist, begreifen wir, wenn wir Jesus am Kreuz betrachten. Seine Liebe ist die Erlösung für mein liebloses Leben. Aus seiner unerschöpflichen Liebe kann ich schöpfen und so jede kleine Alltagstätigkeit veredeln.

 

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 19 vom 7. Mai 2014

"Herr der Nationen, Herr unserer Herzen: An diesem Nationalen Gebetstag schauen wir auf zu Dir. In der Dunkelheit bist Du unser Licht. Im Sturm bist Du unser Anker. In unserer Schwachheit bist Du unsere Stärke. In unserer Trauer bist Du unser Trost. In unserer Verzweiflung bist Du unsere Hoffnung ? In Zeiten des Terrorismus bist Du unser Schild. In Zeiten des Krieges bist Du unser Friede."

Beim 63. Nationalen Gebetstag in den USA am 1. Mai wurde um 12 Uhr in Tausenden Gottesdiensten dieses Gebet von Anne Graham Lotz, der Tochter von Billy Graham, verlesen. Der Gebetstag wurde 1952 eingeführt und 1988 von US-Präsident Reagan festgelegtl

 

"Wir sind keine Partei nur für Christen, sondern eine christlich geprägte Partei. Viele muslimische Mitglieder sagen sogar, dass das C für sie ein Grund war einzutreten. Denn sie teilen einige unserer Werte."

CDU-Generalsekretär Peter Tauber in "Focus" (München)

 

"Kanzlerin Merkel tut, was dieses Land gerne möchte: ruhig und unaufgeregt regiert werden - und das vor allem mit SPD-Inhalten."

Der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Torsten Albig (SPD, Kiel), in der Tageszeitung "Die Welt"

 

"Es geht [Google] nicht nur darum, alles zu sehen wie Gott; es geht um eine gottgleiche Macht, die Realität zu gestalten und zu kontrollieren. Google Glass, intelligente Kleidung und selbststeuernde Autos dienen einem eindeutigen Ziel: Sie sollen darüber informieren, wo man war und wo man ist, und sie sollen Einfluss darauf nehmen, wohin man geht. [...] Google und andere werden ihr Geld damit verdienen, dass sie diese Realität kennen, manipulieren, kontrollieren und in kleinste Stücke schneiden."

Die US-Kommunikationsexpertin Shoshana Zuboff in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über die Macht des in den USA beheimateten Internetgiganten Google

 

"Schalten Sie den gesunden Menschenverstand ein, wird das Absurde unserer Situation deutlich. Nehmen Sie etwa das neue Werbevideo der EKD. Na, wo spielt das wohl? Auf einem öffentlichen Scheißhaus, wo auch sonst? Dann kommen Schwule und Lesben aus der Kabine, wo sie sich eben befummelt haben, und eine Frau rasiert sich das Kinn. Damit wirbt man für eine Kirche. Mir ist das ja egal, ich bin Atheist. Aber das ist doch, als wären wir live in einer Episode von > South Park < ."

Der Deutschtürke Akif Pirin ç ci in der "Jungen Freiheit". Er hat kürzlich das Buch "Deutschland von Sinnen. Der irre Kult um Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer" veröffentlicht, das zum Bestseller wurde. Bei dem Video handelt es sich um die Aktion "Eine Tür ist genug" der Frauen- sowie der Männer­arbeit der EKD. Die US-Zeichentrickserie "South Park" schildert satirisch das Leben in der Kleinstadt South Park aus der Sicht von vier Drittklässlern

 

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 18 vom 30. April 2014

"Die Christen in Syrien sind in einer sehr schwierigen Lage. Sie stehen tendenziell eher aufseiten von Assad. Denn sowohl Assads Sohn, der jetzt regiert, wie auch sein Vater haben den Christen eine gewisse Religionsfreiheit gewährt. Man konnte sich als Christ dort bewegen, solange man sich nicht politisch betätigt hat. (...) Falls Assad fallen wird, kann ich mir eigentlich nur vorstellen, dass es einen großen Exodus der Christen aus Syrien geben wird."

Christoph Klitsch-Ott, Nahostexperte des Hilfswerks Caritas International

 

"Die Christen glauben daran, dass die uralte Sehnsucht der Menschen nach ewigem Leben im Wunder der Auferstehung Jesu Christi ihre wirkliche Erfüllung gefunden hat und dass die Menschen, die bewusst oder unbewusst nach seinem Anspruch leben, von der einen guten Hand Gottes im diesseitigen Leben in die andere gute Hand Gottes im ewigen Leben hinüberwechseln können. Das ist das entscheidende Wunder, alle anderen Wunder können bloß helfen, auf dieses Wunder hinzuweisen."

Der katholische Psychiater, Theologe und Bestsellerautor Manfred Lütz in der "Welt am Sonntag" (Berlin)

 

"Wir bekommen am Sonntag zwei neue Heilige, zwei gute Freunde im Himmel."

Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn in der Zeitung "Heute" am letzten Freitag

 

"Wir haben einen Fachkräftemangel in Deutschland und müssen in den nächsten Jahren über die Rente mit 70 sprechen."

Der deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) in der Tageszeitung "Die Welt"

 

"Fußball ist auf dem Weg, zur > größten Weltreligion < zu werden."

Der israelische Historiker Moshe Zimmermann (Jerusalem) im Deutschlandfunk

 

"Es gibt in Deutschland ein Problem _ die Bochumer Polizistin Tania Kambouri hat einen Brief geschrieben, in dem sie ihren Alltag nachzeichnet. Sie und ihre Kollegen würden täglich mit straffälligen Migranten konfrontiert. Meistens seien es Muslime. Türken, Araber, Libanesen. Diese straffälligen Migranten hätten keinen Respekt vor ihr - weder vor ihr als Frau noch vor ihr als Polizistin. Kambouri schrieb, dass sie Tag für Tag eine Parallelgesellschaft erlebe, in der die Menschen den deutschen Staat und seine Gesetze nicht achteten, sondern tun und lassen, was sie wollten. Der Staat gehe nicht dagegen vor, sondern passe sich an. Kambouri fragt: Was wird aus Deutschland, wenn sich straffällige Migranten weiter weigern, die Regeln und die Gesetze des Landes, in dem sie leben, zu akzeptieren und nach ihnen zu leben?"

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

 

"Die Brüsseler Ausübung nationaler Kompetenzen, die sich europäisch beseelte Mitgliedsstaaten einst gern nehmen ließen, wird nun von einer wachsenden Zahl der Bürger als unerträglicher Zentralismus empfunden, für den als Symbol die Regelungswut der EU-Kommission steht. Folglich geht es um die Rückübertragung von Kompetenzen, und die bedeutet hierzulande: Subsidiarität im Sinne der kommunalen Selbstverwaltung und föderalistisches Recht der Bundesländer."

Thomas Lange, Korrespondent, im "Fränkischen Tag" vom 26. März 2014

 

"Der Staat selbst existiert in Meinungsbelangen ja nur mehr als Beute äußerst aggressiver Lobbygruppen, die Regierungen, Parteien, Medien, Bildungseinrichtungen, Justiz oder Kirchen vor sich hertreiben und zunehmend häufig mit brachialen Mitteln gegen Andersdenkende vorgehen. Ganze - durch Steuergelder allerdings hoch alimentierte - Gesinnungsindustrien bringen sich in Stellung und sorgen dafür, daß die demographische Katastrophe, der gesunkene Bildungsstand, die Finanz- wie Schuldenkrise kleingeredet und nur eine bestimmte Extremistengefahr aufgebauscht wird oder man weithin Europa mit seiner Bürokratie verwechselt. Sie veranlassen aberwitzige Quotenregelungen und Sprachdekrete."

Günter Scholdt, Professor für Germanistik, in "Eigentümlich frei?, Ausgabe April 2014

 

"Die Probleme, die sich Putin mittelfristig mit seinem Krim-Coup eingehandelt hat, können jedoch nicht über die strategischen Schwächen der EU im Umgang mit Rußland hinwegtäuschen. Die Europäer sind als Freunde und Förderer der freiheitsliebenden Ukrainer aufgetreten, aber im Konflikt um die Krim haben sie nichts für die Ukraine tun können. Kurzfristig ist das mit einem spürbaren Prestigeverlust der EU gleichbedeutend. (...) In Brüssel muß man, wenn man sich aufs außenpolitische Feld begibt, seine notorische Beamtenmentalität ablegen und machtpolitisch denken. Das heißt, daß zum Administrieren des Wohlstands ein Denken in den Kategorien des politischen Kampfes hinzukommen muß."

Herfried Münkler, Politikwissenschaftler, in der "Weltwoche" vom 27. März 2014

 

"Es gibt seit dem 18. Jahrhundert so etwas wie eine sadomasochistische Liebe zwischen Rußland und Deutschland. Sie haben sich beide einige Male versucht gegenseitig umzubringen und lieben sich seitdem heiß. Ein Axiom der deutschen Außenpolitik war immer, gute Beziehungen zu Rußland zu haben. Das hat es schon unter Bismarck gegeben, das sollten wir nicht vergessen."

Karl Fürst zu Schwarzenberg, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im tschechischen Parlament, in "Cicero", Ausgabe April 2014

 

"Ich war immer libertär. Und die Libertären waren immer die Verlierer der Geschichte. Sicher, Revolutionen können sich totalitär entwickeln. Revolte ist die Bedingung für Veränderung, aber wenn sie nicht eingefangen wird in einem demokratischen Prozeß, scheitert sie."

Daniel Cohn-Bendit, scheidender Europa-Abgeordneter (Grüne), im "Spiegel" vom 31. März 2014

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 17 vom 23. April 2014

"Die Auferstehung der Toten ist abgemalt in allen Kreaturen, im Korn und in den Bäumen ... Über den Friedhof können wir sagen: Da liegt ein Haufen Körner Gottes, die er gesät und gestreut hat. Es heißt nicht gestorben und begraben, sondern gesät ... geh im Winter in den Garten, es ist alles tot. Aber nach Ostern grünt?s und blüht?s, da ist Leben, Frucht und Freude. Ich werde auch begraben und stehe wie im kalten Winter. Aber ich erfahre ein Grünen und Blühen. Wir alle sind unseres Gottes Saat."

Der Reformator Martin Luther (1483?1546) in einer Predigt

 

"Ostern ist das wichtigste Fest der Christen. Denn Tod und Auferstehung von Christus sind die zentrale Botschaft des Christentums ... Im Osterprogramm von ARD und ZDF ist davon nichts zu spüren. Dort gibt es reichlich Tote, aber keine Auferstehung ... Ganz anders der kleine Privatsender VOX: Über Stunden strahlte er an Ostern eine Bibel-Verfilmung aus... Man wüsste gerne, ob die Vertreter der Kirchen in den Aufsichtsgremien von ARD und ZDF gegen das osterfreie Programm protestiert haben."

Der stellvertretende Chefredakteur der "Bild am Sonntag", Michael Backhaus

 

"Viel hat sich gewandelt. Jesus als Vorbild für Menschlichkeit ist zwar noch recht anerkannt. Auch als größten Psychotherapeuten, wie Drewermann ihn vor Augen malt, kann man Jesus gut verstehen. Aber die Botschaft von Jesu Tod, damit er unsere Sündenschuld bezahlt, ist heute nicht verbreitet. Dabei tragen viele ein Kreuz an einem Kettchen. Ja, heute wird die frohe Botschaft von der Vergebung bei manchen sogar verfemt. Sie sagen: Einen Gott, der den Opfertod seines Sohnes zulässt, kann ich nicht anerkennen."

Der Lübecker Pastor Heinz Rußmann zur Bedeutung von Karfreitag auf "HL-live.de".

 

"Fast immer ist der Ruf nach aktiver Sterbehilfe, die Forderung an den Arzt also, ein tödliches Mittel zu geben, auch ein Ruf nach Kommunikation. Der Satz > Ich will nicht mehr leben < heißt übersetzt nicht selten > Ich will so nicht mehr leben < . Der Todeswunsch ist meist ein Ruf nach Kontakt und Zuwendung, ein Aufschrei gegen das Gefühl der Verlassenheit und Nutzlosigkeit. Es gibt ja nicht nur den biologischen Tod, sondern auch den sozialen. Ein Mensch kann tot sein schon vor dem Tod: wenn kein Leben mehr in seinem Leben ist, wenn niemand mehr Zeit hat für ihn, wenn er abgeschoben ist ... Wenn ein Mensch auf der letzten Strecke des Lebens die Todesangst verliert und in Frieden mit sich und den anderen sterben darf: Das kann Auferstehung sein."

Süddeutsche Zeitung (München)

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 16 vom 16. April 2014

"Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich."

Der Apostel Paulus im 1. Brief an die Gemeinde in Korinth (15,14) in Griechenland

 

"Wo bleibt der humanitäre Einsatz für zehn Millionen hungernde, flüchtende, sterbende Syrer? In dem Bürgerkrieg ereignet sich die größte humanitäre Katastrophe der letzten Jahrzehnte."

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) in der Haushaltsdebatte Mitte April im Deutschen Bundestag

 

"Wichtig ist, dass man das Wort Gottes liest, egal mit welchen Mitteln, und dass man es mit offenem Herzen aufnimmt."

Papst Franziskus vor mehreren Zehntausend Besuchern auf dem Petersplatz in Rom. Zuvor hatte er einige Hundert Bibeln im Miniformat an sie verschenkt und dabei geäußert: ?Nehmt sie, tragt sie bei euch und lest sie jeden Tag: Es ist Jesus, der darin zu euch spricht.

 

"Ich bin bekennender und überzeugter Christ, praktizierende Katholikin."

Die Chefin für den ?Smart? bei Mercedes, Annette Winkler (54, Stuttgart), in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung

 

"Es bedeutet mir sehr viel zu spüren, dass Gott mich liebt und mir immer wieder Kraft gibt. Die Beziehung zu Gott und seine unfassbare Liebe sind das Wichtigste in meinem Leben."

David Alaba, Fußballprofi des FC Bayern München

 

" Im Jahr 2000 forderte der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder einen > Aufstand der Anständigen < und betonte, dass die Gesellschaft Zivilcourage entwickeln müsse, damit Täter nicht nur kriminalisiert, sondern auch gesellschaftlich isoliert würden. Vorangegangen war ein Brandanschlag auf eine jüdische Synagoge. Die Folge waren Initiativen, Aktionspläne, Lichterketten und Demonstrationen sowie ein Programm der rot-grünen Bundesregierung gegen Rechtsextremismus. Zwei Monate später stellte sich allerdings heraus, dass die Anschläge von einem gebürtigen Marokkaner und einem Palästinenser verübt worden waren - und somit islamistischen Ursprungs waren. Die Programme gegen Rechtsextremismus ließ die Regierung trotzdem weiterlaufen."

Aus dem Hintergrund-Dienst "privat-depesche" (Augsburg)

 

"Die Kirche der Reformation muß sich erneuern. Ich warne aber auch vor zuviel Innovation. Die Menschen brauchen auch Tradition und Wurzeln. Wer keine Wurzeln und keine Traditionen hat, der findet schwer Halt und damit auch Haltung"

Margot Käßmann, Theologin, bei "Mittelhessen.de" am 19. März 2014

 

"Immer wenn ich Nazivergleiche lese, denke ich: Da sind jemandem die Argumente ausgegangen. Da war jemand intellektuell ein bißchen überfordert, deshalb mußte er Adolf Hitler zu Hilfe rufen. Wenn man es in Deutschland verbieten würde, in Debatten seinen jeweiligen Widerpart mit den Nazis zu vergleichen, würde dies sofort zu einer Niveausteigerung in den Feuilletons führen."

Harald Martenstein, Kolumnist, im "Zeit-Magazin? vom 20. März 2014

 

"Die AfD ist die erste wirklich ernstzunehmende Parteigründung seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten. Im bürgerlichen Spektrum hat es noch keine Konkurrenz gegeben, die der Union und letztlich der Kanzlerin Angela Merkel so gefährlich werden kann. Das, was ein Franz Josef Strauß immer verhindern wollte - eine stabile politische Formation rechts von CDU und CSU - könnte jetzt Wirklichkeit werden."

Tilman Gerwien, Journalist, bei "stern.de" am 22. März 2014

 

"Der Nationalstaat ist unverändert das angemessene Organisationsprinzip für die Volkssouveränität. Der Europäischen Union fehlt die Öffentlichkeit des Gemeinsamen im umfassenden Sinn der Lebenswirklichkeit."

Thomas Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, in der "FAZ" vom 24. März 2014

 

"Der Begriff 'Opfer' hat in unserer Kultur eine beispiellose Inflation durchgemacht, am Ende werden darunter besonders die wahrhaft Bedürftigen zu leiden haben. Denn deren besondere Bedürftigkeit droht in der großen Flut der Opfergruppen komplett unterzugehen. (...) Die von Wohlstand und Wachstum geprägten Nachkriegsjahrzehnte haben dazu geführt, daß wir im Verständnis davon, wer sich Opfer nennen darf, jedes Maß verloren haben. Mittlerweile gelten Blicke und anzügliche Sprüche gleichermaßen als Gewalterfahrung wie etwa Schläge. Die Tatsache, daß meine Figur nicht dem gängigen Schönheitsideal entspricht, soll beinahe ebenso als Diskriminierung verstanden werden wie seinerzeit die Apartheid in Südafrika."

Hasso Mansfeld, Unternehmer, bei "The European" am 25. März 2014

 

"Ich kann es keinem verdenken, wenn er nicht zur Wahl geht. Nach der Wahl macht doch sowieso jeder, was ihm den größten Vorteil bringt. Aber was das Volk will, interessiert dann niemanden mehr. Man stellt uns immer als Subkultur dar. (...) Wenn es eine Subkultur gibt, muß es auch eine 'Rein-Kultur' geben. Welche ist da gemeint? Die Kultur, die sich Doktortitel erschleicht, Schwarzgeldkonten ohne Reue führt, Steuergelder verschwendet? Die Kultur, die sich den Euro erschleicht, wofür der normale Steuerzahler bluten muß? Da bin ich stolz, in einer sogenannten Subkultur zu leben."

Michael, Sprecher des Motorrad-Rockerclubs Bandidos, in den "Bikers News", Ausgabe April 2014

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 15 vom 9. April 2014

"Meine Mutter hat mir als Kind biblische Geschichten erzählt. Sie haben wesentlich zur Bildung meines Urvertrauens beigetragen. Ich fühlte mich von Gott gewollt und daher sicher und beschützt. Obwohl mein Kinderglauben inzwischen längst verloren ist, spüre ich noch immer diese Unerschütterlichkeit und Angstfreiheit in mir. Deshalb habe ich sie auch meinen Kindern erzählt ? Um diese zentralen Geschichten herum wurde Europa gebaut, eine ganze Kultur. Die versteht nicht, wer diese Geschichten nicht kennt."

Der Journalist und Buchautor Christian Nürnberger im Magazin "Focus Schule" (München)

 

"Der türkische Ministerpräsident Erdogan hat das Land viel mehr islamisiert als vorher. Er ist nicht nur korrupt und autoritär, er ist auch ein Islamist. Er hat bei seiner Balkonrede Grüße nach Ägypten geschickt zu den Muslimbrüdern. Und er hat auch im Ausland diejenigen gegrüßt, die seine Weggefährten sind."

Lale Akgün (SPD) im ?Deutschlandfunk? zum Ausgang der Kommunalwahl in der Türkei. Akgün, die in Istanbul geboren ist und bis 2009 Abgeordnete im Bundestag war, ist Gruppenleiterin für "Internationale Angelegenheiten und Eine-Welt-Politik" in der nordrhein-westfälischen Staatskanzlei.

 

"Mit jemandem gleichen Geschlechts eine Ehe einzugehen, wäre eine deutliche Abweichung von der Lehre der Kirche von England."

Mit diesen Worten hat die Anglikanische Kirche von England ihren Geistlichen die sogenannte "Homo-Ehe" verboten. Wer sie eingehe, könne nicht zum Diakon, Pfarrer oder Bischof geweiht werden. Der britische Staat hat im März per Gesetz gleichgeschlechtliche Partnerschaften erlaubt.

 

"Menschen, die wirklich was zu sagen haben, brauchen keine Powerpoint-Präsentation. Der Herr Jesus hat es ja auch ohne hingekriegt ... Je mehr man auf Powerpoint verzichtet, desto überzeugender ist man als Redner."

Der Trainer für Redner, Gerriet Danz, im Interview mit Spiegel Online

 

"Sie (die Muslime) leben in einem Staat (Deutschland), in dem sie gleichberechtigte Rechtssubjekte sind, der ihnen Zugang zu den Gerichten gibt und in dem sie ihren Glauben frei ausüben können. Dieser Staat bietet ihnen soziale Absicherung und Integrationshilfen; er hat Foren geschaffen, auf denen sie mit Regierung und Zivilgesellschaft diskutieren können; er führt sogar islamischen Religionsunterricht an seinen Schulen ein. Die Christen in der Türkei wären schon froh, wenn sie diese Menschen- und Bürgerrechte nur ansatzweise genießen dürften."

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung zur Lage von Christen in islamischen Ländern gegenüber den Rechten, die Muslime in Deutschland genießen

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 14 vom 2. April 2014

"25.000 Kinder verhungern heute jeden Tag. Wir leben jetzt in der Fastenzeit, wo sich viele Menschen eine Diät überlegen. Eine Milliarde auf diesem Globus leidet an Übergewicht und eine Milliarde an Unterernährung und Hunger. Und ich empfinde das auch als Christ als absolut inakzeptabel, dass wir da zuschauen. Denn dieses Problem lässt sich lösen. Der Planet Erde bietet acht bis zehn Milliarden Menschen Nahrung."

Der deutsche Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) im Deutschlandfunk

 

"Nicht Russland, aber Putin muss wissen, dass er auf Dauer verlieren wird. Genauso, wie Hitler damals verloren hat. Weil er nicht auf der richtigen Seite steht, nicht auf der positiven Seite, auf der Seite der Wahrheit... Dort, wo es keinen Gott gibt, verliert man, immer."

Der Metropolit der ukrainisch-orthodoxen Kirche, Filaret (Kiew), in der "Zeit"

 

"Man darf dieses Urteil (gegen die Muslimbrüder in Ägypten) nicht so interpretieren, dass sie jetzt arme Opfer sind. Nein! Die Muslimbrüder sind eine Terrororganisation. Sie haben mehrere Terroranschläge verübt und sind für den Tod von Hunderten von Menschen bis jetzt verantwortlich, für den Tod von mehreren Christen, für die Verbrennung von mehreren christlichen Kirchen und Einrichtungen. Sie sind Terroristen."

Der Politologe Hamed Abdel-Samad im "Deutschlandfunk" zu den Todesurteilen gegen zahlreiche Muslimbrüder. Er ist Autor des Buches "Der Untergang der islamischen Welt".

 

"Derzeit wird die Kirche ständig aufgefordert, mit der Zeit zu gehen. Sie muss aber mit Jesus gehen und im Evangelium stehen! Gegen den Zeitgeist."

Ludwig Schick, (katholischer) Erzbischof von Bamberg

 

"Etwa 20 Millionen Deutsche spielen in der Woche Lotto und geben dafür viel Geld aus. Und dies nur aus einem einzigen Grund: ohne eigene Leistung reich zu werden. Viele Deutsche möchten also gerne reich sein, und dennoch sind Reiche, die sich solche Wünsche erfüllen können, nicht wohlgelitten. Sie werden mitunter beschimpft als Nachkommen der Manchester-Kapitalisten ..., die ihre Gewinne behalten und Verluste auf den Steuerzahler abladen. Dazu ein paar Fakten: Rund die Hälfte der Steuern aus Lohn und Einkommen in Höhe von 201 Milliarden Euro im Jahr 2013 zahlten die reichsten 10% der Gesellschaft. Etwa 40% der Bürger, der ärmere Teil des Volkes, zahlten keine Einkommenssteuer."

Die FAZ unter der Überschrift "Die Doppelmoral gegenüber Reichen"

 

"'Der Islam gehört zu Deutschland.' Diese fünf Worte sind es, die inhaltlich vom Bundespräsidenten Wulff übriggeblieben sind."

Thorsten Denkler, Korrespondent, bei "Süddeutsche.de" am 27. Februar 2014

 

"Papst Franziskus bringt eine religiöse Musikalität mit, die wir in Europa offensichtlich erst wieder lernen müssen. Und das kann uns nur guttun. Gut tut auch zu erkennen, daß so manche Lieblingsthemen, die wir als vordringlich ansehen, in Wirklichkeit lediglich Randthemen sind. Auch in Südamerika gibt es genügend Probleme im kirchlichen Alltag, vor allem mit den Sekten, die auf dem Vormarsch sind. Aber die religiöse Freude, die dort zu verspüren ist, ist ein großes Geschenk für uns in Europa. "

Georg Gänswein, Erzbischof und Präfekt des Päpstlichen Haushalts, im "SZ Magazin" vom 28. Februar 2014

 

"Ich habe schon sehr früh kritische Fragen über den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan gestellt. Was haben wir da wirklich und dauerhaft erreicht? (...) Ich war immer wieder als Ministerpräsident auf Beerdigungen unserer Soldaten. Wenn ich das im Verhältnis sehe zu dem Zustand Afghanistans heute, ist meine Antwort: Bei allem großartigen Einsatz unserer Soldaten plagen mich da schon im Hinblick auf die Nachhaltigkeit Zweifel."

Horst Seehofer, bayerischer Ministerpräsident (CSU), im "Spiegel" vom 1. März 2014

 

"?Jedermann weiß - und moralisch ebenso wie rechtlich gilt: Die Nachfahren der Täter sind keine Täter durch Geburt. Die Nachfahren der Opfer sind keine Opfer durch Geburt. Die Nachfahren beider Seiten sind an und für sich Unschuldige. (...) Aus der bisherigen deutschen und nichtdeutschen, zeitgenössischen und längst vergangenen, auch antiken 'Vergangenheitsbewältigung' habe ich als Historiker gelernt: Recht und Gerechtigkeit (wie immer man sie definiert) lassen sich auch bei der Vergangenheitsbewältigung leider nicht verwirklichen. Sie führen zu keiner Versöhnung. Versöhnung sollte aber das Ziel der Nachfahren beider Seiten sein."

Michael Wolffsohn, Historiker, im "Focus" vom 1. März 2014

 

"Ich bin in Brasilien immer gewarnt worden, daß es in Deutschland sehr viel Rassismus gäbe. Ich habe immer nur das Gegenteil erlebt. (...) Die Deutschen sind pünktlich, diszipliniert, ordentlich. Das kann negativ wirken, weil man als unflexibel angesehen wird. Aber ich finde es gut. (...) Es gibt im alltäglichen Leben Brasiliens immer einen Plan B, den der Deutsche normalerweise gar nicht erst hat, weil Plan A sicher funktioniert."

Cacau, deutsch-brasilianischer Fußballer und Mitglied der DFB-Nationalelf, in der "Mitteldeutschen Zeitung" vom 4. März 2014

 

"In vielen deutschen Unternehmen liegen die Investitionen innerhalb Deutschlands unter den Abschreibungen. Das sind erste Anzeichen für De-Industrialisierung. Viele bauen neue Werke eben nicht hier, sondern woanders."

Rainer Dulger, Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, in der "Welt" vom 4. März 2014

 

"Bitte keine Politiker wählen, die nicht von Herzen lachen können! Lachen ist ein Ausdruck von Fröhlichkeit, Lachen befreit. Und Politik wird garantiert nicht besser, wenn Politiker schlecht gelaunt sind."

Wolfgang Bosbach, Vorsitzender des Bundestagsinnenausschusses (CDU), in der "Bunten" vom 6. März 2014

 

"Wir Europäer sollten uns bewußt sein, daß wir mit unserer missionarischen Haltung ein gerütteltes Maß an Heuchelei demonstrieren. Denn die Demokratiedefizite in der EU sind so gewaltig, daß wir diesbezüglich schön leise sein sollten."

Andreas Mölzer, EU-Abgeordneter (FPÖ), über die Ukraine-Krise in der "Presse" vom 8. März 2014

 

"EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) ist ein unverbesserlicher nationaler Sozialist. Ich denke über ihn das Gleiche wie mein Vater, der sich mit Leuten dieser Art von der Pilotenkanzel einer Spitfire aus befaßte."

Godfrey Bloom, britischer Europaabgeordneter, in der Zeitschrift "eigentümlich frei", Ausgabe März 2014

 

"Der Überdruß deutscher Intellektueller und Künstler an der 'Überzivilisiertheit' der westlichen Gesellschaft und ihres alle Mysterien entzaubernden Fortschrittsglaubens suchte sich in Rußland das idealisierte Gegenbild einer noch nicht fertig vorfabrizierten Welt, die in gleichsam ursprünglicher Naivität und Spiritualität ihrer offenen Zukunft entgegentreibe."

Richard Herzinger, Journalist, bei "Welt Online? am 8. März 2014

 

"?Die Herstellung von Undurchsichtigkeit hat auch eine politische Funktion. Der Politiker will sagen: Ihr braucht uns, weil wir uns in diesem Wirrwarr auskennen."

Roger Willemsen, Autor, in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" vom 9. März 2014

 

"Wo EKD drauf steht, ist Politik drin: Die Vertreterinnen und Vertreter des hiesigen Mehrheitsprotestantismus halten mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg, wenn Fragen von Umwelt- und Geschlechtergerechtigkeit, Migration und Kapitalismus tangiert werden. Bei den Stichwörtern Erlösung, Auferstehung, Endgericht werden sie schmallippig."

Alexander Kissler, Autor, bei "Cicero Online" am 11. März 2014

 

"Die Frauenquote ist in Wahrheit keine Frauenquote für alle Frauen, sondern sie ist eine Quote für die Quotenfrauen, für die Ideologinnen, für die Genderistinnen, für die Feministinnen. Und wehe du gehörst dieser Quoten-Elite nicht an, sondern bist einfach nur die bestqualifizierte Frau, pochst auf deine Qualifikation, mißachtest die Quotennetzwerke oder findest die Quote ungerecht und falsch. (...) Die Quote ist also eine Art Dressur, auch für die Frauen, die bisher mit ihrem eigenen Mann solidarischer, verbundener waren als mit ihren Geschlechtsgenossinnen und den Quotenfrauen - eine Voraussetzung für die vielbeschworene Familie. Die Frauenquote ist ein Sieg über die Männer und Frauen, die den Ismus ablehnen und via Leistung Karriere machen wollen."

Bettina Röhl, Publizistin, in ihrer Kolumne bei "Wirtschaftswoche Online" am 11. März 2014

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 13 vom 26. März 2014

"Ich bitte euch, ändert euer Leben, bekehrt euch, hört auf, das Böse zu tun ... Jetzt ist noch Zeit, um nicht in der Hölle zu enden. Und die erwartet euch, wenn ihr so weitermacht."

Papst Franziskus in seinem Appell an Kriminelle - besonders die Männer und Frauen, die am Organisierten Verbrechen (vor allem der Mafia) - beteiligt sind. Er feierte am Wochenende in Rom einen Gottesdienst mit Verbrechensopfern.

 

"Der türkische Ministerpräsident Erdogan ist ein Diktator. Er unterdrückt die Medien, die Wirtschaft, und die Bürokratie untersteht ihm allein. Er sagt: Ich bin der Staat. Deshalb findet er auch, dass er einfach etwa bei einem Fernsehsender anrufen und bestimmen kann, was gesendet wird. Oder dass er beim Justizminister anordnen kann, dass dieser und jener Geschäftsmann verurteilt werden muss. Erdogan ist der Diktator einer Türkei im 21. Jahrhundert."

Kemal Kilicdaroglu, Vorsitzender der größten türkischen Oppositionspartei CHP, über Ministerpräsident Erdogan in der "Zeit"

 

"Die Linkspartei kennt nicht nur eine kommunistische Plattform, sie ist es im Kern bis heute."

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung zur Begeisterung der "Linken" für 'den russischen Imperialismus'? in Sachen Ukraine

 

"In Syrien herrschen zurzeit barbarische Zustände: Wir haben eine Todesrate von ungefähr 120 Leuten pro Tag, und niemand weiß genau, wie das enden soll. Dass medizinische Mindeststandards fehlen, sorgt bei den Ärzten für eine unglaubliche Frustration. Es gibt keine Behandlungsmöglichkeiten mehr. Und das führt bei Kindern gerade dazu, dass es sehr viele Amputationen gibt, wenn es Verletzungen gibt."

Martin Glasenapp von der Hilfsorganisation "Medico" im Deutschlandfunk zur medizinisch katastrophalen Situation im Bürgerkriegsland Syrien

 

"Die Vorbereitungszeit auf Ostern ist für mich immer eine Zeit der Besinnung und der Selbstüberprüfung. Im Verzicht weiß man erst wieder das selbstverständlich Gewordene zu schätzen. Umso mehr freue ich mich darauf, dann in der Osternacht nach dem Kirchgang mit meinen Lieben einen guten trockenen Grauburgunder zu öffnen und dankbar für die Gaben zu sein."

Die CDU-Landesvorsitzende in Rheinland-Pfalz, Julia Klöckner. Die katholische Christin verzichtet auf Alkohol und Gummibärchen.

 

 

"Es ist doch schon sehr bedenklich, daß wir in keiner wirklichen Demokratie leben. (...) Das letzte Mal als die Bevölkerung in Frankreich nach ihrer Sicht der Dinge gefragt wurde, ging es um den Vertrag von Lissabon. Die Mehrheit sagte nein. Und die Regierung verabschiedete das Gesetz. Das zeigt doch, wie gering die Regierung die Meinung der Bevölkerung schätzt. (...) Ich denke, daß die Demonstrationen auf der Straße zeigen, daß sich viele durch die politischen Institutionen nicht repräsentiert fühlen.?

Michel Houellebecq, Schriftsteller, bei "Cicero Online" am 12. Februar 2014

 

"Homophobie hat mittlerweile dem Antisemitismus als schlimmste ideologische Sünde den Rang streitig gemacht. (...) Ich glaube nicht, daß die Ehe zwischen Männern oder Frauen gleichen Geschlechts derjenigen zwischen Mann und Frau gleichwertig ist. Punkt. Nicht, daß die Veranlagung Sünde wäre - ich glaube, der liebe Gott liebt alle seine Geschöpfe. Doch ich glaube auch an die Polarität der Schöpfung und daran, daß es für Kinder wichtig ist, diese Polarität zu erleben."

Matthias Matussek, Autor, bei "Welt Online" am 12. Februar 2014

 

"Ein Rechtsstaat zeichnet sich dadurch aus, daß er sich in der Wahl seiner Mittel, mit denen er Straftaten verfolgt, beschränkt - und daß er die Regeln auch dann einhält, wenn es um empörende Straftaten geht. Weder das Wort Terrorismus noch das Wort Kinderpornographie darf also ein Dietrich sein, um damit rechtsstaatliche Schranken aufzusperren und zu beseitigen."

Heribert Prantl, bei "SZ Online" am 16. Februar 2014

 

"Die sogenannte Groko, eine doch sehr ungleich gewichtete Koalition, hat nach dem Rentendebakel nun ihren Fehlstart vervollständigt - ähnlich wie Schwarz-Gelb vor vier Jahren. Der ungute Eindruck ist wieder, daß sich Parteien den Staat zur Beute machen."

Volker Zastrow, Redakteur, in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" vom 16. Februar 2014

 

"?Nichts schadet dem Ruf der vielen (auch muslimischen) Zuwanderer, die in Deutschland friedlich und auf eigene Rechnung leben wollen, mehr als die alimentierte, integrationsunwillige, gewalttätige Minderheit meist orientalischer Abkunft - und der fehlende Schneid von Politik und Medien, sich diesem Problem zu stellen."

Michael Klonovsky, Redakteur, im "Focus" vom 17. Februar 2014

 

"Absolut erstaunlich, wie sich die Causa Edathy entwickelt hat. (...) Von Geschwätzigkeit ist die Rede, von Geheimnisverrat, von Regierungskrise gar. Zu all dem zeigen die Medien Bilder von Männern mit gewichtigen Mienen, Leute in Anzug und Krawatte. Gut angezogene, gutbürgerlich angezogene Leute in hohen Positionen. In der Affäre gebe es 'nur Verlierer', ist zu lesen, und gemeint sind die besagten Männer. Am Ursprung der ganzen Geschichte standen jedoch andere Verlierer: nicht angezogene Kinder, Jungen um das zehnte Lebensjahr, denen man die Kindheit raubt."

Caroline Fetscher, Autorin, im "Tagesspiegel" vom 18. Februar 2014

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 12 vom 19. März 2014

"Ich habe meine Ämter nicht angestrebt. Unser Ziel sollte es sein, in den Himmel zu kommen."

Der neue Vorsitzende der (katholischen) Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx (München)

 

"Heute sind es christliche oder konservative Positionen, die im Chor niedergebrüllt werden. Morgen stehen vielleicht die Liberalen auf der Planke. Wer kommt als Nächstes?"

Harald Martenstein im "Tagesspiegel" (Berlin)

 

"Bundesfinanzminister Schäuble will die Erhöhung des Kindergeldes aussetzen, um endlich einmal keine neuen Schulden mehr zu machen. Empörend? Nein. Eigentlich nicht. Eher ausgesprochen konsequent. Zeigt dieser Schritt doch, was Familien- politik und Familienförderung in Deutschland wirklich wert sind: nicht viel mehr als ein Wahlversprechen."

Das "Flensburger Tagblatt" zur Verschiebung der geplanten Erhöhung des Kindergeldes

 

"Mich ausruhen kann ich auch im Himmel."

Papst Johannes Paul II. auf die Bemerkung von Kardinal Ratzinger: "Sie müssen sich ausruhen." Dies berichtet jetzt sein Nachfolger - Benedikt XVI. - in einem Interview.

 

"Ich bin überzeugter evangelischer Christ. Wobei ich jeden Tag bete, ohne frömmelnd zu sein. Mir gibt das einfach Kraft. Ich finde es schön, dass wir in einem christlich geprägten Land leben. Der Charme Bayerns besteht auch darin, dass an vielen Weggabelungen Kruzifixe stehen. Das Christentum vermittelt ja eine großartige Botschaft, weil man nicht nur reich, erfolgreich oder schön sein muss, Jesus nimmt jeden so an, wie er ist."

Der erste deutsche Heimatminister - Markus Söder (CSU, München) - in der "Bunten"

 

"Das > C < ist säkularisiert. Es taugt nicht mehr als letzte Dachstrebe für das deutsche Bürgertum. Man könnte Europa so schön mit dem Christentum begründen. Denn egal, ob Lissabon, Madrid, Paris, Brüssel, Berlin, Warschau, London, Stockholm oder Rom: Unsere Städte sind von Kirchtürmen geprägt. Doch Europa wird heute materiell begründet. Der Euro muss als Bindeglied herhalten, weil der Glaube ans Geld größer ist als an den lieben Gott. Christen sind auch im Bürgertum zunehmend in der Minderheit."

Der Publizist Michael Inacker in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

 

"Die Eurorealisten müssen überall massiv gewinnen und ins Parlament einziehen, um die Orientierung zur EU radikal zu ändern. Diese argumentiert ein wenig wie Frankreichs Kommunistische Partei, die meinte, die Sowjetunion funktioniere nicht, weil es zuwenig Kommunismus habe, aber je mehr Kommunismus es hatte, desto weniger funktionierte sie. Mit der EU ist das genau gleich: Man sagt, es funktioniert nicht, weil es an Integration mangle. Doch je weiter die Integration geht, desto schlechter funktioniert sie. Ziehen wir eine nüchterne Bilanz: Die EU funktioniert nicht, der Euro funktioniert nicht."

Marine Le Pen, Politikerin, in der "Basler Zeitung" vom 19. Februar 2014

 

"Das EU-Parlament scheint der ideale Resonanzraum zu sein für das aufgeblähte Ich: Andauernd reden EU-Kommissare und -Politiker von 'wir'. Sie meinen aber nur sich und ihre Kollegen, Kommissare und Apparatschiks in Brüssel. Europa aber ist ganz woanders. Europa, das sind die Bürger in all diesen Ländern, die nicht mehr wissen, wie ihnen geschieht."

Zoë Jenny, Schriftstellerin, in der "Weltwoche" vom 20. Februar 2014

 

"Es kommt nicht selten vor, daß Sieger sich nicht mir ihrem Sieg allein zufriedengeben, sondern die Besiegten auch noch demütigen wollen. Sie sollen nicht nur ihre Niederlage eingestehen, sondern auch bekennen, daß sie für die falsche Sache gestritten haben und ihrem 'Irrtum' abschwören. So weit scheint es mittlerweile auch schon im Streit um die 'Normalität' von Homosexualität gekommen zu sein. (...)Grundrechtsschutz, so heißt es allenthalben, ist Minderheitenschutz. Doch wer schutzbedürftige Minderheit ist, steht nicht ein für allemal fest, sondern wandelt sich mit der Entwicklung einer Gesellschaft. In den westlichen Gesellschaften sind es mittlerweile schon weniger die Homosexuellen als vielmehr diejenigen, die Homosexualität für moralisch fragwürdig und homosexuelle Praxis für anstößig halten, deren Freiheit, anders zu denken und in Übereinstimmung mit ihrer inneren Überzeugung zu leben, gefährdet erscheint. Doch ihre Freiheit verdient nicht weniger Respekt und Schutz."

Christian Hillgruber, Professor für Öffentliches Recht, in der "FAZ" vom 21. Februar 2014

 

"Im Fall Edathy kommt einiges zusammen, was man früher eher Bananenrepubliken zugetraut hätte: serielle Inkompetenz von Behörden, Staatsanwaltschaften und Politikern in Bund und Ländern. Hallo - regiert hier eigentlich noch jemand? Freuen wir uns, daß diese Regierung noch keine wirklichen Krisen zu bewältigen hatte, keinen Mauerbau, keinen Deutschen Herbst der Terroristen. Selbst aus dem Fall der Mauer hätten diese Dilettanten vermutlich ein Desaster gemacht."

Stefan Aust, Herausgeber, in der "Welt am Sonntag" vom 23. Februar 2014

 

"Nehmen wir an, wir würden die Bürgerrechtsgesetze mitsamt all den Bürokraten abschaffen. Glaubt irgend jemand, Restaurants von Washington bis Texas würden aufhören, schwarze Gäste zu bedienen?"

Patrick Buchanan, ehemaliger US-Politiker und Publizist, in seinem Internet-Blog am 25. Februar 2014

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 11 vom 14. März 2014

Mein größtes Glück ist, dass ich mich von Gott geliebt weiß ? Im christlichen Leben ist der erfolgreich und glücklich, der anderen hilft, insofern bin ich ein sehr zufriedener Mensch."

Die 70-jährige katholische Ordensschwester Carina aus der Oberpfalz auf die Frage der "Bild am Sonntag" (Berlin), ob Erfolg glücklich macht. Carina wirkte 40 Jahre lang als Missionsschwester in Simbabwe im südlichen Afrika. Sie hat dort als Hebamme Tausenden von Babys auf die Welt geholfen. Heute pflegt sie ältere Ordensschwestern.

 

"Wenn ich etwas am Christentum bewundere, oder vielleicht sollte ich sagen: an den Christen, ? ist es die Liebe, insofern sie sich nicht nur auf den Nächsten bezieht. In anderen Religionen wird ebenfalls geliebt ... Aber die Liebe, die ich bei vielen Christen und am häufigsten bei jenen wahrnehme, die ihr Leben Jesus verschrieben haben, den Mönchen und Nonnen, geht über das Maß hinaus, auf das ein Mensch auch ohne Gott kommen könnte: Ihre Liebe macht keinen Unterschied. "

Der muslimische Schriftsteller Navid 
Kermani im "Spiegel" (Hamburg)

 

"Heute gibt es mehr Märtyrer als in den ersten Zeiten der Kirche."

Papst Franziskus am 4. März. In vielen Staaten müssten sich Christen verbergen. Schon der Besitz einer Bibel führe zu Verurteilungen.

 

"Als die müden, abgekämpften Menschen in der Ukraine mehr denn je Glauben brauchten, tat die Kirche alles, damit sie ihn nicht verloren. Die Türen von Kirchen standen den Verfolgten offen, wie im Mittelalter. Viele meiner agnostischen und atheistischen Bekannten betraten dankbar diese Gotteshäuser. "

Die Kiewer Rechtsanwältin Larisa Denisenko in der Süddeutschen Zeitung zur Rolle der Kirchen in der Ukraine

 

"Mit jeder beunruhigenden Nachricht von der Krim muss die Frage lauter gestellt werden: Wo ist die deutsche Friedensbewegung? Sie ist nicht da. Warum? Ich wage die These: Es geht nicht gegen die Amerikaner, Israel oder die Bundeswehr. Deshalb bewegen sich Alt-68er und Linke ungern von der bequemen Couch nach draußen. Deren Protest galt in Wahrheit nie allein dem Eintreten für den Frieden in der Welt. Er war immer auch ein politisches Statement für eine Ideologie und eine linke Weltsicht. Nie war dies offensichtlicher als dieser Tage. Wenn sie dann Ostern wieder demonstrieren ? gegen Rüstungsexporte, gegen die israelische Siedlungspolitik oder US-Raketenabwehrschirme -, dann sei der deutschen Friedensbewegung zugerufen: Erspart uns diese Bilder! Jetzt wäre eure Stunde. Doch ihr versagt." CDU-Generalsekretär Peter Tauber in der Tageszeitung "Die Welt"

 

"Bücher kommen vielleicht aus der Mode, sie überleben aber zuverlässig, im Originaltext ihrer Zeit, in der Orthographie ihrer Zeit, in der Ästhetik ihrer Zeit, in der Technik ihrer Zeit, und können und werden auch dann noch wiederentdeckt werden, wenn Amazon von Apple gekauft worden ist und beide von Google und Google von Gazprom und Gazprom von den Chinesen und die Chinesen von Qatar und alle zusammen längst pleite sind."

Friedrich Forssman, Buchgestalter und Autor, im "Suhrkamp-Logbuch" am 4. Februar 2014

 

"Geschichte und vor allem Geschichtsbewußtsein sind in Polen viel wichtiger als in Deutschland. (...) In Deutschland tendiert die Geschichtspolitik meiner Meinung nach in letzter Zeit dazu, pauschal die Wünsche verschiedener Opfergruppen nach Denkmälern zu erfüllen, ohne wirkliches Interesse an der Thematik zu haben oder eine Diskussion über Sinn und Unsinn zu führen."

Stephan Lehnstaedt, Historiker, im Wissenschaftsportal "Lisa" der Gerda- Henkel-Stiftung am 5. Februar 2014

 

"So berechtigt Kritik an überdrehter 'politischer Korrektheit' ist: Die 'Widerstandskämpfer der Semantik' übertreiben ihrerseits maßlos, wenn sie sich über einen vermeintlichen 'Gesinnungsterror' oder 'Sprach-TÜV' echauffieren. Sie stilisieren sich zu Opfern und tun so, als würde ihre Meinung unterdrückt. (...) Die Selbststilisierung der Kritiker der politischen Korrektheit zum Opfer mutet überdies kurios an, weil genau sie es sind, die sonst die Viktimisierung von Minderheiten durch 'politisch Korrekte' beanstanden. Nun aber betont man zunehmend den eigenen Opferstatus."

Liane Bednarz, Juristin und Journalistin, bei "Tagesspiegel Online" am 5. Februar 2014

 

"Wer mehr Zuwanderung will, kommt an der Frage nicht vorbei: Wie kann emotionale Bindung gedeihen, die weiter reicht als der Euro oder ein sicherer Arbeitsplatz? (...) Wer auf das emotionale Band des Patriotismus mutwillig verzichten will, bleibt die Antwort darauf schuldig, was denn sonst? (...) Der neue Patriotismus ist nicht verstaubt rückwärtsgewandt und vermeidet jede Geringschätzung von anderen. Aber gemeinsame Freude am eigenen Können und Optimismus vermögen eine ehrliche Integration zu schaffen. (...) Mehr Zuwanderung verträgt sich nicht mit weniger Patriotismus."

Johannes Singhammer, Bundestagsvizepräsident (CSU), in der "FAZ" vom 6. Februar 2014

 

"Selbst Russen, die vor zwei Jahren gegen Putins Rückkehr in den Kreml demonstrierten, halten die Kritik für überzogen. Sie wissen sehr wohl von Korruption und zerstörter Umwelt. Aber die Häme aus dem Westen verletzt sie. Die Russen verstehen die Welt nicht mehr, und das liegt nicht an den Russen. Sie feiern in Sotschi eine Party. Wir sind die Gäste, die sich den ganzen Abend an einer Bionade festhalten und sich über das Klo des Gastgebers das Maul zerreißen: 'Haha, hat sich der Russe mal wieder blamiert.'"

Benjamin Bidder, Rußland-Korrespondent, bei "Spiegel Online" am 8. Februar 2014

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 10 vom 06. März 2014

"Gott Allmächtiger, ich danke Dir, es ist das Schönste, 
von Dir geliebt und geachtet zu werden."

Diesen Satz schrieb der engagierte Christ Jerke de Vries in seine Doktorarbeit. Daraufhin erklärte die Leitung der niederländischen Universität Wageningen: Den Doktortitel gebe es nur ohne diese Danksagung. De Vries konterte: Die Uni habe bisher nichts dagegen gehabt, wenn sich Doktoranden bei ihrer Kneipe bedankt hätten. Schließlich aber riss er - wie verlangt ? aus allen bereits gedruckten mehreren Hundert Exemplaren seiner Dissertation die Seite mit der Danksagung raus.

 

"Israel sollte sich darüber im Klaren sein, dass Deutschland ein wahrer Freund ist. Das ist gerade wieder deutlich geworden. Merkels Geste, ihr gesamtes Kabinett zu Regierungskonsultationen nach Israel mitzubringen, ist beispiellos. Die Deutschen dagegen sollten die Neigung unter den Europäern bekämpfen, immer nur Israel zu kritisieren."

Die "Jerusalem Post" zum Besuch der 
Bundesregierung in Israel

 

"Eigentlich kommt der Dienst in der Kirche > aus der Taufe gekrochen < . Heute erlebe ich es, dass aufgrund der Loyalitätsrichtlinie die Taufe aus der Bewerbung gekrochen kommt: Man lässt sich taufen, um die Stelle zu bekommen."

Der Landesbischof der "Nordkirche", Gerhard Ulrich (Schwerin), in seinem Bericht vor der Synode in Lübeck-Travemünde. Er bezog sich auf die Einstellungskriterien in der Diakonie: Jeder Mitarbeiter sollte Kirchenmitglied sein.

 

"Böse Gedanken lasse ich nie zu. Aber ich weiß, ich möchte eines Tages als Buche zurückkehren. Die haben eine ganz glatte Rinde, schön und zart ... Ich wünsche mir, dass meine Familie in Spanien mit einem Bötchen aufs Mittelmeer rausfährt und meine Asche verstreut."

Die Schauspielerin Uschi Glas, die am 
2. März 70 Jahre alt wurde, in BILD.

 

"Thanks Bomber Harris" 
(Danke Bomber Harris)

Mit diesen Worten auf der nackten Brust verhöhnte im Februar die Kandidatin der Piratenpartei für die Europawahl, Anne Helm, in Dresden die mindestens 25.000 (Anm. d. Red. das sind geschönte Zahlen. relistisch waren es weit über 150000) Männer, Frauen und Kinder, die beim Bombenangriff am 13. 2. 1945 auf Dresden umkamen. Strategisch verantwortlich für den "Feuersturm" über deutsche Städte war der britische Militär Arthur Harris.

 

Worte der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 9 vom 26. Februar 2014

"Die Religion ist ein Märchen für diejenigen, die sich vor der Dunkelheit fürchten."

Der englische Physikprofessor Stephen Hawking (Cambridge)

 

"Der Atheismus ist ein Märchen für diejenigen, die sich vor dem Licht fürchten."

Der englische Mathematikprofessor John Lennox (Oxford) am Wochenende im Forum Wiedenest (Bergneustadt bei Köln)

 

"Wenn der Papst schon keine Revolution anzettelt, ist er dann wenigstens ein Reformator? Bis jetzt spricht fast alles dafür. Beharrlich baut Franziskus seine Weltkirche um. Er relativiert die Macht der Kurie, indem er sich ein neues Beratergremium aus acht Kardinälen schafft und die Verantwortung der Ortsbischöfe betont. Er lässt die Finanzen des Kirchenstaates durchforsten, lebt seinem Hof ein einfaches Leben vor und findet offene Worte und Gesten für Menschen, die sich oft von der katholischen Kirche ausgeschlossen fühlen."

Süddeutsche Zeitung (München)

 

"Unserer Religion gemäß sind wir Demokraten, weil jeder Mensch nach Gottes Ebenbild geboren wurde ... Für mich war Moses der erste Demokrat."

Israels Präsident Shimon Peres im Interview mit der Süddeutschen Zeitung

 

"Wenn wir 10 Jahre warten, heißt das Bund christlicher Unternehmer."

Der Gründer der Baumarktkette OBI, Manfred Maus, beim Impulstag des Kongresses christlicher Führungskräfte in Hamburg (siehe Seite 9). Er ist Mitglied im Bund Katholischer Unternehmer (BKU); das protestantische Pendant ist der Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer (AEU).

 

"Ein Theologiestudium reicht nicht, um ein Unternehmen zu führen."

Der Unternehmer Manfred Maus über Pleiten kirchlicher Firmen.

 

 "Es genügt der Lobby der Homosexuellen nicht, dass sie die Entfaltungsfreiheit für ihre Klientel und die Meinungsführerschaft erstritten hat, sie will jetzt der Minderheit, die noch immer eine abweichende Meinung vertritt, die Freiheit nehmen, Homosexualität weiterhin negativ zu bewerten ... Schlimmer noch als diese Tatsache ist, dass Gerichte bereit sind, dieser unter der Fahne der 'Antidiskriminierung' vorgetragenen freiheitswidrigen Forderung nachzugeben. So wurde z. B. in Großbritannien ein Hotelier, der aus religiösen Gründen einem verpartnerten schwulen Paar kein Zimmer mit Doppelbett vermieten wollte, wegen 'Diskriminierung' zu Schadensersatz verurteilt."

Prof. Christian Hillgruber (Universität Bonn) in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

 

"'Eine Familie von euch ersetzt mir drei muslimische Familien.' Damit war der Skandal in der Welt. Aber warum eigentlich? Ein Katholik hält vom Katholizismus mehr als vom Islam? Ja, natürlich, sonst wäre er Moslem. Imame und Rabbiner haben übrigens auch eine Lieblingsreligion. Meisner hat nicht zur Ausbürgerung der Moslems aufgerufen oder dazu, ihnen die Bürgerrechte abzuerkennen. Das Problem ist wohl viel eher, daß in unserer Stuhlkreisgesellschaft gerne verdrängt wird, daß Religionen eben auch im Wettbewerb miteinander stehen. Meisner hat das aber nicht vergessen und er hat darum genau im Blick, wer mittelfristig der härteste Konkurrent ist. Und das sind nicht die Protestanten, die voll und ganz damit beschäftigt sind, sich dafür zu schämen, an Gott zu glauben, sondern die Moslems, die mit einem Eifer an ihrem Gott hängen, der jeden halbwegs motivierten Pfarrer vor Neid erblassen läßt. Er schwört seine Leute eben auf diesen Hauptkonkurrenten ein. Er hat aber nicht dazu aufgerufen, die Moslems aus dem Land zu werfen, man sollte in dieser Sache also die Kirche und Moschee im Dorf lassen."

Gideon Böss, Journalist, in seinem Internet-Blog "boess.welt? am 30. Januar 2014

 

"Wir sollten sehr genau darauf achten, was auch unsere nationalen Interessen sind. Es gibt ein Gemeinschaftsinteresse, aber, und das ist der entscheidende Punkt: Wir brauchen auch bei dem, was der Bundespräsident gesagt hat, eine neue Balance zwischen nationalen und übernationalen Interessen. Wir haben in der Vergangenheit eine Dämonisierung des nationalen Interesses Deutschlands gehabt, querdurch, auch auf offizieller Ebene. Und eine blinde Idealisierung des Gemeinschaftsinteresses. Wir brauchen heute mehr Nüchternheit."

Christian Hacke, Konfliktforscher, im "Deutschlandfunk" am 1. Februar 2014

 

"Ich frage mich schon lange, wie die muslimischen Verbände es anstellen, daß ihre absurdesten Forderungen die ganze Republik regelmäßig in Aufruhr versetzen, so daß man den Eindruck haben könnte, wir lebten tatsächlich schon in einem halb islamischen Staat, dessen säkulare Verfassung unter den religiösen Forderungen der Muslime nach und nach begraben werden soll. Verschleierte Lehrerinnen, Gebetsräume in Schulen, Burkinis in Schwimmhallen - wenn es nach den muslimischen Funktionären ginge, würde das Bild des öffentlichen Lebens in Deutschland im Namen von fünf Prozent seiner Bewohner so lange umgestaltet, bis es islamischen Ansprüchen genügt. Ich hoffe inständig, daß wenigstens die Hälfte aller deutschen Muslime das so wenig wünscht wie ich."

Monika Maron, Schriftstellerin, in der "Welt am Sonntag" vom 2. Februar 2014

 

"Daran wird der Spiegel zugrunde gehen - an der entsetzlichen mehltaumäßigen, sozialdemokratisch-grünen politischen Korrektheit. Das ist so unaufregend, wenn man sich dauernd versichert, zu den Guten zu gehören."

Matthias Matussek, ehemaliger "Spiegel"-Autor, bei "The European" am 3. Februar 2014

 

Das Wort der Woche aus IDEA Nr. 8 vom 19. Februar 2014

"Liebe Ehepaare, vielleicht habt ihr euch aufgeregt, vielleicht ist ein Teller geflogen ? aber bitte denkt daran: Lasst nie einen Tag enden, ohne euch zu versöhnen! Nie, nie, nie! Das ist ein Geheimnis ? ein Geheimnis, um die Liebe zu bewahren und Frieden zu schließen ? ? Unsere tägliche Liebe gib uns heute ? ? das ist das Gebet der Verliebten und Brautleute. "

Papst Franziskus bei einem Treffen mit rund 10.000 Paaren am 14. Februar im Vatikan

 

"Homophobie hat mittlerweile dem Antisemitismus als schlimmste ideologische Sünde den Rang streitig gemacht ? In Deutschland wackeln regelmäßig die Wände, wenn Kirchenleute, aber nicht nur sie, Präferenzen für den Normalfall von Ehe und Familie erkennen lassen ? Wahrscheinlich bin ich homophob, und das ist auch gut so. "

Der katholische Publizist Matthias Matussek (Hamburg) in der Tageszeitung "Die Welt"

 

"Der meiste Stress am Arbeitsplatz ist eingebildet, sozusagen gefühlter Stress. Es sind die eigenen Gedanken, die entscheiden, ob man eine Situation genießt (Eustress) oder ob sie einem Angst macht (Distress). Wenn wir uns immer sagen, wie schlecht es uns geht, dann geht es uns auch schlecht. Wir sind selbst schuld an den negativen Gedanken. "

Der Psychologieprofessor Alfred Gebert in der "Neuen Osnabrücker Zeitung"

 

"Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. "

Das ist die Jahreslosung (Hesekiel 36,26) für 2017. Dies teilte die Ökumenische Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen in Berlin mit. Die Mitglieder des Verbandes sind evangelische, katholische und freikirchliche Werke und Verbände aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und dem Elsass.

 

"Barbara Kittelberger, die Münchner evangelische Stadtdekanin, stand bislang vor allem auf der Seite des Guten. Eine gute Seelsorgerin, sagen die Leute über sie, die ausgebildete Paartherapeutin und studierte Theologin. Eine selbstbewusste Frau in einem Spitzenamt ihrer Kirche, heißt es anerkennend. Barbara Kittelberger, 59, engagiert sich gegen Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeit und für die Initiative ?München ist bunt?. Sie steht für eine lebensnahe, sozial engagierte weltoffene Großstadt-Kirche, ist bestens vernetzt ins rot-grüne politische Establishment der Stadt, ohne die CSU allzu sehr vor den Kopf zu stoßen. Und jetzt das. Bis zu 13 Millionen Euro Anlagevermögen des Dekanats haben sich in Luft aufgelöst, sind verloren. Weder der Verwaltungschef hat rechtzeitig eingegriffen noch die Dekanin, die letztlich die politische Verantwortung für das Desaster trägt ? auch dafür, dass es nur scheibchenweise öffentlich wird. "

Aus der Süddeutschen Zeitung (München) - Siehe auch ideaSpektrum Seite 24

 

Das Wort der Woche aus IDEA Nr. 7 vom 12. Februar 2014

"Geld ist für mich als Christ etwas, was mir anvertraut wurde. Über die Verwendung des Geldes muss ich vor Gott Rechenschaft ablegen. Wenn ich keinen Weg finden würde, andere Menschen an meinem Wohlstand teilhaben zu lassen, hätte ich ein schlechtes Gewissen."

Europas größter Schuhhändler - Heinrich Deichmann (Essen) - im "Handelsblatt" zur Begründung für sein soziales Engagement

 

"Zu den Steuerhinterziehern gehören erstaunlich viele Mitglieder der Talkshow-Elite. Genau jene, die sonst vom Sofa der Fernsehstudios belehrten, finden sich plötzlich auf der Anklagebank wieder. Die Eitlen von einst werden damit doppelt bestraft - zum teuren Strafbefehl kommt der mediale Liebesentzug. Das alles muss man nicht bedauern. Für die Talkshow-Macher mag es ärgerlich sein, wenn ihr Personal ausfällt, für die Demokratie kann es heilsam sein, wenn das ein oder andere Vorbild vom Sockel stürzt."

Das "Hamburger Abendblatt" zur Steuerhinterziehung von Alice Schwarzer

 

"Wenn der liebe Gott gewollt hätte, dass ich jedem in den Hintern krieche, hätte er mich als Zäpfchen auf die Welt geschickt."

Der umstrittene Fernsehproduzent und "Pop-Titan" Dieter Bohlen (60) in "Bild"

 

"Kinder sind immer richtig!"

Der deutsche Filmstar Matthias Schweighöfer in der Tageszeitung "Die Welt". Der 32-Jährige wird demnächst zum zweiten Mal Vater. Sein neuester Film "Vaterfreuden" ist seit 6. Februar in den Kinos.

 

"Es darf sich nicht der Eindruck breitmachen: > Die CDU gewinnt die Wahl, verliert aber die Koalitionsverhandlung. < Noch drastischer formuliert Thomas Schmid in der Welt: > Schon lange weiß man ja nicht mehr so richtig, wo die CDU aufhört und die SPD beginnt. < Eine weitere Herausforderung für die Union stellt das Aufkommen der AfD dar. Erstmals existiert innerhalb des demokratischen Spektrums eine Partei rechts von der Union. Spätestens nach dem Achtungserfolg der AfD bei der Bundestagswahl ist die Frage zu stellen, ob das konservative Profil der CDU vernachlässigt wurde. Da auf dem linken Flügel mit SPD, Grünen und der Linken gleich drei Parteien um die Gunst der Wähler werben, kann die Union nur dann dauerhaft ihren Führungsanspruch sichern, wenn sie als Volkspartei sämtliche Wähler des bürgerlichen Lagers anspricht ? Je mehr die Union nach links rückt, desto größer sind die Chancen der AfD."

Aus einer Analyse konservativer CDU-Politiker (Steffen Flath, Christean Wagner 
u. a.), die sich im "Berliner Kreis" zusammengeschlossen haben

 

Das Wort der Woche aus IDEA Nr. 6 vom 05. Februar 2014

"Die Bibel ist ein einziges Dokument des Flehens, des Hoffens, des Schreiens nach einem, der da ist und antwortet. Sie gibt ein Resonanzversprechen: 
Da ist jemand, der hört dich. Deshalb ist Religion für viele - entgegen aller Prognosen - auch weiterhin ein attraktiver Erfahrungsbereich."

Der Soziologe Hartmut Rosa in der "Wirtschaftswoche" (Düsseldorf)

 

"damit wir klug werden"

Unter diesem Motto aus Psalm 90 steht der nächste Deutsche Evangelische Kirchentag vom 3. bis 7. Juni 2015 in Stuttgart. Dies gab das Kirchentagspräsidium bekannt.

 

"Ich hab immer gedacht, die Welt ist wie ein Theaterstück. Man wird von Gott ausgeschickt und der sagt: > Du spielst den, du spielst den. < Und wenn die dann alle gestorben sind, dann kommen sie wieder zusammen, und dann gibt?s eine Kritik."

Der weltbekannte österreichische Schauspieler Maximilian Schell, der im Alter von 83 Jahren in der Nacht zum 1. Februar starb.

 

"Man betet, man wünscht, man hofft, dass das Wunder passiert und dass der Gleiche wieder aufwacht, so wie er vorher war."

Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel über Michael Schumacher, der nach einem Ski-Unfall (noch) im Koma liegt.

 

"Es ist seit Jahrzehnten überfällig, diesen ersten Völkermord im 20. Jahrhundert aufzuarbeiten und den Nachfahren der Opfer entschuldigend die Hand zu reichen."

Dies forderte die Vorsitzende der Arbeitsgruppe Menschenrechte und humanitäre Hilfe der CDU/CSU-Fraktion, Erika Steinbach, vom türkischen Ministerpräsident Erdogan, der jetzt Berlin besuchte. 1915 wurden etwa 1,5 Millionen (christliche) Armenier Opfer von Massenmord und Vertreibung durch türkische Muslime.

 

"Die Verunsicherung der heterosexuellen Kinder, die der Bildungsplan (der grün-roten Landesregierung in Baden-Württemberg) gezielt in Angriff nimmt, ist skandalös und schlägt der Menschenwürde, auf die Ministerpräsident Kretschmann sich auch noch beruft, diametral ins Gesicht. Die Pubertät ist nicht der einfachste Lebensabschnitt eines Menschen, in dem es auch um die Autonomisierung des Menschen und seiner Sexualität geht. Ein Staat, der sich anmaßt in diese Entwicklung, die jeder Mensch auch ein Stück weit alleine erleben muss und kann, mit ideologischen Übergriffen hinein zu fummeln, ist ein wahrhaft perverser Staat. Die Kretschmänner sollen die Kinder in Ruhe lassen. Das ist eine mehr als legitime Forderung."

Die Publizistin Bettina Röhl in ihrer Kolumne auf "wiwo.de" (Wirtschaftswoche)

 

"Man kann sich wahnsinnig selbstgerecht vorkommen, indem man die Welt als hoffnungslos verderbt brandmarkt. Ich nenne dieses Phänomen 'das apokalyptische Spießertum'. Etwa 75 Prozent der Menschen in den deutschsprachigen Ländern rechnen damit, daß die Zukunft schlechter wird. Dieser Wert ist weltweit einmalig. Das Problem ist vor allem: Wenn so viele sich einig sind bei diesem Problem, kann es auch eintreten!"

Matthias Horx, Trendforscher, in "idea Spektrum" vom 8. Januar 2014

 

"Einen Ausschuß zur Armutseinwanderung einzusetzen ist konsequent, und es ist vernünftig. Ein solches Gremium kann dabei helfen, Mythos und Wirklichkeit in der Einwanderungs- und Integrationspolitik voneinander zu scheiden. Denn auch wenn die Terminologie eine andere ist und sich alle pragmatisch geben, werden auf diesem Feld immer noch gesellschaftspolitische Ziele verfolgt, die auf alten Multikulti-Visionen gründen. Denen hatte die Union schon damals, als es noch um ?Einwanderung? ging, kaum etwas entgegenzusetzen. Heute will sie es gar nicht mehr."

Berthold Kohler, Herausgeber, in der "FAZ" vom 9. Januar 2014

 

"Die meisten Bundestagsabgeordneten sind nach der Schul- oder Unibank direkt in die Politik gegangen, manchmal über den kurzen Umweg des öffentlichen Dienstes. Eigene Erfahrungen in der Wirtschaft, Großunternehmen, Handwerk, Hand- oder auch nur andere körperliche Arbeit, Top-Wissenschaft oder anderen handfesten Berufen und Bereichen? Fehlanzeige. (...) 94 Prozent kamen aus dem Bereich bzw. Vorberuf der Dienstleister, ein niederschmetternder Sieg. Das bedeutet: Alle Gesetze für alle unsere Lebensbereiche werden mehrheitlich von Menschen vorbereitet und beschlossen, die das 'wahre Leben' nicht wirklich, zumindest nicht ?von unten?, kennengelernt haben.?

Michael Wolffsohn, Historiker, bei "Focus Online" am 13. Januar 2014

 

"Europa wird in Sonntagsreden gefordert; soziale Konflikte in Duisburg und Mannheim, Streit vor Flüchtlingsheimen in Berlin-Marzahn sind der Alltag. Um die da unten kümmern sich die Sonntagsredner nicht, sie wohnen ja auch woanders. Bei den Mai-Wahlen zum Europaparlament wird sich zeigen, ob die kühnen Entwürfe von den Wählern bestätigt werden - oder das Konstrukt die Menschen überfordert."

Roland Tichy, Chefredakteur, in der "Wirtschaftswoche" vom 13. Januar 2014

 

"Wenn die Länder beklagen, daß so viele Antragsteller vom Balkan kommen, um hier zu überwintern, dann hängt das auch damit zusammen, daß falsche Anreize geschaffen werden. Ein Schutzsuchender aus Mazedonien weiß dann, auch wenn der Antrag abgelehnt wird, im Winter bin ich ja erst einmal da und bekomme Sozialleistungen. (...) In Deutschland bekommt ein Asylbewerber Leistungen etwa in der Höhe des Hartz-IV-Satzes. Das ist natürlich schon ein Anreiz, den Winter in Deutschland zu verbringen."

Manfred Schmidt, Präsident des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, in der "Welt" vom 14. Januar 2014

 

"Ich fühle mich in Deutschland sehr wohl. Was ich an ihren Landsleuten sehr schätze, ist ihr Humor, ihre Arbeitsmoral - und daß sie wissen, wie man feiert. Deutsche machen tatsächlich auch mal richtig Urlaub. Da können wir Amerikaner noch viel lernen. Und Deutsche können ihre Freizeit richtig genießen. Das finde ich sehr wichtig. Denn die Zeit, in der wir frei von Pflichten sind und Muße haben, ist die Zeit, in der wir unsere Batterien wieder aufladen können."

John Goodman, Schauspieler, im "Playboy", Ausgabe Januar 2014

 

"Ich kann die EU-Bürokratie nicht ausstehen. Sie schadet allen. Die EU hat Entscheidungen getroffen, von denen ich glaube, daß die EU daran früher oder später zerbrechen wird. Hoffentlich früher. Was ich Labour nie verzeihen werde ist, daß sie die Massenimmigration bewilligt haben, ohne je Forderungen zu stellen. Ich werde nie verzeihen, daß so viele meiner Freunde ihren Job verloren haben, deren Lohnforderungen unterboten werden konnten dank dem idiotischen Europagedanken, laut dem alle herkommen dürfen. (...) Die Leute, die dafür gehaßt werden, sind die Immigranten. Dabei ist ihnen nichts vorzuwerfen."

Roger Daltrey, Sänger der britischen Rockband The Who, in der "Weltwoche" vom 3. Januar 2014

 

"Jeder, der von außen nach Berlin blickt, ist sprachlos angesichts dessen, was in kürzester Zeit hier entstanden ist. Darauf können wir stolz sein. Die Friedrichstraße, die Linden, der Potsdamer Platz, der Leipziger Platz - es hat sich unglaublich viel getan. Und Gott sei Dank so, daß das Vorkriegs-Berlin in seiner räumlichen Struktur bis heute spürbar bleibt. Berlin ist keine asiatische Stadt geworden."

Hans Kollhoff, Architekt, im "Tagesspiegel" vom 4. Januar 2014

 

"Wer, wie die Deutschen, ständig nach der 'Vertiefung der Europäischen Union' ruft, darf sich nicht wundern, wenn andere EU-Bürger ganz tief in die Kassen der deutschen Sozialsysteme greifen. Das ist der Preis der Freizügigkeit, der Deutschland in Brüssel stets zugestimmt hat."

Wolfgang Bok, Kolumnist, in "Schleswig-Holstein am Sonntag" vom 5. Januar 2014

 

"Am Vorabend der Europawahl murmelt es vielstimmig zwischen Rhein und Oder, die Erfahrung beider Weltkriege lehre, daß nationale Identität zugunsten von Region und Europa aufzulösen sei. Keiner unserer europhilen Nachbarn schließt sich diesem Wunsch an (...) Selbst im Schrecken des Krieges waren auch die Deutschen noch Europäer. Es gibt eine Kontinuität von den kosmopolitischen Nationalisten der Vorkriegszeit über die Soldaten des Ersten Weltkriegs bis zu den Gründungsvätern der europäischen Einigung, ja: bis zu den Europäern der Gegenwart. Wer sich dieser Kontinuitäten nicht bewußt ist und meint, Nationalismus führe an und für sich zu Kriegen, zieht die falschen politischen und gesellschaftlichen Lehren aus dem Weltkrieg und will eine Art europäischer Integration, die Nationalstaatlichkeit nicht einbindet, sondern überwindet."

Thomas Weber, Professor für Geschichte, bei "Welt Online" am 6. Januar 2013

 

Das Wort der Woche aus aus IDEA Spektrum Nr. 5 vom 29. Januar 2014

"Wenn bei uns gegen Ende des Gottesdienstes nach einer Stunde mancher beginnt auf die Uhr zu schauen, kommen die Gottesdienste in vielen anderen Teilen der Welt zu diesem Zeitpunkt erst richtig in Fahrt. Wer einmal einen Gottesdienst in Tansania erlebt, bekommt einen Einblick in die Glaubensfreude und Lebenskraft, die dabei zum Ausdruck kommen. "

Der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm beim Jahresempfang der Evangelischen Akademie Tutzing

 

"Der Entwurf für den neuen Bildungsplan in Baden-Württemberg für die 5. und 6. Klassen hat wegen seiner Thematisierung sexueller Lebensformen hohe Wellen geschlagen. Nicht nur Homosexualität, sondern auch Bisexualität, Transsexualität und Intersexualität sollen künftig eine Rolle spielen ? Der Bildungsplan entwirft das Bild eines neuen Menschen nach dem Bild der grün-roten Landesregierung. Das ist deshalb so gefährlich, weil Bildungsprozesse auf diese Weise zu einer einzigen Indoktrination werden können, weil die Beschreibung von Einstellungen und Haltungen schlimmstenfalls in schulische Gesinnungsprüfungen ausarten könnten, die es in beiden deutschen Diktaturen schon einmal gab."

Heike Schmoll im Leitartikel der 
Frankfurter Allgemeinen Zeitung

 

"Ich bin kein religiöser Mensch. Früher hätte man gesagt, ein Heidenkind. Aber natürlich interessiert es mich, worauf Christen ihren Glauben gründen. Die Bibel - mehr Buch geht nicht! Schon deswegen sollte man sie kennen. Aber ich finde wenig Antworten auf meine Fragen und wenig Trost in ihr. Die Erde ist das Jammertal, und schön wird das Leben erst nach dem Tod. Und außerdem muss ich mich immer irgendwie schuldig fühlen. "

Der Schauspieler Jan Josef Liefers in "Bild"

 

"Dass ich zum dritten Mal verheiratet bin, ist etwas, das mich bis zum Ende meines Lebens bedrücken wird. Ich hätte mir früher nie vorstellen können, dass es zu einer Scheidung kommen könnte. Aber es ist nun einmal so geschehen. Ich habe nach dem Scheitern der ersten Ehe mich zu schnell nach heiler Welt gesehnt und zu schnell wieder geheiratet. Ich bin jetzt allerdings seit sechs Jahren glücklich verheiratet und danke in meinem täglichen Gebet Gott, dass ich diese Frau gefunden habe. Aber ich gebe es zu: Ich wage es seit meinen Scheidungen nicht mehr, mich zur Familienpolitik zu äußern. Da wäre ich nicht glaubwürdig. "

Der scheidende Fraktionsvorsitzende der CDU im hessischen Landtag, 
Christean Wagner (70), in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

 

Das Wort der Woche aus aus IDEA Spektrum Nr. 4 vom 22. Januar 2014

"Wo gehen Verlorene nachts hin? In Kirchen können sie nicht gehen, denn die sind zu! Wir sollten in Großstädten (einzelne) Kirchen nachts (für Verzweifelte und Suchende - d. Red.) offen lassen."

Der Unterhaltungskünstler und Überlebenstrainer Johannes Warth (Berlin) beim Christlichen Medienkongress in Schwäbisch Gmünd

 

"Die Ansicht, dass die Rechtfertigung des Sünders allein aus Gnaden erfolgt, teilen heute alle Katholiken."

Der (katholische) Weihbischof in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Thomas Maria Renz, beim Christlichen Medienkongress

 

"Das Internet ist nicht das, wofür ich es so lange gehalten habe. Ich glaubte, es sei das perfekte Medium der Demokratie, der Emanzipation, der Selbstbefreiung. Der Spähskandal und der Kontrollwahn der Konzerne haben alles geändert. Das Internet ist kaputt."

Der Internet-Experte Sascha Lobo in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung

 

"Die Aufregung in Baden-Württemberg über die > Akzeptanz sexueller Vielfalt < im Schulunterricht hinkt anderen Bundesländern etwas hinterher. Da ist die Sache in der Regel längst erledigt ... Ein Beispiel können sich Nachzügler an Frankfurter Schulen nehmen, von deren Pausenhöfen die Schüler mit dem Spruch > Ich bin schwul, das ist cool! < nach Hause kommen."

Frankfurter Allgemeine Zeitung

 

"Echte Liberalität ist eine, die auch ganz andere Haltungen akzeptiert, etwa die des Evangelikalen, der die eingetragene Partnerschaft für Homosexuelle ablehnt."

Der bis 2013 amtierende Parlamentarische Geschäftsführer der Fraktion der FDP, Stefan Ruppert, in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Er soll im Februar Vorsitzender der FDP in Hessen werden.

 

"Meiden Sie die vielen unnötigen Anglizismen! Denn 60 % der Deutschen verstehen kein Englisch. Wer deshalb viele Anglizismen gebraucht, predigt oder schreibt an der Mehrheit seiner Zuhörer oder Leser vorbei. Dabei ist Deutsch eine der vier Weltsprachen. Deutsch steht auf Platz vier der Sprachen, die weltweit am meisten gelernt werden - nach Englisch, Spanisch und Chinesisch. "

Der Sprachexperte Prof. Wolf Schneider beim Christlichen Medienkongress

 

Das Wort der Woche aus aus IDEA Spektrum Nr. 3 vom 15. Januar 2014

"Leider werden heute nicht nur Nahrung und überflüssige Güter zu Abfall, sondern oft werden sogar die Menschen > weggeworfen < , als wären sie > nicht notwendige Dinge < ... Allein schon der Gedanke, dass Kinder als Abtreibungsopfer nicht das Licht der Welt erblicken oder als Soldaten benutzt werden, erregt mein Entsetzen."

Papst Franziskus am 13. Januar beim Neujahrsempfang für die Mitglieder des Diplomatischen Korps in der Vatikanstadt

 

" Ich stehe für das volle Adoptionsrecht. Wir dürfen homosexuelle Paare nicht diskriminieren ... Es ist wichtig, dass wir in einer toleranten Gesellschaft leben. Ich bin sehr froh über das Coming-out von Hitzlsperger. Homosexuelle Paare müssen gleichberechtigt in unserer Gesellschaft leben. Dazu gehört auch das volle Adoptionsrecht. "

Bundesfamilienministerin Manuela 
Schwesig (SPD) im ZDF-Morgenmagazin

 

"Nicht der oft gescholtene > Raubtier-Kapitalismus < , sondern der katholische Weltbild-Verlag steht vor der Pleite. Mehr als 6.800 Mitarbeitern droht die Entlassung. Papst Franziskus fragte nach seiner Amtsübernahme, wofür der Vatikan eine Bank brauche. Ich frage: Wofür brauchen die katholischen Bistümer einen Verlagskonzern, der nicht nur erwartbar Frommes, sondern auch Erotik verkauft? "

Peter Hahne in der "Bild am Sonntag" zum umstrittenen Weltbild-Konzern in Augsburg

 

"Weltweit hoffen Millionen Christen auf die Wiedergeburt des Messias - dabei ist er längst da! Das glaubt zumindest der Brasilianer Alvaro Theiss (66). Seit 1979 nennt er sich Inri Christo und behauptet: > Ich bin Jesus. <"

Dresdner Morgenpost 
(Das Boulevardblatt verwechselte Wiederkunft mit Wiedergeburt. Jesus Christus kommt nach biblischem Zeugnis am Ende aller Zeiten wieder.)

 

"Schlechtes Deutsch gefährdet die Gesundheit. Gut ausgebildete Ärzte verlassen Deutschland, weil sie hierzulande schlecht bezahlt werden ... Daher holen sich die Krankenhäuser billigere und genügsamere Ärzte aus dem Ausland. Diese sprechen dann jedoch oft nur schlechtes Deutsch ... Arbeiteten hier 2002 noch rund 13.000 ausländische Ärzte, waren es 2012 bereits über 32.000 ... In manchen Krankenhausabteilungen sind daher die deutschen Ärzte bereits in der Minderheit ... Selbst wenn die Zuwanderer einigermaßen die deutsche Sprache beherrschen, sind Wörter wie Hühnerauge, Schlüsselbein oder Hexenschuss für sie oft ein Buch mit sieben Siegeln. "

Kommentar der Deutschen Sprachwelt (Erlangen)

 

Das Wort zum neuen Jahr aus IDEA Spektrum Nr. 1/2 vom 8. Januar 2014

"Noch nie gab es so viele Möglichkeiten, das Leben zu genießen, noch nie war die soziale Sicherheit so groß - auch wenn Gefahren und Risiken lauern, die diesen Wohlstand bedrohen. Klar ist es wichtig, diese Schwachstellen zu analysieren und aufzuzeigen. Trotzdem ist die Neigung in Politik, Gesellschaft und Medien fatal, aus jedem Problem eine existenzielle Bedrohung zu machen. Führt es doch dazu, dass Menschen den Glauben an eine gute Zukunft verlieren."

Die "Salzburger Nachrichten" in einem Kommentar zur Jahreswende

 

"Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs jährt sich 2014 zum 100., der des Zweiten Weltkriegs zum 75., der Fall der Mauer zum 25. Mal. Drei zentrale Daten, die daran gemahnen sollten, dass das Schicksal des Landes in den vergangenen Jahrzehnten auch anders hätte verlaufen können. Ebenso geben die Stichtage zu bedenken, dass Frieden und Freiheit nicht für alle Zeit bestehen müssen. Beides zu bewahren gelingt nur, wenn die Deutschen die Erinnerung wachhalten und gegenläufige Tendenzen bekämpfen."

Osnabrücker Zeitung

 

"Gegen Rechtsextremismus gibt es zu Recht einen geschlossenen Widerstand. Linksextremisten hingegen nennen wir Alternative, Aktivisten, Autonome, und der Staat reagiert mit Gesprächsbereitschaft und Deeskalation. In Wahrheit sind beide Verbrecher. Sie müssen konsequent verfolgt, bekämpft und bestraft werden."

Die Kieler Nachrichten zu den linksradikalen Krawallen am Jahresende in Hamburg

 

"Wenn eine Hamburgerin im Kölner Dom demonstriert, dann betrifft mich das natürlich. Ich lade die junge Frau gerne ein zu einem Gespräch über ihr Verhältnis zur Kirche und zur Gesellschaft. Sie sollte aber bekleidet sein."

Der Hamburger (katholische) Erzbischof Werner Thissen zum Protest eines Hamburger Mitglieds der feministischen Bewegung "Femen" im Kölner Dom am Weihnachtsfeiertag. Sie war während des Gottesdienstes auf den Altar gesprungen und entblößte ihren Oberkörper.

 

"Lange galt der Grundsatz: Ein Doktortitel befördert die Karriere und zahlt sich aus. Doch nicht nur diverse Plagiatsaffären haben am Image der akademischen Würde gekratzt. Der BASF-Konzern will nun auf Titel verzichten. In einigen Ländern ist das längst Alltag, in anderen unvorstellbar."

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter der Überschrift: "Der 'Herr Dr.' hat bald ausgedient". Er sei auch kein Bestandteil des Namens.

 

"Es gibt eine regelrechte Verfolgungsindustrie, die den 'Kampf gegen Rechts' und den Kampf gegen Rechtsradikalismus und den Kampf gegen Rassismus und so weiter führt und diesen permanent in der 'Mitte der Gesellschaft', also vor allem auch bei CSU, CDU und FDP und natürlich der neuen AfD wittert und staatlich alimentiert heldenmütig bekämpft. Und dieser spezielle 'Lagerkampf', den nur ausgewiesene Linke gegen imaginäre Konservative führen, wäre kein Lagerkampf? Rechts und Links gibt es nicht mehr? Die Linken feixen sich eins."

Bettina Röhl, Publizistin, in ihrer Kolumne bei "Wirtschaftswoche Online" am 10. Dezember 2013

 

"Das Land bekommt nun, was es sich wünscht: eine sozialdemokratische Regierung unter Merkels Führung. Die Anhänger des Fürsorgestaates können sich glücklich schätzen.Wer den Gedanken von Eigenverantwortung und Freiheit für richtig hält, wird von der schwarz-roten Politik dagegen nicht bedient. Ob das dem Land dauerhaft guttut, wird im wesentlichen davon abhängen, ob die Wirtschaft trotz Schwarz-Rot robust genug ist, die Konjunktur auf heutigem Niveau zu halten. "Eine große Koalition ist eine Koalition für große Aufgaben", sagt Merkel. Wirklich? Die beiden Vorläufermodelle bestätigen diese These nicht."

Martina Fietz, Korrespondentin, auf "Focus Online" am 18. Dezember 2013

 

"Um die Umwelt kümmern sich auch andere, aber eine Antwort auf die Frage, wie es denn aussieht mit Himmel und Hölle, die kann nur die Kirche geben. Die katholische Kirche scheint gegen diesen Trend der Selbstverharmlosung deutlich immuner zu sein. (...) Ich bin 2005 aus der Kirche ausgetreten, nicht aus Kirchenfeindschaft, sondern weil ich zu dem Schluß gekommen war, daß ich bei einer Vorfeldorganisation der Grünen nicht mehr richtig am Platz bin. (...) Einerseits kritisiert die Kirche ständig die Regierenden, zugleich läßt sie sich von ihnen über die Finanzämter das Geld eintreiben - das paßt für mich nicht zusammen.?

Jan Fleischhauer, "Spiegel"-Journalist, in "idea Spektrum" vom 18. Dezember 2013

 

"Olympische Spiele, finden sie einmal statt, sind Hochämter des Sports, Leistungsschauen der Athletik, Wettkämpfe der Nationen. Wer ihnen wortlos fernbleibt, sollte seine Kinderstube neu möblieren. Sonst ist er nur ein Barbar mit besten Absichten."

Alexander Kissler, Publizist, bei "Cicero Online" am 18. Dezember 2013

 

"Wulffs Missetaten waren längst nicht so gravierend, wie sie zeitweilig dargestellt wurden. (...) Die moralintriefende Aufregung darüber war jedoch maßlos übertrieben. (...)Geben wir es zu: Diese Pseudoaufklärung diente auch als Ersatzbefriedigung für Medienmacher und Konsumenten, denen wirklich wichtige Themen wie die Eurokrise zu kompliziert und anstrengend sind. Jetzt wäre wieder Zeit dafür. "

Lukas Wallraff, Redakteur, in der "taz" vom 20. Dezember 2013

 

"Die Koalitionsverhandlungen dauerten bis in die letzte Novemberwoche, eine gute Zeit für Deutschland, weil die Beteiligten keine Zeit zum Regieren hatten, während sie die Macht unter sich aufteilten. Die in Berlin tagende Versammlung von mehr als 70 Berufspolitikern hatte Größe und Charme eines Ministerrats der verblichenen Sowjetunion. (...) Im Koalitionsvertrag verspricht die Einheitspartei dem Volk alle möglichen sozialen Wohltaten und den totalen Mutti-Staat. Der wird sich um alles kümmern, sogar um den 'Schutz der Menschen vor Erkältung'. Ein richtiges Wellnessprogramm, viel besser als das Grundgesetz. Das gefällt den Deutschen."

Bruno Bandulet, Journalist und Autor, in "eigentümlich frei", Ausgabe Januar/Februar 2014

 

"Die Generation von Kohl oder Adenauer hatte einen Traum von Europa. Die junge Generation kennt die Wirklichkeit, und die ist weniger schön als der Traum. (...) Die Deutschen müssen sich daran gewöhnen, daß eine Führungsmacht immer kritisiert wird. Deutschland ist die bestimmende Macht in der Euro-Zone geworden. Und es muß mit dieser Verantwortung klarkommen."

Timothy Garton Ash, Historiker, im "Spiegel" vom 16. Dezember 2013

 

"Seit fast 50 Jahren war keine Regierung im Bundestag und Bundesrat mit so viel Macht und mit solch erdrückender Mehrheit ausgestattet wie diese Große Koalition. Noch nie gab es einen Bundestag, in dem die Opposition ganz ohne bürgerliche Stimmen auskommen mußte. Dieses Parlament ist zu schwach. Seine Opposition zu klein. Und zu links. Das ist nicht gut für Deutschland!"

Kai Diekmann, Chefredakteur und Herausgeber, in der "Bild" vom 17. Dezember 2013

 

"Ich war nicht naiv in dem Sinne, daß ich nach Kabul fahre und den Truppen sage, was hier passiert, ist alles schlecht. Ich hätte auch damals gar nicht sagen können, daß der Afghanistan-Einsatz nur schlecht war. Daß er gescheitert ist, kann man heute sagen. (...) Der Einsatz Deutschlands war also ein Versuch, sich zu verhalten mit dem Risiko, eventuell einen Fehler zu machen."

Clemens Schick, Schauspieler, in "L'Officiel Hommes", Ausgabe Winter 2013

 

"Präsident Ronald Reagan nannte einst das alte Sowjetimperium 'das Zentrum des Bösen in der modernen Welt'. Präsident Putin legt nahe, daß Barack Obamas Amerika diesen Titel im 21. Jahrhundert für sich beanspruchen könnte."

Patrick Buchanan, ehemaliger US-Politiker und Publizist, in seinem Internet-Blog am 17. Dezember 2013

 

"Weihnachten ist eine schöne Zeit. Wir sind sehr stolz darauf, daß sich die Geburt Jesu Christi vor rund 2.000 Jahren bei uns zugetragen hat. Bethlehem ist eine palästinensische Stadt. Jedes Jahr hoffen wir erneut, und auch ich wünsche mir von ganzem Herzen, daß endlich Frieden ins Heilige Land einkehrt, daß in den aktuellen Friedensverhandlungen ein Wunder wie damals geschieht - und eine Vereinbarung entsteht, die für beide Seiten akzeptabel ist."

Khouloud Daibes, Botschafterin Palästinas in Deutschland, in der "Braunschweiger Zeitung" vom 17. Dezember 2013

 

"Politische Korrektheit wird gern belächelt und getadelt, doch sie greift längst weit um sich. Sie wird auch von Interessenvertretern ausgelebt, die sich kein wichtiges Anliegen wie die Erhaltung des kulturellen Friedens auf die Fahne schreiben. Ein ernsthaftes Argument gegen politische Korrektheit (und ein besseres als die Beobachtung, daß politische Korrektheit langweilig oder bieder sei) ist der Gegenvorschlag, der Hebel sei spät anzusetzen, dort wo es nötig ist, und man solle alle Unreinheiten und geschmacklichen Verstöße tolerant zuzulassen, solange sie unter diesem Radar segeln. Auf diese Weise verarbeitet eine Gesellschaft in einem akzeptablen Bereich ihre Konflikte, ohne daß es definierte Verlierer und Gewinner gibt ? das ist besser als wenn über heikle Themen geschwiegen werden muß. So verhält es sich ja typischerweise mit den Freiheiten der anderen: Man erträgt allerlei Unfug und Unsinn, darf aber kritisieren und kommunizieren."

Philip Kübler, Medienjurist, in der Schweizer "Medienwoche" vom 23. Januar 2014

 

"Man sollte die Ideen wiederbeleben, die von der EU und Rußland zu Beginn des 21. Jahrhunderts entwickelt wurden - vier Räume; Europa wie ein gemeinsamer freier Wirtschafts- und Handelsraum. Sobald die Europäische Union und Rußland bzw. die Europäische Union und die Eurasische Union eine gemeinsame Wirtschaftszone bilden, in der auch Sicherheitsfragen berücksichtigt werden, verschwindet die Frage nach der Zugehörigkeit der Ukraine. Die Ukraine wird sich im Zentrum befinden, in dem beide Teile des Landes zufrieden sind. Ich denke, sowohl die Europäer als auch Rußland sollten danach streben."

Alexander Rahr, Forschungsdirektor des Deutsch-Russischen Forums, in der Onlineausgabe der "RIA-Novosti" am 24. Januar 2014

 

"Eine brutalisierte Wortwahl hat noch nie das Bewußtsein der Menschen verändert."

Alexander Gauland, Publizist und stellvertretender Sprecher der AfD, in der "FAZ" vom 24. Januar 2014

 

"Germany, I love you. Manchmal machen wir uns lustig über den deutschen Ordnungswahn. Ich bin aber ein großer Fan von Mülltrennung, Spargelzeit, Samstagsmärkten, dem 'Wort zum Sonntag', cl-Markierung an meinem Bierglas, ordentlichen Mitgliederversammlungen, Zwischenbilanzen, Volksmusik nur samstags, Ruhezonen im ICE, Nummernziehen im Warteraum (...) und 30 Sorten Brot. Und nun willst du kalifornische Coolness herbeizaubern, deinen Bart wachsen lassen und offen sein für jeden, der kommt. Aber bist du wirklich bereit? Egal wer kommt (und nicht fliegt): I love you just the way you are."

Clark Parsons, Managing Director, in der "Welt" vom 26. Januar 2014

 

"Jeder von uns will einzigartig sein, etwas ganz Besonderes. Individualität als Massenphänomen. Alle sind gegen Atomkraft und Gentechnik, finden Frauenquoten, Mindestlöhne und Helmut Schmidt super, Banker und Topmanager dagegen doof. Konsens, wohin man schaut. Ein fades, nonkonformistisches Einerlei."

Vince Ebert, Physiker und Kabarettist, im "Tagesspiegel" vom 27. Januar 2014

 

"Die Vorstellung, daß eine nationale Regierung keinen Unterschied zwischen ihren eigenen Bürgern und jenen aus anderen EU-Staaten machen soll, ist aus Brüsseler Sicht wesentlich. In großen Teilen der EU scheint es aber immer noch selbstverständlich zu sein, ein bißchen mehr Solidarität mit den eigenen Staatsbürgern als mit anderen Europäern zu empfinden. (...) Änderungen bei den Sozialhilfe-Regelungen, die Ländern mehr Spielraum verschafften, ihre eigenen Bürger zu bevorzugen, würden es leichter machen, sich beim Ringen um das wichtigere Prinzip der offenen Grenzen durchzusetzen. Warum also nicht?"

Gideon Rachman, Chefkolumnist, in der "Financial Times" vom 15. Januar 2014

 

"Denn Freiheit in der Gesellschaft und Freiheit in der Wirtschaft gehören zusammen. Wer eine freiheitliche Gesellschaft möchte, möge sich einsetzen für Markt und Wettbewerb und gegen zuviel Macht in den Händen weniger. (...) Auch gut gemeinte Eingriffe des Staates können dazu führen, daß Menschen auf Dauer aus- statt eingeschlossen werden."

Joachim Gauck, Bundespräsident, in seiner Rede vor dem Walter-Eucken-Institut am 16. Januar 2014

 

"?Gauck hat unrecht. Freiheit ist nicht per se gut; es kommt darauf an, wozu sie genutzt wird."

Heribert Prantl, Mitglied der Chefredaktion, in der "Süddeutschen Zeitung" vom 17. Januar 2014

 

"Wenn es um Leben und Schöpfung geht, sollten sich unsere Politiker nicht wegducken oder hinter einer Fraktionsdisziplin verstecken dürfen. Ein Staat und eine Gesellschaft müssen auf der Grundlage ihrer gemeinsamen Werte definieren, was gutes und schlechtes Handeln ist. Das ist wichtiger als all der andere Kram, mit dem sich unsere Parlamente Tag für Tag beschäftigen."

Klaus Kelle, Kolumnist, in der "Rheinischen Post" vom 17. Januar 2014

 

"Parteien sorgen bis hinauf in ihre Führungen für den Eindruck, man stehe im harten Gefecht mit dem Koalitionspartner. Als Mitglieder und Programme der Parteien ideologisch noch hoch aufgeladen waren, als sich Lebensvorstellungen hart gegenüberstanden, als die Welt noch bis hinein ins letzte Dorf in links und rechts geteilt war und die Bundestagsabgeordneten noch Alfred Dregger oder Herbert Wehner hießen, da bedurfte es nicht der ständigen Inszenierung. Da waren die Lager noch Lager, und die anderen waren die anderen."

Eckart Lohse, Korrespondent, in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" vom 19. Januar 2014

 

"Ein schönes Wort ist es einmal gewesen, das Wort Respekt, ehe es zum Megafon für Halbstarke verkam. Respekt wird heute eingeklagt für diese oder jene Besonderheit, als verdiente alles, was existiert, den Beifall der Gesellschaft. Gemeint ist in der Regel Akzeptanz, stattdessen sagt man Respekt und will also Zustimmung, Lob, Wertschätzung für allen Eigensinn und alle Rücksichtslosigkeit. Bald wird der Handtaschendieb Respekt von seinem Opfer verlangen, der Beleidiger vom Beleidigten."

Alexander Kissler, Ressortleiter, bei "Cicero Online" am 21. Januar 2014

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 50 vom 11. Dezember 2013

"Wir sind geboren worden, um den Glanz Gottes, 
der in uns ist, zu zeigen." 

Der am 5. Dezember verstorbene ehemalige Präsident Südafrikas, der Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela, in seiner Antrittsrede als Präsident im Jahr 1994. Mandela besuchte eine methodistische Missionsschule und gehörte der methodistischen Kirche an.

 

"Einzelne bekommen (in Belgien) das Gefühl, sich rechtfertigen zu müssen, wenn sie die angebotene Sterbehilfe nicht in Anspruch nehmen und weiter leben wollen. Soll dieses Schicksal künftig auch Kindern blühen? [...] Wer die aktive Tötung der Schwächsten erlaubt, wird bald auch vor der Frage stehen, was mit Behinderten oder Dementen ist. Und mit Babys, die mit einer Missbildung auf die Welt kommen. Wollen wir sie alle von ihrem Leiden > befreien < ? Wäre eine solche Gesellschaft noch lebenswert? <

"Die Zeit" zum Vorhaben des belgischen Parlaments, aktive Sterbehilfe bei 
Minderjährigen zu erlauben

 

"Ich glaube, dass es Kräfte zwischen Himmel und Erde gibt. Keiner weiß, was nach dem Tod ist. Mein Gefühl sagt, dass es da etwas gibt. Vielleicht lernt meine Mutter gerade Harald Juhnke im Himmel kennen."

Die Schauspielerin Katrin Sass (57, "Good Bye Lenin", "Weissensee" u. a.) zum Tod ihrer Mutter (92) in der "Bild am Sonntag"

 

"Ich habe Mühe, den Arabischen Frühling überhaupt so zu nennen. Meines Erachtens ist daraus weithin ein islamistischer Herbst geworden. Trotz allem: Der Dialog ist jetzt erst recht nötig. Vor allem brauchen die Menschen aber unsere Unterstützung. "

Der Präsident des päpstlichen Einheitsrates, Kardinal Kurt Koch

 

"Die Pläne der neuen Regierung zeigen: Den Christdemokraten ist nicht nur eine ganze Ideenwelt abhandengekommen, sondern auch eine eigene Sprache. Selbst bei der CDU ist jetzt von > Willkommenskultur < und > Diversity < die Rede. Und: Schluss mit der Transphobie: > Wir verurteilen Homophobie und Transphobie und werden entschieden dagegen vorgehen < , verspricht die neue Regierung. Ich musste erst nachschlagen, was Transphobie ist. > Viele Formen von Transidentität stellen die herrschende Zwei-Geschlechter-Ordnung infrage < , las ich dazu bei Wikipedia. > Darauf reagieren Menschen oft mit Abwehr. < Keine Ahnung, was man dagegen tun kann ... Trotzdem steht der Kampf gegen die Transphobie jetzt im Koalitionsvertrag gleich neben dem Bekenntnis zur > Regenbogenfamilie <. "

Jan Fleischhauer auf "Spiegel-Online"

 

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 49 vom 27. November 2013

"Die Freude des Evangeliums erfüllt das Herz und das gesamte Leben derer, die 
Jesus begegnen. Diejenigen, die sich von ihm retten lassen, sind befreit von der Sünde, von der Traurigkeit, von der inneren Leere und von der Vereinsamung. 
Mit Jesus Christus kommt immer - und immer wieder - die Freude."

Damit beginnt das Lehrschreiben von Papst Franziskus, das am 27. November unter dem Titel "Freude des Evangeliums" erschienen ist.

 

"Vor der Bundestagswahl verhießen CDU und CSU mit starken Worten starke Taten für Familien: Ergänzung des Ehegattensplittings durch ein Familiensplitting, Anhebung des steuerlichen Kinderfreibetrags auf das Niveau eines Erwachsenen, dazu die Erhöhung von Kindergeld und Kinderzuschlag für einkommensschwache Familien. Im Regierungsprogramm findet sich nicht eine dieser Ankündigungen wieder. In Wahrheit ist das Regierungsprogramm eine familienpolitische Bankrotterklärung der Union. "

"Frankfurter Allgemeine Zeitung"

 

"Im Ergebnis trägt der schwarz-rote Koalitionsvertrag eine erstaunlich starke klassisch sozialdemokratische Prägung. Das politische Pendel schlägt zurück. (...) Gut möglich, dass diese Große Koalition vorzeitig zerbricht. Denn beide Seiten haben sich neue Optionen geöffnet: die SPD durch die Öffnungen zur Linkspartei, die Union zu den Grünen. Irgendwann werden sie danach greifen. "

"Zeit Online" unter der Überschrift "Die Republik rückt nach links"

 

"Und nun die Notizen aus 
der Provinz - heute aus Leer, 
Braunschweig und Rom."

Der hannoversche Landesbischof 
Ralf Meister in seinem Bericht vor 
der Landessynode in Hannover

 

" Ehrenmorde, Zwangsheiraten, Skandal-Urteile muslimischer Friedensrichter - wann immer so etwas in Deutschland passiert, warnen Politiker vor Parallelgesellschaften. Wie ehrlich diese Klagen sind, kann man nun sehen. Denn die SPD fordert die doppelte Staatsbürgerschaft, und die CDU ist eingeknickt. Loyalität zu diesem Land wird von Migranten nicht mehr gefordert; es genügt, sich zu 50 % zu Deutschland zu bekennen. Hiesige soziale Vorteile nimmt man mit, den Nachteilen der anderen Heimat, z. B. der Wehrpflicht, kann man entgehen."

Der stellvertretende Chefredakteur der "Bild am Sonntag", Nicolaus Fest

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 50 vom 11. Dezember 2013

"Wir sind geboren worden, um den Glanz Gottes, 
der in uns ist, zu zeigen." 

Der am 5. Dezember verstorbene ehemalige Präsident Südafrikas, der Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela, in seiner Antrittsrede als Präsident im Jahr 1994. Mandela besuchte eine methodistische Missionsschule und gehörte der methodistischen Kirche an.

 

"Einzelne bekommen (in Belgien) das Gefühl, sich rechtfertigen zu müssen, wenn sie die angebotene Sterbehilfe nicht in Anspruch nehmen und weiter leben wollen. Soll dieses Schicksal künftig auch Kindern blühen? [...] Wer die aktive Tötung der Schwächsten erlaubt, wird bald auch vor der Frage stehen, was mit Behinderten oder Dementen ist. Und mit Babys, die mit einer Missbildung auf die Welt kommen. Wollen wir sie alle von ihrem Leiden > befreien < ? Wäre eine solche Gesellschaft noch lebenswert? <

"Die Zeit" zum Vorhaben des belgischen Parlaments, aktive Sterbehilfe bei 
Minderjährigen zu erlauben

 

"Ich glaube, dass es Kräfte zwischen Himmel und Erde gibt. Keiner weiß, was nach dem Tod ist. Mein Gefühl sagt, dass es da etwas gibt. Vielleicht lernt meine Mutter gerade Harald Juhnke im Himmel kennen."

Die Schauspielerin Katrin Sass (57, "Good Bye Lenin", "Weissensee" u. a.) zum Tod ihrer Mutter (92) in der "Bild am Sonntag"

 

"Ich habe Mühe, den Arabischen Frühling überhaupt so zu nennen. Meines Erachtens ist daraus weithin ein islamistischer Herbst geworden. Trotz allem: Der Dialog ist jetzt erst recht nötig. Vor allem brauchen die Menschen aber unsere Unterstützung. "

Der Präsident des päpstlichen Einheitsrates, Kardinal Kurt Koch

 

"Die Pläne der neuen Regierung zeigen: Den Christdemokraten ist nicht nur eine ganze Ideenwelt abhandengekommen, sondern auch eine eigene Sprache. Selbst bei der CDU ist jetzt von > Willkommenskultur < und > Diversity < die Rede. Und: Schluss mit der Transphobie: > Wir verurteilen Homophobie und Transphobie und werden entschieden dagegen vorgehen < , verspricht die neue Regierung. Ich musste erst nachschlagen, was Transphobie ist. > Viele Formen von Transidentität stellen die herrschende Zwei-Geschlechter-Ordnung infrage < , las ich dazu bei Wikipedia. > Darauf reagieren Menschen oft mit Abwehr. < Keine Ahnung, was man dagegen tun kann ... Trotzdem steht der Kampf gegen die Transphobie jetzt im Koalitionsvertrag gleich neben dem Bekenntnis zur > Regenbogenfamilie <. "

Jan Fleischhauer auf "Spiegel-Online"

 

"In mehrfacher Kompaniestärke haben Parteigremien, die ein bißchen an sowjetische Kabinette erinnerten, die neue Koalition auf den Weg gebracht. Auch wenn das formal erlaubt war, so war es doch auch ein weiterer Schritt in eine gefährliche Richtung: in die der Verlagerung politischer Entscheidungen aus dem Parlament heraus."

Thomas Schmid, Herausgeber, in der "Welt" vom 29. November 2013

 

"Es gibt Phänomene, bei denen man mit guten Gründen unterschiedlicher Überzeugung sein kann. Diese Überzeugungen müssen thematisiert und erläutert werden. Ich weiß, daß Merkel die Bilder aus Fukushima entsetzten, aber letztlich nicht, warum sie für den Atomausstieg war. Ich weiß nicht, warum sie beim NSA-Skandal erst reagiert hat, als bekannt wurde, daß auch ihr Handy abgehört wird. Sie ist eine Kanzlerin des Schweigens - ein Politikstil, der öffentliche Lähmung nach sich zieht."

Carolin Emcke, Publizistin, im "Tagesspiegel" vom 28. November 2013

 

"Die außerparlamentarische Zukunft freiheitlicher demokratischer Politik könnte wie ein Elektroschock auf den deutschen Liberalismus wirken: potentiell tödlich, aber eventuell auch lebensrettend. Politisches Freiheitsdenken kann heute eigentlich nur außerparlamentarisch entstehen, denn es muß als Gegenentwurf zum herrschenden Zeitgeist neu gedacht werden. Dieser Zeitgeist zeichnet sich durch ein tiefsitzendes Mißtrauen gegenüber den Menschen, ihren Fähigkeiten, Absichten und Potentialen aus."

Matthias Heitmann, Autor, bei "Cicero Online" am 29. November 2013

 

"Europa, das mit Demokratie wirbt, hat sich ein Parlament geschaffen, das den Parlamenten und Volkskammern der von ihm an den Pranger gestellten Diktaturen frappierend ähnelt - ein Parlament, das keine Regierung wählt und niemanden kontrolliert, dafür aber gleich zwei Dienstsitze hat."

Josef Girshovich, Journalist und Schriftsteller, im "Merkur", Heft 12, Dezember 2013

 

"Kein Wort steht im päpstlichen Sendschreiben davon, daß heute in der Welt grob gerundet eine Milliarde Menschen weniger unter extrem unmenschlichen Bedingungen von Hunger und Krankheit leben als vor zwanzig Jahren. (...)Weil Papst Franziskus die theologisch begründeten Ressentiments des Christentums gegenüber den Reichen teilt, hat er den Armen nur Barmherzigkeit und Almosen anzubieten. (...) Daß es zur Überwindung der Armut Marktwirtschaft und Kapitalismus braucht, kann dieser Papst nicht sehen."

Rainer Hank, Wirtschaftsredakteur, in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" vom 1. Dezember 2013

 

"Es ist grotesk: Wenn in Deutschland fast eine Mehrheit der Wähler eine bürgerliche Politik wünscht - und danach eine sozialdemokratisch geprägte Regierung erhält, dann kann man sich fragen, wozu überhaupt noch wählen? Der Kaiser hätte ein solches Regierungsprogramm seinerzeit rascher und kostengünstiger verabschiedet."

Markus Somm, Schweizer Journalist, bei "Welt Online" am 2. Dezember 2013

 

Das Wort zum neuen Jahr aus IDEA Spektrum Nr. 51/52 vom 18. Dezember 2013

"Gott nahe zu sein ist mein Glück."

Die Jahreslosung für 2014 (offiziell nach der Einheitsübersetzung aus Psalm 73,28)

 

"Das Evangelium ist nicht immer bequem, auch nicht für mich. Ich rede, wo es sein muss, sei es gelegen oder ungelegen. Es geht um die Botschaft, nicht um den Boten."

Joachim Kardinal Meisner (Köln), der am 
25. Dezember 80 Jahre alt wird.

 

"Wenn du nicht gut bist, frisst Jeff dich und spuckt dich aus. Und wenn du gut bist, dann springt er dir auf den Rücken und reitet dich zuschanden."

Ein Zitat über Amazon-Chef Jeff Bezos in der jüngsten Titelgeschichte des "Stern": "Die Wahrheit über Amazon.de". Der US-Internethändler machte 2012 fast 6,5 Milliarden Euro Umsatz in Deutschland, zahlt aber kaum Steuern, weil er in Europa seine Geschäfte über Luxemburg laufen lässt. Amazon steht derzeit schwer in der Kritik, weil er Mitarbeiter ausbeuten soll.

 

"Wenn ich in wenigen Jahren mein Studium abschließe, wird auch die evangelische Kirche am Ende sein ... [Es] ziehen noch nicht einmal die Privilegien, mit denen wir zukünftigen Pastorinnen und Pastoren bisher geködert werden: Gehälter ab A 12 aufwärts, lebenslange Versorgung, Pfarrhaus, üppige Pensionsansprüche. Allerdings winken dafür etwa 12.000 Gemeindeglieder und 6 bis 10 Beerdigungen pro Woche. Meine Zukunft als Pastor wird sich in erster Linie auf dem Friedhof abspielen."

Der Student der evangelischen Theologie, Hannes Leitlein (Wuppertal), in der "Zeit" -Beilage "Christ & Welt".

 

"Als Deutscher ohne Migrationshintergrund bin ich arm dran. Ich darf nur einmal wählen und zwar hier in Deutschland. Warum? Weil ich nur einen Pass habe, einen deutschen. Die Große Koalition will jetzt auch allen seit 1990 bei uns geborenen Kindern türkischer Eltern das Doppel-Stimmrecht schenken - zur Stimmabgabe hier wie in der Türkei. Dagegen darf ich als einfacher Deutscher die Zukunft des Euros und Europas nur einmal mit dem Stimmzettel beeinflussen. Es sind eben doch nicht alle gleich! ... Wir haben ein Zwei-Klassen-Wahlrecht: Privilegierte Migranten mit Doppelpass können in zwei Ländern die Politik beeinflussen: Zwei Pässe = zwei Stimmen = zweifacher Einfluss. Einfache Deutsche wie ich, die keinen Migrationshintergrund vorweisen können, haben dagegen nur eine Stimme. Mit echter Demokratie hat das nichts zu tun. Das muss doch mal gesagt werden."

Der ehemalige Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Hugo Müller-Vogg, in "Bild"

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 48 vom 27. November 2013

"Der Mensch ist ein Sünder: Er lügt und ist feige, schlägt, stiehlt, mordet gar. Gott gefällt das nicht ? Der Gläubige muss seine böse Tat bereuen und bekennen ? und dann, um zu zeigen, dass er es ernst meint, büßen, etwas tun also ? Das Ablasswesen brachte die Buße in Verruf und rief den Reformator Martin Luther auf den Plan, doch auch er schaffte die Buße nicht ab: Der Mensch, zerrissen zwischen Gut und Böse, müsse sich immer wieder Gott neu zuwenden. So wurde der Buß- und Bettag ein evangelischer Feiertag."

Kommentar in der Süddeutschen Zeitung (München)

 

"Jesus Christus hat viele, die sich für Gläubige hielten, hart attackiert. Er hat sie der Heuchelei geziehen. Oder hat ihnen vorgeworfen, dass sie die Religion zu politischen Zwecken benutzen. Für uns sind jene Gläubigen nah, die über ihren Glauben nachdenken. Und jene Ungläubigen sind uns nah, die über Glauben und Unglauben nachdenken und die auf der Suche sind, die ihre Wahrheiten, ihre Einsichten hinterfragen ..."

Kardinal Ravasi, der "Kulturminister" des Papstes, in der Tageszeitung "Die Welt"

 

"Junge Juden, israelische Touristen und an ihrer Kleidung erkennbare orthodoxe Juden prägen seit neuestem unser Stadtbild."

Der Berliner Bischof Markus Dröge in der Boulevardzeitung ?BZ?. In der Hauptstadt leben inzwischen rund 20.000 Israelis.

 

"Das ist der Tag, den der Herr gemacht hat."

Der frühere Strauß-Intimus und Chefredakteur des Bayernkuriers, Wilfried Scharnagl, zu Peter Gauweiler, nachdem der konservative Protestant am 22. November zum stellvertretenden CSU-Vorsitzenden gewählt worden war.

 

"Gott wird irgendwann Schluss machen, aber bis dahin will ich arbeiten. "

Der Meister des Horrors - Stephen King 
(66) - in der Süddeutschen Zeitung. Der 
56. Gruselroman des Bestsellerautors - "Doctor Sleep" - ist gerade erschienen.

 

"Die Kirchen können helfen, wo sonst niemand hilft. Warum? Weil ihre Gemeinden verlässlich spenden. Und weil sie politische Grenzen leichter überwinden als ein Staat ... Die kirchlichen Hilfswerke sammeln Geld und spielen ihren Vorteil aus: Überall auf der Welt gibt es christliche Gemeinden, die selbst helfen oder eine Organisation kennen, die in einer Krise Hilfsgüter so verteilen kann, dass der Aufwand für Korruption erträglich bleibt. Deshalb auch gibt das Entwicklungshilfeministerium den Kirchen jedes Jahr um die 220 Millionen Euro. Es gibt sie gern, denn der Staat müsste mit Staaten kooperieren. Da würde viel Geld versickern."

Die Wochenzeitung "Die Zeit" (Hamburg)

 

"Luthers Erben biedern sich mit einer zahnlosen Ethik an, die vom Felsen-Fundament 'sola scriptura' (allein die Heilige Schrift) eine sandige Wanderdüne der Beliebigkeit übrigläßt. Ohne Sünde keine Sühne, ohne Gericht keine Gnade. So droht denn auch das Lutherjubiläum 2017 zu einem peinlichen Etikettenschwindel zu pervertieren. Der Gott der Zehn Gebote wird zu einem Wohlfühl-Jesus degradiert, der 'fünf gerade sein' läßt."

Peter Hahne, Fernsehjournalist, in "idea Spektrum" vom 13. November 2013

 

"Die Mehrheit der Deutschen will eine sozialdemokratische Politik, wählte aber trotzdem Merkel, weil sie souverän und gelassen alles im Griff zu haben behauptet. Der Wähler hat 'keine Experimente' gewählt, er klammert sich an den Erhalt des Status quo und hat Furcht vor dem sozialdemokratischen Wandel, den er aber grundsätzlich befürwortet."

Nils Heisterhagen, Politikwissenschaftler, bei "Cicero Online" am 14. November 2013

 

"Vorne spielen die Künstler. Hinten stehen die Realisten, die vielleicht - hoffentlich - besser aufgestellt sind für das, was nach dem Fußball kommt."

Christoph Metzelder, Ex-Nationalspieler, in der "Zeit" vom 14. November 2013

 

"Muß der Staat die umfassende Bildungsverantwortung für jeden und jede anstreben - von der Wiege bis in den Ruhestand? Dies wäre der falsche Weg. Der Staat kann richtiges und gutes Leben nicht vollständig durchorganisieren. Er könnte es nicht, weil es ihn überfordern würde und weil es 'das richtige und gute Leben' so gar nicht gibt. (...) Was wirklich nottut, ist eine Kultur des Anerkennens und der Ermutigung für die Ernsthaftigkeit, mit der Familie in unserem Land in vielfältigster Weise gelebt wird. Eltern verzichten auf vieles, oft lebenslang. Dafür reklamieren sie, auf ihr Kind und seine Lebenschancen Einfluß zu nehmen."

Bettina Wiesmann, hessische Landtagsabgeordnete (CDU), in der "FAZ" vom 14. November 2013

 

"Es existieren offensichtlich zwei Staatsgewalten in Deutschland: erstens die deutsche, und zwar in der Gestalt, die ihr die EU- und andere Verträge gegeben haben; daneben zweitens die US-amerikanische, in nicht genau bekannter Form. Mit zwei nebeneinander existierenden Macht- und Herrschaftssystemen gibt es freilich in Deutschland reiche Erfahrungen: Jahrhundertelang waren das zuerst Kaiser und Papst, dann Staat und Kirche."

Heribert Prantl, Mitglied der Chefredaktion, in der "Süddeutschen Zeitung" vom 18. November 2013

 

"Die Koalitionsverhandlungen erinnern mich an Weihnachten: Jeder schreibt jetzt seinen Wunschzettel. Am Ende entscheidet das Christkind, welche Geschenke es bringt - und welche nicht. In einer Regierung kommt diese Aufgabe dem Finanzminister zu. Der wird darauf achten müssen, daß nicht alle Wünsche realisiert werden. (...) Deutschland bleibt nur erfolgreich, wenn die Regierung künftig mehr spart."

Hans-Werner Sinn, Leiter des ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, im "Focus" vom 18. November 2013

 

"Seit gestern ist klar, welche Banken der Kontrolle der Europäischen Zentralbank unterstehen. 124 Kreditinstitute will die Notenbank im Rahmen der Bankenunion beaufsichtigen - darunter auch die Hamburger Sparkasse. Franz Kafka hätte an dieser europäischen Absurdität seine helle Freude gehabt. Was mit Größenwahn an der Wall Street begann, bedeutet nun für die Sparkassen mehr Kontrolle. Das ist, als würde das sündige Treiben in einem thailändischen Freudenhaus im Kapuzinerkloster Altötting zu Stubenarrest führen."

Gabor Steingart, Herausgeber, in "Handelsblatt Morning-Briefing" vom 23. Oktober 2013

 

"Obama ist in seiner kühlen Distanziertheit nicht besonders stark in Diplomatie durch persönliche Beziehungen, aber niemand kommt einem vertrauenswürdigen Freund in Europa so nah wie Merkel. Sie gegen sich aufzubringen und den sensibelsten Nerv der vom Stasi-Staat gezeichneten Deutschen zu berühren grenzt an liederliche Stümperei, die Amerikas soft power dauerhaft schadet. Den Schwerpunkt nach Asien zu verlagern sollte nicht bedeuten, ganz Europa verärgert zurückzulassen. "

Roger Cohen, Kolumnist, in der "New York Times" vom 24. Oktober 2013

 

"Für die Linke ist der Staat gleichbedeutend mit dem Volk. (...) In der säkularisierten Gesellschaft, in der wir leben, steht für viele die Regierung nicht nur neben Gott. Die Regierung ist Gott."

Patrick Buchanan, ehemaliger US-Politiker und Publizist, in seinem Internet-Blog am 25. Oktober 2013

 

"Ich war auch als Schüler politisch konservativ, weil mich der linke Mainstream - Verzeihung - angekotzt hat und weil ich da nicht mitschwimmen wollte."

Kai Diekmann, "Bild"-Chef, im "Medium Magazin", Nr. 10-11/2013

 

"Nichts macht den Unterschied im Denken zwischen Deutschen und Amerikanern übrigens deutlicher als die Debatte um den Besitz von Schußwaffen. Allein der Gedanke, daß jemand, der überfallen wird, ernsthaft vorhaben könnte, sich zu wehren, erscheint uns vollkommen abwegig. Wir geben Räubern, was sie wollen, machen keine Scherereien, hoffen, daß es nicht so schlimm wird und die Versicherung später alles ersetzt. Menschen, die ein Recht für sich proklamieren, selbst Widerstand zu leisten, betrachten wir als Barbaren."

Klaus Kelle, Medienunternehmer, bei "Focus Online" am 28. Oktober 2013

 

"CDU und CSU werden sicherlich nicht tatenlos zusehen, wie die AfD in ihren politischen Gefilden wildert und sich zur politischen Alternative für konservative Wähler, die mit dem Kurs der Merkel-CDU unzufrieden sind, mausert. (...) Man darf also getrost davon ausgehen, daß im Konrad-Adenauer-Haus längst über zwei Fragen nachgedacht wird: Wie läßt sich die AfD als unseriös, gefährlich oder gar rechtsextrem diskreditieren und mit welchem Zuckerli können konservative Wähler von CDU und CSU zurückgewonnen werden?"

Christoph Seils, Ressortleiter, bei "Cicero Online" am 28. Oktober 2013

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 47 vom 20. November 2013

"Jesus kennt sich aus, ihm braucht man nichts zu erklären."

Der Vorstandsvorsitzende von ERF Medien, Jürgen Werth (Wetzlar), in seiner Festrede bei der Absolvierungsfeier der Freien Theologischen Hochschule in Gießen. Jesus ist - so Werth - nicht darauf angewiesen, ihm ausschweifend zu erklären, wie es der Welt und einem selbst gehe.

 

"Kirchliche Einrichtungen und Leistungen kommen keineswegs nur Mitgliedern der Kirche zugute. Die kirchlichen Krankenhäuser heilen den Menschen unabhängig vom Taufschein. Kirchliche Kindergärten sind nicht den Kirchenangehörigen vorbehalten. Und all die Dome, Münster und Klöster sind Teil unserer Kultur. Davon profitieren alle. Wir werden uns der Frage stellen müssen, ob die Gesellschaft reicher oder ärmer wird, wenn wir aus einer Kirche noch eine weitere Markthalle machen."

Der frühere Bundesverfassungsrichter Paul Kirchhof im Interview mit "Die Zeit".

 

"Die Demokratie der Bundesrepublik, alt und neu, ist ein Wunder. Dieselben Menschen, die im Dritten Reich (oder auch in der DDR) funktioniert hatten, bauten eine auch im internationalen und welthistorischen Maßstab zwar nicht paradiesische, doch fast mustergültige Demokratie auf und aus. "

Der jüdische Historiker Michael Wolffsohn in der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" über die Kontinuität im Wandel in der Geschichte Deutschlands.

 

"> Es ist genug für alle da! < - das stimmte ganz sicher in Bezug auf die Verpflegung auf unserer Synode, für die ich sehr dankbar war. Dennoch stand sie in einem beunruhigenden Missverhältnis zu dem Thema, mit dem wir uns befasst haben. "

Altbischof Johannes Friedrich in seiner Predigt im Schlussgottesdienst der EKD-Synode. Lutherisch ausgedrückt meinte Friedrich wohl: Es herrschte Völlerei

 

"Kinderstationen mit Behinderten, in denen ich als kleiner Junge häufig war, gibt es heute gar nicht mehr. Die eventuell Behinderten sind alle abgetrieben. Ich fände es aber schade, wenn es mich nicht gäbe. Wäre ich abgetrieben worden, könnte ich jetzt nicht vielen Kranken helfen ... Der Wert eines Menschen ist unabhängig von seinem körperlichen Zustand. Der Mensch ist mehr als eine bloße Kosten-Nutzen-Rechnung."

Der Psychologe Georg Fraberger im "Stern". Er hat weder Arme noch Beine.

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 46 vom 13. November 2013

"Es ändert sich etwas, wenn wir zu Gott beten."

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski (Düsseldorf), im Eröffnungsgottesdienst der EKD-Synode 
in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt. Die ZDF-Übertragung des Gottesdienstes hatte 780.000 Zuschauer.

 

"Betet für mich!"

Darum bat Papst Franziskus den Leitenden Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Gerhard Ulrich (Schwerin), bei einer 
Begegnung im Vatikan.

 

"Die Finanzierung der Kirche und der verantwortungsvolle Umgang mit den finanziellen Mitteln sind ins Gerede gekommen. Der besondere Fall des Bistums Limburg gehört geklärt. Für eine synodal verfasste Kirche ist das alles nur schwer nachvollziehbar. Umso mehr müssen wir unsererseits Offenheit, Transparenz und Informationen bieten. "

Vizepräsident Klaus Winterhoff (Bielefeld), Mitglied des Rates der EKD, vor der EKD-Synode in Düsseldorf

 

"Meine Landeskirche in der Einheit von Ost und West gibt es überhaupt nur, weil Menschen geträumt haben. Sie haben geträumt von Freiheit, von Demokratie und Bürgerrechten. Und sie haben für ihre Träume gekämpft und gelitten. "

Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge, auf der EKD-Synode

 

"Ich muss das vor Gott 
verantworten."

Der nationalsozialistische Kriegsverbrecher Erich Priebke, der kürzlich im Alter von 100 Jahren in Rom gestorben ist

 

"In den ersten drei Jahren braucht das Kind eine Beziehungsperson, die zuverlässig da ist. Eine gute Bindung. Deshalb entsetzt es mich, dass wir in ganz Deutschland jetzt DDR-Verhältnisse anstreben: eine sehr frühe Trennung von Mutter und Kind. Da wird nicht mehr aus der Perspektive des Kindes gedacht." 
 Der Psychotherapeut Hans-Joachim Maaz (Halle an der Saale) in einem 
 Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" (München)

 

"Da gibt es diese Anspruchshaltung, die ungesund ist und zwar für die Leute und das ganze Land. Zum Beispiel: Ein paar Freunde von mir sagen, sie wollten keinen Job bei Starbucks oder so. Sie fühlen, daß das unter ihrem Niveau wäre. Ich hingegen denke: Das einzige unter deiner Würde ist, daß du gar keinen Job hast."

Ashton Kutcher, Hollywood-Schauspieler, in der Talkshow von Ellen DeGeneres am 5. November 2013

 

"Die Politiker haben übersehen, daß Demokratie ein Kulturarrangement darstellt, wie Menschen ihr gesamtgesellschaftliches Zusammenleben organisieren wollen - nach welchen Normen, nach welcher Zukunftsstrategie, nach welchem Narrativ von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Offenbar geht der Stoff aus, wie die Idee der Volkssouveränität aktuell auszugestalten ist. Entsprechend vertrocknet erscheint das Erscheinungsbild der repräsentativen Demokratie. (...) Die politische Landschaft driftet mehr und mehr in die Mißtrauensgesellschaft. So wird der Moderne der Sauerstoff entzogen. Man kann diesen Vorgang resignativ als Dahinwelken der Demokratie bedauern - oder aber zu einem neuen intellektuellen Aufbruch drängen."

Werner Weidenfeld, Politikwissenschaftler, im "Hauptstadtbrief" vom 8. November 2013

 

"In westlichen Demokratien sollen Geheimdienste die Werte schützen, die Demokratien eben ausmachen. Nur wenn sie ohne einen Bezug zu einem höheren Wert abhören, begehen sie nach jüdischer Auffassung einen Götzendienst. (...) Daher sollte das Unbehagen gegenüber der NSA mit gebotener Seriosität formuliert werden. Das empfindliche Gleichgewicht zwischen diesen Werten wird zerstört, wenn üble Nachrede ins Spiel kommt. 'Andere ausschnüffeln und bloßstellen ist unchristlich', sagt die frühere Bischöfin Margot Käßmann und legt nach: Spionage sei ein Verstoß gegen die Zehn Gebote. Geht's vielleicht eine Nummer bescheidener? (...) Es ist nicht nur fahrlässig, aus der Bibel einen Selbstbedienungsladen zu machen, es ist auch unmoralisch. Wer Moral fordert, aber dabei nicht moralisch argumentiert, betreibt Populismus - und üble Nachrede dazu."

Andrew Aryeh Steiman, Rabbiner in Frankfurt am Main, in der "Jüdischen Allgemeinen" vom 7. November 2013

 

"Ein Richter, der keine Jugendstrafen verhängen will, weil er stets an das Gute im Angeklagten glaubt, der hat seinen Beruf verfehlt. (...) Wenn junge Straftäter merken, daß der Staat nur zögerlich oder gar nicht einschreitet, befördert das ihre kriminelle Karriere. Je schneller wir bei der Strafverfolgung reagieren und je unnachgiebiger wir einfordern, daß sich jemand für seine Verfehlungen verantworten muß, desto erfolgreicher ist unsere Arbeit."

Rudolf Hausmann, Oberstaatsanwalt in Berlin, im "Focus" vom 11. November 2013

 

"Jedes neue Ergebnis der Koalitions-Irren führt zu Angst und Schrecken. Bitte ein 'Government-Shut-Down' - und dann Neuwahlen."

Roland Tichy, Chefredakteur der "Wirtschaftswoche", bei "Twitter" am 12. November 2013

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 45 vom 06. November 2013

"Der Mut von Eltern (überträgt) sich im Idealfall auf ihre Kinder ... Zumindest in der DDR (bedeutete) der Glaube der Eltern für die Kinder (aber auch) ganz weltliche Nachteile."

Die Süddeutsche Zeitung über den MDR-Film "Weder brav noch fromm - Bekenntnisse prominenter Pfarrerskinder" in der DDR

 

"Halloween findet immer mehr Anhänger, zum Leidwesen der Kirchen: Feiern doch die Protestanten am 31. Oktober Reformationstag und die Katholiken am 1. November Allerheiligen. Gedenktage, die nicht dadurch befördert werden, dass Vampire und Gespenster durch die Straßen hüpfen und > Süßes oder Saures < verlangen. Die schlaueste Gegenstrategie ist immer noch: nicht meckern, sondern mitmischen! Die evangelische Kirche arbeitet jedenfalls daran, der abergläubischen Halloween-Sause einen ganz eigenen Akzent zu geben: Sie lässt tonnenweise > Lutherbonbons < und > Lutherkekse < herstellen und an die kleinen Halloween-Monster verteilen."

Die Tageszeitung "Die Welt" (Berlin)

 

"Da, wo wir als Christen nicht sind, sind andere. Deshalb sollte man sich als Christ auch politisch engagieren."

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, bei einer Feier zum 60. Geburtstag des Generalsekretärs der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb

 

"Nihilist zu sein bedeutet, ein gedanklicher Schwerstarbeiter zu sein. Gott ist für mich eben keine Erklärung, da finde ich keinen Trost. Die Kirche hat mich nie interessiert, ich muss mir alles selbst erklären."

Der Chef des berühmtesten Berliner Cafés - Einstein -, Gerald Uhlig-Romero, in der "Berliner Zeitung". Von ihm erschien jetzt das Buch "Der charmante Nihilist"

 

"Lassen wir also jeden Ingenieur aus Afrika bei uns arbeiten. Der Ingenieurmangel ist dann erst einmal behoben. Die Firmen brauchen den Ingenieurberuf nicht attraktiver zu machen. Aber Afrika laufen die Ingenieure davon ... Der Flüchtlingsdruck steigt, weil ohne Ingenieure keine Fabriken gebaut werden, die den Menschen Arbeit geben können. Dafür schickt dann das deutsche Entwicklungshilfe-Unternehmen GIZ deutsche Bauingenieure nach Afrika, die dort, mit einem hohen steuerfreien Gehalt ausgestattet, Brunnen bohren."

Das Handelsblatt zur Forderung, afrikanische Fachkräfte verstärkt aufzunehmen

 

"Die gesamte Grenzregelung muß, wenn ich so sagen darf, entbarbarisiert werden. Daß sowohl im Mittelmeer als auch außerhalb zum Beispiel Poos, also an der Grenze von Polen zur Ukraine, zu Belarus, daß da überall in erster Linie die Abwehr dasteht, ist ein großes Problem. Wir haben insgesamt den Habitus, die sollen nicht zu uns kommen, dabei merken wir oft gar nicht, wie wichtig und wie wertvoll sie für uns sind."

Gesine Schwan, zweimalige Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten, über illegale Einwanderer, im Deutschlandradio am 8. Oktober

 

"?Das Anliegen der Tea-Party-Anhänger und auch etlicher anderer Republikaner ist es doch letztlich, den selbst in den USA ausufernden Staat einzudämmen und die langfristig bedrohliche Ausgabenentwicklung, insbesondere auf seiten der sozialen Sicherungssysteme, unter Kontrolle zu bekommen."

Harald Uhlig, VWL-Professor an der Universität Chicago, im Wiener "Standard" vom 8. Oktober

 

"Obama redet mit Putin. Mit dem Iran sollen Gespräche beginnen. Mit Assad hat man sich geeinigt. Mit den eigenen Parlamentariern redet er nicht."

Luca Leittersdorf, CDU-Mitglied, bei Twitter am 8. Oktober

 

"Warum geht die Auslandshilfe trotz des 'Shutdowns' weiter? Die Leistungen für arme Kinder und Vetereanen hier bei uns wird in Frage gestellt, aber das Geld fließt weiter an ausländische Diktatoren."

Ron Paul, US-Republikaner, bei Facebook am 7. Oktober

 

"Alarmismus hat Deutschland schon zu kaum verkraftbaren Fehlern in der Energiepolitik getrieben. Die Kosten des überstürzten Photovoltaik-Ausbaus werden die Bürger teuer zu stehen kommen. Zunächst, da sie die Rechnungen von Hunderten von Milliarden Euro zu bezahlen haben, und am Ende, da ihre industriellen Arbeitsplätze wegen des Verlustes der Wettbewerbsfähigkeit in nie dagewesene Gefahr geraten."

Fritz Vahrenholt, SPD-Politiker, in der "Welt" am 6. Oktober

 

"Die Staatspleite der USA droht nicht. Bei allen Differenzen sind sich Obama und Rechtsaußenopposition einig: Unter allen Ausgaben, die der Staat zu leisten hat, ist allein die Bedienung der Schulden heilig. Sie wird gewährleistet werden. Deshalb schlafen die Investoren ruhig und können das auch."

Lucas Zeise, Börsenexperte, in der "Jungen Welt" vom 5. Oktober

 

"Wenn Cem Özdemir sagt, die Grünen müßten als die Partei der Freiheit gelten, dann ist das doch so, als würde Gregor Gysi sagen, die Linkspartei muß als Partei des Großkapitals wahrgenommen werden."

Alexander Dobrindt, CSU-Generalsekretär, bei "Welt Online" am 2. Oktober

 

"Der Staat muß zu einem Dienstleistungsunternehmen werden, das sich einer friedlichen Konkurrenz stellt und kein Monopolbetrieb, der den Kunden vor die Alternative stellen kann, sich mit dem schlechtesten Service zu den höchsten Preisen abzufinden oder auszuwandern."

Hans-Adam II., Fürst von Liechtenstein, in "eigentümlich frei", 10/13

 

"Am Dogma der Entwicklungshilfe zerschellt jeder Widerspruch. Betroffenheit und Mitleid produzieren einen wirksamen Schutzschirm.(...) Entwicklungshilfe ist der bisher umfassendste Ablaßhandel, der jemals erfunden wurde."

Roger Köppel, Herausgeber, in der "Weltwoche" vom 10. Oktober 2013

 

"Wir können die Probleme der Welt nicht auf europäischem Boden lösen. (...) Was heißt legale Einreise? Heißt das, die Grenzen sind offen für alle, die aus Afrika oder aus anderen Staaten in Nahost kommen? Welche Konsequenzen werden damit verbunden? Wenn wir Massenwanderung verhindern wollen, müssen wir den Menschen zu Hause eine Perspektive geben."

Elmar Brok, EU-Parlamentarier (CDU), im Deutschlandfunk am 10. Oktober 2013

 

"Nicht erst seit Joschka Fischers Verdikt, nach ihm kämen 'keine Rock 'n' Roller' mehr, lastet auf der mittleren Generation der Grünen der Verdacht des 'Postheroischen': daß die großen Straßenschlachten geschlagen, die Atommeiler abgeschaltet, die Schwulenrechte erkämpft sind. Mit der Wehmut der späten Geburt sehen sie auf Parteitagen Schwarzweißfilme von frühen Gorleben-Demos und fühlen sich als Verwalter eines Erbes, dem sie nie gerecht werden können. Sie haben die Partei von ihren Eltern nur geborgt."

Mariam Lau, Korrespondentin, in der "Zeit" vom 10. Oktober 2013

 

"Die bereitwillige Aufnahme auch belastender Forschungsergebnisse folgt vor allem dem paradigmatischen Wandel der deutschen Geschichtskultur, die sich von einer mimetischen Traditionspflege hin zu einer kathartischen Aufarbeitungsbereitschaft gewandelt und in der Anerkennung des nationalsozialistischen Zivilisationsbruchs ihren nationalen Grundkonsens gefunden hat. (...) Der Wille zur historischen Offenlegung ist noch in der Bonner Republik erfolgreich gegen alle Schlußstrichforderungen angegangen, er hat mit Hilfe der aufkommenden Zeitzeugen, der massenmedialen Thematisierung und der akademischen Forschung den zunächst übermächtigen Wunsch nach historischer Selbstversöhnung und Schuldentlastung gebrochen, und er hat den in der Kontroverse um die Wehrmachtsausstellung Mitte der 1990er Jahre zum letzten Mal machtvoll aufgeflammten Vorwurf der nationalen Nestbeschmutzung endgültig hinter die Grenzen des gesellschaftlich ungestraft Sagbaren verbannt."

Martin Sabrow, Professor für Zeitgeschichte, in "Aus Politik und Zeitgeschichte", Ausgabe 42-43/13

 

"Es sollte um die Option für eine humane Gesellschaft gehen, in der die Ökonomisierung der Lebensbedingungen der Menschen und der Natur überwunden wird, darum, daß Politik, Verwaltung und Wirtschaft sich im Zweifel für den Menschen entscheiden, und daß die Durchsetzung der Menschenrechte, vor allem der Frauen, integraler Bestandteil deutscher Außenpolitik wird. Das kann Schwarz-Grün besser als jede andere Konstellation."

Heiner Geißler, ehemaliger CDU-Generalsekretär, in der "Süddeutschen Zeitung" vom 15. Oktober 2013

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 44 vom 30. Oktober 2013

"Politiker sind nicht immer überzeugend. Unser Ansehen in der 
 Öffentlichkeit ist noch nicht oberhalb von dem der Bischöfe, gell? Daran müssen wir noch arbeiten."

Bundestags-Alterspräsident Heinz Riesenhuber (CDU) bei seiner Rede zur konstituierenden Sitzung des 18. Bundestags.

 

"In Deutschland leben mittlerweile 1,3 Millionen evangelikale Christen. Das Wort ?evangelikal? ist natürlich ein wenig schwammig, denn es umfasst eigentlich das Gros der 'Freikirchen', also aller vom Pietismus inspirierten Spielarten des Protestantischen, die einem unter Begriffen wie 'reformiert', 'lutherisch', 'baptistisch', 'methodistisch' oder auch 'anglikanisch' begegnen. Häufig nehmen Evangelikale die Bibel wörtlich, häufig spielen Erweckungserlebnisse eine Rolle, und immer scheint es um eine irgendwie ?persönliche? Beziehung zu Jesus Christus zu gehen. "

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (19.10.). Tatsächlich gehört weit über die Hälfte aller Evangelikalen den Landeskirchen an (meist den Gemeinschaften).

 

"Das Papsttum wird mir fremd bleiben; aber ich freue mich mit, dass sich die Katholiken im Moment so an ihrem Papst freuen können. "

Die Botschafterin des Rates der EKD für das Reformationsjubiläum, Margot Käßmann, beim Internationalen Kongress zum Reformationsjubiläum in Zürich

 

"Schafft die Kirchensteuer ab! Kirchen, die freiwillig finanziert werden, geht es besser. "

Der katholische Theologe Rainer Hank in der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung.

 

"Eine Kirche, die nur nachbuchstabiert, was 
in der Welt ohnehin gilt, wäre überflüssig. 
Keine Hoffnung für die Bedrängten und vor allem eines nicht: christlich. Es ist nun einmal so, dass sich das Evangelium nicht bruchlos einfügt in die Gesetze einer herrschenden 
Ordnung, auch nicht in die der Demokratie."

Die Wochenzeitung "Die Zeit" (Hamburg)

 

"Ihre Einfallslosigkeit, ihr altbackenes, betagtes Auftreten und ihre Emotionslosigkeit müssen etwas sein, was die Deutschen tatsächlich wollen: Führung ohne Drama. Merkel provoziert keine Eifersucht, keine Aufregung und keine Ängste, weder in Deutschland noch in Deutschlands unmittelbarer Nachbarschaft. Niemand schreibt von Merkel als der Führerin des 'Vierten Reiches', und niemand vergleicht sie mit Hitler oder Bismarck. Die östlichen Nachbarn behandeln Deutschland wie einen harmlosen Freund. Die südlichen Nachbarn sind zwar verärgert, können sich aber nicht wirklich beschweren. Alle anderen importieren deutsche Produkte und sind erleichtert, daß wenigstens ein großes Land in Europa noch ein anständiges Wirtschaftswachstum und gute Aussichten für die unmittelbare Zukunft hat. Merkel ermöglicht es Deutschland, die dominierende Macht Europas zu sein, ohne daß es jemand wirklich bemerkt."

Anne Applebaum, Kolumnistin, in der "Washington Post" vom 24. September 2013

 

"Der Obergag ist ja, daß es in Wahrheit die politische Korrektheit gar nicht gibt. Die Medien, in vorderster Front die Öffentlich-Rechtlichen und die politische Klasse, wollen uns nur von ihrer Existenz glauben machen. (...) Jeder denkt, daß der jeweils andere politisch total korrekt drauf wäre und man sich deshalb selber so verhalten müsse. Das heißt natürlich nicht, daß man sich wie das letzte Arschloch benehmen muß. Einfach den gesunden Menschenverstand einschalten und den Empathie-Modus einrasten lassen. Das genügt."

Akif Pirinçci, Schriftsteller, im Internetmagazin "wanus.de" am 25. September 2013

 

"Zusammen mit den Sympathien für die SPD und eine insgesamt öko-soziale Politik liegen weite Teile der Medien nicht auf der Höhe der Zeit. Rechnet man die Stimmen von CDU, CSU, FDP und AfD zusammen, so ergibt sich daraus eine klare Mehrheit. Doch diese findet sich in der medialen Berichterstattung kaum wieder. Wertkonservative und marktwirtschaftliche Positionen werden als 'rechts' oder 'neoliberal' abgewertet. (...) Journalisten, die sich den Sinn für Zahlen und Stimmungen bewahrt haben, deuten diese Wahlergebnisse auch als das, was sie sind: Ein Weckruf für die deutsche Medienlandschaft, die Scheuklappen abzulegen und mit klarem Blick die Wirklichkeit aufzunehmen."

Wolfgang Bok, Journalist bei "Cicero Online" am 25. September 2013

 

"Deutschland hat rechts gewählt und wird nun links regiert. Das will unser Wahlrecht und zeigt, daß in der Politik Irrsinn Methode hat. (...) Wegen der Fünfprozentklausel sind hierzulande die Stimmen für FDP und AfD nicht repräsentiert; nach den Regeln des Europaparlaments wären beide vertreten - dort gilt nur eine Dreiprozenthürde. In der Wirtschaft würde hier das Kartellamt Strafbescheide wegen Verschwörung gegen den Wettbewerb verschicken. In der Politik gilt der Ausschluß lästiger Wettbewerber dagegen als demokratieförderlich."

Roland Tichy, Chefredakteur, in der "Wirtschaftswoche" vom 30. September 2013

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 44 vom 30. Oktober 2013

"Ich habe einen gewissen Respekt vor dem alten Christentum, das sagt, entweder du glaubst 
 oder du kommst in die Hölle. Damit kann ich etwas anfangen, mit dem heutigen Drumherum reden vieler Theologen nicht. Die wissen ja noch nicht einmal mehr, ob es die Hölle gibt."

Der Historiker Kurt Flasch im "Spiegel" (Hamburg). Flasch ist Autor des jetzt erschienenen Buches "Warum ich kein Christ bin".

 

"Wir müssen den Menschen helfen, damit sie nicht ihr Land verlassen und auswandern. "

Der syrisch-orthodoxe Bischof Elias Toumeh. Er bittet die EU und die Kirchen um mehr Hilfe für die bedrängten Christen in Syrien. Sie bräuchten Unterstützung aus Europa. Es gehe darum, einen Exodus der Christen aus der Region zu verhindern.

 

"Je gottferner die Gesellschaft sich insgesamt zeigt, umso genauer scheint sie zu wissen, was die Kirche zu tun hat. Doch wenn sie so dächte, wie die meisten Kirchenkritiker denken, bräuchten wir sie wahrlich nicht. "

"Die Zeit" über das öffentliche Interesse an der katholischen Kirche.

 

"Im Gegensatz zu dem Pfarrer im TV hatte ich immer nur eine Liebesbeziehung - und zwar die zu meiner Frau. "

Pfarrer Hans Simon (78) zu BILD über den Geistlichen, der ihn in der Serie "Weissensee" spielt. Nur im Film hat der DDR-kritische Pfarrer eine Liebesaffäre. Simon stellte in seiner Zionskirchengemeinde im Ost-Berliner Stadtteil Weissensee ab 1986 regimekritischen Gruppen Räume zur Verfügung.

 

"Ich vergesse manchmal, wer jetzt Kind und wer Enkelkind ist. Oder überhaupt, ob das meine Kinder sind oder noch jemand anderes dabeisteht - ich weiß das manchmal nicht."

Der Unterhaltungskünstler Helge Schneider (58) in der Neuen Osnabrücker Zeitung. Er hat sechs Kinder von vier verschiedenen Frauen und vier Enkelkinder.

 

"Wäre die katholische Kirche am besten protestantisch aufgestellt? Da denkt man doch sofort an Katrin Göring-Eckardt oder Margot Käßmann oder Peter Hahne. Weltgewandte Sozialarbeiter mit Bibelkenntnissen und passgenauen Zitaten. Die evangelische Kirche mag trocken, staubig, sinnenfrei herüberkommen, aber ihre Bewegungsfähigkeit in einer Mediengesellschaft ist beachtlich, zeitbezogen, modern. Der Bundespräsident, die Bundeskanzlerin kommen nicht zufällig aus dieser Ecke."

Kommentar im "Tagesspiegel" (Berlin)

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 42 vom 16. Oktober 2013

"Vor kurzem erschrak ich, als in der Kirche das Evangelium vorgelesen 
wur de: > Nur wenige sind auserwählt, in den Himmel zu kommen ... < Der Pfarrer sagte, man müsse sich anstrengen, denn die Himmelstür sei nur 
einen Spalt offen. Ich hoffe aber, dass ich mich auf meinem Totenbett nicht vor dem Jenseits fürchten muss. Ich hoffe, dass der liebe Gott gütig ist."

Eine der bekanntesten Schauspielerinnen - Christiane Hörbiger - im Magazin "Focus". Sie ist katholisch.

 

"Wir sehen, wie viele euro-atlantische Staaten (= der Westen) den Weg eingeschlagen haben, auf dem sie ihre eigenen Wurzeln verneinen bzw. ablehnen, einschließlich der christlichen Wurzeln, die die Grundlage der westlichen Zivilisation bilden ... Dort wird eine Politik betrieben, die eine kinderreiche Familie mit einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft gleichsetzt ... Diese Staaten versuchen dieses Modell den anderen Ländern weltweit aggressiv aufzuzwingen. Ich bin zutiefst überzeugt, dass das der direkte Weg zum Verfall und zur Primitivisierung der Kultur ist. Dies führt zu tieferen demografischen und moralischen Krisen im Westen."

Aus einer Rede des russischen Präsidenten Wladimir Putin Ende September in Moskau

 

"Zeitweise war Martin Luther geplagt von düsteren Gedanken und Depressionen. Aber er hat eine ganz eigene Strategie entwickelt, mit seinen dunklen Stunden fertig zu werden. Gott hat uns viele gute Gaben zum Leben geschenkt, sagt er, die sollen wir auch beherzt nutzen. Dazu sind sie da. Sie können die Schwermut vertreiben. So hat er es selber gemacht und gern gegessen, gern getrunken und gefeiert und sich an seiner Familie gefreut. "

Pfarrerin Lucie Panzer im Deutschlandfunk

 

"Wenn es gelänge, 2017 gemeinsam zum Anlass eines gemeinsamen Glaubenszeugnisses zu nehmen und vor allem ein > Christusfest < zu feiern, dann könnte das Reformationsgedenken nicht nur die Gläubigen näher zu Christus bringen, sondern auch die Nähe der Kirchen zueinander vertiefen. Der Vorsitzende des Rates der EKD, Nikolaus Schneider, hat in diesem Zusammenhang von einem > Christusjubiläum < gesprochen ... hier sehe ich wirklich einen gemeinsamen Anknüpfungspunkt. Vielleicht können wir das Jahr 2017 als Chance begreifen, dass Christen in Deutschland sich über konfessionelle Grenzen hinweg gemeinsam besinnen, wer Jesus Christus für sie ist und wie sie dies unter den Bedingungen unserer Zeit in guter Weise bezeugen können."

Der Vorsitzende der (katholischen) Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, vor der Herbstvollversammlung in Fulda

 

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 40 vom 02. Oktober 2013

"Außerhalb von Gott ist kein Friede möglich. Er kann nur in Gott und von Gott her verwirklicht werden, da wahrer Friede nie menschliches Werk ist. "

Der Berliner Kardinal Rainer Maria Woelki Ende September vor der (katholischen) Deutschen Bischofskonferenz in Fulda. 
Der 57-Jährige ist als neuer Vorsitzender der Bischofskonferenz im Gespräch.

 

"Als die grünen Frauen- und Familienpolitiker (zumal -innen) jung waren, als viele Eltern autoritär, viele Hausfrauen deprimiert und die Homosexuellen benachteiligt waren, da schien sich, wenn nur erst die Ge­schlechterverhältnisse umgekrempelt wären, ein Reich des Guten aufzutun. Jetzt aber genießen die Bürger zwar viele Freiheiten, leiden Kinder aber unter Scheidungen, wollen viele Frauen daheim sein und sehen es die meisten Homosexuellen nicht ein, warum sie auf die Standesämter zur Verpartnerung laufen sollten."

Matthias Kamann in "Die Welt" (Berlin)

 

"Nehmen wir den Veggie-Day. Da wird eine Bevormundung auch noch mit einem Anglizismus ausgedrückt und infantilisiert. Mit so etwas geht man den Leuten auf die Nerven."

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) in "Die Zeit" zum Wahlkampf seiner Partei.

 

" Der frühere Fußballbundestrainer Sepp Herberger hat in seinen Büchern > schlagend plausible Sätze geschrieben: Der Ball ist rund, und das Spiel dauert 90 Minuten < ... So müssten wir Christen reden können, so dass Menschen sagen: Das stimmt, und es war mir nicht bewusst. "

Der katholische Bischof Heiner Koch 
(Dresden) im Nachrichtenbrief des 
ökumenischen Predigtpreises

 

"Mein Vater und ich versuchen, unseren christlichen Glauben auch im Unternehmen zu leben. Unser Credo lautet, dass das Unternehmen den Menschen dienen muss. Zunächst den Kunden ? schon mein Großvater hatte den Anspruch, bezahlbare Schuhe liefern zu können. Und unsere Mitarbeiter sollen nicht als Kostenfaktor, sondern als Menschen wertgeschätzt werden. Wir bieten hier zahlreiche Leistungen bis hin zu einer Notfallkasse für Mitarbeiter in Schwierigkeiten, die gemeinsam mit dem Betriebsrat verwaltet wird. Aber wir haben Mitarbeiter aus 80 Nationen mit verschiedensten Religionszugehörigkeiten. Auch wenn ich schon einmal in einer freikirchlichen Gemeinde predige - bei Deichmann wird niemand nach seinem Glauben gefragt oder beurteilt, sondern nach der Leistung, die er für das Unternehmen erbringt."

Deutschlands größter Schuhhändler, Heinrich Deichmann, in der "Welt am Sonntag"

 

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 41 vom 09. Oktober 2013

"Für mich ist Jesus Christus der Weg, die Wahrheit und das Leben. Nur über ihn führt der Weg zu Gott."

Landesbischöfin a. D. Margot Käßmann (Berlin) in der Gesprächsrunde auf dem Fernsehdokumentationskanal Phoenix - "Tacheles" - auf die Frage, ob der Wahrheitsanspruch des christlichen Glaubens noch zeitgemäß ist

 

"Der Weg zur deutschen Einheit hat diesmal nicht über Schlachtfelder geführt, sondern über die Ereignisse einer friedlichen Revolution. Man konnte ja mit vielem rechnen: Aber dass eine Diktatur gestürzt wird von Menschen, die aus Kirchen kommen mit brennenden Kerzen, das hat schon ans 'Wunderbare' gegrenzt! "

Der baden-württembergische Minister‑
präsident, Winfried Kretschmann (Grüne), beim Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in Stuttgart am 3. Oktober

 

"Das ist ein großartiger Erfolg. Mit mir wird es nun die erste muslimische Bundestagsabgeordnete (der CDU - 
d. Red.) geben. Die Hagener haben innerhalb der CDU in ganz Deutschland Geschichte geschrieben. "

Cemile Giousouf, CDU-Kandidatin für den Bundestagswahlkreis Hagen/Ennepe-Ruhr I, gegenüber der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Sie wird über die Landesliste in den neugewählten Bundestag einziehen.

 

"Bei mir gibt es keinen Sex vor 
der Ehe. "

Der österreichische Musiker und Sänger Andreas Gabalier (28), auch "Alpen-Elvis" genannt, in der "Bunten"

 

"Ich glaube an Gott. Nicht an einen katholischen Gott, den gibt es nicht. Und ich glaube an Jesus Christus, seine Inkarnation. Das ist mein Sein. "

Papst Franziskus in einem Gespräch mit der italienischen Zeitung "La Repubblica"

 

"Die Paten von heute haben nicht mehr viel gemeinsam mit den Paten von früher. Noch vor fünfzig Jahren war es die wichtigste Aufgabe der Paten, den Glauben des Kindes zu stärken. Heute indes gibt es zwar Patenschaften für Tiere, Pflanzen und Bauabschnitte, es gibt Paten für benachteiligte Kinder, für Tunnel, zum Lesen oder bei der Mafia. Nur eines gibt es immer seltener: funktionierende religiöse Patenschaften. Statt religiöser Unterstützung erwarten die meisten Patenkinder von ihren Paten Geschenke, und die meisten Eltern erwarten von den Paten, dass sie den Patenkindern freundschaftlich verbunden sind. "

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 39 vom 25. September 2013

"Ich sehe die Kirche wie ein Feldlazarett nach einer Schlacht. 
Man muss einen schwer Verwundeten nicht nach Cholesterin 
oder nach hohem Zucker fragen. Man muss die Wunden heilen. Dann können wir von allem anderen sprechen."

Papst Franziskus in einem Exklusiv-Interview für Zeitschriften des Jesuitenordens.

 

"Die Regierung Merkel/Rösler war in jedem Fall das bunteste Kabinett, das es jemals gab: eine Kanzlerin aus dem Osten, ein Vizekanzler, geboren in Vietnam, ein Finanzminister im Rollstuhl, ein Außenminister, der mit einem Mann verheiratet ist - im Ausland löste die Zusammensetzung immer mal wieder Erstaunen aus."

Sächsische Zeitung (Dresden)

 

"Noch nie war sich die Christenheit so einig wie in den Stellungnahmen gegen den beabsichtigten Luftschlag der USA in Syrien! Diese Einigkeit führt uns in eine gemeinsame Verantwortung!"

So fasste Martin Schindehütte, für Ökumene und Auslandsarbeit der EKD zuständiger Bischof, seinen Eindruck von einer Konsultation von Kirchen aus Syrien, den USA, Russland und Deutschland zusammen.

 

"Was der Veggie-Day für die Grünen, ist das 'Familienpapier' für die EKD: der Anfang vom Ende, noch ernst genommen zu werden."

Peter Hahne vor 600 Besuchern in der Hildesheimer Kirche St. Michaelis

 

"Gott hielt der bekennende Atheist für eine literarische Figur. Auf die Frage, woran er glaube, antwortete der Literaturkritiker und Musikliebhaber: ?an Shakespeare, an Mozart, an Beethoven, an Goethe?."

Die Katholische Nachrichten-Agentur über den ?einflussreichsten deutschen Literaturkritiker der Gegenwart?, den jüdischen Schriftsteller Marcel Reich-Ranicki, der am 18. September im Alter von 93 Jahren starb.

 

"US-Milliardäre sind reich wie nie zuvor ... Viele Amerikaner leiden bis heute unter den Folgen der Finanzkrise - den Milliardären aber geht es glänzend: Die Superreichen haben nach einer Berechnung des US-Magazins 'Forbes' ihre Verluste längst ausgeglichen ... Die Milliardäre profitieren allgemein vom Boom an den Börsen, der dank der lockeren Geldpolitik der Notenbanken möglich wurde, während Sparer kaum noch Zinsen für ihre Einlagen bekommen."

Aus "Süddeutsche.de" (München)

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 40 vom 02. Oktober 2013

"Außerhalb von Gott ist kein Friede möglich. Er kann nur in Gott und von Gott her verwirklicht werden, da wahrer Friede nie menschliches Werk ist. "

Der Berliner Kardinal Rainer Maria Woelki Ende September vor der (katholischen) Deutschen Bischofskonferenz in Fulda. 
Der 57-Jährige ist als neuer Vorsitzender der Bischofskonferenz im Gespräch.

 

"Als die grünen Frauen- und Familienpolitiker (zumal -innen) jung waren, als viele Eltern autoritär, viele Hausfrauen deprimiert und die Homosexuellen benachteiligt waren, da schien sich, wenn nur erst die Ge­schlechterverhältnisse umgekrempelt wären, ein Reich des Guten aufzutun. Jetzt aber genießen die Bürger zwar viele Freiheiten, leiden Kinder aber unter Scheidungen, wollen viele Frauen daheim sein und sehen es die meisten Homosexuellen nicht ein, warum sie auf die Standesämter zur Verpartnerung laufen sollten."

Matthias Kamann in "Die Welt" (Berlin)

 

"Nehmen wir den Veggie-Day. Da wird eine Bevormundung auch noch mit einem Anglizismus ausgedrückt und infantilisiert. Mit so etwas geht man den Leuten auf die Nerven."

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) in "Die Zeit" zum Wahlkampf seiner Partei.

 

" Der frühere Fußballbundestrainer Sepp Herberger hat in seinen Büchern > schlagend plausible Sätze geschrieben: Der Ball ist rund, und das Spiel dauert 90 Minuten < ... So müssten wir Christen reden können, so dass Menschen sagen: Das stimmt, und es war mir nicht bewusst. "

Der katholische Bischof Heiner Koch 
(Dresden) im Nachrichtenbrief des 
ökumenischen Predigtpreises

 

"Mein Vater und ich versuchen, unseren christlichen Glauben auch im Unternehmen zu leben. Unser Credo lautet, dass das Unternehmen den Menschen dienen muss. Zunächst den Kunden ? schon mein Großvater hatte den Anspruch, bezahlbare Schuhe liefern zu können. Und unsere Mitarbeiter sollen nicht als Kostenfaktor, sondern als Menschen wertgeschätzt werden. Wir bieten hier zahlreiche Leistungen bis hin zu einer Notfallkasse für Mitarbeiter in Schwierigkeiten, die gemeinsam mit dem Betriebsrat verwaltet wird. Aber wir haben Mitarbeiter aus 80 Nationen mit verschiedensten Religionszugehörigkeiten. Auch wenn ich schon einmal in einer freikirchlichen Gemeinde predige - bei Deichmann wird niemand nach seinem Glauben gefragt oder beurteilt, sondern nach der Leistung, die er für das Unternehmen erbringt."

Deutschlands größter Schuhhändler, Heinrich Deichmann, in der "Welt am Sonntag"

 

"In meinen Augen erfüllt der Bundestag in seiner gegenwärtigen Form seine Funktion als Volksvertretung nicht oder nur schwach. Er kann das Volk schon deswegen kaum repräsentieren, weil die immer zahlreicher werdenden Nichtwähler und Politikverdrossenen in ihm nicht repräsentiert werden - und das ist ein statistisch gesehen grauenhaft hoher Anteil! Hinzu kommt das bestehende Wahl- und Listensystem, das dafür sorgt, daß faktisch nur Personen mit Parteizugehörigkeit im Bundestag sitzen, die ihren Sitz - um es noch schlimmer zu machen - zumeist keineswegs den Wählrern, sondern zum überwiegenden Teil einer Partei verdanken, wie man am geschlossenen Abstimmungsverhalten der jeweiligen Fraktionen unschwer erkennen kann."

Eugen Ruge, Schriftsteller, in der "Zeit" vom 12. September 2013

 

"Wer deutsche Politik einsaugt, wird infiziert von zwei Krankheitserregern: von der Vorstellung, daß nur der wuchernde Zentralstaat dem einzelnen Menschen helfen könne, und von der Idee, gemäß der das europäische Großreich EU die Rivalität der Nationalstaaten breche, den Wettbewerb neutralisiere, die Ökonomie gleichgeschaltet lenke, die Starken bändige und die Besonderheiten der Regionen, der Volkswirtschaften und Länder in nahezu heiliger Harmonie ausgleiche."

Urs Paul Engeler, Schweizer Journalist, in der "Weltwoche" vom 12. September 2013

 

"Deutschland bleibt meine Heimat. Gerade im Ausland werde ich als sehr deutsch wahrgenommen. Eine gewisse Disziplin, eine taktische Einstellung zum Leben ... Man sagt mir oft: Du bist schon sehr deutsch."

Diane Kruger, Hollywood-Schauspielerin, bei "faz.net" am 13. September 2013

 

"Das Verhältnis der Deutschen zu ihrer Landschaft ist gebrochen. Einerseits wurde sie heroisiert, Riefenstahl, die Berge. Andererseits verteufelt. Ich vermute, das ist auch ein Erbe des Protestantismus, der die Heimat des Menschen nicht in der Landschaft, sondern im Glauben gesehen hat."

Edgar Reitz, Filmemacher ("Die andere Heimat"), im "SZ-Magazin" vom 13. September 2013

 

"Der Werbespot der CDU zum Bundestagswahlkampf 2013 wird in die Museen eingehen als das Leitfossil unserer Tage. Nicht allein die genialische Machart, die perfekte Komposition von Farben und Stimmung macht ihn zu solch einem Dokument, noch brisanter ist, was nicht gezeigt wird. Wir sehen das Land nicht, über dessen Zukunft am 22. September entschieden wird. Wir erfahren nichts davon, wie es in vier Jahren aussehen soll, wie die Menschen sich entwickeln könnten, wie man dann hier lebt. Kein unnützes Wissen, keine beschwerenden Fakten, nur der gemeinsame Moment zählt. (...) Daß das Land sich derart ruhebedürftig fühlt, weist darauf hin, daß große Unruhe herrscht. Es verhält sich immer so: In stabilen Verhältnissen wächst der Mut, etwas zu verändern, in instabilen klammern sich alle an das, was ist."

Nils Minkmar, Feuilletonchef, in der "FAS" vom 15. September 2013

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 39 vom 25. September 2013

"Ich sehe die Kirche wie ein Feldlazarett nach einer Schlacht. 
Man muss einen schwer Verwundeten nicht nach Cholesterin 
oder nach hohem Zucker fragen. Man muss die Wunden heilen. Dann können wir von allem anderen sprechen."

Papst Franziskus in einem Exklusiv-Interview für Zeitschriften des Jesuitenordens.

 

"Die Regierung Merkel/Rösler war in jedem Fall das bunteste Kabinett, das es jemals gab: eine Kanzlerin aus dem Osten, ein Vizekanzler, geboren in Vietnam, ein Finanzminister im Rollstuhl, ein Außenminister, der mit einem Mann verheiratet ist - im Ausland löste die Zusammensetzung immer mal wieder Erstaunen aus."

Sächsische Zeitung (Dresden)

 

"Noch nie war sich die Christenheit so einig wie in den Stellungnahmen gegen den beabsichtigten Luftschlag der USA in Syrien! Diese Einigkeit führt uns in eine gemeinsame Verantwortung!"

So fasste Martin Schindehütte, für Ökumene und Auslandsarbeit der EKD zuständiger Bischof, seinen Eindruck von einer Konsultation von Kirchen aus Syrien, den USA, Russland und Deutschland zusammen.

 

"Was der Veggie-Day für die Grünen, ist das 'Familienpapier' für die EKD: der Anfang vom Ende, noch ernst genommen zu werden."

Peter Hahne vor 600 Besuchern in der Hildesheimer Kirche St. Michaelis

 

"Gott hielt der bekennende Atheist für eine literarische Figur. Auf die Frage, woran er glaube, antwortete der Literaturkritiker und Musikliebhaber: ?an Shakespeare, an Mozart, an Beethoven, an Goethe?."

Die Katholische Nachrichten-Agentur über den ?einflussreichsten deutschen Literaturkritiker der Gegenwart?, den jüdischen Schriftsteller Marcel Reich-Ranicki, der am 18. September im Alter von 93 Jahren starb.

 

"US-Milliardäre sind reich wie nie zuvor ... Viele Amerikaner leiden bis heute unter den Folgen der Finanzkrise - den Milliardären aber geht es glänzend: Die Superreichen haben nach einer Berechnung des US-Magazins 'Forbes' ihre Verluste längst ausgeglichen ... Die Milliardäre profitieren allgemein vom Boom an den Börsen, der dank der lockeren Geldpolitik der Notenbanken möglich wurde, während Sparer kaum noch Zinsen für ihre Einlagen bekommen."

Aus "Süddeutsche.de" (München)

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 38 vom 18. September 2013

"Jesus ist unser Beschützer und Retter. Er ist das schönste Wesen, das je die Erde betreten hat. Sein Vater, Gott, hat ihn für uns geopfert. Jesus hat sein Leben für uns gegeben. Und erst die Auferstehung, das ist doch der Hammer! Jesus ist unser Leben. Jedenfalls ist er meines."

Der US-Schauspieler und Sänger Mark Wahlberg (42, Los Angeles) im Lebensstil- und Männermagazin "GQ" (München). Der Vater von vier Kindern ist Star zahlreicher Hollywoodfilme (zuletzt "Pain & Gain2, der gerade in Kinos im deutschsprachigen Europa läuft).

 

"Höchste Zeit, das wichtigste digitale Instrumentarium des Wahlkampfes in den Raum der Kirche zu hieven: den Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung. Den Fragebogen im Internet, der Ihre Haltung zu Themen ermittelt und weiß, welche Partei Ihnen am nächsten ist. In der kirchlichen Variante könnte das Modell Kirch-O-Mat lauten und anhand von Fragen bequem ermitteln, welches Geistes und Kirchen Kind jemand ist. Ob jemand Glück und Gnade wirklich in der römischen Kirche suchen sollte oder vielleicht doch eher bei religiösen Nebenanbietern wie der EKD, den Zeugen Jehovas oder dem Humanistischen Verband. "

Die katholische "Die Tagespost" (Würzburg)

 

"Wenn es überhaupt noch ein Le-
bensmodell gibt, das unserer gegen wärtigen Führungsschicht echte Angst einjagt, dann ist das die wirtschaftlich unabhängige, gebildete, kinderreiche, christlich orientierte Groß-
familie, die ihre Kinder selbst erzieht und sich in keiner Weise von Staat und Medien hineinreden und bevormunden lässt. "

Der frühere Innenminister von Brandenburg, der evangelische Christ Jörg Schönbohm (CDU, Kleinmachnow bei Potsdam)

 

" Ich habe zu Marco gesagt, dafür kommst du in den Himmel."

Der Trainer von Borussia Dortmund, Jürgen Klopp, über seinen Stürmer Marco Reus, der einen Ball zum besser positionierten Robert Lewandowski durchgelassen hatte, anstatt selbst zu schießen.

 

"Der Soziologe Arthur C. Brooks von der Syracuse Universität im Staat New York hat festgestellt, dass konservative Bürger deutlich mehr spenden als linke. Die Forderung nach mehr Gerechtigkeit korreliert also nicht unbedingt mit praktizierter Hilfsbereitschaft. Konservative Haushalte geben 30 % mehr für wohltätige Zwecke als linke, obwohl sie im Schnitt 6 % weniger verdienen. Jüngere linke Amerikaner spenden nicht nur weniger Geld, sondern auch 30 % weniger Blut. "

Aus dem Nachrichtenmagazin Focus (München, Nr. 35)

 

 

"Was heute noch zwischen den großen Parteien an Unterschieden bleibt, sind Nuancen, Worthülsen, Umverteilungsspielchen, aber nichts mehr Großes und Grundsätzliches."

Wolfgang Münchau, Kolumnist, bei "Spiegel Online" am 4. September 2013

 

"Merkel hat ja im Grunde eine sozialdemokratischere Politik betrieben als ihr Vorgänger Gerhard Schröder (...). Was auch immer die Wähler entscheiden, eines ist sicher: Merkel wird ihre Partei auf den entsprechenden Kurs bringen. Bei einer rot-grünen Regierung bestünde die Gefahr, daß sie sich von einer konservativen Opposition und den Boulevardmedien vor sich hertreiben läßt. Bei Angela Merkel dagegen weiß man, daß sie ihre Union im Zaum hält. Darum sind die Aussichten auf eine progressive Politik mit ihr als Kanzlerin besser als ohne sie."

Daniel Bax, Redakteur, in der "taz" vom 4. September 2013

 

"Das Bild vom Parlament als 'Schwatzbude', das nichts entscheiden kann, hat Kaiser Wilhelm II. etabliert. Bis heute reden eine Menge Leute so. Ziemlich häufig gilt die Formel, daß diese Leute um so lieber auf die Politik schimpfen, je stärker bei ihnen die Eigenschaften Feigheit, Trägheit und Teigigkeit ausgeprägt sind."

Georg Löwisch, Textchef, bei "Cicero Online", 6. September 2013

 

"Ich möchte aber, daß meine Nachfahren in 50 oder auch in 100 Jahren noch in einem Deutschland leben, in dem die Verkehrssprache Deutsch ist und die Menschen sich als Deutsche fühlen. Ich finde das - mit Verlaub - wichtiger als die Frage, ob der Wasserspiegel der Nordsee in den nächsten 1.200 Jahren um zehn oder um 20 Zentimeter steigt."

Thilo Sarrazin, ehemaliger Finanzsenator und Bundesbankvorstand (SPD), in "Compact", Ausgabe 9/2013

 

"Die Idee von Europa bleibt richtig und gerade für uns Deutsche ohne Alternative. Es wurden Fehler gemacht, aber nicht bei den grundlegenden Entscheidungen, sondern erst in der Umsetzung. Die verfrühte Aufnahme Griechenlands in den Euro unter Rot-Grün war ebenso falsch wie vor allem auch das Aufweichen und Brechen des Stabilitätspaktes."

Helmut Kohl, Altbundeskanzler (CDU), in der "Bild" am 9. September 2013

 

"Auf unserem Kontinent breitet sich neben dem Niedergangsgefühl vor allem Mißtrauen aus. Europa vermauert sich in Staatsbürokratien, Verschuldungstürmen, Umverteilungsindustrien und Gattern politischer Korrektheiten. (...) Wenn aber im kollektiven Bewußtsein manifest zu sein scheint, daß wir im Herbst unserer Kräfte leben, dann beschleunigt das den Abstiegsprozeß von sich aus."

Wolfram Weimer, Publizist, im "Schweizer Monat", Ausgabe September 2013

 

"Mein Ziel ist es nicht, das deutsche Geschichtsbild zu entsorgen und die Deutschen von allem freizusprechen. Aber wir müssen die Komplexität der Ereignisse wahrnehmen, eine Reduzierung auf Gut und Böse hilft nun mal nicht weiter."

Christopher Clark, Historiker, im "Spiegel" vom 9. September 2013

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 37 vom 11. September 2013

"Die größte menschliche Sehnsucht ist und bleibt Unsterblichkeit"

Der Zukunfts- und Trendforscher Matthias Horx (Frankfurt am Main/Wien) in der Tageszeitung "Die Welt" (Berlin). 
Die Antwort auf diese Sehnsucht steht in dieser Ausgabe auf den Seiten 19?21..

 

"Ich wünsche Ihnen alles Gute und, wenn Sie es vertragen, Gottes Segen!"

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) zum Abschied im Bundestag - vermutlich im Blick auf die Abgeordneten, die sich zu keiner Kirche bekennen. Der Katholik Thierse tritt bei der Wahl nicht mehr an.

 

"Göring-Eckardt redete nicht, sie schrie immer auf der gleichen Tonlage. Deutschland ist aus Sicht der Grünen ein Totalschaden. Unrettbar. Warum eigentlich möchte die Partei diesen Schrott gerne übernehmen? Sie verstieg sich zu merkwürdigen Vergleichen. Sie würde lieber einmal in der Woche freiwillig Spinat mit Ei essen, als sich jahrelang von der NSA, dem amerikanischen Geheimdienst, überwachen lassen. Das leuchtet ein. "

Die Tageszeitung "Die Welt" (Berlin) über den Auftritt der grünen Spitzenpolitikerin - auch Präses der EKD-Synode - im Bundestag

 

"Ich bin vor zwei Jahren konvertiert. Ich habe mich lange damit beschäftigt, weil ich gemerkt habe, dass ich mich in der evangelischen Kirche nicht mehr zu Hause, dafür aber in der katholischen Kirche sehr wohlfühle. Ich habe festgestellt, dass es in Deutschland unglaublich viele Menschen gibt, die konvertiert sind. "

Die Journalistin Birgit Kelle in der 
"Tagespost" (Würzburg)

 

"Es empört mich, was sich deutsche Manager so alles an Pensionen in die Tasche stecken. Allein Vorstände der 30 größten Konzerne können mit durchschnittlich 37.500 Euro rechnen. Pro Monat! Jeder soll bekommen, was er verdient. Aber es geht einem doch das Messer in der Tasche auf, wenn Manager das Dreißigfache einer Durchschnittsrente kassieren. Die beträgt nach 45 Jahren Arbeit 1.200 Euro. Kein Wunder, dass immer mehr Menschen an der Gerechtigkeit zweifeln. Doch ein Mann macht es vor, dass man nicht alles, was einem zusteht, auch nehmen muss. Papst Franziskus, 'Topmanager' eines 2.000 Jahre alten Unternehmens, verzichtet auf Pracht und Prunk, auf Statussymbole und eine dicke Brieftasche. Seine Haltung ist ein Beispiel für Tugenden, die manchen Bossen verloren gegangen sind: Bescheidenheit, Verhältnismäßigkeit, Anstand und Verzicht. "

Fernsehmoderator Peter Hahne (Berlin) in der "Bild am Sonntag"

 

"Zur Religionsfreiheit gehört es auch, meinen Glauben wechseln zu können. In keiner Religion wird dies so scharf abgelehnt wie im Islam. Und deswegen wird der Islam mit dem Christentum auch immer ein Problem haben."

Volker Kauder, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, in "Idea Spektrum" vom 28. August 2013

 

"Man hört nie etwas von Journalisten, die keine Paniktexte geschrieben, nie etwas von Experten, die Stellungnahmen abgelehnt haben und nie etwas von Politikern, die nicht in Panik neue Verordnungen erlassen haben. (...) Es ist das Zusammenspiel dieser kleinen Gruppe, die unsere Freiheit einschränkt und unsere Steuermittel verbrät. Statt immer neuer Aufregungen und Verordnungen bräuchte es das exakte Gegenteil: Journalisten, Experten und Politiker, die Ruhe bewahren, den Willen und die Freiheit des Volkes respektieren und eher mal ein Gesetz abschaffen, statt eins einzuführen."

Ronnie Grob, Redakteur, im Onlinemagazin "Medienwoche.ch" am 30. August 2013

 

"Mag das im Moment nach dem Desaster um den Euro Hawk auch noch anders aussehen: Die Zukunft gehört der Drohne - aber im Privaten. (...) Viele Menschen halten sich heute Hunde, warum sollte nicht auch jeder von uns einen kleinen, treu hinter ihm fliegenden und sehr nützlichen Drohnenschwarm besitzen, der spontan kleine Aufträge erledigt, unser Schlüsselbund trägt, bei Bedarf Getränke reicht und den amerikanischen und britischen Geheimdiensten schöne Erinnerungsbilder von unseren Aufenthaltsorten liefert?"

Axel Hacke, Kolumnist und Satiriker, im "SZ-Magazin" vom 30. August 2013

 

"Repräsentative Demokratie ist Herrschaft auf Zeit. Plebiszite eröffnen die Möglichkeit, Regierungshandeln punktuell zu korrigieren, ohne daß die Legitimation der jeweils Regierenden dadurch in Frage gestellt wird. Flapsig gesagt: Wenn das Volk sich eine Regierung wählt, muß es damit rechnen, daß diese auch regiert."

Peter Müller, Bundesverfassungsrichter, in der "FAZ"-Beilage "Denk ich an Deutschland" vom 2. September 2013

 

"Mit 16 war ich Sekretär des Kommunistischen Jugendbundes Bremen. Wir waren die Leute, die nach der Revolution andere Leute ins Arbeitslager gesteckt oder an der Laterne aufgehängt hätten. Für Pol Pot und seinen 'Kampf gegen die vietnamesische Invasion' haben wir Geld gesammelt. Ganz schrecklich. (...) Man schämt sich heute schon sehr, wenn man darüber nachdenkt."

Sven Regener, Sänger und Schriftsteller, im "Spiegel" vom 2. September 2013

 

"Wenn man in jeder Situation neu überlegen müßte, also keine 'Vor- Urteile' hätte, dann würde man wahrscheinlich wahnsinnig werden. Deshalb sage ich ja zu Vorurteilen. Gleichzeitig rate ich aber dazu, sie immer mal wieder in Frage zu stellen und zu überprüfen."

Harald Martenstein, Kolumnist und Autor, bei "planet-interview.de" am 2. September 2013

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 36 vom 05. September 2013

"Ich würde mein (schwerbehindertes) Kind keinem anderen gönnen. [...] ich sehe viele Eltern, die ihre behinderten Kinder lieben und toll finden. Und ich sehe Eltern, die damit hadern, dass ihr Kind nicht perfekt ist - auch wenn es keine Behinderung hat. Kein Kind ist, wie wir es uns vorgestellt haben."

Die Schriftstellerin Sandra Roth in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Sie hat über das Leben mit ihrer behinderten Tochter das Buch geschrieben "Lotta Wundertüte".

 

"Jedes Konzert endet mit einer Party. Bei mir sind Leute im Rollstuhl, die stehen plötzlich auf und tanzen. "

Stargeiger André Rieu in "Bild"

 

"Mein Mann und ich beten jeden Abend mit den Kindern und segnen uns gegenseitig. Das lieben die Kinder. Ansonsten beten wir vor dem Essen, und natürlich gehen wir gemeinsam in die Messe. Besonders wichtig ist meinem Mann und mir aber, dass die Kinder eine persönliche Beziehung zu Gott aufbauen und auch leben. Dabei sind wir Eltern ein wichtiges Vorbild."

Die katholische Musikerin & Schauspielerin (ZDF, RTL) Maite Kelly (von der berühmten Kelly-Familie) im Bonifatiusblatt

 

"Ich habe von klein auf von meiner Mutter beinahe eingehämmert bekommen, alles, was da kommt, ist Gottes Wille. Da musste man akzeptieren, dass wir Haus und Hof verlassen mussten, dass Angehörige fielen, dass von den Brüdern meiner Mutter kein Einziger den Krieg überlebt hat - und man trotz allem sagt: Wir sind in Gottes Hand."

Der frühere brandenburgische Ministerpräsident und Konsistorialpräsident der evangelischen Kirche, Manfred Stolpe (SPD, Potsdam), auf die Frage der Märkischen Allgemeine: "Haben Sie eigentlich als alter Kirchenmann bei den vielen persönlichen Schicksalsschlägen jemals mit Ihrem Gott gehadert?" Der 1936 in Pommerns Hauptstadt Stettin Geborene hat Krebs.

 

"Es hat in Deutschland Tradition, zwischen linker und rechter Gewalt einen Unterschied zu machen. Sobald man sich eine der umlaufenden 'Anti'-Losungen ans Revers heften kann - gegen Sexismus, Rassismus und Krieg -, ist auch der offene Terror fashionable. Schon die Achtundsechziger fanden es lustig, ihnen Missliebige aus dem Fenster zu hängen oder anderweitig zu malträtieren. Heute sprengt man eben die nächste Veranstaltung, die einem nicht passt, oder tritt einen Infostand zusammen. "

"Spiegel"-Redakteur Jan Fleischhauer zu den gewalttätigen Übergriffen linker Schläger auf Wahlkämpfer der Partei "Alternative für Deutschland".

 

"Eine Hauptschuld für die Verelendung weiter Teile Europas, vor allem im Osten trägt die Vereinigte Linke. Von dem berechtigten Furor, mit dem die Verbrecher des europäischen Faschismus verfolgt werden, ist nichts zu spüren, wenn es um die Verbrecher der kommunistischen Ära geht, im Gegenteil, ihre Namen zieren immer noch Städte und Plätze, ihre Mordakten bleiben verschlossen. (...) Und weil die Vergangenheit weder personell noch wirtschaftlich aufgearbeitet wird, haben sozialistische Prediger der verschiedenen marxistischen Lehrmeinungen die Chance, das heutige Elend der Marktwirtschaft anzulasten. Hier versagt Europa kläglich."

Günter Ederer, Wirtschaftsjournalist und Filmemacher, bei "eigentümlich frei" online am 22. August 2013

 

"Das Überraschende findet aber immer dort statt, wo niemand hinguckt. Was niemand auf dem Radar hat, ist die große Anzahl der Zorn-Spießer und Untergangs-Wutbürger, der emotional Aufgeheizten, Erzürnten, Nörgelnden und Systemfrustrierten, die nach einem Ventil suchen. Und deshalb meine Prognose: Die AfD kommt in den Deutschen Bundestag. Ganz überraschend, und völlig unprognostiziert."

Matthias Horx, Trendforscher, in der "Frankfurter Rundschau" vom 22. August 2013

 

"Die Wendezeit reizt mich sehr. Ich spüre ein starkes Verlangen, über diese Zeit zu reden, nachzudenken und ganz viel dafür zu tun, daß die ehemalige Stasi und die alten Genossen nicht wieder in Amt und Würden kommen. Da herrscht für mich eine sehr reale Ungerechtigkeit. Der Fall Gregor Gysi zeigt, daß man die Großen gerne laufen läßt und die Kleinen mitunter überhart belangt. (...) Da herrscht ein krasses Mißverhältnis."

Katrin Sass, Schauspielerin, im "Weser-Kurier" vom 22. August 2013

 

"Moral verstehe ich als Stütze, der Moralismus verwendet sie als Totschläger (...) Kein Land, auch nicht die Deutschen, haben ein Schuldmonopol auf den Nullpunkt der Zivilisation. Umgekehrt gibt es auch für kein Land einen Freispruch davon, nicht einmal für Opfervölker, auch nicht für die Schweiz."

Adolf Muschg, Schweizer Schriftsteller, in der "Weltwoche" vom 22. August 2013

 

"Jede Abweichung vom Mittelwert wird von unserer Gesellschaft mit Mißtrauen betrachtet. Wir lieben meist eher die Menschen, die uns ähnlich sind."

Lutz Jäncke, Neuropsychologe, in der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" vom 23. August 2013

 

"Weiße sind die einzige Gruppe, die in Amerika legal diskriminiert werden darf."

Pat Buchanan, konservativer Kolumnist, in der TV-Sendung "McLaughlin Group" am 23. August 2013

 

"Für Milchmädchen gibt es nur den 'rechten' Weg zum Rechtsextremismus. Wenn ein Rechter also etwas sagt, kommt es nicht darauf an, ob er recht hat, sondern daß er angeblich Rechtsextremisten unterstützt."

Jasper von Altenbockum, Redakteur, in der "FAZ" vom 24. August 2013

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 35 vom 29. August 2013

"In der Kirche herrscht eine Wischi-Waschi-Mentalität. Wir sind von einem Extrem ins 
andere gekommen. Unseren Großvätern wurde ein strenger, strafender Gott gepredigt (...). Heute ist Gott 'Everybody's Darling' (jedermanns Liebling). Es wird vermittelt, dass alles okay ist, was der Mensch macht. So ein weichgespültes Gottesbild ist unattraktiv."

Der Autor des Buches "Gott ist nicht nett", der katholische Ordenspater Heiner Wilmer (SCJ), im Interview mit der "Nord west-Zeitung"

 

"  Im christlichen Glauben werden uns zwei Dinge tief ins Herz gelegt: die Beziehung zu Gott und zu den Mitmenschen. Also dürfen uns die Verhältnisse, in denen Menschen leben, nicht gleichgültig sein, weder als wir als Glaubende unter Diktaturen lebten, noch wenn es gilt, den Raum der Freiheit lebenswerter und menschlicher zu gestalten."

Bundespräsident Joachim Gauck in der "Bild am Sonntag" (Berlin)

 

">Messias< ist ein Titel, der nur von Jesus Christus geführt werden darf."

Die Familienrichterin Lu Ann Ballew aus dem US-Bundesstaat Tennessee zur 
Begründung, warum ein Junge statt "Messias" "Martin" heißen muss

 

"Ich bete regelmäßig "

Der FDP-Spitzenkandidat bei der Bundestagswahl, Rainer Brüderle, in der "Welt am Sonntag". Er sei als Protestant "calvinistisch geprägt" und beherzige der Motto: "Hilf dir selbst, dann hilft dir der liebe Gott." Für Brüderle ist Gott "auch ein Liberaler, der mich in meiner Eigenart akzeptiert"

 

" Ich bitte immer wieder darum, dass man für mich betet, weil ich spüre: Wenn der Herr bei meiner Arbeit, dem Volk Gottes voranzuhelfen, nicht hilft, ist man machtlos. "

Papst Franziskus vor Journalisten

 

"Hier meine Prognose: Die CDU wird schwächer als vorausgesagt, weil sich viele ihrer Wähler verwirrt und heimatlos und demotiviert fühlen (unter 38). Die SPD wird durch einen Mitleids-Effekt besser abschneiden, sie wildert auch im Lager der Linken (über 27). Die Grünen werden, wie bei jeder Wahl, durch ihr unseliges Talent zur Milieu-Hermetik gehemmt (unter 14). Die FDP kommt trotzig in den Bundestag ... (über 6). Das Überraschende findet aber immer dort statt, wo niemand hinguckt. Was niemand auf dem Radar hat, ist die große Anzahl der emotional Aufgeheizten, Erzürnten, Nörgelnden und Systemfrustrierten, die nach einem Ventil suchen. Und deshalb meine Prognose: Die AfD kommt in den Deutschen Bundestag. Ganz überraschend, und völlig unprognostiziert."

Der Trendforscher Matthias Horx in der (linken) Frankfurter Rundschau

 

"Es ist auch keineswegs so, daß man nichts bewegen könnte. Dieses Ohnmachtsgefühl, das man manchmal in der Demokratie ja durchaus hat, habe ich jetzt überhaupt nicht mehr. Verfassungsbeschwerden können durchaus zum Erfolg führen."

Andreas Dresen, Regisseur und Laienrichter beim Brandenburgischen Verfassungsgericht, in der "Berliner Morgenpost" vom 16. August 2013

 

"Ich will eine Partei von frei denkenden Mitgliedern leiten und stehe lieber ehrlichen Exzentrikern als einer Bande grauer, verlogener Leute vor."

Nigel Farage, Ukip-Vorsitzender, im "Cicero", Ausgabe August 2013

 

"Es ist bemerkenswert, wie es der Bundeskanzlerin Merkel gelingt, die Euro-Krise vor der Wahl von der Agenda zu nehmen - und alle machen mit, obwohl jedem klar ist, daß nach der Wahl die Rechnung präsentiert wird. Sogar die volkswirtschaftliche Entwicklung spielt Wahlhelfer. Wie bestellt verkündet Europas Statistikbehörde, daß die Eurozone die Rezession überwunden hat. Das ist Wasser auf die Mühlen der politischen Schönredner: Seht her, die Krise liegt hinter uns. Schön wär?s."

Holger Steltzner, Mitherausgeber, in der "FAZ" vom 17. August 2013

 

"?Wir leben in einer Republik, in der einige Herrschaften vorschreiben möchten, wie man sein Leben optimal gestaltet. Das möchte ich aber immer noch selbst entscheiden. (...) Wenn ich mir das alles vor Augen führe, dann leben wir nicht in einer freiheitlichen Republik, sondern in einer Republik, die unter Gesinnungsterror leidet. Die Gesinnung der Menschen, die meinen zu wissen, wie man gut und gesund lebt, wird zum Maß aller Dinge erhoben. Gleichzeitig wird ausgeschlossen, daß sich diese Menschen irren können."

Herbert Napp, Bürgermeister von Neuss, in der "Welt am Sonntag" vom 18. August 2013

 

"Warum konnten sich die Westdeutschen eigentlich kopfschüttelnd über die legendäre 'geflügelte Jahresendfigur' amüsieren, in die DDR-Ideologen den Weihnachtsengel umgetauft hatten, wenn im Westen jetzt ernsthaft diskutiert wird, ob man um der Gleichheit gleichgeschlechtlicher Paare willen, Vater und Mutter nicht durch Elter 1 und Elter 2 ersetzen sollte? (...) Solcherart Gedanken mache ich mir, wenn ich morgens die Zeitung lese und dann nicht mehr weiß, ob ich verrückt bin oder die anderen."

Monika Maron, Schriftstellerin, im "Spiegel" vom 19. August 2013

 

"?Wenn Sie einen Frosch in kochend heißes Wasser werfen, dann springt er sofort wieder heraus. Wenn Sie diesen Frosch aber in ein Wasser geben, das allmählich erhitzt wird, dann paßt er sich seiner Temperatur an. Und wenn es kocht, kann er nicht mehr heraus, dann verkocht er einfach. (...) Wenn Sie vor drei Jahren gesagt hätten, was an Belastungen auf Deutschland zukommt, wäre die Hölle los gewesen. Jetzt haben sich alle langsam daran gewöhnt und glauben, es sei ja noch gar nichts passiert. Und bald ist es zu spät zum Herausspringen; dann sind wir mittendrin im Schuldensumpf und in der Haftungsgemeinschaft."

Joachim Starbatty, Ökonom, bei "Welt Online" am 20. August 2013

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 34 vom 22. August 2013

"Ich glaube nicht an einen 'vorzeitigen' oder 'zu frühen' Tod. So schwer es für die Hinterbliebenen sein mag, wenn ein Familienmitglied früh stirbt, so hat Gott doch die Freiheit, uns dann heimzuholen, wann er es will. "

Hans Peter Royer in seinem Buch "Du musst sterben, bevor du lebst, damit du lebst, bevor du stirbst" (SCM Hänssler)

 

"Hurra! Die Kirche wird versenkt! Leider aber nicht die ganze Kirche, sondern nur 'die erste Unterwasserkirche Deutschlands'"

Die grün-alternative "tageszeitung" (taz, Berlin). Die Kirche ist für die künstliche 
Unterwasserstadt "Nordhusia" am 
Sundhäuser See in Thüringen bestimmt.

 

"Im Gelingen wie im Scheitern erfahren auch Stars, dass sie nur Menschen mit begrenzter Vollmacht sind. Sie tun gut daran, eine höhere Macht über sich anzuerkennen. Die Erwartungen der Fans sollten ein Ansporn dazu sein, vorbildliches Verhalten außerhalb des Spiels genauso wichtig zu nehmen wie das vorbildliche Verhalten im Spiel."

Der ehemalige EKD-Ratsvorsitzende - 
Altbischof Wolfgang Huber (Berlin) -
beim Festakt "50 Jahre Bundesliga"

 

"FAZ fordert Anti-Anglizismen-Day"

Nach dem Vorschlag der Grünen, einen "Veggie-Day" (vegetarischen Tag) einzuführen, verlangt die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) in einer Glosse einen "Tag ohne Anglizismen"

 

"Wer glaubt, lebt und stirbt leichter"

Einer der bedeutendsten deutschen Journalisten, Claus Jacobi (Chef u. a. von "Spiegel" und "Die Welt"), der am 17. August in Hamburg im Alter von 86 Jahren starb.

 

"Wir leben in einer Epoche rasanten Wachstums der Weltwirtschaft. Für Milliarden Menschen ist das die Grundlage für sozialen Fortschritt ... Bildung, Kultur, Gesundheit. Warum sollten wir das alles stilllegen wollen? Wir hatten das ja schon einmal Anfang des 19. Jahrhunderts, als der Theologe und Ökonom Malthus das eherne Gesetz aufstellte: Die Erde bietet maximal Raum für eine Milliarde Menschen. Mehr kann sie nicht ernähren. Heute haben wir sieben Milliarden, die Kalorienzahl pro Kopf ist um 50 % höher, die Lebenserwartung hat sich verdoppelt. Ich sage nicht, dass die Zukunft rosig ist. Aber es gibt nicht nur die Grenzen des Wachstums, sondern eine ständige Erweiterung dieser Grenzen."

Der Leiter der "grünen" Heinrich-Böll-Stiftung, Ralf Fücks, 
in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung

 

"Wer mit Nazi-Vergleichen hantiert, hat nicht nur keine Argumente, sondern hat auch offensichtlich den Boden der politischen Auseinandersetzung verlassen."

Steffi Lemke, Bundesgeschäftsführerin der Grünen, im "Tagesspiegel" vom 7. August 2013

 

"Es ist leider eine Tendenz, daß der Standpunkt nationaler Souveränität an Bedeutung verliert. Die zunehmenden grenzübergreifenden wirtschaftlichen Verflechtungen bringen es mit sich, daß alle nach den gleichen politischen Regeln spielen wollen. Die Großen ­wollen den Kleinen ihre Vorstellungen aufdrängen."

Roger Köppel, Herausgeber und Chefredakteur, in der "Weltwoche" vom 8. August 2013

 

"Der Konservative steht ja nicht wie ein Liberaler oder Sozialist für ein fest umrissenes Programm oder einen klar definierten Flügel einer Partei. (...) Konservativ sein heißt, eine bestimmte Auffassung vom Menschen und der Geschichte zu haben. Die Grundstimmung ist Skepsis gegenüber Zeitgeist und blinder Fortschrittsgläubigkeit sowie Prinzipienfestigkeit auch gegen den Strom. Der Konservative als Gegner aller Ideologien ist durchaus ein Pragmatiker. Er achtet aber stets darauf, daß Pragmatismus nicht zum wahltaktischen Opportunismus verkommt. (...) Ich beherzige Grundsätze. Sparsamkeit des Staates ist wichtig - viel wichtiger als Mietpreisbremsen, Mindestlöhne und vegetarisches Essen."

Gert Hoffmann, Oberbürgermeister von Braunschweig (CDU), in der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" vom 9. August 2013

 

"Die Euroskeptiker sind für die EU, was die Republikaner für die USA sind: Republikaner stemmen sich gegen die Bundesregierung, die Gesetze im fernen Washington verabschiedet, und Euroskeptiker stemmen sich gegen die Europäische Kommission, die Richtlinien und Verordnungen im fernen Brüssel erläßt. Sowohl Republikaner als auch Euroskeptiker glauben, daß viele Probleme nicht durch eine zentrale Institution, sondern durch viele kleinere Einheiten geregelt werden sollten, in Institutionen, die näher an den Menschen sind. In den USA liegen diese in den Bundesstaaten, in Europa in den Nationalstaaten. Hier läuten bei vielen - allen voran deutschen - Europäern die Alarmglocken. Das riecht nach Nationalismus! Und vor allem die ältere Generation hat gesehen, wozu das führen kann. Aber genau wie die Gleichung EU = Europa, ist auch die Gleichung Nationalist = Nazi falsch."

Steffen Meyer, freier Journalist und Blogger, bei "The European" am 11. August 2013

 

"Es gibt zwei Deutschlands: Nicht Ost und West, nicht Nord und Süd, sondern das der Vereinfacher und Schlechtredner, über die man lachen könnte, würden sie nicht die öffentlichen Debatten so vergiften mit ihren Klassenkampf- und Umverteilungsparolen. Und das der Tatkräftigen, der Macher, der Anpacker, der Ideengeber und Neugierigen wie Selbstsicheren, der Freien und Selbständigen, die nicht warten und nach dem Staat rufen, sondern einfach machen."

Andrea Seibel, stellvertretende Chefredakteurin, in der "Welt" vom 13. August 2013

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 33 vom 15. August 2013

"Wenn die Leute sagen, Jesus war ein großer Lehrer, ein Prophet oder ein wirklich guter Mensch, (...) ist das nicht das, was Jesus selbst von sich dachte. Es bleibt die Herausforderung, dass Jesus entweder der war, der er sagte, dass er war, oder ein vollkommener 
Spinner. (...) Wir haben da die Wahl. Und ich glaube, dass Jesus der Sohn Gottes war."

Der Sänger einer der weltweit bekanntesten Popgruppen, U2, Bono (Irland), in einem Interview mit dem US-Magazin "Christianity today"

 

"Du sollst, du sollst, du sollst. Das grüne Regelwerk wirkt wie spröder Protestantismus - nur ohne Gott. Die Grünen benehmen sich, als wären sie die Erziehungsberechtigten der Bundesrepublik - und als hätten sie mit ihrer Dogmatik die Wahrheit gepachtet. Vielleicht liegt es daran, dass so viele Lehrer und Beamte unter ihnen sind. Aber die Bundesbürger sind längst erwachsen. Wann und warum jemand einen Hamburger oder einen Tofuburger verzehrt, sollte er selbst entscheiden. Den Staat und die Politik geht das gar nichts an. "

Die "Welt am Sonntag" im Kommentar "Die Grünen, die neuen Oberlehrer der Nation".

 

"Wann immer in der Bundesrepublik eine Debatte beginnt, darf man sich gewiss sein: Deutschland steht auf der Seite der Guten, seine Position ist zugleich eine Inkarnation der Weltmoral. In Afghanistan begnügte sich die Bundeswehr lange damit, Brunnen zu bohren und Schulen zu bauen, während man das Kämpfen den Nato-Alliierten überließ. (...) In der globalen Aufregung um die Behauptungen des NSA-Verräters Snowden protestiert niemand so schrill gegen den amerikanischen Überwachungsstaat wie deutsche Medien, zugleich wertet man emsig die Erkenntnisse der US-Geheimdienste aus. "

"Neue Zürcher Zeitung"

 

"Die völlig überzogene Tierliebe der Deutschen muss wie Hohn für all die Menschen klingen, die nicht wissen, wie sie über die Runden kommen. Was soll ein Kind aus einem Hartz-IV-Haushalt denken, das sich in der Suppenküche die einzige warme Mahlzeit des Tages holen muss, wenn es Regale voller Tier-Delikatessen in den Supermärkten sieht? Beim Spaziergang in Berlin komme ich an diversen Tagesstätten vorbei. Die für Kinder und Alte wirken renovierungsbedürftig, die für Hunde wie reiner Luxus - auch was die Preise angeht. Es gibt Katzen-Cafés und Hunde-Hotels, aber Ferienbetreuung für Kinder sucht man meist vergebens."

Bernd Ulrich auf "Zeit online" zum Umgang der Grünen mit dem Pädophilieskandal

 

"Optimistisch mache (den katholischen Theologen) Zulehner auch die Bestrebung von Papst Franziskus nach einer Rückkehr zur 'Einfachheit des Anfangs': So habe der Papst einem Kardinal, der ihn mit 'Heiliger Vater' ansprach, gesagt: 'Glaubst du, dass Johannes Petrus auch mit Heiliger Vater angeredet hätte?' Und so denke ich, er wird eine sehr starke Vereinfachung herbeiführen"

Peter Hahne in der "Bild am Sonntag"

 

"Die große Mehrheit deutscher Medien ist grün-rot. Folglich lenkt die Mehrheit der Medienmacher Aufmerksamkeit und Zorn ihrer Verbraucher auf politische und gesellschaftliche Milieus, die nicht grün oder rot sind. (...) Die Meinungs(ver)führer sind weniger erfolgreich als sie wollten, denn in der Gesellschaft insgesamt ist Grün-Rot längst nicht so stark wie in den Medien. Die Konsumenten der politischen Presse entziehen sich in ihrem Verhalten den jeweiligen Verführern. Themen und Empörungen können die Medien auf die Tagesordnung setzen, sie können Stimmungen und Meinungen entfachen, aber weniger die politischen Grundentscheidungen ihrer Konsumenten steuern. Die Verführten entziehen sich ihren Verführern. Nicht ganz, aber doch mehr als oft vermutet."

Michael Wolffsohn, Historiker, bei ?Focus Online? am 31. Juli 2013

 

"Ich habe Schwierigkeiten mit der Vorstellung, daß eine Partei vor allem modern sein muß. Denn auch eine Partei muß manchmal den Mut haben, gegen sogenannte moderne Vorstellungen in einer Gesellschaft zu stehen."

Renate Köcher, Chefin des Instituts für Demoskopie Allensbach, im "Cicero", Ausgabe August 2013

 

"Wenn es eines Beweises bedurft hätte, daß bei der SPD derzeit mehr Verzweiflung als Wahlkampf-Sachverstand herrscht, dann hat ihn die Partei jetzt erbracht: Die Sozialdemokraten plakatieren mit Merkel. Nicht mit Steinbrück. Nicht mit ihrem eigenen Kanzlerkandidaten. (...) Die Kanzlerin hat - erstaunlich genug - fantastische Umfragewerte. Die Bürger mögen sie trotz der Beliebigkeit, mit der sie Politik macht und das Land führt. Sie derart zu attackieren, wird der SPD nicht zum Vorteil gereichen. Dazu sind potentielle sozialdemokratische Wähler zu konservativ."

Jan Jessen, Redakteur, bei "Der Westen.de" am 31. Juli 2013

 

"Meine Kinder wachsen in diese Trashkultur-Welt hinein, damit muß ich zurechtkommen. Ich werde versuchen, auf sie aufzupassen. Mir gefällt einfach nicht, daß sich Mädchen heutzutage im Stil von Prostituierten anziehen und daß das auch noch zunehmend akzeptiert wird. (...) Wenn du dich ausschließlich in dieser Trashkultur bewegst, ist es, wie den ganzen Tag Bonbons zu essen"

Sofia Coppola, Filmregisseurin, im "Zeit-Magazin" vom 1. August 2013

 

"Regime wie das Assads sind eine Geißel ihrer Völker. Aber Bürgerkriege sind eine schlimmere. Die Vorstellung, es gebe ein fragloses Recht, mit diesen jene zu beseitigen, ist eine merkwürdige moralische Verirrung."

Reinhard Merkel, Professor für Strafrecht und Rechtsphilosophie, in der "FAZ" vom 2. August 2013

 

"Die ganze Republik ist ein Nacktbadestrand. Was im Polizeibericht früher 'Gliedvorzeiger', abgekürzt GVZ, hieß, das sind heute Menschen, die sich 'outen', wofür sie nicht mehr zum Verhör gebeten, sondern mit Preisen für Zivilcourage überschüttet werden."

Henryk M. Broder, Kolumnist, bei "Welt Online" am 6. August 2013

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 31/32 vom 08. August 2013

"Ich habe kein Gold und kein Silber dabei. Aber das Wertvollste überhaupt: Jesus Christus! ? Ruft nicht Franziskus. Ruft Jesus! 

Papst Franziskus beim (katholischen) Weltjugendtag im brasilianischen Rio de Janeiro, der über drei Millionen Teilnehmer verzeichnete

 

"Wer noch keine Reise gebucht hat, dem empfehle ich einen Besuch in den (von dem Hochwasser geschädigten) Regionen. Das wird bestimmt nicht nur ein schöner Urlaub, sondern ist zugleich gelebte Solidarität. "

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) in seiner Empfehlung, Ferien in der Region um Passau, in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg zu machen.

 

"Hat das Losungsbuch auf Ihrem Schreibtisch eine Bedeutung? "
Woidke:" Nicht täglich, aber ab und zu nutze ich es. Ich bin ein fröhlicher Evangele. Wie viele evangelische Christen gebe ich zu: Ich freue mich nicht immer an meiner Kirche, aber jeden Tag an meinem Glauben."

Der designierte Ministerpräsident von Brandenburg, Dietmar Woidke (Potsdam), in der Lausitzer Rundschau. Er ist Nachfolger von Matthias Platzeck, der aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten ist.

 

"Es gibt keinen Runden Tisch, an den die Opfer geholt würden und an dem die heutigen Grünen für die damaligen einstehen würden, wie es (katholischerseits) Pater Mertes seinerzeit im Berliner Canisius-Kolleg getan hat. Es gibt auch keinen Aufruf des Vorstandes (der Partei) an mögliche Opfer, sich anonym zu melden. Es gibt eigentlich gar nichts außer Worten. Man sieht: Die Grünen können mit dem Bösen nichts anfangen, zumindest nicht mit dem Bösen in den Grünen."

Bernd Ulrich auf "Zeit online" zum Umgang der Grünen mit dem Pädophilieskandal

 

"Optimistisch mache (den katholischen Theologen) Zulehner auch die Bestrebung von Papst Franziskus nach einer Rückkehr zur 'Einfachheit des Anfangs': So habe der Papst einem Kardinal, der ihn mit 'Heiliger Vater' ansprach, gesagt: 'Glaubst du, dass Johannes Petrus auch mit Heiliger Vater angeredet hätte?' Und so denke ich, er wird eine sehr starke Vereinfachung herbeiführen"

Der Theologe Paul Zulehner (Wien) in der Katholischen Presseagentur Österreichs

 

"Es ist jetzt an der Zeit, sich der eigenen Identität bewußt zu werden und mit einer aufgeräumten Vergangenheit die Freiheit und die Demokratie zu verteidigen. Deutschland muß sein Gesicht zeigen. (...) Gerade in einer Welt, in der global gehandelt wird, in der die Wirtschaft wie ein unübersichtliches Rad alle Staaten miteinander verzahnt, ist eine gelebte eigene Identität, ein selbstbewußter Staat überlebenswichtig. Nicht nur für den eigenen Staat, sondern auch für die Handelspartner."

Björn Kügler, Autor, im Online-magazin "Geolitico" am 17. Juli 2013

 

"Die Auseinandersetzung mit unserer Nazi-Geschichte hat uns sensibilisiert, sie macht uns aber vielleicht manchmal auch narzißtisch und dumm. Das nimmt zu, je weiter der Schrecken zurückliegt. (...) Je mehr ich mich mit dem 20. Juli befaßte, desto klarer wurde mir, wieviel Rettendes und Befreiendes von innen kommt. Wir kennen diese Kräfte nur viel zu wenig."

Antje Vollmer, Publizistin und ehemalige Grünen-Politikerin, in der "Frankfurter Rundschau" vom 20. Juli 2013

 

"Wir müssen Deutschland nicht mit einer gemeinsamen Währung oder irgendeiner anderen föderalistischen Erfindung 'einsperren'. (...)Es war nicht der Euro, glaube ich, der die Deutschen vom Militarismus heilte. Man guckt sich in Berlin um und was dich am meisten trifft, ist, wieviel der Stadt dem Boden gleichgemacht wurde. Es gibt kaum ein Vorkriegsgebäude, das nicht Narben russischer Granaten oder alliierter Bomben trägt. Diese Stadt stand im Zentrum der zwei schlimmsten Fälle von Psychose in Europa - erst Faschismus und dann Kommunismus. Dieses erweiterte Trauma hinterließ ein verändertes Deutschland. Ich kann verstehen, warum die Generation meines Großvaters so fühlte wie er, aber es ist Zeit, das alles zu vergessen und das neue Deutschland zu umarmen."

Boris Johnson, Oberbürgermeister von London, im "Telegraph" vom 21. Juli 2013

 

"Wenn der Zweifel am Euro verbreitet ist, dann hat es nichts Unanständiges, diesem Zweifel politisch Ausdruck zu geben. Im Gegenteil, es ist gut, daß die Zweifler in die Arena steigen. Es wird sich zeigen, ob sie nicht nur recht haben, sondern auch recht bekommen können. (...) Angela Merkels TINA, there is no alternative, steht einer Demokratie nicht gut zu Gesicht. Man komme der AfD auch nicht mit dem Argument, sie würde den Wahlsieg von Frau Merkel verhindern. Träte das ein, dann wäre dafür nicht die AfD, sondern Merkel selbst verantwortlich: mit ihrer Diskursverweigerung."

Thomas Schmid, Journalist und Herausgeber, bei "Welt Online" am 29. Juli 2013

 

"Ein guter Staat ist nämlich nicht fett. Er ist schlank und fit, aber nicht arm. Der Soli ist für die Politik, was der doppelte Cheeseburger für die Couch-Potato ist: Der Hunger wird zwar gestillt, aber das Übergewicht geht nicht weg, und der Kreislauf wird nicht besser, solange man nicht sein Leben ändert."

Thilo Sarrazin, ehemaliger Finanzsenator und Bundesbankvorstand, bei "Focus Online" am 29. Juli 2013

 

"Wann immer in der Bundesrepublik eine Debatte beginnt, darf man sich gewiß sein: Deutschland steht auf der Seite der Guten, seine Position ist zugleich eine Inkarnation der Weltmoral. In Afghanistan begnügte sich die Bundeswehr lange damit, Brunnen zu bohren und Schulen zu bauen, während man das Kämpfen den Nato-Alliierten überließ. (...) In der globalen Aufregung um die Behauptungen des NSA-Verräters Snowden protestiert niemand so schrill gegen den amerikanischen Überwachungsstaat wie deutsche Medien, zugleich wertet man emsig die Erkenntnisse der US-Geheimdienste aus."

Eric Gujer, Leiter des Ressorts Außenpolitik, in der "Neuen Zürcher Zeitung" vom 10. Juli 2013

 

"Prism, Isis, Tempora - diese High-Tech-Programme staatlicher Überwachung markieren einen Wendepunkt. Es werden nicht nur sämtliche Bürger lückenlos elektronisch ausspioniert, sondern es sind wenige Entscheider auf Geheimdienstebene, die über unsere Daten bestimmen - und das ohne jegliche demokratische Legitimation. Sie errichteten einen Staat im Staat. (...) Doch niemand möchte ins Fadenkreuz der Sicherheitsbehörden geraten, zumal die Grenzen zwischen Ausspähen, Strafverfolgung und Mißbrauch verwischen."

Vlad Georgescu, Wissenschaftsjournalist, im Politischen Feuilleton des Deutschlandradios vom 10. Juli 2013

 

"Wie oft und mit welchem Eifer haben Sie die Machenschaften des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR verurteilt! Zu Recht, denn die Stasi war eine ekelhafte Institution, das müssen Sie mir, einem Republikflüchtigen, nicht erklären. Dennoch hat die Stasi über mich persönlich vermutlich nicht den hundertsten, vielleicht nicht den tausendsten Teil der Informationen besessen, die irgendwo bei der NSA auf Festplatten herumliegen. Wäre es, sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, nicht Ihre politische, Ihre juristische, Ihre moralische Pflicht, mich als Bürger vor den Angriffen auf meine Privatsphäre zu schützen?"

Eugen Ruge, Schriftsteller, in der "FAZ" vom 11. Juli 2013

 

"Die deutsche Wirtschaft würde eine Rußland-Strategie der Bundesregierung begrüßen, die zu einer engeren Anbindung Rußlands und des russischen Marktes an die EU beiträgt. Knapp die Hälfte der befragten Ost-Ausschuß-Mitglieder sind der Ansicht, daß Rußland in der Politik der gegenwärtigen Bundesregierung keinen angemessenen Stellenwert einnimmt. 54 Prozent der Unternehmen bemerken eine Verschlechterung des deutsch-russischen Verhältnisses."

Eckhard Cordes, Vizepräsident des CDU-Wirtschaftsrats, auf der Jahreskonferenz des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft am 11. Juli 2013

 

"Im Prinzip ist der Besitz von Gold eine Form der Versicherung gegen Krieg, den Zusammenbruch des Finanzsystems und Währungsentwertung. (...) Es ist daher Unsinn, zu behaupten, der Anstieg des Goldpreises wäre lediglich eine Blase gewesen. Allerdings trifft es schon auch zu, daß mit dem Anstieg des Goldpreises eine wachsende Zahl naiver Investoren auch einsteigen wollte."

Kenneth Rogoff, früherer Chefökonom des Währungsfonds IWF, im Wiener "Standard" vom 12. Juli 2013

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 29-30 vom 17. Juli 2013

"Bleiben Sie ein Stachel im Fleisch!"


Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer Rede am 12. Juni vor theologisch konservativen Protestanten - 
den Pietisten bzw. den Evangelikalen - im Christlichen Gästezentrum Württemberg in Schwäbisch Gmünd.

 

" Wir verlieren uns geradezu im politisch Korrekten."

Der Präsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes, Gottfried Locher, im Zürcher Tagesanzeiger. Er plädiert u. a. für mehr Klartext im Dialog mit dem Islam.

 

"Ich möchte nicht in einer Welt leben, in der alles, was ich sage oder tue, jeder Ausdruck von Kreativität, Liebe oder Freundschaft aufgezeichnet wird. "

Edward Snowden im "Guardian" über 
das Motiv für seine NSA-Enthüllungen

 

"Viele verstehen Anglizismen nicht, man schließt (gebraucht man sie - 
d. Red.) ganze Bevölkerungsgruppen von Kommunikation aus. Man hat das anhand eines Werbespruchs der Parfümeriekette Douglas untersucht: 'Come in and find out.' Viele meinten, es bedeute: 'Komm herein und finde wieder raus', nicht Komm rein und entdecke'."

Kommunikationsprofessor Frank Brettschneider in der Süddeutschen Zeitung

 

"Spektakulär sind die Waren (Angebote für den Sommer im Online-Shop - d. Red.) der Jungen Union. Sie lassen auch Rückschlüsse auf die als Partyjugend offenbar massiv unterschätzte Parteijugend zu: Im 'Strandparty-Paket' sind neben '25 Eiswürfeln' auch ein Badetuch und 50 Kondome enthalten."

Die Frankfurter Allgemeine Sonntags-
zeitung über die CDU/CSU-Nachwuchs-
organisation "Junge Union"

 

"Ich finde es gut festzulegen, was nach dem Tod passieren soll. Meine Mutter wollte, dass ich ein kleines Heft kaufe. Da hat sie reingeschrieben, was auf der Trauerfeier passieren soll, und wer eingeladen wird und wer nicht... Früher habe ich gesagt: 'Ich möchte mal tot umkippen'. Das ist für die anderen schrecklich, aber für mich ist es gut. Heute wünsche ich mir das nicht mehr. Ich wünsche mir, dass ich bei klarem Verstand und sehenden Auges dahingehe. Und dass ich noch Zeit habe, mit denen, die ich mag, zu reden und mich zu verabschieden. Aber erst in Jahrzehnten, versteht sich.'

Der frühere SPD-Vorsitzende Franz Müntefering (73) in der FAZ

 

"Es stimmt nicht, daß der natürliche Lauf der Welt sich auf die Demokratie zubewegt. Weltweit betrachtet, ist Demokratie die Ausnahme, ist sie nicht das verheißene Land, von dem alle Menschen träumen. Wohl aber träumen die Deutschen gerne von einer Welt, in der alle Menschen den Frieden lieben, gerade so wie sie, und den runden Tisch und die Gleichstellung der Geschlechter und den Klimaschutz und natürlich die Privatisierung der Religion. Die Welt aber, sie ist nicht so. Der Sonderweg heißt Deutschland."

Alexander Kissler, Publizist, im Deutschlandradio am 4. Juli 2013

 

"Laut haben Konservative und Sozialdemokraten die Spionage der US-Geheimdienste als Skandal bezeichnet. Scharfe Konsequenzen ziehen sie aber nicht. Das ist feige."

Rebecca Harms, Fraktionsvorsitzende der Grünen, im EU-Parlament am 4. Juli 2013

 

"Leider müssen die Ägypter noch ein bißchen warten, bis die EU eine neue Richtlinie erläßt, nach wem sie sich künftig richten sollen. Denn erst muß in Brüssel und anderen Weltstädten geklärt werden, ob man das, was am Nil passiert ist, einen Putsch nennen darf/soll/muß. Putschpuristen verneinen das, schließlich seien die Generäle nicht mit quietschenden Reifen vorgefahren, hätten ihre schönen Sonnenbrillen aufbehalten und überhaupt den Punch vermissen lassen. Mursi seinerseits hat nicht einmal sein letztes Versprechen gehalten, lieber zu sterben als abzutreten. Irgendwie scheinen die in Kairo nicht den Kairos erwischt zu haben. Und schon ist der Welterbetitel Putsch futsch."

Berthold Kohler, Mitherausgeber, in der "FAZ" vom 6. Juli 2013

 

"Für die glaubwürdige Ausrichtung sowohl der Volkskirchen als auch der Volksparteien sind Führungspersönlichkeiten und Repräsentanten notwendig, die dieses Programm öffentlich glaubwürdig vertreten. Die meisten evangelischen Landeskirchen (...) vernachlässigten in den letzten Jahrzehnten die Repräsentation konservativer Positionen, vor allem aber wurden fast alle Positionen und Funktionen mit Vertretern des linken Spektrums besetzt. Dieser Umstand gefährdet den Status einer Volkskirche nachhaltig und führt dazu, daß ein beträchtlicher Teil der Kirchenmitglieder sich nicht vertreten fühlt."

Alfred Seiferlein, Professor für Praktische Theologie, in "Evangelische Verantwortung", Ausgabe 5-6/2013

 

"Die letzten Echos der antideutschen Stimmen, die sich in unseren britischen Zeitungen und Medien so lange breit gehalten haben, werden bald für immer verklungen sein."

John le Carré, britischer Schriftsteller, im "Focus" vom 8. Juli 2013

 

"Der Lackmustest in der Euro-Frage ist die Alternative für Deutschland (AfD): Je erfolgreicher wir sind, desto schneller steuern die anderen Parteien um."

Bernd Lucke, Vorsitzender der AfD, im "Spiegel" vom 8. Juli 2013

 

"Nur mit Lockerheit geht es schließlich auch nicht."

Sebastian Jung, Verteidiger bei Eintracht Frankfurt, in der Online-Ausgabe des "Kicker" am 9. Juli 2013

 

"Die Welt stellt uns als wiedervereinigtes Land ein gutes Abschlußzeugnis aus. Nur wir merken es nicht, glauben es nicht oder wollen es nicht."

Thorsten Alsleben, ehemaliger ZDF-Korrespondent, in "idea spektrum" vom 26. Juni 2013

 

"Wir leben auf Kosten der künftigen Generationen. Bisher dachte jede Generation an die Vorgänger und an die Nachkommen. (...) Das interessante an der Nachkriegsgeneration, also an den Babyboomern, ist ihre Tendenz, im Hier und Jetzt zu leben, zu Lasten der Jungen und Ungeborenen. Das führte zur Schuldenkrise: Der Vorrang des kurzfristigen Denkens lieferte die Rechtfertigung dafür, jedes Jahr Defizite zu schreiben."

Niall Ferguson, Historiker, in der "Weltwoche" von 27. Juni 2013

 

"Wir müssen uns jetzt rächen dafür, daß auf Rußland gespuckt wird. Wir spucken auf Amerika und bieten Edward Snowden Asyl und die Staatsbürgerschaft an. Wenn wir schon dem fettleibigen, abgeschriebenen Säufer-Schauspieler Gérard Depardieu Asyl gegeben haben, dann auch diesem jungen Soldaten des Lichts."

Eduard Limonow, Schriftsteller, in der "Iswestija" vom 27. Juni 2013

 

"Wie keine zweite Partei, die in immerhin sechs Bundesländern mitregiert, überziehen die Grünen alles, was nicht den Lebensstil-Vorstellungen ihrer Wählerschaft entspricht, mit teils abstrusen Verbotsforderungen. Es reicht den Grünen nicht mehr, mit Überzeugung und dem Jutebeutel in der Hand voranzugehen, mit einer Plastiktüten-Steuer (22 Cent pro Beutel) sollen auch alle anderen dazu erzogen werden."

Ulli Tückmantel, Ressortleiter, in der "Rheinischen Post" vom 28. Juni 2013

 

"Über die Gründe für deutsches Banausentums ist viel gerätselt und spekuliert worden. (...) Ist - wie fast bei allem - auch hier das Dritte Reich schuld, das allem Zackigen, Haltungsbetonten und Schneidigen den Beigeschmack des Faschistoiden verlieh und im Gegenzug das Schluffige, Schlabbrige und Ausgebeulte mit der Aura des Zivilisierten, Widerständigen und Moralischen adelte? Immerhin könnte das auch erklären, weshalb in Deutschland alles Unachtsame, Unansehnliche und Unmodische als Ausdruck moralischer Integrität gilt. Das Gute kommt in Deutschland in ausgelatschten Tretern und Regenjacken daher, während Maßanzüge, rahmengenähte Lederschuhe und exquisite Hemden hochgradig verdächtig sind."

Alexander Grau, Wissenschaftsjournalist, bei "Cicero Online" am 29. Juni 2013

 

"Früher wollten Politiker und Parteien ihre eigenen Ziele durchsetzen. Dafür wurden Kämpfer an der Spitze gebraucht. Man wollte die Wähler überzeugen. Heute läuft es andersherum. Die Parteien versuchen herauszufinden, was die Mehrheit der Bevölkerung will, um dann diesen Wunsch zu erfüllen. Es werden keine Kämpfer mehr gebraucht, sondern flexible, anpassungsfähige Personen, die nicht auf ihrer Position beharren."

Walther Otremba, Staatssekretär a.D., in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" vom 30. Juni 2013

 

"Kein Thema für die Familienpolitik ist weiterhin, wie der Staat sich zum werdenden Leben verhält. Dabei geht es auch hier um Vereinbarkeit, nämlich um die der Ansprüche des Staates mit seinem Handeln. Wer jedes Jahr hunderttausend Abtreibungen faktisch fördert, der sollte über fehlende Geburten nicht jammern."

Reinhard Müller, Politikredakteur, in der "FAZ" vom 21. Juni 2013

 

"Ich wußte noch nie, wieso alle nur von Kraft und Disziplin der Deutschen reden, das ging mir schon immer auf die Nerven. (...) Wenn jemand was von Philosophie, Musik, Literatur, Kreativität und Kunst versteht, dann die Deutschen, trotz der Kriege. Die Deutschen sind lustige Typen, saufen bis sechs Uhr morgens und stehen um acht Uhr wieder auf der Matte. Die Deutschen bauen schöne Autos. Jetzt spielen sie auch noch herrlich Fußball. Ihr habt ein wunderbares Land."

César Luis Menotti, argentinische Trainerlegende, im "SZ-Magazin" vom 21. Juni 2013

 

"Ein Papst muß konservativ sein, er hat schließlich die apostolische Tradition zu konservieren. Er muß aber auch fortschrittlich sein, denn er darf nicht stehenbleiben und muß die Kirche in die Zukunft führen. Insofern irritiert jede Gestalt, die konservativ und fortschrittlich zugleich ist."

Kardinal Kurt Koch, Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, in "Credo", Ausgabe Juni 2013

 

"Der Wähler vergißt schnell. Und das mag daran liegen, daß er sich bei seiner Wahlentscheidung nicht an der Vergangenheit orientiert, sondern an seinen Erwartungen an die Zukunft. Am Wahltag zählen für ihn nicht die Leistungen der Regierung in den vergangenen vier Jahren, es zählen nur die Aussichten für die kommende Legislaturperiode. Die Parteien wissen, wie vergeßlich der Wähler ist, deshalb handeln sie im Wahlkampf nicht nur mit deren Interessen, sondern auch mit Hoffnungen und mit Illusionen. Gelegentlich handeln sie auch mit Zitronen."

Christoph Seils, Ressortleiter Online, bei "Cicero.de" am 24. Juni 2013

 

"Wenn ein Nationalstaat in der EU souverän sein will - und darauf besteht David Cameron ja sehr entschieden -, dann muß er die Rechte anderer Nationalstaaten beachten. Dann muß er seine eigenen Grenzen kennen und die Rechte anderer Staaten respektieren."

Torsten Krauel, Chefkommentator, in der "Welt" vom 24. Juni 2013

 

"Der von so vielen Italienern geliebte und ebenso gehaßte Berlusconi wurde ein bißchen in einem Stellvertreterprozeß gerichtet, ganz einfach, weil er eben Kapitalist, Macho, und eben Berlusconi ist. Italien bleibt eben kulturell Italien. Da kann auch eine Einheitswährung wie der Euro nichts dran ändern (...) Daß ein gealterter Papagallo lieber in den Knast geht, als daß er das Ende seiner Männlichkeit öffentlich eingesteht, dürfte nicht ganz unitalienisch sein, nicht ganz undeutsch und eben nicht ganz unmännlich."

Bettina Röhl, Kolumnistin, in der Online-Ausgabe der "Wirtschaftswoche" vom 25. Juni 2013

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 29-30 vom 17. Juli 2013

"Bleiben Sie ein Stachel im Fleisch!"


Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer Rede am 12. Juni vor theologisch konservativen Protestanten - 
den Pietisten bzw. den Evangelikalen - im Christlichen Gästezentrum Württemberg in Schwäbisch Gmünd.

 

" Wir verlieren uns geradezu im politisch Korrekten."

Der Präsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes, Gottfried Locher, im Zürcher Tagesanzeiger. Er plädiert u. a. für mehr Klartext im Dialog mit dem Islam.

 

"Ich möchte nicht in einer Welt leben, in der alles, was ich sage oder tue, jeder Ausdruck von Kreativität, Liebe oder Freundschaft aufgezeichnet wird. "

Edward Snowden im "Guardian" über 
das Motiv für seine NSA-Enthüllungen

 

"Viele verstehen Anglizismen nicht, man schließt (gebraucht man sie - 
d. Red.) ganze Bevölkerungsgruppen von Kommunikation aus. Man hat das anhand eines Werbespruchs der Parfümeriekette Douglas untersucht: 'Come in and find out.' Viele meinten, es bedeute: 'Komm herein und finde wieder raus', nicht Komm rein und entdecke'."

Kommunikationsprofessor Frank Brettschneider in der Süddeutschen Zeitung

 

"Spektakulär sind die Waren (Angebote für den Sommer im Online-Shop - d. Red.) der Jungen Union. Sie lassen auch Rückschlüsse auf die als Partyjugend offenbar massiv unterschätzte Parteijugend zu: Im 'Strandparty-Paket' sind neben '25 Eiswürfeln' auch ein Badetuch und 50 Kondome enthalten."

Die Frankfurter Allgemeine Sonntags-
zeitung über die CDU/CSU-Nachwuchs-
organisation "Junge Union"

 

"Ich finde es gut festzulegen, was nach dem Tod passieren soll. Meine Mutter wollte, dass ich ein kleines Heft kaufe. Da hat sie reingeschrieben, was auf der Trauerfeier passieren soll, und wer eingeladen wird und wer nicht... Früher habe ich gesagt: 'Ich möchte mal tot umkippen'. Das ist für die anderen schrecklich, aber für mich ist es gut. Heute wünsche ich mir das nicht mehr. Ich wünsche mir, dass ich bei klarem Verstand und sehenden Auges dahingehe. Und dass ich noch Zeit habe, mit denen, die ich mag, zu reden und mich zu verabschieden. Aber erst in Jahrzehnten, versteht sich.'

Der frühere SPD-Vorsitzende Franz Müntefering (73) in der FAZ

 

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 28 vom 10. Juli 2013

"Das ist kein Verlust. Das ist ein Gewinn. 
Ich gehe nach Hause zu Jesus "

Mit diesen Worten verabschiedete sich Ende Juni die 52 Jahre alte Kimberly McCarthy. Sie wurde hingerichtet, weil sie 1997 
eine Rentnerin bei einem Einbruch getötet haben soll. Das Urteil war bis zum Schluss umstritten. Sie war die 500., die im 
US-Bundesstaat Texas mit dem Tode bestraft wurde

 

"Das (die Geburt Jesu, Red.) hat mit Sicherheit in Bethlehem stattgefunden. Aber viel wichtiger als die Frage, wo er geboren ist, ist, dass er in einem selber immer wieder geboren ist."

Der baden-württembergische Ministerpräsident, Winfried Kretschmann (Grüne), bei seinem Besuch in Bethlehem laut "Bild"

 

"Wenn ich einen Priester oder eine Nonne in einem nagelneuen Auto sehe, macht mich das traurig."

Papst Franziskus vor jungen Priestern in Rom. Im Hintergrund seiner Kritik steht - laut italienischen Medien -, dass die meis­ten Kardinäle Luxusautos führen. Er selbst fährt einen alten Ford Fiesta."

 

" ARD: "Was macht Göring-Eckardt eigentlich nach der Wahl? Wieder Präses in der EKD? Zweites Glied bei den Grünen oder Regierungsamt, und wenn ja, welches?" Göring-Eckardt: "Wie schön, dass Sie so konkret fragen - sie fragen mich einfach noch mal am 23. September - ich hoffe sehr, dass wir dann über Regierungsbeteiligung, dass wir dann über Rot-Grün reden, und dann freue ich mich darauf, in diesem Land gestalten zu können, damit es gerechter wird und damit es ökologischer wird."

Aus dem Sommerinterview in der ARD. Nach dem Amt als Präses der EKD will die Spitzenkandidatin der Grünen nach der Bundestagswahl demnach nicht mehr gefragt werden

 

"Die EKD hat eine Orientierungshilfe zum Thema Ehe und Familie veröffentlicht. Darin sagt sie, dass ihr der formale Status einer Beziehung - also die Ehe - nicht mehr so wichtig sei. Entscheidend sei die Qualität des Zusammenlebens. Eheleute, homosexuelle Paare, Geschiedene, Alleinerziehende mit Kindern: Wenn sie nur willig sind, dauerhaft und verlässlich füreinander da zu sein, sind sie Familie. Für diese Neuorientierung hat die Kirche viel Lob bekommen. Zu Unrecht. Denn eine Kirche, die ihren normativen Anspruch an die Welt aufgibt, tut zwar keinem mehr weh. Aber sie hilft auch niemandem ... Eine Glaubensgemeinschaft aber, die es nicht mehr wagt, von ihren Gläubigen etwas zu verlangen, verliert ihren Markenkern, sie gibt sich auf. Da, wo alles gut ist, ist am Ende nämlich alles egal. "

Die TV-Moderatorin & Journalistin Ursula Weidenfeld im "Tagesspiegel" (Berlin)

 

"Minderheit/Mehrheit, das soll es nicht mehr geben, da steckt schon Norm drin und Herrschaft. Das muß weg. Denn es gibt keine Identität, nur eine Welt der Optionen. Einen Menschen auf eine Option festzulegen heißt, ihn darin einzusperren. Ob du schwul bist oder hetero, Mann oder Frau, das sind bloß Zuschreibungen der Gesellschaft. In Wahrheit sind wir alle multioptional. Man könnte auch sagen, unbeschriebene Blätter. Hier ist ein Umschlagspunkt im Denken erreicht. Nun geht es nicht mehr darum, einer unterdrückten Minderheit zu ihrem Recht zu verhelfen, jetzt geht es darum, die Ideen der Mehrheit in Salzsäure zu baden, ihr die Definitionsmacht aus der Hand zu schlagen. Die Mehrheit findet das schrecklich interessant. Wirft sie doch selbst ihre Formen fröhlich über Bord, Ehe und Familie zuerst. Die Avantgarde nimmt die Huldigung huldvoll an."

Wolfgang Büscher, Autor, in der "Welt" vom 14. Juni 2013

 

"Als wir 2002 Wahlkampf gemacht haben und an unseren Ständen Bionade verteilt haben, da war das etwas Neues. Heute gibt es sie bei Mc-Donald?s. Wir sehen: Der bewußtere Umgang mit Natur hat längst Einzug in den Alltag gehalten."

Jürgen Trittin, Bundestagsspitzen-kandidat der Grünen, in "The European", Ausgabe 3/13

 

"Was ich für Kultur halte, ist in den vergangenen fünfzig Jahren weitgehend verschwunden. Heute herrscht eine globale Zerstreuungskultur, die mit ihren frivolen Banalitäten den Alltag der Menschen schmieren soll. Das Bild ersetzt die Schrift, Gefühle sind wichtiger als Gedanken. Diese Light-Kultur hat weder Substanz noch Würde. Sie ist konformistisch und dient nur noch dem Zeitvertreib. Wörter wie Ideal, Brüderlichkeit, Schöpfung, Seele bedeuten nichts mehr. Damit wird zerstört, was unserer Zivilisation Sinn, Inhalt und Ordnung gibt."

Mario Vargas Llosa, Literaturnobelpreisträger, in der "Welt am Sonntag" vom 16. Juni 2013

 

"Deutschlands Wahlkampf aller Parteien erinnert fatal an den des französischen Präsidenten François Hollande: Der hatte ein Instant-Sozialparadies versprochen und hinter vorgehaltener Hand erzählen lassen, daß er schon genau wisse, daß es ohne schmerzhafte Einschnitte nicht abgehen werde. Jetzt kann er die Versprechungen der Kampagne nicht abschütteln und reitet das Land in die Krise. Schwer vorstellbar, daß deutsche Politiker viel versprechen und dann auch nicht liefern. Sie werden die Geister, die sie rufen, nicht mehr los - und das Land am Ende linker, ärmer und unfreier."

Roland Tichy, Chefredakteur, in der "Wirtschaftswoche" vom 17. Juni 2013

 

"Für uns ist die Religion die Aufforderung zum persönlichen Glauben, kein Instrument, um Politik zu machen. (...) Für uns in Syrien bedeutet Säkularismus die Freiheit der Religionen: Christen, Muslime und Juden, mit allen ihren vielfältigen Konfessionen. Der Säkularismus ist notwendig für die Einheit der Gesellschaft und für das Gefühl von Staatsbürgerschaft. Dazu gibt es keine Alternative."

Baschar al-Assad, syrischer Präsident, in der "FAZ" vom 17. Juni 2013

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 27 vom 03. Juli 2013

"Banken haben den Platz der Kirche eingenommen, Geld ist 
zum Gott geworden, Banker sind die modernen Priester."

Der italienische Philosoph Giorgio Agamben. Er erhielt im Mai den Dr.-Leopold-Lucas-Preis der 
Evangelisch-Theologischen Fakultät in Tübingen.

 

" Gegenwärtig steht es nicht gut um die evangelische Kirche. Für einige ihrer Probleme ist sie allerdings selbst verantwortlich, etwa für die neue 'Orientierungshilfe' ... Die eigentliche Katastrophe (des Familienpapiers der EKD) aber besteht darin, dass die Sprache des Glaubens in Schwammigkeiten abrutscht und nur noch der Gesellschaftsrealität hinterherzuschlittern vermag. Theologisch ist dieser Text ein derartiges Armutszeugnis, dass es Zeit wird, sich daran zu erinnern, dass der Protestantismus von den christlichen Laien lebt. Wer, wenn nicht sie, sollte noch die theologische Neubesinnung der Kirche übernehmen können? "

Matthias Kamann in der überregionalen Tageszeitung "Die Welt" (Berlin)

 

" Die 'Orientierungshilfe' der evangelischen Kirche zum Thema Familie räumt mit konservativen Werten auf. Der Protestantismus entfernt sich damit nicht nur von seinen christlichen Wurzeln, er macht sich damit gar zum Jünger eines grün-besserwisserischen Zeitgeistes. Die EKD ist zur Kirche des gestrigen Trends, zur Schwafelkirche geworden. Mit der EKD ist keine Ökumene und selten ein Glaube, wohl aber ein Staat zu machen - ein Staat ganz nach dem Geschmack der 15-Prozent-Partei mit der Lizenz zur Weltverbesserung. "

Kulturredakteur Alexander Kissler auf 
Cicero Online unter der Überschrift 
"Schwafelkirche in Selbstauflösung"

 

" Rein handwerklich betrachtet ist die neue Orientierungshilfe der EKD großer Murks. Das Thema Ehe und Familie ist in dem Dokument historisch nicht hinreichend durchdrungen worden. Schwerer wiegt, dass es auch theologisch kaum durchdrungen worden ist. Und nochmals schwerer wiegt, dass die Verfasser nicht einmal in der Lage waren, den biblischen Befund richtig zu gewichten ... Der württembergische Landesbischof July ist der erste ranghohe Geistliche, der die Missstände beim Namen nennt. "

Reinhard Bingener in der Frankfurter Allgemeine Zeitung unter der Überschrift "Murks"

 

"Mein größter Wunsch ist, daß ich mein Leben als Frau nicht verpasse. Ich will sicher irgendwann mal Kinder haben. Mein Privatleben ist mir wichtiger als meine Arbeit. Und es hat mich übrigens verdammt lange Zeit gekostet, das herauszufinden."

Diane Krüger, deutscher Hollywood-Star, im Magazin "Mobil", 6/2013

 

"Bei Fällen von in Deutschland lebenden Gewalttätern, die sich darauf spezialisiert haben, Passanten niederzuschlagen und dann durch Tritte auf den Kopf zu töten (...), stellt es geradezu eine Tabuverletzung dar, nach der Herkunft der Täter zu fragen - außer wenn es deutsche Neonazis sind. Die korrekte Bezeichnung für diese Herkunftsfreien heißt 'Jugendliche'. Auf wundersame Weise weiß jedoch jeder, daß es sich höchst selten um Jugendliche aus Ghana, Vietnam, Polen, Thailand oder Österreich handelt. Obwohl doch Tausende junge Menschen aus diesen Ländern in Deutschland leben."

Dirk Maxeiner & Michael Miersch, in der "Welt" vom 6. Juni 2013

 

"Wenn Bekleidungsketten tricksen und Mode zu Hungerlöhnen in Fernost produzieren, ist die Empörung groß. Den bunten Riesen aus der Internetwelt lassen wir dagegen die Skandalmeldungen und die Steuertricks durchgehen. Eingelullt von der Bequemlichkeit der Apps auf unserem Smartphone treffen wir weiter fleißig Kaufentscheidungen zugunsten von Amazon, Apple oder Google."

Lars Reppesgaard, Wirtschaftsjournalist, im Politischen Feuilleton des Deutschlandradios, am 7. Juni 2013

 

"Drohneneinsätze, Guantánamo, Abhörskandale. Man kann bei der Terrorbekämpfung über vieles diskutieren, aber man muß es auch. Was Barack Obama als einen Lernprozeß hin zu einer pragmatischeren Politik der Terrorbekämpfung darstellt, ist mit Blick auf das jetzt bekanntgewordene flächendeckende Sammeln von Kommunikationsdaten ein Irrweg der Geheimhaltung und staatlicher Übergriffe, der eines Rechtsstaates unwürdig ist."

Marcus Pindur, Korrespondent, im Deutschlandfunk am 10. Juni 2013

 

"Lagen Amerikas Geheimdienste tatsächlich zu mehr als 99 Prozent auf der richtigen Seite der Verfassung? Dieselben Geheimdienste, die für George W. Bush Gutachten über den Irak gefälscht haben? Die zu sehr mit innerbehördlichen Eifersüchteleien beschäftigt waren, als daß sie 9/11 hätten verhindern können? Die heimlich gefoltert haben? Prism rührt an ein Dilemma unserer zusehends von Big Data geprägten Lebensweise."

Oliver Grimm, Publizist, in der Wiener "Presse" vom 11. Juni 2013

 

"Inzwischen hat sogar der Internationale Währungsfonds Fehler eingestanden und betont, daß Griechenland seine Schulden nicht tragen kann. (...) In Irland finanziert die Notenbank ein Fünftel der Wirtschaftsleistung, in Zypern das Euro-System sogar 60 Prozent. Höhere Zinsen, wie sie scheinheilige Politiker im Wahlkampf mit Blick auf die Sorgen der Sparer so gern fordern, sind gar nicht möglich, weil sonst 'gerettete' Länder kippen."

Holger Steltzner, Herausgeber, in der "FAZ" vom 11. Juni 2013

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 26 vom 26. Juni 2013

" Ein Christ, der in diesen Zeiten kein Revolutionär ist, ist kein Christ."

Papst Franziskus im Vatikan. Nach seinen Worten mache Jesu Auferstehung seine Nachfolger zu ?Revolutionären der Gnade?. 
Er rief die Christen auf, sich im Namen dieser Revolution für einen geistlichen Kampf gegen Traurigkeit und Pessimismus zu wappnen.

 

" Von einem Glaubensverlust der Protestanten lässt sich nur in Bezug 
auf die evangelischen Großkirchen sprechen. Hingegen liegt bei den Evangelikalen die Religiosität noch über der von Katholiken. Insofern lässt sich im europäischen Protestantismus von einer möglicherweise wachsenden Kluft zwischen ?Etablierten? und freikirchlich Geprägten sprechen. "

Die Tageszeitung "Die Welt" (Berlin)

 

" Wir haben die höchsten Steuer-einnahmen aller Zeiten. Da wären Steuererhöhungen eine Todsünde, 
die man als Katholik nicht einmal beichten könnte. "

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) in der "Bild am Sonntag"

 

" In Bethlehem wurde Christus geboren, in Damaskus das Christentum. Denn Paulus wurde in Damaskus zum Christen. Wir sind die Träger dieser Traditionen. Deshalb müssen wir Christen in Syrien bleiben. "

Der armenisch-orthodoxe Bischof in 
Damaskus, Armash Nalbandian, in der FAZ

 

" Das Christentum hat seine Ursprünge in Afrika. Ihr Europäer habt es in der Kolonialzeit zurück auf unseren Kontinent gebracht. Heute haben sich viele von euch davon abgewandt. Es wäre an der Zeit, dass euch das Wort Gottes aufs Neue überbracht würde. Von uns Afrikanern. "

Ein afrikanischer Pastor in der 
"Süddeutschen Zeitung"

 

"In der vergangenen Legislaturperiode sind alle Parteien nach links gerutscht. Links heißt in diesem Fall, dem Staatskatechismus erlegen. Selbst die FDP ist nach links gerutscht. Es geht den Deutschen ziemlich gut, aber wie lange das so bleibt, hängt von der Bereitschaft von Politik wie Wählern ab, sich weitere Reformen zuzumuten, auch wenn das im Augenblick niemand hören will. Die Politiker wollen dem Land nichts zumuten außer ihrer überbordenden Liebe, die von den Reichen finanziert werden soll. 100 Tage vor der Wahl kann man also festhalten, dass dieser Wahlkampf bislang recht luxuriös an den Herausforderungen der Gegenwart vorbei geführt wurde."

Die Tageszeitung "Die Welt" zum Parteitag der Linken in Dresden

 

"Eigentum bedeutet also für die meisten: Ich will meine Ruhe haben, und ich vertraue dem, was ich selbst habe, mehr als dem, was andere mir versprechen. (...) Eigentum ist Freiheit, weil Eigentum Unabhängigkeit bedeutet - von Almosen ebenso wie von Regierenden aller Art."

Wolf Lotter, Journalist und Autor, im Wirtschaftsmagazin "Brand eins", Ausgabe 5/2013

 

"Nirgendwo gibt es im Osten mehr Kinder als im katholischen Eichsfeld, das ja zum Freistaat Thüringen gehört. Danach haben dann evangelische Christen immer noch mehr Kinder als Religionslose. Gottvertrauen und Mut-zur-Zukunft-Haben befördern offensichtlich das Ja zu Kindern."

Christine Lieberknecht, Ministerpräsidentin Thüringens (CDU), in "Idea Spektrum" vom 23. Mai 2013

 

"Für die Wahlentscheidung der Menschen spielt es eine entscheidende Rolle, wie es ihnen wirtschaftlich geht. Wir müssen die Menschen fragen: Wohlstand oder Armut? Deutschland oder Frankreich?"

Wolfgang Kubicki, FDP-Politiker, in der "Bunten" vom 23. Mai 2013

 

"Ich habe leider auch schon gemerkt, daß ich in der Politik nicht mehr so frei von der Leber weg reden kann wie bisher. Auf meiner Facebook-Seite habe ich neulich ein Foto von Kühen gepostet und 'mein Wahlkreis' druntergeschrieben. Da war ganz schön was los."

Christian Nürnberger, Publizist und SPD-Bundestagskandidat, im "SZ-Magazin" vom 24. Mai 2013

 

"Unternehmen suchen händeringend Lehrlinge, finden aber keine geeigneten. Einfacher Dreisatz? Flächen berechnen? Allgemeinbildung - wie viele Bundesländer gibt es in Deutschland? Erbärmliche Antworten. Nicht bei allen natürlich, aber bei vielen. (...) Erster Sinn und Zweck von Schule sollte sein, Kinder zu befähigen, ihr späteres Leben selbst organisieren zu können. 'Das beste Sozialprogramm ist ein Job', sagte Ex-US-Präsident Ronald Reagan einmal zu Recht. Dazu sind Lesen, Rechnen und Schreiben unverzichtbar. Dann wäre es vielleicht noch wichtig, etwas über Geschichte und Naturwissenschaften zu wissen. Erst danach sollten die Rettung der Welt und die Erziehung zum modernen Mainstream-Menschen folgen.?

Klaus Kelle, Kolumnist, in der "Rheinischen Post" vom 24. Mai 2013

 

"Vergangenheit bedeutet für uns nicht nur Kulturgut und Tradition, sondern eine anthropologische Grundbedingung. (...) Europa hat zu seinen Städten, seinen Kunstschätzen, seiner Landschaft einfach eine besondere Beziehung. Hieraus besteht Europa recht eigentlich. Und hierin liegt das Überleben Europas. Darum habe ich darauf bestanden, daß wir unsere unterschiedlichen Lebensformen unbedingt bewahren müssen. Indem sie die deutschen Städte bombardierten, wußten die Alliierten auch, daß sie die deutsche Identität zerstören konnten. In gleicher Weise zerstören Spekulanten heute mit Beton, Autobahnen, Hochgeschwindigkeitstrassen die italienische Landschaft. Damit wird uns nicht nur einfach ein Gut geraubt, sondern unsere historische Identität."

Giorgio Agamben, Philosoph, in der "FAZ" vom 25. Mai 2013

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 25 vom 19. Juni 2013

" Ich bekenne ausdrücklich, dass es eine Zeit gab, in der auch ich - wie viele bürgerliche und liberale Intellektuelle in den 50er Jahren ... - den Antikommunismus für die Grundtorheit der Epoche hielt ... Aber wer nicht erkannte, dass es einen Antikommunismus 
gab und gibt, der entstanden ist aus Leid, aus millionenfachem Tod ... der hat das 
20. Jahrhundert nicht verstanden. Für mich und unzählige Menschen in Mittel- und 
Osteuropa ist dieser aufgeklärte Antikommunismus ... ein Gebot des Humanismus."

Bundespräsident Joachim Gauck bei der Gedenkstunde des Bundestages zum 60. Jahrestag des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953.

 

" Es verwundert schon, mit welcher Geräuschlosigkeit der Wandel (in Sachen Ehe und Familie) stattfindet, den man mit Fug und Recht als Zeitenwende bezeichnen kann. Kaum Debatten, keine Lust auf Diskussion, keine öffentliche Streitkultur, was dies für Ehe und Familie bedeuten könnte ... Wenn in einem Land wie Deutschland allzu sehr der Zeitgeist weht und mit dem Finger auf jene gezeigt wird, die anderer Meinung sind, ist dies für die Demokratie generell ungut."

Badische Neueste Nachrichten

 

" Ich bin zwar weder Bayern- noch Dortmund-Fan, aber mich stört es, dass Bayern München sich ja jeden Spieler und jeden Titel kaufen kann."

Für diese Aussage bekam Bischof Stephan Ackermann (Trier) beim Eucharistischen Kongress in Köln großen Beifall. Er hatte 
zuvor geäußert, er habe beim Fußball-Champions-League-Finale Borussia 
Dortmund die Daumen gedrückt.

 

" Ich verdanke alles der Führung Gottes. Ohne ihn kann man nicht wirtschaften."

Camill Freiherr von Dungern, Chef des Bankhauses C. L. Seeliger (Wolfenbüttel), eine der ältesten Privatbanken Deutschlands, bei seiner Verabschiedung in den Ruhestand vor 400 Kunden und Mitarbeitern

 

"Wir haben uns unsere Hochwasser zu einem großen Teil selber gemacht, indem wir die Natur zurückgedrängt haben. In Deutschland wurden zwei Drittel der ursprünglich vorhandenen Auen durch Deiche von den Flüssen getrennt. Man muss sich nicht wundern, wenn es nun nicht mehr genug Rückhalteflächen gibt, sobald Flüsse steigen. Wir haben eine Karte auf unserer Webseite, die die verloren gegangenen Auenflächen zeigt. Die decken sich an Donau und Elbe vielerorts mit momentan überfluteten Flächen. Das spricht für sich"

Die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Prof. Beate Jessel (Bonn), in der "Süddeutschen Zeitung" (München)

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 24 vom 12. Juni 2013

"Gott, hilf mir! Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle. Ich versinke in tiefem Schlamm, wo kein Grund ist; ich bin in tiefe Wasser geraten, und die Flut will 
mich ersäufen ... Errette mich aus dem Schlamm, dass ich nicht versinke."

Dieser Psalm (69) wurde am Sonntag im lutherischen Gottesdienst der überfluteten (2 m hoch) Stadt Grimma bei Leipzig gebetet.

 

"Jetzt können wir nur noch hoffen und ein Gebet sprechen. "

Der Oberbürgermeister der überfluteten Stadt Magdeburg, Lutz Trümper (SPD), am Sonntag in der "Tagesschau", nachdem er gesagt hatte, man habe alles Menschenmögliche im Kampf gegen das Hochwasser getan.

 

"Wenn die oberen 10 % der Steuerzahler für die Hälfte der Einkommensteuer in Deutschland aufkommen, sind die Zahlen innerhalb der Kirche noch krasser: '5 % der Kirchenmitglieder stehen für 70 % der gesamten Einnahmen', schätzt der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Unternehmer, Stephan Klinghardt. "

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

 

"Wir haben 22.000 gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften, und wir haben 24 Millionen Ehen. Es gibt also Regel und Ausnahme. Jetzt ist die Frage, wie gehen wir mit dem von Rot-Grün eingeführten Institut um. Ich kann da nur Gelassenheit empfehlen, es auf die Spitze zu treiben, bringt nichts. Die Ehen werden nicht scheitern, wenn es gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften gibt."

Der Staatssekretär im Familienministerium, der katholische CDU-Politiker Hermann Kues, gegenüber KNA

 

"Die katholische Kirche hat bekanntlich mit sexuellem Missbrauch zu kämpfen, die protestantische Kirche weniger. Wahrlich, eine Crux! Weil ich ihr nicht angehöre, blicke ich auf die Drangsal der katholischen Kirche mit Sympathie und leisem Weh. Richtig auf die Palme bringt mich nur so mancher Stellvertreter meiner Kirche. Evangelischerseits gibt es eigene Totengräber, die zwar nicht an Kindern herumfingern, aber durch haltlose Faseleien die Substanz auslaugen. Ich brauche nur dem Plapperatismus von Frau Käßmann ausgesetzt zu sein, schon wird der Wunsch nach Kirchenaustritt übermächtig. Wie zur Kinderzeit falte ich jetzt die Händchen, flüstere nicht lieb, sondern bös: Lieber Gott, stopf den Schwätzern das Maul, wirf die Klampfen aus den Kirchen und lass sämtliche Bibeln in gerechter Sprache in der Tonne verschwinden! Und was bedeutet dies alles für die Ökumene? Sie wird nicht kommen, in absehbarer Zeit jedenfalls nicht. ."

Die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff im neuen "Spiegel"-Sonderheft "Mein Glaube". Die 59-Jährige erhält den Georg-Büchner-Preis 2013, wie die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt letzte Woche mitteilte. Träger des wichtigsten deutschen Literaturpreises waren bislang unter anderem Heinrich Böll und Günter Grass.

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 23 vom 05. Juni 2013

"Das Evangelium ist nicht immer bequem, auch nicht für mich. Ich rede, wo es sein muss, sei es gelegen oder ungelegen. Es geht um die Botschaft, nicht um den Boten. Und da bin ich manchmal ganz verzweifelt. Denn aus meinen Predigten wird in manchen Zeitungen nie die Glaubensbotschaft zitiert."

Joachim Kardinal Meisner (Köln) in einem Interview der "Stuttgarter Zeitung"

 

"Auch wenn die türkische Regierung über einen der größten Tränengas-Vorräte der Welt verfügt, wird es ihr nicht gelingen, ihre Gegner damit zum Schweigen zu bringen. Die derzeitigen Proteste sind keine Revolution; ihr Ziel ist nicht, die Regierung zu stürzen. Die Demonstranten wollen vielmehr, dass ihre Stimme gehört wird. Sie wollen zeigen, dass die Türkei zwar auf dem Papier eine Demokratie ist, dass ein demokratisches System aber mehr bedeutet: Rechte für alle sowie ein gesellschaftliches Klima, in dem Debatten möglich sind. "

Die israelische Zeitung "Ha'aretz" aus Tel Aviv über die Demonstrationen in der Türkei

 

"Ich war immer auf der Suche, bis ich zur Erkenntnis gekommen bin, dass Jesus auf die Erde kam, um mich zu retten und mir ein neues Leben zu geben. Es war ein langer Prozess. Meine Familie konnte meine Entscheidung nicht verstehen. Es war kompliziert, eben weil ich ein Jude bin."

Der messianische Jude Israel Hizgi 
im "Deutschlandfunk"

 

"Schon damals, als wir mit 'Ich heirate eine Familie' auf Sendung gingen, war das ein Stück heile Welt. Aber heute sind wir leider von so einer Form der Familie gänzlich abgekommen: Alles ist hektisch, respektlos. Die wenigsten Kinder haben das Glück einer intakten Familie, das ist schade."

Der Schauspieler Peter Weck in "BILD"

 

"Von außen ist kaum zu verstehen, was etwa der Unterschied sein soll zwischen einer Freien evangelischen Gemeinde und einer Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde, zwischen der Christlichen Versammlung, der Christlichen Gemeinschaft oder gar der Freien Christengemeinde. Doch für sie selbst ist die Abgrenzung unerlässlich, beugt euch nicht mit Ungläubigen unter das gleiche Joch! Zieht darum weg aus ihrer Mitte und sondert euch ab, spricht der Herr. Und so zersplittern sie sich, weil sie alle dasselbe wollen: das einzig Richtige."

Die Süddeutsche Zeitung in einem Beitrag über die evangelikale Bewegung im hessischen Hinterland (etwa zwischen Marburg, Dillenburg und Haiger)

 

"Die Spießigkeit unseres Landes, die Entwertung des Individualismus zugunsten des Kollektivs in nie geahnter Form macht sprachlos. (...) Aus der ehemals stolzen, westlich und sozial-marktwirtschaftlich geprägten Bundesrepublik hat sich eine Republik der Erbsenzähler, Aufpasser und Denunzianten entwickelt. Gleichmacherei - so lautet die Parole. Wer nicht spurt, der landet ohne große Umschweife am Pranger der 'Political Incorrectness' und dies mit kollektiver Zustimmung. Nur wenige bieten Paroli, die Kusch-Dich-Republik zeigt sich von der gefestigten Seite."

Marlen Albertini, Kolumnistin, im Onlinemagazin 'Spreezeitung.de' vom 18. Mai 2013

 

"Solidarität ist nicht mehr davon abhängig, wie leistungsfähig und hilfsbereit die eigenen Verwandten sind. Auch entbindet der Wohlfahrtsstaat den einzelnen von der anstrengenden Pflicht der Kinderaufzucht, wenn man im Alter und bei Krankheit Fürsorge erwartet. Doch die Geborgenheit des Wohlfahrtsstaates ist trügerisch! Abhängigkeiten innerhalb von Familien werden nur abgelöst durch staatliche Autorität. Jeder Harz-IV-Empfänger kann das bestätigen. Und weder Seniorenheime noch Krankenkassen sind für ihre menschliche Wärme und Nähe bekannt."

Christoph Sprich, Wirtschaftswissenschaftler auf "FreieWelt.net" am 20. Mai 2013

 

"Am Ende dieser Krise werden wir uns vielleicht viel mehr als Europäer fühlen und eben nicht nur wie Touristen, die sich freuen, daß sie an der Grenze kein Geld mehr umtauschen müssen."

Maybrit Illner, Fernsehmoderatorin, in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom 18. Mai 2013

 

"Wir sind ein sterbendes Volk, haben aber eine perfekte Gesetzgebung für Abtreibung. Ist das nicht die Selbsttötung einer Gesellschaft? Am liebsten will man auch noch die Frauen aus den Familien heraus haben, damit die Produktion weiterläuft. Mit Geld allein kann man aber keine Kinder bekommen. (...) Wo werden denn Frauen wirklich öffentlich ermutigt, zu Hause zu bleiben und drei, vier Kinder auf die Welt zu bringen? Hier müßte man einsetzen und nicht - wie es jetzt Frau Merkel tut - nur die Zuwanderung als Lösung unserer Demographieprobleme präsentieren."

Joachim Kardinal Meisner, Erzbischof von Köln, in der "Stuttgarter Zeitung" vom 20. Mai 2013

 

"Um den Kommunismus zu errichten, forderte Karl Marx in Punkt fünf seines Kommunistischen Manifests die 'Zentralisation des Kredits in den Händen des Staats durch eine Nationalbank mit Staatskapital und ausschließlichem Monopol'. Er wußte, warum: Totale Kontrolle des Geld- und Kreditwesens bedeutet totale Kontrolle über das Wirtschafts- und Gesellschaftsleben. Die Marxsche Vision mag ihre Begeisterungswirkung verloren haben, gleichwohl bewegen sich die Euro-Volkswirtschaften - vielfach unbemerkt und mehrheitlich wohl auch ungewollt - dem Unfreiheitsideal entgegen."

Thorsten Polleit, Chefökonom, auf "Wirtschaftswoche.de" am 21. Mai 2013

 

 

Klimawandel Leugner werden vom Umweltbundesamt, wie zu Zeiten Adolf Hitlers, auf schwarzen Listen erfasst und unter Beobachtung gestellt, so schreibt es jedenfalls

Jan Fleischhauer in seiner Spiegel Kolumne und

 

Henryk M. Broder auf Welt.de

Lesen Sie selbst die Berichte zu einer beängstigenden Entwicklung, wie zu Zeiten des dritten Reichs und der DDR. Wann lernt die Obrigkeit Demokratie zu verstehen und anzuwenden?

 

Kauft nicht bei Klimaskeptikern!

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 22 vom 29. Mai 2013

Unsere Kultur ist von der Bibel durchsetzt, weshalb man sie gelesen 
haben sollte. Und das sage ich, obwohl ich keiner Religion angehöre. "

Der Pop-Star Tim Bendzko (Berlin) in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Der 28-Jährige las die Bibel vollständig durch. 
Sein 1. Hit - "Nur noch kurz die Welt retten" - stand wochenlang an der Spitze der Charts.

 

"Das Risiko, Opfer einer Straftat 
zu werden, ist auch für Türken in Bayern niedriger, als wenn sie zu Hause in der Türkei leben. Das muss man vom Sicherheitsstandard klar sehen. Aber klar ist auch, dass wir sehr betroffen sind über diese schreckliche Mordserie."

Joachim Herrmann (CSU), bayerischer Innenminister, zur Situation türkischstämmiger Mitbürger in Bayern und die NSU-Morde

 

"Ich finde es lächerlich, dass in jeder öffentlichen Äußerung die weibliche Form mitgesprochen werden muss und alle Redner ein 'Bürgerinnen und Bürger', 'Zuhörerinnen und Zuhörer' oder 'Wählerinnen und Wähler' dahinnuscheln. "

Focus-Korrespondentin Martina Fietz (Berlin)

 

"Was könnte man wählen? SPD heißt: SPD-Politik. Mit Steuererhöhungen. Grüne heißt: SPD-Politik, aber mit starken Steuererhöhungen. CDU heißt: SPD-Politik, aber ohne Steuererhöhungen. Linkspartei heißt: SPD-Politik, aber wie anno 1950. FDP heißt: SPD-Politik, aber nur unter Protest. Piraten heißt: SPD-Politik, aber nach dem zweiten Joint."

Harald Martensen im "Tagesspiegel" (Berlin)

 

"Man bewegt sich immer im selben Zirkel - und lebt so ewig weiter."

Der Kino- und Fernsehstar Uwe Ochsenknecht (57) in "Cicero". Er kann sich gut vorstellen, beispielsweise als Onkel seiner Schwester wieder auf die Welt zu kommen.

 

"Es wäre eine Übertreibung zu behaupten, dass Stockholm in Flammen steht. Aber in mehreren Vororten, in denen viele Einwanderer leben, brennen seit Tagen Autos und Schulen. Die Gewalttäter, die in den politisch korrekten schwedischen Medien neutral als 'junge Leute' bezeichnet werden, sind Immigrantenjungen mit muslimischem Hintergrund, die ihre Aggression gegen das Eigentum anderer und die öffentliche Ordnung richten, statt am nächsten Morgen ausgeschlafen in die Schule zu gehen. Die jungen Männer bringen ihre Kultur der Gewalt gerade in das skandinavische Land, das es am besten mit ihnen meint."

Die dänische Zeitung Jyllands-Posten (Kopenhagen)

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 21 vom 15. Mai 2013

"Dass meine drei Kinder heute noch im christlichen Glauben stehen, hängt auch damit zusammen, dass wir sie vom (liberalen) 
Religionsunterricht an staatlichen Schulen abgemeldet hatten"

Einer der bedeutendsten Philosophen der Gegenwart, Prof. Robert Spaemann (Stuttgart)

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 21 vom 22. Mai 2013

Der Liedermacher Wolf Biermann hat mir mal gesagt, der liebe Gott müsse etwas Großes mit mir vorhaben, sonst wäre ich die Frau eines Zahnarztes geworden. Ich sehe aber, 
dass Gott mit jedem Menschen was ganz Großes vorhat. Jeder hat seine unterschiedlichen Gaben, und um die zu finden, brauchen wir unsere Lehrer."

Die bekannteste Rocksängerin im deutschsprachigen Europa - Nina Hagen (Berlin) - in der "Basler Zeitung". 
Die reformierte Christin betont, Jesus zu ihrem Lehrer erwählt zu haben. Sie wirkte bei der Basler "Nacht des Glaubens" mit.

 

"Verdammt noch mal ... Verdammt noch mal ... Verdammt noch mal ... Gott, verdammt noch mal ... Wir müssen uns den Arsch aufreißen, um die anderen vor uns herzutreiben."

Die neue politische Geschäftsführerin der Piraten, Katharina Nocun (26), auf dem 
Bundesparteitag in Neumarkt (Oberpfalz)

 

"Die Sozialdemokratie hat mit dem Protestantismus gemein, dass jeder, der austritt, gleich eine neue Kirche - bei uns natürlich eine Partei - gründet. Bei den Katholiken ist das anders, die treten einfach aus."

Der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel auf die Frage, ob die Gründung der Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit vermeidbar gewesen wäre. Sie fusionierte schließlich mit der Linkspartei.

 

"Ich halte es da mit Konrad Adenauer: Man sollte dem lieben Gott keine Grenzen setzen."

Der Spitzenkandidat der FDP, Rainer Brüderle (67), in "Bild" auf die Frage, ob er auch nach der Wahl Fraktionschef bleibe.

 

"Es spielt überhaupt keine Rolle, ob der geständige Steuerhinterzieher Hoeneß angeklagt und verurteilt wird oder nicht. Er hat gestanden, dem Fiskus 3,2 Millionen Euro vorenthalten zu haben - und das zählt. Das Warten der Aufsichtsräte auf die Prüfung der Richtigkeit und Wirksamkeit einer Selbstanzeige ist ein moralisches Armutszeugnis."

Die "Süddeutsche Zeitung" über den Fall des Fußballchefs Dieter Hoeneß

 

"In den Verlagshäusern und Rundfunkanstalten werden derzeit die Alt- und Jung-68er von der Generation Greenpeace abgelöst. Sie ist mit der ständigen Apokalypse aufgewachsen. Der grüne Alarmismus ist ihnen in Fleisch und Blut übergegangen. Das ist viel schlimmer als eine Gleichschaltung, wie man sie aus autoritären Staaten kennt: Diese Generation, die mittlerweile in vielen Redaktionen das Sagen hat, ist sich ihrer eingeschränkten Wahrnehmung gar nicht mehr bewusst."

Wolfgang Bok im Monatsmagazin "Cicero"

 

"Die Piraten haben weder Manieren noch Ahnung, ihre Umgangsformen sind unterirdisch ... Nur: Das war von Anfang an so. Nie haben die Piraten versprochen, die netteste Partei Deutschlands zu sein; nie haben sie behauptet, bald ein allumfassendes Programm vorweisen zu können. ... Jetzt ist das nicht mehr putzig, sondern öde."

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung zum Piraten-Parteitag

 

"Bundesinnenminister Friedrich sollte (bei der Islamkonferenz) nicht nur moderieren, sondern auch Anforderungen an die vielen praktizierenden Muslime stellen, ganz besonders an jene, die demokratiefeindlich sind. Das Problem des sich ausbreitenden Islamismus ist aktueller denn je. Derzeit wird über den politischen Islam viel zu wenig diskutiert."

Die Islamkritikerin Necla Kelek im "Focus"

 

"Mit dem Öffnen neuer Kapitel in den Beitrittsverhandlungen der EU mit der Türkei muss auch das Thema Religionsfreiheit auf den Tisch. Es darf erst dann verhandelt werden, wenn sich die Türkei ein für alle Mal zur Religionsfreiheit bekennt."

Der Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU, Volker Kauder, widerspricht in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Außenminister Guido Westerwelle (FDP), der dem türkischen EU-Beitrittsprozess neuen Schwung geben will.

 

"Der Kirchentag ist nicht die evangelische Kirche. Gott sei Dank. Seit seiner Wiederbelebung in den 70er Jahren ist dieses Treffen immer eher eine Art rot-grüner Jugendorganisation mit religiöser Beimischung gewesen ... Mit ihrer jenseitsvergessenen Diesseitigkeit und Politisierung verwässern Teile der Kirche ihr Geschäftsmodell. Der Markenkern - wie wird jemand Christ, wie kann er Christ bleiben - wird unkenntlich. Das ist ungefähr so, als würden BMW oder Audi nur Fahrräder und nicht mehr ihre automobilen Spitzenmodelle in die Schauräume stellen - die Kundschaft bliebe weg. Das tut sie in den evangelischen Kirchen schon lange: Seit der Wiedervereinigung ist die Zahl der Mitglieder um fast 20 % gesunken. Im 'protestantischen' Deutschland gibt es inzwischen mehr Katholiken."

Der stellvertretende Chefredakteur des Handelsblattes, Michael Inacker (Berlin)

 

"Der Preis des Überlebens der Währungsunion und damit des europäischen Projekts heißt weitere Vergemeinschaftung: Bankenunion, Fiskalunion, politische Union. Wer dies alles nicht will, weil er die gemeinsame Haftung, Transfers von Reich nach Arm und Verlust nationaler Souveränität fürchtet, wird die Renationalisierung Europas und damit dessen Abgang von der Weltbühne im 21. Jahrhundert akzeptieren müssen. (...) Offensichtlich meinen Regierung und Opposition, es wäre besser, dem Volk erst hinterher die Wahrheit in vorsichtigen Dosen beizubringen. Es wäre allerdings eine Verhöhnung der Demokratie, wenn es so käme, und die zentrale Schicksalsfrage der europäischen Gegenwart keine oder nur eine nachrangige Rolle spielen würde."

Joschka Fischer, ehemaliger Außenminister, auf der Internetseite "project-syndicate.org" am 30. April 2013

 

"Opportunitätshandeln ist eine Notwendigkeit für jeden Politiker, aber es kommt auf das Ausmaß an. Wenn er sich ganz und gar dem Opportunismus hingibt, dann endet er wie Oskar Lafontaine."

Helmut Schmidt, Alt-Kanzler (SPD) und Herausgeber, im "Zeit-Magazin" vom 2. Mai 2013

 

"Es ist jedem Kommandierenden klar, daß die Moral der Truppe stimmen muß, daß es eine klare Führungsstruktur braucht und daß die Ziele klar definiert sein müssen. Im Management sieht das oft anders aus. Da werden Mitarbeiter nicht gepflegt und fit gehalten, sondern sollen nur funktionieren. Die Führungsverantwortung verwischt sich in Teams, und wo man hin will, verliert sich oft im Klein-Klein der Tagestaktik. Manchmal bekommt man den Eindruck, Generäle seien die besseren Manager."

Christian Weilmeier, Philosoph und Motivationstrainer, im Blog "freiewelt.net" am 3. Mai 2013

 

"Der neue Volksfeind ist der 'Steuerflüchtling', dessen übler 'asozialer' Gesinnung nur mit härtestem Zugriff und höheren Steuern beizukommen ist. Man sehe ja, daß auf die Mildtätigkeit der Besserverdiener kein Verlaß sei. Diese Deutung ist Propaganda. Richtig ist: Die Bürger müssen ihren Staat finanzieren und seine Gesetze achten. Nicht weniger - aber auch nicht mehr. (...) In einer Gesellschaft von Freien kann es nur die gemeinsam beschlossenen und zu respektierenden Spielregeln geben. Keine diffusen und quasireligiösen Ablieferungspflichten am Altar des Kollektivs."

Christian Schütte, Chefkolumnist, bei "capital.de" am 5. Mai 2013

 

"Das Problem ist, daß die häufigen Wahlen in Deutschland kurzfristigen Populismus zu stark belohnen und die Politik zu taktischen Manövern veranlassen.(...) Längere Wahlperioden wären besser. Auch Eltern für ihre Kinder ein Wahlrecht zu geben, damit die langfristigen Konsequenzen der Politik bei den Abstimmungen mehr Gewicht erhalten. Zugleich kann ich mir bei konkreten Einzelfragen direkte Volksabstimmungen vorstellen wie in der Schweiz. Die inhaltsleeren Personality-Shows, die wir bei Wahlen veranstalten, sind kontraproduktiv."

Hans-Werner Sinn, Wirtschaftswissenschaftler und Präsident des Ifo-Instituts, in der "Welt" vom 6. Mai 2013

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 20 vom 08. Mai 2013

"Ich habe als Theologiestudent missioniert und erlebt, dass Menschen 
Christen wurden. Wenn ich dann am Montag in der Vorlesung hörte, Jesus sei nicht auferstanden, konnte ich nur schmunzeln. Ich hatte ja Jesus als 
lebendigen Herrn erlebt. "

Der Tübinger Theologieprofessor Hans-Joachim Eckstein beim Start der Deutschen Zeltmission (Siegen) in die neue Saison.

 

"Vermutlich hätte Jesus Kirchentage gehasst; es wären ihm einfach zu viele Menschen gewesen."

Der hannoversche Landesbischof, 
Ralf Meister, in seiner Bibelarbeit

 

"Kirchentage sind so etwas wie positive Ausnahmezustände, die wir haben. "

Bundeskanzlerin Angela Merkel

 

"Glaube hat in Hamburg viele Orte: Moscheen und Synagogen, Kirchen und Tempel."

Silke Lechner, Studienleiterin des 
Deutschen Evangelischen Kirchentages

 

"Wenn sich mehr Christen in der Politik engagieren, weiß ich nicht, ob sie besser wäre, aber es wäre besser, wenn sich mehr Christen in der Politik engagieren würden."

Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Frank-Walter Steinmeier

 

" Es gab immer eine enge Bindung der Grünen an die Evangelische Kirche. Die West-Grünen haben nur weniger über ihren Glauben geredet als die Ost-Grünen."

Katrin Göring-Eckardt, Spitzenkandidatin der "Grünen" bei der Bundestagswahl und Präses der EKD-Synode

 

"Weder der Bundestag noch die CDU sind für mein Lebensglück zuständig. Das geben mir meine Frau, meine Kinder und mein Glaube."

Hermann Gröhe, CDU-Generalsekretär

 

"Ich habe als Konfessionslose mit dem Beten ein Problem, wenn Beten der reine Appell an einen Gott ist."

Die Vorsitzende der Linken, Katja Kipping

 

"Wenn Gott mich irgendwann fragt: 
Margot, was hast du gemacht in deinem 
Leben, und ich muss sagen: Ich habe 11,6 Jahre ferngesehen, das wäre mir peinlich. "
 


Landesbischöfin a. D. Margot Käßmann

 

"Wir müssen Zuwanderung begrenzen und die Integration verstärken. Daß wir Integrationsprobleme in unserem Land haben, ist ja in den letzten Jahren zum Allgemeinwissen geworden. Unter Migranten ist die Arbeitslosigkeit doppelt so hoch und der Sozialhilfebezug dreimal so hoch wie bei der einheimischen Bevölkerung - das sind deutliche Krisensymptome. (...) Bei der Zuwanderung gilt es, die Aufnahmefähigkeit unseres Landes zu berücksichtigen. Die Zuwanderung, die etwa zur Bewältigung des demographischen Wandels nötig wäre, würde unsere Integrationsfähigkeit überfordern."

Günther Beckstein, Vize-Präses der EKD-Synode und ehemaliger bayerischer Ministerpräsident (CSU) in "idea spektrum" vom 24. April 2013

 

"Politik kann so einfach sein: Das Gegenteil von Trittin ist fast immer richtig."

Alexander Kissler, Publizist, auf "Twitter" am 25. April 2013

 

"Ich denke manchmal, ohne Kinder wäre ich wahrscheinlich blind durchs Leben gelaufen. (...) Meine Kinder sind schon meine größte Rettung."

Andrea Sawatzki, Schauspielerin, im "Zeit-Magazin" vom 25. April 2013

 

"Das vernichtende Votum der Wähler ist edler und wertvoller als ein Verdikt der Obrigkeit, des Gerichts. Der Wähler spricht über die NPD sein Urteil, und er wird es auch in Zukunft tun."

Hans-Peter Uhl, innenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, im Bundestag am 25. April 2013

 

"Steuerhinterziehung ist nicht das zentrale Problem der Gegenwart. Die aufsehenerregende Jagd nach Steuersündern freilich liefert der Politik ein probates Ablenkungsmanöver. Der Volkszorn kann auf Sündenböcke aus der Oberschicht gelenkt werden. Niemand redet dann über die staatlichen Schuldenberge, die von den Politikern angehäuft wurden, weil sie mit ihren Steuereinnahmen nicht sorgfältig umgingen."

Roger Köppel, Herausgeber und Chefredakteur, in der "Weltwoche" vom 25. April 2013

 

"Wenn der Genickschuß eine Landsmannschaft hat, dann die deutsche."

Hans-Ulrich Jörges, Mitglied der Chefredaktion, beim Berliner "Stern-Exit-Talk" am 28. April 2013

 

"Neue Parteien bilden sich immer dann, wenn es eine neue Lebenskultur oder ein Thema gibt, das andere Parteien nicht besetzen. Bei den Piraten war es die Lebenskultur einer Computergeneration. Bei der AfD ist es so, daß alle Parteien im Bundestag für die Erhaltung des Euro sind, wir eingeschlossen, während sie dagegen ist und damit die Euro-Krise anders besetzt. (...) Alle neuen Parteien haben zunächst größeren Zuspruch, können ihn aber nicht halten."

Gregor Gysi, Fraktionsvorsitzender und Spitzenkandidat der Linkspartei, in der "FAZ" vom 29. April 2013

 

"Das Königshaus ist Teil unserer Identität. Es eint uns, und es gibt uns Stabilität. Regierungen kommen und gehen - das Königshaus bleibt."

Sylvie van der Vaart, Moderatorin, im "Focus" vom 29. April 2013

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 19 vom 01. Mai 2013

"Es wird in der kirchlichen Verkündigung heute oft verschwiegen, was im Leben auf dem Spiel steht: Es geht um Himmel oder Hölle. Im Neuen Testament steht klar: 'Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hat, Jesus Christus, erkennen' (Johannes 17,3)."

Einer der bedeutendsten Philosophen der Gegenwart, Prof. Robert Spaemann (Stuttgart), bei einem Ökumenegespräch am letzten 
Wochenende in Bornheim bei Bonn. Spaemann ist Katholik.

 

"Konsumenten sollten "Politik mit dem Einkaufskorb" machen, indem sie Produkte aus biologischem Anbau und weniger oder gar kein Fleisch kaufen. Sie selbst ernähre sich seit einiger Zeit ?konsequent vegetarisch"

Die Botschafterin für das Reformationsjubiläum 2017, Margot Käßmann (Berlin), bei der Vorstellung ihres neuen Buches "Mehr als Ja und Amen. Doch, wir können die Welt verbessern." (Verlag adeo)

 

"Es schien mir eine Frage der guten Erziehung zu sein. Du hast mir ein Buch geschenkt, und ich bedanke mich bei dir. "

Papst Franziskus zu dem völlig sprachlosen Cesar A. Pulchinotta - Priester in einem Dorf bei Rom -, der plötzlich einen Anruf von seinem Kirchenoberhaupt bekam. Er hatte dem Papst sein Buch über einen argentinischen Priester geschenkt.

 

"Katrin Göring-Eckardt hat langjährigen Kontakt zur CDU, wo sie als Chefin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) großen Respekt genießt. "

Deutschlands Massenblatt ?Bild? bezeichnete die Spitzenkandidatin der "Grünen" bei der Bundestagswahl gleich zwei Mal in einem Artikel als EKD-Chefin. Tatsächlich ist es Nikolaus Schneider. Göring-Eckardt ist Präses der EKD-Synode. Sie lässt dieses Amt während des Wahlkampfes ruhen.

 

"Der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider ist wie seine Kirche: zurückhaltend, zweifelnd. Das macht ihn glaubwürdig, aber die Probleme der Protestanten nicht kleiner ... Die Zeiten waren auch für einen Ratsvorsitzenden schon angenehmer. Unlängst aufgedeckte Fälle von sexuellem Missbrauch und Misshandlung haben die evangelische Kirche getroffen; die Mitgliederzahlen schwinden, es mangelt an Pastoren, in einem Gottesdienst sitzen sonntags durchschnittlich nur 45 Menschen, die Diakonie beschäftigt Zeitarbeiter zu ungerechten Löhnen, und seit zwei Wochen wirft auch noch die Lebensführung eines Prälaten Fragen auf: Der noch verheiratete Theologe soll Verhältnisse zu Mitarbeiterinnen unterhalten haben. "

"Der Spiegel" in einem Porträt über Nikolaus Schneider

 

"Probleme habe ich mit dem Spießertum, das aus Selbstgerechtigkeit entsteht und dazu führt, daß Grüne bisweilen intolerant werden. Diese überzogene Political Correctness, dieses Mit-dem-Finger-Zeigen, wenn etwas nicht in den grünen Mainstream paßt, ist ein Stil, der mir nicht gefällt. (...) Es gibt eine schleichende Entwicklung, die - um es mal zu überzeichnen - dazu führt, daß man in die Mülleimer guckt, ob der Nachbar auch richtig Müll trennt. Also, ich habe nie Müll getrennt."

Rezzo Schlauch, ehemaliger Grünen-Politiker, im "Playboy", Ausgabe 5/2013

 

"Die größte Steueroase liegt nicht auf den Cayman Islands, sie liegt auf den Dächern mit Solarzellen. Die einen sparen Steuern, die Rechnung dafür zahlen alle Stromkunden."

Gero Hocker, umweltpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, im niedersächsischen Landtag am 18. April 2013

 

"Warum schreiben Frauen ihre Machtgeschichte als Ohnmachtslegende? Vielerorts steht die Welt in Flammen, und den Frauen in Deutschland fällt nichts Besseres ein, als ihre Privilegien in eine Tragödie umzuschreiben. Sexismus, weiblich, sieht so aus: Männer diskriminieren, weil sie ein Umerziehungskonzept der Frauen nicht verstehen. Die Frauen wissen, wie mächtig sie sind. Ihr Spielfeld: immer mehr Freizügigkeit bei immer schärferer Sittenzensur gegen Männer. Wer den hohen Testosteronspiegel der Aufsteiger, den die Wissenschaft nachweist, auch nur als Joke zitieren möchte, riskiert die nächste Kampagne. Wer fragen möchte, warum Frauen nicht zu ihrer Macht stehen, beginnt zu begreifen: Sie wollen alles. Opfermythen ausbeuten, informelle Macht erweitern und das Männerghetto zum Hochsicherheitstrakt ausbauen."

Gertrud Höhler, Publizistin und Wirtschaftsberaterin, bei "Cicero Online" am 19. April 2013

 

"Der Dissens in der Unions-Fraktion im Bundestag zwischen Befürwortern und Gegnern einer strikten Frauenquote an deutschen Konzernspitzen ist nicht ausdiskutiert (...) worden. Die Kanzlerin hat ihn nur verschoben. Einmal mehr weiß man nicht, wofür die Union der Ära Merkel eigentlich steht."

Armin Maus, Chefredakteur, in der "Braunschweiger Zeitung" vom 20. April 2013

 

"Der Konservative findet es gut, wenn zwei Menschen sich dauerhaft binden und für ein ganzes Leben Verantwortung übernehmen. Dadurch wird unsere Welt stabiler und sicherer. Da kann es keine Rolle spielen, ob das ein Mann und eine Frau, zwei Frauen oder zwei Männer sind."

Thomas Strobl, CDU-Landesvorsitzender in Baden-Württemberg, in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" vom 21. April 2013

 

"'Rechts' ist heute, wer nicht explizit links ist und nicht vollständig bereit steht, um 'eine Welt ohne Grenzen und Regeln' zu akzeptieren. Es geht demnach in Wirklichkeit beim 'Kampf gegen Rechts' um die Bekämpfung bürgerlicher Prinzipien."

Tanja Krienen, Autorin, auf der Internetseite des Magazins "eigentümlich frei" am 22. April 2013

 

"Was uns umtreiben muss, ist die Tatsache, dass einerseits noch niemals so viele Menschen unterwegs waren auf der Suche nach Sinn und Orientierung, dass aber die allermeisten von ihnen das, was sie suchen, nicht in den christlich verfassten Kirchen [...] vermuten. Wir müssen uns ernsthaft fragen, wie weit es an uns [selbst] liegt, dass diese suchenden Menschen die Botschaft Jesu nicht erkennen. "

Alois Glück (Traunwalchen in Oberbayern), Vorsitzender des Zentralkomitees der deutschen Katholiken

 

"Die Christen in Ägypten kommen immer mehr in eine bedrohliche Lage. Die Regierung Mursi muss endlich beweisen, dass sie alle ihre Staatsbürger schützen kann - unabhängig davon, ob sie Muslime oder Christen sind. Ich war vor einigen Wochen wieder in Kairo und habe mit koptischen Christen und säkularen Bürgern gesprochen. Sie haben alle nur noch ein einziges Thema: ihre Sicherheit und die ihrer Familien."

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, in der "Welt"

 

"Ein Kind, das ist der Achttausender des modernen Individualisten. Es braucht den richtigen Kletterpartner, die richtige Ausrüstung sowie Zeit, Geduld und ganz viel Mut, um dorthin zu gehen, wo die finanzielle Luft dünn wird. Kurz: Ein Kind ist das letzte Abenteuer, das man sich um seiner selbst willen leistet."

Die Wochenzeitung "Die Zeit"

 

"Auch wenn man die Zähne verliert, kann man bissig bleiben."

Kardinal Joachim Meisner bei einer Pressekonferenz in Köln zu seinem unmittelbar bevorstehenden Zahnarztbesuch

 

"Im Falle der Frauenquote ist weniger der Inhalt Anlass zur parteiinternen Verbitterung als die ?Methode von der Leyen?. Die Arbeits- und Sozialministerin, die sich als Schattenkanzlerin sieht, hat mit der Drohung, für den Frauenquoten-Antrag der rot-grünen Opposition zu stimmen, Merkel erpresst. Und sie war erfolgreich: Auch die Union schreibt jetzt eine gesetzliche Quote ins Wahlprogramm. Merkel wirkte erstmals hilflos gegenüber einer internen Machtströmung. Normalerweise hätte sie eine illoyale Ministerin feuern müssen ... Mit ihrer Langmut gegenüber von der Leyen erweckt Merkel aber einmal mehr den Eindruck, dass sie einseitig den linken Parteiflügel stärkt, während die bürgerlich-konservativen Kräfte regelmäßig unterliegen. Diese Einseitigkeit verstärkt den Frust und kann - zusammen mit Abwanderungen zur Konkurrenz der "Alternative für Deutschland" - die Stimmen kosten, die aus einem Kopf-an-Kopf-Rennen der Lager Sieg oder Niederlage machen."

Michael Inacker im "Handelsblatt" (Düsseldorf)

 

"Die Währungsunion hat total versagt. Der Euro hat sich als Schlaftablette erwiesen, die Europa dösen ließ, anstatt über unsere Wettbewerbsfähigkeit nachzudenken."

Frits Bolkestein, ehemaliger EU-Binnenmarktkommissar, im "Algemeen Dagblad" vom 11. April 2013

 

"Die Avantgarde der progressiven Gesinnung braucht keine Kritik, denn sie ist ja die Kritik in Person, auf die sie ein lebenslanges Abo hat. Wer sich also kritisch gegenüber den notorischen Gesellschaftskritikern äußert, stellt sich selbst ins Abseits. Und so triumphiert ein vermeintlich fortschrittlicher Mainstream ganz entspannt im Hier und Jetzt, gleichsam en passant. Auf echte Diskussionen kann er locker verzichten."

Reinhard Mohr, Publizist und Buchautor, im Monatsmagazin "Cicero", April 2013

 

"Die zynische Instrumentalisierung bestimmter Opfergruppen bei gleichzeitigem Verschweigen der Existenz anderer muß bewußt gemacht und so durchbrochen werden. Rücken die Millionen Opfer des Kommunismus wieder ins öffentliche Bewußtsein, entsteht von selbst ein ausgewogeneres Bild des grauenvollen Weltbürgerkriegs im 20. Jahrhundert. In diesem müssen auch die deutschen Opfer ohne falsche Relativierungen ihren gleichberechtigten Platz haben. Für dieses Ziel werden wir Verständnis und Unterstützung nur dann finden, wenn wir den Opfern deutscher Verbrechen, die weltweit im Bewußtsein der Menschen bereits tief verankert sind, den Respekt und die Empathie, das Mitgefühl nicht verweigern ? und zwar nicht nur aus politischer Klugheit, sondern auch aus einem ehrlichen, zu Ende gedachten nationalen Weltbild heraus.?

Wolfgang Dvorak-Stocker, Herausgeber und Verleger, in "Neue Ordnung", Ausgabe 1/13

 

"Die Grünen, eine Truppe aus gescheiterten Sektenfritzen und gutgläubigen Strickliesen jederlei Geschlechts, die ihre Eigenbematschtheit als ein Indiz dafür nahmen, die besseren Menschen zu sein; daran halten die Grünen bis zum von ihnen erträumten Endsieg des Guten und Blöden fest."

Wiglaf Droste, Satiriker, in der "Jungen Welt" vom 12. April 2013

 

"Es ist erschreckend, wie sich die einstige Protestjugend, die sich gegen Ordnung und Gesetz wehrte, immer neue Gesetze und Verordnungen ausdenkt, um die Jugend zu erziehen. Als ob die Jugendbewegten von einst zu feige wären, dies selber zu tun, und nun alle erzieherischen Maßnahmen dem Staat überbürden wollten."

Beda M. Stadler, Biologe, im Internetblog "Achse des Guten" am 13. April 2013

 

"Familie ist für mich so etwas wie das gallische Dorf bei Asterix. Das ist Widerstand, das ist Eigensinn, das ist freies Bürgertum. Die läßt sich nicht vorschreiben, wie sie zu leben hat und hält stand gegen die römische, wahlweise die Berliner Republik. (...) Man muß ja heutzutage schon liberal sein, um noch konservativ sein zu dürfen."

Birgit Kelle, Publizistin, in "eigentümlich frei", Nr. 131, April 2013

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 17 vom 17. April 2013

"Christen sollten sich hüten vor einer Wahrheit, 
der die Güte fehlt, und vor einer Güte ohne Wahrheit."

Einer der führenden Geigenbauer, der evangelische Christ Martin Schleske aus Stockdorf bei München, 
in einem Theater-Gottesdienst in der westfälischen Großstadt Siegen (siehe Seite 5 und 33)

 

"Wohl selten hat sich ein führender Repräsentant des deutschen Protestan -tismus so euphorisch über eine Be-
gegnung mit einem Papst geäußert wie Nikolaus Schneider, Ratsvorsitzender der EKD: Es sei nicht nur ein 'intellektueller Austausch', sondern ein 'Austausch der Herzen' gewesen, schwärmte der sonst eher nüchterne Schneider am 8. April nach einem halbstündigen Gespräch mit Papst Franziskus. Zum Abschied hätten sich beide mit 'Bruder' angeredet und ge
meinsam das Vaterunser gebetet ... Auch inhaltlich verspricht sich Schneider offenbar vom neuen Papst geradezu einen ökumenischen Frühling."

Kommentar der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA)

 

"Ich halte das Phänomen des sogenannten Feminismus für sehr gefährlich." Feministische Organisationen verkündeten eine "Pseudo-Freiheit von Frauen" jenseits von Ehe und Familie. "Es ist wohl kein Zufall, dass die meisten Wortführerinnen des Feminismus unverheiratete Frauen sind."

Das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirchen, Patriarch Kyrill I. (Moskau), am 9. April bei einem Kirchentreffen

 

"Das Problem mit dem Sozialismus ist, dass einem das Geld anderer Leute irgendwann ausgeht. "

Margaret Thatcher (87), am 8. April gestorbene britische Premierministerin von 1979 bis 1990

 

"Erstmals haben amtliche Stellen europaweit in repräsentativen und methodisch vergleichbaren Umfragen das Vermögen der Eurohaushalte ermittelt. Mit einem mittleren Haushaltsvermögen von 51.000 Euro sind Deutsche ärmer als Slowaken, nur halb so reich wie Griechen (102.000) und fast notleidend im Vergleich mit Luxemburgern (398.000) oder Zyprern (267.000). Die Verteilung der Vermögen mag überraschen, aber sie beschreibt die Wirklichkeit, die aus welchen Gründen auch immer viele Politiker und Medien hierzulande mit Bedacht nicht zur Kenntnis nehmen. Skandalös aber ist, dass die Europäische Zentralbank diese Daten zurückgehalten hat, bis die 'Rettung' Zyperns beschlossen war."

Kommentar der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (11. 4.)

 

"Cloning nennt man die künstliche Kopie von Erbsubstanz. Was die Union mit der SPD anstellt, könnte man Softcloning nennen: die Vervielfältigung sozialdemokratischer Substanz - sanft, abgemildert oder gar nur geschickt vorgetäuscht. (...) Merkel hat Schröders Agenda nichts hinzugefügt, sie hat sie sich zu eigen gemacht, auch ihre Erfolge in der Krise. Steinbrück aber, Agenda-Mann reinsten Wassers, verleugnet sie, weil er seine Beine unter den Tisch der reumütigen Partei stellen mußte. Merkel gewinnt Glanz durch den fremden Lorbeer, Steinbrück wirft den eigenen weg und verliert Glaubwürdigkeit. Geht?s noch paradoxer? Am Ende bleiben der SPD, unkopiert, nur zwei Themen: Homo-Ehe und Steuererhöhungen."

Hans-Ulrich Jörges, Mitglied der Chefredaktion, im "Stern" vom 4. April 2013

 

"Den Osten habe ich als eng, klein, grau und furchtbar empfunden. Was in der Zeitung stand, war zu 98 Prozent Lüge. Jeder in der Familie wußte auch, daß da nur Quatsch drin stand. Diese Doppelbödigkeit und Scheinwelt war permanent da und hat genervt wie verrückt, auch wenn man sich natürlich damit arrangiert hat. Dazu der Umstand, daß es einfach nie das gab, was man brauchte. Wer sich bewegen wollte, für den war das nichts. Man fühlte sich wie an der Leine gehalten, ließ den Kopf hängen. Auch das Gemeinschaftsgefühl, das jetzt so oft beschworen wird, verdankte sich doch nur dem Mangel."

Devid Striesow, "Tatort"-Kommissar?, in der "Süddeutschen Zeitung" vom 6./7. April 2013

 

"Wenn politisch der Frühling ausgerufen wird, ist dagegen nach aller historischen Erfahrung gesunde Skepsis am Platz. Es ist sehr schwer, politische Frühlingsgefühle mit jenem beinharten Sinn für die Macht und ihre Mittel zu verbinden, der nötig ist, Machtverhältnisse wirklich umzustürzen. Dem Prager Frühling folgte ein langer Winter des Stillstands. Wohin der Arabische Frühling führt, vermag heute niemand zu sagen. Vielleicht sollte man sich von dem Gedanken verabschieden, daß der Frühling ein politisches Versprechen enthält. Das Gute kommt oft unverhofft. Im dunklen Monat November war?s, als die Mauer fiel. Davon zehren wir noch heute."

Eckhard Fuhr, Kulturkorrespondent, in der "Welt am Sonntag" vom 7. April 2013

 

"Das schöne Gefühl, ein Zuhause zu haben, Kultur, Geschichte, Familie, Freundschaft und Zusammenhalt - das wird mit diesem einen Wort 'Heimat' ausgedrückt. Es ist ein positives Gefühl, das im Grundrecht verankert ist. (...) Wir sehen uns als Sprachrohr junger Menschen mit lebensnahen, lebensbejahenden Texten."

Philipp Burger, Sänger der Band Frei.Wild, im "Focus" vom 8. April 2013

 

"Wenn die Deutschen der Meinung sind, daß in Europa immer ein souveränes Deutschland existieren muß, gibt es durchaus Argumente für eine Strategie der Machterhaltung, die dem Kaiserreich ähnlich ist: Bündnispartner finden und verhindern, daß sich feindliche Allianzen bilden."

Brendan Simms, britischer Historiker, im "Spiegel" vom 8. April 2013

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 15 vom 10. April 2013

"Als Christ soll man den Mund nicht 
 weiter aufmachen als die Hand."

Der Kölner Kardinal Joachim Meisner

 

"Ich bin ein Verfechter des 
Leistungsprinzips. Wer viel für 
sein Unternehmen leistet, soll 
dafür auch belohnt werden kön-
nen. Wir haben doch eine gute Regelung in Deutschland. Über 
den Aufsichtsrat entscheiden 
sowohl die Kapitalgeber als auch 
die Arbeitnehmervertreter, wer die Führung hat und was er verdient."

Der Präsident des Zentralverbandes Elektrotechnik und Elektronikindustrie (ZVEI), Friedhelm Loh (Haiger), in der Tageszeitung "Die Welt". Loh ist einer der größten evangelikalen Unternehmer.

 

"Ich war immer froh, wenn Karfreitag vorbei war, weil man da jedes Jahr wieder diese Folterdinge noch mal kleinteilig erzählt, und beschrieben bekommt, und das verstört einen als Kind tatsächlich. "

Der Fernsehmoderator Markus Lanz (44) im katholischen Kölner Domradio

 

"Ich hab gebetet, als ich mal kurz vorm Jordan stand oder als liebe Freunde in die ewigen Jagdgründe rüberwechseln mussten. Ich glaube, dass es Hilfe und Kraft von oben gibt. Beim Gebet falte ich auch ganz brav die Hände und sage: 'Du, Gott, für den Fall, dass es dich gibt, zeig dich bitte mal in deiner Allmacht - jetzt wär ne gute Chance! Amen.' "

Einer der bekanntesten deutschen Musiker, Udo Lindenberg, im Magazin Focus

 

"Der liebe Gott gehört allen. Zu beten, dass man gewinnt oder ein gutes Los bekommt - das funktioniert nicht. Daran glaube ich nicht."

Der Geschäftsführer von Borussia Dortmund, Hans-Joachim Watzke, im "Spiegel" auf die Frage, ob er vor der Auslosung des Champions-League-Viertelfinales eine Kerze angezündet habe

 

"Unfassbar! Die Nachwuchsorganisationen von Linkspartei und Grünen fordern dazu auf, sich im Internet als Linksextremisten zu outen. Dabei hat der aktuelle Verfassungsschutzbericht doch deutlich gezeigt, dass linksextreme Gewalt zuletzt um über 20 % zugenommen hat. Was der Nachwuchs von Linkspartei und Grünen da treibt, ist Verharmlosung pur. Und es ist eine abscheuliche Verhöhnung aller Opfer des Linksextremismus, nicht zuletzt der Polizisten, die häufig mit Steinen angegriffen und zum Teil lebensgefährlich verletzt wurden. Bei Linken verwundert eh nichts mehr. Aber die grüne Spitze muss das gefährliche Treiben ihrer Parteijugend sofort stoppen. "

CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe (Berlin) auf Facebook

 

"Große Gestalter und radikale Reformer haben wir schon genug. Was wir brauchen, sind die Milliarden von Deutschen, die jeden Tag pünktlich zur Straßenbahn rennen, ein Reihenhaus abbezahlen und sich für ein neues Auto verschulden."

Harald Schmidt, Fernsehunterhalter, im "FAZ-Magazin", Ausgabe März 2013

 

"Während in den arabischen Hinterhöfen die Christen verfolgt und vertrieben werden, diskutiert die hiesige Intelligenz über die Homo-Ehe und das Frauenpriestertum als dringendste Reformprojekte für den neuen Papst."

Peter Keller, Historiker, in der "Weltwoche" vom 27. März 2013

 

"Manche der gutausgebildeten Türken, die in Österreich und Deutschland lebten, ziehen wieder zurück nach Istanbul, um vom dortigen Wirtschaftsboom zu profitieren. Hier hingegen holen sich oftmals türkischstämmige Männer wieder eine geringer gebildete Frau aus Anatolien nach. Diese Situation stellt einen gewissen sozialen Sprengstoff dar."

Wolfgang Lutz, Chef des Wittgenstein Centre for Demography, im "Standard" vom 27. März 2013

 

"Während im Juste-Milieu einer urbanen Bio-Boheme die Vorzüge ethnischer Vielfalt besungen werden, dürfen die Bewohner der weniger bevorzugten Stadtteile die Folgen gescheiterter Integration aushalten. Und wem das nicht paßt (oder wer es auch nur wagt, am herrlichen Migrationsmythos zu zweifeln), der bekommt schnell die härteste Waffe der Grünen zu spüren: ihre stets überlegene Moral in Form der Rassismus-Keule. Politik, das ist für die Grünen vor allem ein großangelegtes Umerziehungsprogramm (was auch kein Wunder ist für eine Partei, deren Klientel überwiegend aus Lehrern und höheren Beamten besteht)."

Alexander Marguier, stellvertretender Chefredakteur, bei "Cicero Online" am 27. März 2013

 

"Rettungsfonds, monetäre Staatsfinanzierung, Wachstumspakt, Kapitalverkehrskontrollen, Fiskal- und Bankenunion - alles, was die europäischen Regierungen und Institutionen jetzt noch gemeinsam unternehmen, wird den Euro nicht mehr retten können. Nach dem Zypern-Debakel sind die Probleme und die politischen Widerstände mehrere Nummern zu groß geworden für das gesamteuropäische Krisenmanagement. Letzte Zweifel an ihrer Inkompetenz und Ohnmacht haben die Euro-Retter in den vergangenen Tagen beseitigt."

Frank Doll, Redakteur, bei "Wirtschaftswoche Online" am 27. März 2013

 

"Ist es bloß Zufall, daß Deutschland andernorts in Europa gegenwärtig genau jene Eigenschaften angekreidet werden, die den Deutschen einst unter Berufung auf Luther als Ideal eingeimpft wurden? (...) Nun treten die Wertvorstellungen der Länder, die von der Reformation geprägt wurden, in offenen Gegensatz zur Alltagsmoral anderer Länder - mit handfesten politischen und ökonomischen Folgen. In anderen Euro-Ländern nimmt man instinktsicher wahr, daß damit auch verdrängtes Konfliktpotential wiederkehrt."Reinhard Bingener, Redakteur, in der "FAZ" vom 29. März 2013

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 14 vom 03. April 2013

" Wie schön wäre es, wenn wir bei allem Wettstreit um die besten politischen Lösungsideen und Lösungswege in den Krisen unserer Zeit auch einen Wettstreit um den fairsten und barmherzigsten Umgang der politisch verantwortlichen Menschen miteinander und der Medien mit Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft erleben könnten."

Der EKD-Ratsvorsitzende, Nikolaus Schneider, in seiner Osterbotschaft

 

"Früher war für Sicherheit und Trost der liebe Gott zuständig, jetzt sind es Bundesregierung und Europäische Zentralbank. Auf Dauer wird dies zu großen Enttäuschungen führen. Denn die Politik kann nur teilweise Ersatz für fehlende Gewissheiten bieten."

Der stellvertretende Chefredakteur des Handelsblattes, Michael Inacker (Berlin)

 

"In seinem Herzen war immer 
nur Jesus. "

Mit diesen Worten widersprach die Schwes­ter von Papst Franziskus in Buenos Aires Berichten, ihr Bruder habe vor seiner Zeit als Priester eine feste Freundin gehabt.

 

"Ich respektiere diejenigen, die sich für eine eingetragene Lebenspartnerschaft entschieden haben." Trotzdem habe ich eine Grundüberzeugung: "Für mich gehören zu einer Familie Vater, Mutter und idealerweise Kinder."

Der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) in der Sächsischen Zeitung

 

"Der liebe Gott gehört allen. Zu beten, dass man gewinnt oder ein gutes Los bekommt - das funktioniert nicht. Daran glaube ich nicht."

Der Geschäftsführer von Borussia Dortmund, Hans-Joachim Watzke, im "Spiegel" auf die Frage, ob er vor der Auslosung des Champions-League-Viertelfinales eine Kerze angezündet habe

 

"Zur 500-Jahr-Feier der Reformation im Jahr 2017 stellt sich die Frage nach Luther neu. Eine veritable 'Lutherdekade' wurde im Jahr 2008 ausgerufen. Zur Halbzeit gewinnt man freilich den Eindruck, dass es sich die Jubiläumsprofis mit Luther recht bequem machen ... Die evangelische Kirche ist darauf aus, Luther eine möglichst große Bedeutung für die Gegenwart zuzuschreiben. Dabei will sie aber keine Angriffsflächen bieten. Die Folge ist eine bisweilen merkwürdige Fixierung auf die sogenannten Schattenseiten Luthers. Über sie vermag die EKD zum Reformationsjubiläum jene Botschaften vorzubringen, die sie auch sonst in ihrem Repertoire hat. Luther war gegen die Türken - also brauchen wir mutige Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit. Luther kochte nicht selbst - also brauchen wir mehr Geschlechtergerechtigkeit. "

Reinhard Bingener in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

 

"Daß Gebühren zur Finanzierung des Unterhaltungsangebots der Rundfunkanstalten pauschal von allen erhoben werden, bedient kein kulturelles Grundbedürfnis der Nation, das historisch beglaubigt wäre, sondern das Partikularinteresse eines für Werbung, Manipulation und Massensuggestion geeigneten Mediums, und ist daher nicht hinzunehmen. Fußball, Soaps, Krimis et cetera stehen nicht auf derselben Ebene wie Bibliotheken, Opernhäuser, Theater und Museen und dürfen auf eine vergleichbare, sei's fiskalische, sei's pseudofiskalische Weise deswegen nicht finanziert oder subventioniert werden, weil das Unvergleichliche sich schlicht nicht vergleichen läßt."

Wolfgang Schlüter, Schriftsteller, in der "Welt" vom 21. März 2012

 

"Kein Steinchen darf aus dem zusammengefügten Puzzle namens Euro-Zone brechen, sonst kracht womöglich bald der ganze Laden zusammen. Das erinnert sehr an 1968, Schauplatz Prag (...) Damals fuhren Panzer in die tschechoslowakische Hauptstadt ein, weil die Befürchtungen in Moskau groß waren, das Konstrukt Warschauer Pakt könnte zerbrechen. Primat der Politik wurde und wird das genannt. Dahinter verbergen sich stets konkrete Interessen. Und nur die Stärksten setzen ihre durch - meistens."

Klaus Fischer, Wirtschaftsredakteur, in der "Jungen Welt" vom 22. März 2012

 

"Mit dem Volk schrumpft der Wohlstand. Man könnte annehmen, daß sich die quasibürgerlichen Parteien in einer solchen Situation in die Bresche werfen würden, um eine der wichtigsten Bastionen der Gesellschaft - nämlich die vom christlichen Wertekanon bestimmte Ehe - zu verteidigen. In Wirklichkeit vollziehen sie aber eine bedingungslose Kapitulation, indem sie sich, wie das Beispiel der CDU in Deutschland zeigt, links-grünen Denkweisen anpassen."

Andreas Kirschhofer-Bozenhardt, empirischer Sozialforscher, in der Wiener "Presse" vom 21. März 2012

 

"Genderpolitik ist ein ernstes Thema. Kein Wunder, schließlich ernährt es mittlerweile einen riesigen Apparat. Es ist schwer, einen Überblick zu bekommen, wie viele Menschen davon leben, daß sie anderen erklären, warum Geschlecht nur ein soziales Konstrukt ist. (...)An deutschen Hochschulen gibt es inzwischen über 40 entsprechende Institute und Einrichtungen, darüber hinaus hat sich die Gender-Forschung an nahezu jedem geisteswissenschaftlichen Lehrstuhl etabliert."

Jan Fleischhauer, Kolumnist, auf "Spiegel-Online" am 21. März 2012

 

"Wenn jemand einen mittleren Job hat und jahrzehntelang etwas beiseite legt, kann leicht ein Betrag von über 100.000 Euro zustande kommen. Und so viel ist wohl auch nötig, damit man 20 oder 25 Jahre, trotz Minirente, ohne Not über die Runden kommt. Diese Leute gelten jetzt aber als reich. Nach den Wahlen wird man ihnen, angeblich aus Gründen der sozialen Gerechtigkeit, einen Teil ihrer Ersparnisse wieder wegnehmen, das wird dann Vermögenssteuer, Reichensteuer oder sonstwie heißen."

Harald Martenstein, Publizist, im "Tagesspiegel" vom 25. März 2012

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 13 vom 27. März 2013

"Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsre Predigt 
vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich."

Der Apostel Paulus im 1. Brief an die Gemeinde in Korinth (15,14) in Griechenland

 

"Auch wenn mich die Grünen und Linken noch so oft auffordern, das Kreuz abzunehmen. Solange ich Ministerin bin, bleibt es hängen"

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU), die aus beiden Parteien aufgefordert wurde, ein kleines 30-Zentimeter-Holzkreuz im Besucherraum ihres Ministeriums 
in Berlin abzuhängen, um so religiöse 
Neutralität zu wahren.

 

"Der neue Papst ist ein reaktionärer alter Sack wie sein Vorgänger. Der war seinerseits einem reaktionären alten Sack gefolgt, der wiederum einen reaktionären alten Sack beerbt hatte. Alter Sack I. folgte Alter Sack II., Alter Sack II. aber folgte Alter Sack III. - in einem fort, jahrein, jahraus."

Die grün-alternative "die tageszeitung" 
(taz, Berlin)

 

"In meinem Alter war Jesus schon auferstanden. Ich bin noch nicht 
mal tot."

Der Kabarettist Markus Barth (Köln) in seinem Soloprogramm

 

"Was ist heute zu tun: Gott zur Ehre und den Menschen zu Nutzen?"

Diese Frage des Pietisten August Hermann Francke (1663?1727) empfahl Bundespräsident Joachim Gauck bei einem Festvortrag in Halle (Saale) den Deutschen.

 

"Manchmal schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Zum einen liebe ich gute Filme, vor allem, wenn sie im Fernsehen laufen. Zum anderen bin ich mit Leib und Seele Christ. Was das eine mit dem anderen zu tun hat? Ich nenne es das Feiertags-Dilemma. Immerhin sollte man am Karfreitag in dieser Woche unseres Heilandes gedenken, der am Kreuz nicht weniger als sein Leben für uns alle hingab. Früher in meiner Jugend wurde im TV-Programm auf den religiösen Charakter solcher Feiertage noch Rücksicht genommen. Und was macht das Fernsehen heute? Es lässt es kräftig krachen: Vampir-Romanzen ("Twilight"), Komödien über den Lieben Gott ("Bruce allmächtig") und actionreiche Hochhaus-Schießereien ("Stirb langsam"). Statt Einkehr und Besinnung also ein Tanz ums goldene Quotenkalb."

Kommentar von Markus Nyary, Textchef der Zeitschrift "Fernsehwoche"

 

"Wer Bücher kauft, investiert in Wertpapiere."

Peter Hahne, Fernsehmoderator und Autor, in "idea Spektrum" vom 13. März 2013

 

"Im Hinblick auf jene Bedeutungen von 'Mensch', die für die Moralfrage bei einer Abtreibung relevant sind, ist jeder Fötus weniger Mensch als ein erwachsenes Schwein."

Richard Dawkins, Evolutionsbiologe, im Kurznachrichtendienst "Twitter" am 13. März 2013

 

"Der Vorwurf des Rechtsextremismus und des Autoritären ist absurd. Die Kontroverse wurzelt im deutlichen Sieg der Regierungspartei Fidesz bei den letzten Wahlen. Die Linke wurde vernichtend geschlagen (...). Das hat die Linke über Ungarn hinaus nicht verkraftet. Deswegen wird heute eine einwandfreie demokratische Wahl von links diskreditiert.?

Rupert Scholz, Ex-Verteidigungsminister (CDU) und Staatsrechtler, in der "Weltwoche" vom 14. März 2013

 

"Wir übernehmen heutzutage bestimmte Verantwortung für eine bestimmte Spanne Zeit. Das ist nicht anders als bei den politischen Wahlen auch. Es ist ein Grundprinzip der Demokratie, auch wieder abtreten zu können."

Sir Simon Rattle, Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, in der "FAZ" vom 14. März 2013

 

"Die Tatsache, daß Geschlechtsunterschiede im menschlichen Körper eingebaut sind, und die Tatsache, daß wir deswegen unterschiedlich sind, ist alles, was es braucht, um bei Linken einen Wutausbruch hervorzurufen. Sie sehen Monogamie und Privateigentum als zwei Seiten derselben bösen, unterdrückerischen Medaille. Und sie haben die Sprache des Klassenkampfs in unsere Häuser gebracht. Das ist, was die feministische Bewegung getan hat. Das ist der Grund, warum so viele Männer Angst davor haben, ihre Meinung zu sagen, weil sie nicht als Unterdrücker gesehen werden möchten."

Jennifer Roback Morse, Wirtschaftswissenschaftlerin, auf der "Conservative Political Action Conference" in Maryland am 15. März 2013

 

"Das ist einfach Bullshit, dieses Gerede: Wir sind nicht links, nicht rechts, sondern vorne (...) Ideologiefreiheit ist ein Mythos. Die kann es nicht geben."

Marina Weisband, Piraten-Mitglied, im "Freitag" vom 15. März 2013

 

"Spätestens seit der Finanzkrise glaube ich nicht mehr an quantitatives Wachstum. Man muß das Rückgrat haben, Kunden zu sagen: Produziert keine heiße Luft, sondern Produkte, die Substanz und Relevanz haben. (...) Echte Kämpfer essen keinen Honig _ sie kauen Bienen."

Amir Kassaei, Chef der Werbeagentur DDB und ehemaliger Kindersoldat, im "SZ-Magazin" vom 15. März 2013

 

"Es ist unangemessen und eine Anmaßung, wie die türkische Regierung sich einmischt. (...) Eine der schönen Sachen in unserem Land ist, daß wir Niederländer unser Leben so führen können, wie wir es wollen - unabhängig von den Wünschen fremder Mächte."

Lodewijk Asscher, niederländischer Vizepremier (Arbeitspartei), auf "Welt Online" am 17. März 2013

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 12 vom 20. März 2013

"Wenn die Kirche nur eine sozialrelevante Wohlfahrtsorganisation wäre, 
 müsse man sie nicht erhalten, denn darum kümmern sich andere auch. 
 Nein, diese Kirche muss den Glauben in das Zentrum ihrer Tätigkeit rücken."

"Spiegel"-Redakteur Matthias Matussek auf "Spiegel Online" über Papst Franziskus

 

"Wenn manche sagen, Benedikt XVI. sei, weil er über das Wort kam, ein geradezu evangelischer Papst gewesen, so könnte der Neue das dennoch fortsetzen. Aber vielleicht weniger vom hohen Turm der Wissenschaft, so dass seine Ansprachen verhallen, sondern eher dramatisch-charismatisch, damit er Gläubige und vor allem Nicht-Gläubige erreicht. Ein wenig Erweckungspredigt nach, sagen wir, amerikanischer Art kann missionieren, wo es der alte Papst wollte."

Der Tagesspiegel (Berlin) zur Papstwahl

 

"Bergoglio ist aus römischer Kuriensicht etwas zu links, aus kirchenkritischer Sicht etwas zu alt, und aus politischer Sicht stellt die Wahl eines Latinos zum Papst durchaus eine Sensation dar. Einer, der die Armut ebenso bekämpft wie die Korruption, einer, der Limousine und Chauffeur gegen die U-Bahn von Buenos Aires eintauschte. Mit so einem hatte schlicht niemand ernstlich gerechnet. "

Die "Rhein-Neckar-Zeitung" (Heidelberg) über den neuen Papst Franziskus

 

"Mir fällt nur eine Figur ein, die von den meisten Europäern respektiert wird und die nie gesündigt hat - Jesus! "

Der Finanzexperte Bilal Hafeez von der Deutschen Bank zur Frage, wer den Euro retten könne, laut "Deutsche Wirtschafts Nachrichten" (Berlin)

 

"Die FDP ist eine liberale Partei. Wir führen das C nicht im Namen, aber die meisten bei uns praktizieren das C aus Überzeugung."

FDP-Fraktionsvorsitzender Rainer Brüderle in der "Welt am Sonntag" (Berlin)

 

"Arme Konservative! Ihr Gesellschaftsbild wird in diesen Tagen von so vielen Seiten untergraben, dass es einem von Termiten befallenen Haus gleicht. Ein Stupser kann das, was eben noch so fest gefügt und solide erschien, zum Einsturz bringen. Nur eine Staubwolke erinnert noch einen Moment lang an das, was über Generationen hinweg als unverrückbare Wahrheit galt."

Frankfurter Rundschau

 

"Angela Merkel ließ es zwar seit 2009 zu, daß das Konzept der Währungsunion auf den Kopf gestellt und bis zur Unkenntlichkeit umgekrempelt wurde. Da aber kaum einer verstand, was eigentlich vorging, wurden ihr die tapfere Verteidigung der deutschen Finanzen und der Reformdruck auf die Krisenländer als politische Leistung hoch angerechnet."

Thilo Sarrazin, Publizist und ehemaliger Bundesbankvorstand, in der "Weltwoche" vom 7. März 2013

 

"Je mehr die Notenbanken außer Rand und Band geraten und je mehr sie das Vertrauen in das staatliche Papiergeld zerstören, desto intensiver werden die Menschen nach Alternativen suchen. (...) Gold und Silber könnten sich in den nächsten Jahren daher zu Parallelwährungen entwickeln, in denen die Menschen ihre Ersparnisse horten. Euro, Dollar und Yen fielen dann auf das zurück, was sie schon immer waren: Bunt bedruckte Papierlappen _ völlig ungeeignet, Werte zu erhalten."

Malte Fischer, Chefvolkswirt, bei "Wirtschaftswoche Online" am 8. März 2013

 

"Zum Glück ist das Überleben des traditionellen Leitbilds von Ehe und Familie aber weder von den Verrenkungen der CDU noch von den Vorgaben des sogenannten Zeitgeists und seines stramm mitmarschierenden Gefolges abhängig. Die schweigende Mehrheit wird sich zwar damit abfinden müssen, daß die Kluft zwischen dem Loblied auf die 'Keimzelle der Gesellschaft' und der in Euro und Cent daherkommenden 'Anerkennung' noch etwas größer wird, schon weil der Kuchen künftig in mehr Teile geschnitten werden muß. Doch auch das wird die Ehe von Mann und Frau und die von ihnen begründete Familie überstehen. Allzu leicht lassen sich diese Institute nicht abschaffen, das haben die hellsichtigen Väter des Grundgesetzes sichergestellt. Mit Leben erfüllt werden muß freilich auch dieses Grundrecht von den Bürgern selbst."

Berthold Kohler, Herausgeber, in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom 8. März 2013

 

"Im Merkelismus herrscht das Prinzip des aggressiven Nicht-Handelns, das heißt in Situationen, in denen die meisten Fürsten sich zwischen der schlechten und der zweitschlechtesten Lösung entscheiden zu müssen glauben, hält sich der Merkelistische Fürst stets so lange zurück, bis er den Vorteil aus dem Nicht-Handeln als eigenes Handeln verkaufen kann."

Georg Seeßlen, Autor und Filmkritiker, in seinem "seesslen-blog.de" am 9. März 2013

 

"Die Konservativen sind diejenigen, die das Leben von morgen sichern. Die Zeitgeistgetriebenen verleben das Ererbte. (...) Konservativ modern sein heißt unbequem modern sein, weil man nicht nach dem Rhythmus des Zeitgeistes tanzt. Die Menschen wollen keine Veränderung der Gesellschaft, in der Ehe und Familie nicht mehr die Normalität sind. Die Union als Volkspartei hat die Aufgabe, der stillen Mehrheit eine Stimme zu geben gegen eine schrille Minderheit."

Alexander Dobrindt, CSU-Generalsekretär, in der "Welt am Sonntag" vom 10. März 2013

 

11 vom 13. März 2013

" Wir brauchen keine matten oder glatten Gemeinden, sondern 
Gemeinden, die einen Aufstand für das Evangelium machen."

Pfarrer Ulrich Parzany in seiner Predigt am Ende der Großevangelisation ProChrist, die vom 3. bis 10. März von Stuttgart aus 
an 900 Orte übertragen wurde.

 

"CDU-Präsidium beschließt: Keine weiteren Initiativen zur Gleichstellung von Lesben und Schwulen. Gut, dass diese Regierung bald weg ist! "

Kommentar der Spitzenkandidatin der Grünen für die Bundestagswahl, Katrin Göring-Eckardt, auf Facebook (4. März). Sie lässt ihr Amt als Präses der EKD-Synode bis zur Wahl ruhen, ist aber weiterhin Mitglied der Leitung der EKD, des Rates.

 

" Ich glaube an einen gütigen Gott ? an einen, der akzeptiert, dass der sündige Mensch, den er geschaffen hat, auch Sünden begeht. Wenn ich zulasse, dass das Gewissen zu mir spricht, und es nicht ausschalte, dann bin ich Gott sehr nahe. Ich habe ein großes Gottvertrauen. Ich glaube, dass Gott für alles und jeden einen Plan hat. "

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU, evangelisch) in "chrismon"

 

"In die Kirchen der Reformation hatte schon Joseph Kardinal Ratzinger wenig Hoffnungen gesetzt - institutionell zu zersplittert, von einigen Lutheranern abgesehen dem gemeinsamen theologischen Erbe des ersten Jahrtausends zu fern und in vielen ethischen Fragen aus römisch-katholischer Sicht jenseits biblischer Aussagen. "

Frankfurter Allgemeine Zeitung

 

"Hunderte Kirchen und Pfarrhäuser stehen zum Verkauf oder werden abgerissen. Andere dienen bereits als Turnhalle, Sparkasse oder Moschee. Auch bei Ebay kann man Gotteshäuser erwerben ... Einig sind sich die beiden großen Konfessionen nur darin: Sekten und Vertreter anderer Religionen bleiben in der Regel ausgesperrt. Um den ?Nebel religiöser Diffusion? nicht noch mehr zu verdichten, sei ein Verkauf an Muslime und Buddhisten ?nicht möglich? ... Dass die Söhne Allahs gleichwohl zum Zuge kommen, liegt vor allem an den Freikirchen. Bereits in vier Fällen haben sie leere Bibelstätten an islamische Verbände abgetreten."

Aus einem Bericht im "Spiegel" (Nr. 7)

 

"Europa ist weder ein utopisches Traumgebilde noch ein postnationales Territorium, das von einer imaginierten Zentrale mit den ZK-Kompetenzen einer mächtigen und allwissenden Bürokratenelite gelenkt wird - Europa ist eine unendlich vielfältige und widerspruchsvolle Realität, die aus weit mehr als drei Dutzend Staaten und Nationen besteht, deren Regionen und Kulturen kaum zu zählen sind. Nirgendwo deutlicher als in der andauernden Euro-Krise hat sich gezeigt, daß gerade der Versuch, diese Vielfalt zu vereinheitlichen, das Unterschiedliche anzugleichen, kurz: das Krumme passend zu machen, ins Verderben führt."

Reinhard Mohr, Publizist, auf "Cicero Online" am 27. Februar 2013

 

"Das Unkraut, das in der Weltkirche zwischen dem Weizen wuchert, konnte er nicht tilgen. Der Wille war da, aber es fehlte die Kraft. Benedikts Bedeutung als Kirchenlehrer der Neuzeit wird weltweit auch von Nicht-Katholiken anerkannt. Wann werden deutsche Kritiker sich dessen bewußt?"

Reinhold Michels, Publizist, in der "Rheinischen Post" vom 28. Februar 2013

 

"Frauen sind wie Männer zu extremer Gewalt fähig, doch dieser Umstand paßt nicht zu unserem Bild der Frau als einer, die immer mit sich reden läßt. (...) Daß Frauen gutherzig sind, war lange männliches Wunschdenken. Heute können Frauen sich so fühlen, als hätten sie immer auf der richtigen Seite der Geschichte gestanden, auf der Seite der Entrechteten."

Elisabeth Raether, Journalistin, im "Zeit-Magazin" vom 28. Februar 2013

 

"Es sind keine Rechtsradikalen und keine Versager die sich da zusammengetan haben. Und darin besteht die große Gefahr für Union und FDP, für Angela Merkel und ihre Öffnung der Union: Es könnte eine Alternative zu CDU und FDP geben. Egal ob der Einzug in die Parlamente gelingt - wie schon bei Grünen, Linkspartei und Piraten wird schon das Aufkommen der Partei die Diskurse verändern und zur Öffnung der Diskussion beitragen."

Stefan Laurin, Blogger, im Internetblog "ruhrbarone.de" über die neue Partei Alternative für Deutschland, am 4. März 2013

 

"Der Politiker ist ein eitles Wesen - und kein scheues Reh."

Marieluise Beck, Bundestagsabgeordnete (Grüne), in der "FAZ" vom 4. März 2013

 

"Noch nie hatte ein Regime die eigene Gesellschaft mit einem solchen entfesselten, unkalkulierbaren Terror überzogen. (...) Der Gulag ist nicht Teil des universellen Gedächtnisses geworden, so wie das NS-System. (...) Die Verbrechen des Stalinismus sind weitgehend gesichts- und namenlos geblieben, ohne Reliefabdruck im kollektiven Gedächtnis, ohne Identifikationsfiguren, ohne ästhetische Debatten, wie das Unaussprechliche zu formulieren ist. Man mag diese narrative Leere als letzten Erfolg des stalinistischen Versuchs sehen, die Opfer auszuradieren."

Stefan Reinecke, Redakteur, in der "taz" vom 5. März 2013

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 10 vom 06. März 2013

"Ich verspreche Ihnen nicht das Glück auf Erden. Und ich verspreche Ihnen nicht den Himmel voller Geigen. Aber ich will auf dieses Versprechen von Jesus hören: Wenn du jetzt weinst: du wirst einmal lachen. Wenn du arm bist, wenn du eine Ahnung davon hast, dass du nicht alles hast: du wirst beschenkt werden"

Pfarrer Steffen Kern bei der Auftaktveranstaltung von "ProChrist" in Stuttgart. Er vertrat den erkrankten Ulrich Parzany

 

"Worüber unsere heutige Gesellschaft glaubt, verhandeln zu können, müssen wir sagen: Es ist nicht erlaubt, die Ehe anders zu definieren als Gemeinschaft von einem Mann und einer Frau und in der Familie die Frucht der Ehe zu sehen. Das menschliche Leben ist von der Empfängnis bis zum Sterben vor jeder Manipulation zu schützen. Die schöpfungsgemäße Zweipoligkeit menschlichen Daseins als Mann und Frau darf nicht durch die Gender-Ideologie aufgelöst werden. Es steht nun einmal vor den 10 Geboten: 'Du sollst neben mir keine anderen Götter haben'. "

Der Kölner Kardinal Joachim Meisner vor der (katholischen) Bischofskonferenz

 

"Meine liebste Bibelstelle? ...die ändert sich je nach Lebenssituation. Die Geschichte von der Vertreibung aus dem Paradies ist für mich jedoch eine ganz besondere Erzählung. Ich sehe sie als biblische Begründung dafür, dass der Mensch die Freiheit dem Glück vorgezogen hat. Mit der Vertreibung aus dem Paradies ist der Mensch zur Verantwortung für sein Handeln berufen. Nur ein geistig freier und aufgeklärter Mensch bei klarem Verstand kann Verantwortung für sein Handeln tragen. Um es mit Jeanne Hersch zu sagen: 'Es gibt keine Freiheit ohne Verantwortung.' "

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) in der (katholischen) "Stimme der Familie" (Berlin)

 

"Die Katholische Kirche ist reich an Ratgebern. Vorlaute wie Unberufene verkünden nun, welche 'Reformen der neue Papst dringend anpacken muss'. Sie übersehen dabei, dass es diese Religionsgemeinschaft, die sie sich vom Vatikan wünschen, bereits gibt: Sie heißt Evangelische Kirche in Deutschland (EKD). Diese wiederum versteht sich zunehmend als Vorfeldorganisation der Grünen... Es ist allerdings nicht zu sehen, dass es der protestantischen Zeitgeistkirche so viel besser geht. Die Katholische Kirche aber hat auch deshalb so viele Stürme überstanden, weil sie ihren Grundüberzeugungen stets treu geblieben ist."

Wolfgang Bok in der Zeitung "Schleswig-Holstein am Sonntag"

 

"Freiheit ist nicht so wichtig. Hauptsache, der Müll ist ordentlich getrennt. (...) Wir sind stolz auf unsere Demokratie, doch der Geist der Freiheit ist uns suspekt. In Wahrheit jedoch bedeutet die bloße Tatsache, daß der Wille des Volkes in einer freien Wahl zum Ausdruck kommt, nicht sehr viel. Im Grunde genommen bedeutet Demokratie lediglich, daß zehn Füchse und ein Hase darüber abstimmen können, was es zum Abendessen gibt. Freiheit dagegen bedeutet, wenn der Hase mit einer Schrotflinte die Wahl anfechten kann."

Vince Ebert, Physiker und Kabarettist, in der "Welt" vom 22. Februar 2013

 

"Ich verstehe nicht, warum Menschen über eine Übergangszeit hinaus zwei Staatsangehörigkeiten besitzen sollten. (...) Der Druck, irgendwann eine Entscheidung für ein Land treffen zu müssen, kann durchaus hilfreich für die Integration eines Menschen sein."

Younes Ouaqasse, Mitglied im CDU-Bundesvorstand, auf "Welt Online" am 22. Februar 2013

 

"Hitler wird eingesetzt, um Kasse zu machen. Der müßte sich ja darüber krummlachen, wie bekannt er heute ist. Wie wir ihn heute vermarkten, das hätte er sich nicht besser wünschen können."

Erika Steinbach, Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, bei "Hart aber fair" am 25. Februar 2013

 

"Wenn heute die Sozis und Linken meinetwegen schreien und keifen, dann weiß ich: Du hast es gut gemacht."

Hans-Peter Friedrich, Bundesinnenminister (CSU), in "Chrismon", Ausgabe März 2013

 

"Das ist, glaube ich, ein Gemisch von gewissen Tendenzen in den Medien, jemanden herauszustellen und Wunschkandidaten aufzustellen. Ich weiß nicht, wie das zustande kommt. Man kann eigentlich nur sagen, wer vorher allzu oft genannt wird, der trifft auch auf eine gewisse Skepsis. Deshalb gibt es ja auch das alte Sprichwort, wer als 'papabile' ins Konklave hineingeht, der kommt mit Sicherheit als Kardinal wieder hinaus. Insofern halte ich von diesen Dingen nichts. Ich bin ganz froh, daß manche Leute nicht genannt werden, die eine Rolle spielen könnten, denn dann sind die nicht vorher schon kaputt."

Karl Kardinal Lehmann, Bischof von Mainz, im "Radio Vatikan" am 26. Februar 2013

 

"Wähler und Politiker sind sich längst einig, daß die Verengung des politischen Angebots wünschenswert ist. Politische Eintönigkeit wird immer wieder beklagt, aber Abweichung nicht honoriert. Rechts von der CDU, da sind sich alle einig, drohen Faschismus und Populismus, links von der SPD Umverteilung und Enteignung. Merkel kann ihre willenlose Partei deshalb leicht in die Mitte verschieben, weil rechts von ihr nichts sein darf. Die Antifa hält Merkel den Rücken frei. Und so steht die Kanzlerin, pragmatisch für die einen oder prinzipienlos für die anderen, bei 41 Prozent und hat beste Chancen, wiedergewählt zu werden. "

Moritz Schuller, Kommentator, im Berliner "Tagesspiegel" vom 26. Februar 2013

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 9 vom 27. Februar 2013

"Unstreitig bietet die Konstellation Vater - Mutter die bestmögliche Entwicklungschance für Kinder. Dass das Kindeswohl in homosexuellen Partnerschaften genauso gestärkt werde, ist nur eine Vermutung. Und die Formel > lieber gut aufgehoben bei Homos als schlecht bei Heteros < lässt sich auch umkehren: > Lieber gut aufgehoben bei Heteros als gut aufgehoben bei Homos<"

Die Allgemeine Zeitung aus Mainz über das Urteil des deutschen Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe, 
das das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften gestärkt hat.

 

"Jeder sollte merken: Klicken ist einfach, aber jeder Klick bewirkt etwas - und damit trägt jeder Nutzer eine Verantwortung. Vielleicht wäre das besser: Vor dem nächsten Geschenkeeinkauf ein Ticket des öffentlichen Nahverkehrs lösen, in die Innenstadt fahren und in ein Kaufhaus gehen, das seine Beschäftigten anständig behandelt"

Das schlägt die grün-alternative "tageszeitung" (Berlin) als Konsequenz aus den Vorwürfen gegen den Internet-Händler Amazon vor, Mitarbeiter auszubeuten.

 

"Wenn wir zweimal die Woche auf Fleisch verzichten und uns mit regionalen Produkten versorgen, unterstützen wir eine bäuerliche, nachhaltige Landwirtschaft. "

So der Hamburger (katholische) Erzbischof Werner Thissen. Die Massenproduktion von Schweinefleisch schadet nach seiner Ansicht der Umwelt.

 

"Bei der Eheschließung heißt es: 'Bis dass der Tod euch scheidet'. Diese Vorstellung von Liebe ist ein abendländisches Kulturerbe, und solche Lieben gibt es glücklicherweise auch heute noch. Meine Frau und ich sind 70 und seit 30 Jahren zusammen, aber wir kennen viele Leute unseres Alters, die seit 50 Jahren zusammen sind. Und es ist Liebe. "

Der österreichische Regisseur Michael Haneke im "Spiegel". Sein Film "Liebe" über ein altes Ehepaar erhielt den "Oscar" als bester fremdsprachiger Film.

 

"Der Bundespräsident ist eingeholt worden - von den Erwartungen und dem rot-grünen Milieu, das ihn umgibt und ihm jenen Zauber nimmt, den er sich selbst mit dem Begriff Freiheit gegeben hat. Die als 'groß' angekündigte Rede zu Europa ... umschiffte die eigentlichen Probleme. Gauck wirkt immer mehr wie ein Gefangener der Kräfte, die ihn ins Amt gebracht haben. Außer bei seinem Präsidialamtschef Gill sind die Spitzenpositionen fest in der Hand von Beratern der SPD und Grünen. Sie schirmen den Präsidenten ab, der seine Kommunikation wie einst SPD-Kanzler Schröder vor allem mit 'Bild, BamS und Glotze' betreibt. Auf den großen Wurf bei Gauck muss der nicht-linke Teil der Gesellschaft wohl noch warten."

Michael Inacker im Handelsblatt (Düsseldorf)

 

"Das Gehirn jedes Menschen ist zu gewaltigen Irrtümern fähig, und man sollte sich zurückhalten, mit dem Moralfinger auf jene zu zeigen, denen in bestimmten Lebensphasen ein paar Sicherungen durchbrannten. Es kann ­jeden erwischen. (...) Es ist richtig, daß rechte Extremisten nicht in meinungsbildenden Positionen geduldet werden. Ebenso klar ist allerdings, daß ehemalige Linksextremisten, die sich nie von ihren Positionen ­distanzierten, kein Recht auf Verschweigen haben. Von Leuten, die in der Öffentlichkeit Verantwortung tragen, möchte man erst recht wissen, wo sie wirklich stehen und was sie ­allenfalls zu irritierenden Ereignissen aus ihrer jüngsten Vergangenheit zu sagen haben."

Roger Köppel, Herausgeber und Chefredakteur, in der "Weltwoche" vom 14. Februar 2013

 

"Meine Töchter fragen nicht, ob ich diese oder jene Szene gut gespielt habe oder wie der Auftritt meiner Band gelaufen ist. Die sagen: 'Mama, du hast uns Pfannkuchen versprochen und da waren keine.' Für die zählt ihre Welt und das ist gut so, denn wir Schauspieler beschäftigen uns viel zu sehr mit diesem ganzen Filmgedöns. Da ist es wunderbar, wenn einen die Kinder wieder erden und man nicht Gefahr läuft, abzudriften in unendliche Ego-Welten."

Anna Loos, Schauspielerin und Sängerin, in der "Bunten" vom 14. Februar 2013

 

"Natürlich ist Zypern systemrelevant. Aber nur für russische Oligarchen und Mafiabosse."

Wolfgang Bosbach, Bundestagsabgeordneter (CDU), bei "Berlin direkt" am 17. Februar 2013

 

"Man kann darauf wetten: Grüne und EKD werden als erste dagegen Sturm laufen, sollte die Armutswanderung aus Rumänien und Bulgarien tatsächlich unterbunden werden, wie es der Städtetag nun selten deutlich fordert. Deshalb mein Ratschlag an die Kritiker von Abschottung und Visa-Einführung: Wir bringen die Roma am besten dort unter, wo die Akzeptanz am größten ist. Also in den begüterten Vierteln mit den Waldorfschulen. Dort können die Zuwanderer (...) auch gleich unterrichtet werden. Und die guten Menschen in unserem Land übernehmen die Patenschaften. Das wäre lehrreich für beide Seiten."

Wolfgang Bok, Kolumnist, in "Schleswig-Holstein am Sonntag" vom 17. Februar 2013

 

"Gysi verklagt alle, die ihn mit Stasi in Verbindung bringen. Man nennt ihn schon den Lance Armstrong von Berlin."

Dieter Nuhr, Kabarettist, auf "Facebook" am 18. Februar 2013

 

"Niemand käme auf den Gedanken, in der Bundesliga das Torezählen oder den Abstieg eines Vereins in die zweite Liga zu verbieten. Der Ansporn, vorne mitzuspielen, seine Talente einzusetzen und sich zu verbessern, motiviert. (...) Noten durch verbale Beurteilungen zu relativieren sowie unabhängig vom Leistungsvermögen versetzt zu werden, nützt den Schülerinnen und Schülern nicht. Im Gegenteil: Es ist frustrierend und leistet einer falschen Selbsteinschätzung Vorschub."

Julia Klöckner, CDU-Vorsitzende in Rheinland-Pfalz, in einer Pressemitteilung vom 18. Februar 2013

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 8 vom 20. Februar 2013

"Wenn Muslime hier bei uns eine Moschee bauen können so hoch wie der Kölner Dom, 
 dann möchte ich wenigstens in Saudi-Arabien eine Predigt halten können, ohne verhaftet zu werden. Auf dieses Gleichgewicht der Rechte kommt es im Verhältnis zwischen Islam und Christentum an. In Saudi-Arabien haben wir zum Beispiel ein solches Gleichgewicht nicht"

Karl Kardinal Lehmann (Mainz) in seiner Kritik in der "Bild am Sonntag" an der religiösen Intoleranz muslimischer Staaten

 

"Wie klein und hilflos der Mensch doch ist! Wir sind Teil eines Universums, das in seinem gewaltigen Aus-
maß unser Vorstellungsvermögen überfordert. Wie oft gerät diese Tat-
sache in Vergessenheit. Die hoch entwickelte Zivilisation, in der wir leben, macht diese Ignoranz so einfach. Gilt doch der Mensch inzwischen als ein scheinbar allmächtiges Wesen, das seine Umgebung uneingeschränkt beherrscht. "

Die "Neue Osnabrücker Zeitung" über den Meteoritenschauer in Russland

 

"Viel zukunftsfähiger ist es, auf die rasant wachsende evangelikale Bewegung zuzugehen. Und genau das hat Benedikt XVI. in seinem Pontifikat in die Wege geleitet. [...] Es war kein Zufall, dass Benedikt XVI. so häufig Positionen bezog, die gerade bei evangelikalen Christen auf Zustimmung stießen. Ihm war klar, dass nur so die massenhafte Abwanderung von Katholiken ins evangelikale Lager gestoppt werden kann. [...] Der Papst musste Prioritäten setzen. [...] Darin liegt sein Vermächtnis: Er hat die katholische Kirche für den globalen Wettbewerb mit dem evangelikalen Spektrum fit gemacht. "

Der Vorstandssprecher der (atheistischen) Giordano-Bruno-Stiftung, Michael Schmidt-Salomon, im "Humanistischen Pressedienst"

 

"Ich biete 'dem Winfried, der ja (seit der Ankündigung des Papstrücktrittes) ohne religiöse Führung ist', Hilfe bei der 'direkten Verbindung nach oben' an: 'Bei uns Evangelischen ist ja jeder irgendwie Papst' ... Pflichtschuldig deklinierte Göring-Eckardt alles durch, was grüne Politik ausmacht: Energiewende, Homo-Ehe, Frauenquote, mehr Kitas, Gentechnik-freie Landwirtschaft. Schwarz-Gelb, so ihr Resümee, 'macht eine Politik jenseits der Realität'. Aber ?am 22. September ist alles vorbei.' "

Die Tageszeitung "Die Welt" über den Auftritt der grünen Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl am 22. September beim Politischen Aschermittwoch der Grünen in Biberach: Katrin Göring-Eckardt. Sie lässt ihr Amt als Präses der EKD-Synode bis zur Wahl ruhen. Der baden-württembergische (grüne) 
Ministerpräsident Winfried Kretschmann ist Katholik.

 

"Wir Amis sind blöd, aber wir haben Spaß dabei. Die Deutschen sind zu intelligent, um Spaß zu haben."

Eric T. Hansen, Autor, bei "Zeit Online" am 5. Februar 2013

 

"Heutzutage befinden sich Ehemänner und Ehefrauen in einem festgefahrenen Kampf darüber, wer mehr im Haushalt macht und wie man dabei alles auf die Reihe bekommt. Das ist keine Ehe. Das ist Krieg."

Suzanne Venker, Kolumnistin, bei "Fox News" am 6. Februar 2013

 

"Wozu braucht ein normaler Mensch eigentlich zwei oder gar noch mehr Pässe? (...) Mehrstaatlichkeit erleichtert Kriminalität und dient denen, die Unrechtes im Schilde führen."

Heinz Buschkowsky, Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln (SPD), in der "Bild" vom 6. Februar 2013

 

"Nicht am Hindukusch, sondern hier in Deutschland muß die Freiheit verteidigt werden!"

Christoph Bruns, Fondsmanager, bei "Handelsblatt.de" am 7. Februar 2013

 

"Die Qualität der politischen Auseinandersetzung und ihre mediale Aufbereitung ist knapp neun Monate vor den Bundestagswahlen auf einem neuen erbärmlichen Tiefpunkt angelangt. Wer geglaubt hatte, daß Oberflächlichkeit irgendwann an eine natürliche Grenze gelangen müßte, sollte umdenken. (...) Wäre man verschwörungstheoretisch veranlagt, könnte diese Einebnung von Politik als taktisches Manöver mißverstanden werden. Tatsächlich aber geht der Schuß nach hinten los: Der Zerfall der öffentlichen Diskussionskultur schafft keineswegs Freiräume zum ungestörten und gezielten Durchregieren. Er ist stattdessen ein beängstigendes Symptom für die fortschreitende Entpolitisierung der politischen Klasse, der es sowohl an inhaltlichen Konzepten als auch an der Einsicht mangelt, daß die alarmistische Skandalisierung des politischen Gegners nicht zu einer Stärkung der eigenen Position führt."

Matthias Heitmann, Publizist, bei "Cicero Online" am 8. Februar 2013

 

"Bildung ist die Kunst der Selbstverteidigung gegen die Medienwirklichkeit."

Norbert Bolz, Medienwissenschaftler, im Kurznachrichtendienst "Twitter" am 9. Februar 2013

 

"Dank diesem neudeutschen Viktorianertum (...) ist es inzwischen möglich geworden, daß wertebewußten Bürgern, Konservativen und Sozialdemokraten, die zweifelhafte Ehre zuteil wird, 'Störer des Diskurses' zu werden. Auf diese Weise haben es an sich harmlose und vollkommen biedere Leute wie etwa Harald Schmidt (Polenwitze) und Peter Gauweiler (Euroklage), Thilo Sarrazin (Begabungslehre) und Heinz Buschkowsky ('Neukölln ist überall'), Mario Balotelli ('Siegerpose') und Wolfgang Thierse ('Schwabylon') es irgendwie geschafft, zu neudeutschen Punks zu mutieren. Das Milieu, das sich darüber erregt und sich davon belästigt fühlt, ist immer noch das gleiche. Die Punks haben sich gewandelt. Sie tragen Anzug und Krawatte, kämmen sich die Haare und pflegen sich die Bärte."

Rudolf Maresch, Publizist, im Magazin "Telepolis" am 9. Februar 2013

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 7 vom 13. Februar 2013

"Als Christen sind wir immer Fremde. Wir sehen, dass heute in der Welt die Christen die am meisten verfolgte Gruppe sind, da sie nicht angepasst sind, da sie ein Stachel sind, da sie gegen die Tendenzen des Egoismus, des Materialismus sind. Es ist dies die Weise, mit dem gekreuzigten Christus zu sein."

Papst Benedikt XVI. vor Studenten des Priesterseminars des Bistums Rom am Wochenende

 

"Auch die Kita-Gläubigen werden sich damit abfinden müssen: Nicht jeder kann zu jeder Zeit alles haben ? 
Kinder, zwei Vollzeitkarrieren, ein erfülltes Privatleben und noch aus-
reichend Kleingeld, um alle übrigen Wünsche zu finanzieren. Es ist an der Zeit, weit über die Krippe hinauszudenken."

Die "Süddeutsche Zeitung" unter 
der Überschrift "Die Krippen-Lüge"

 

" Die Heilige Messe als fester Halt an jedem Sonntag: Gemeinsam be-
suchen Mutter Schavan und Tochter Annette den 11.30-Uhr-Gottesdienst in der Neußer Dreikönigenkirche, nehmen in der Mitte Platz. Von klein auf hat Annette Schavan diese Kirche besucht."

"Bild" über den ersten Tag von Annette Schavan nach ihrem Rücktritt am Sonn-abend als Bundesbildungsministerin

 

" (Wie die Deutschen verstehen) auch Amerikaner und Engländer (in Sachen Sexismus) keinen Spaß. Irgendwie scheint diese Humorlosigkeit etwas mit dem Protestantismus zu tun zu haben und mit der aus ihm resultierenden Unkultur, derzufolge Erotik sich lange Zeit nur im heimischen Schlafzimmer entfalten durfte, zwischen standesamtlich geprüften Eheleuten. "

Die Tageszeitung "Die Welt"

 

"Jesus hatte auch zwei Papas "

Mit dieser Parole demonstrierten 2.100 Befürworter der "Homo-Ehe" in Montpellier. Zuvor hatten in Paris 800.000 Menschen gegen die von der sozialistischen Regierung geplante Einführung der "Homo-Ehe" und ein Adoptionsrecht für Homosexuelle protestiert.

 

"Ich halte es da mit dem Grundgesetz, Artikel 14, Absatz 2: 'Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.' Meine Familie und ich können etwas tun und tun es auch gerne."

Einer der 10 reichsten Deutschen, der Schraubenunternehmer Reinhold Würth, in der Schweizer "Handelszeitung", zur Begründung dafür, dass er viel Geld für wohltätige Zwecke spendet.

 

"Man stelle sich mal einen Parteifunktionär vor, der seit seiner Jugend nichts anderes kennt; nicht nur einmal die Woche, sondern mehrmals täglich: Ortsgruppen und Bezirksvereine und Landesgruppen und Landtagsfraktionen und Bundestagsfraktionen und Programmkommissionen und Parteivorstände und und und. Ob CDU/CSU, FDP, SPD, Grüne, Linke oder Piraten: Es ist ein Wunder, daß unsere Politiker nicht viel, viel blöder sind."

Alan Posener, Korrespondent, bei "Welt Online" am 30. Januar 2013

 

"Wer noch weniger Sexismus an den Tag legte als Rainer Brüderle und wenn der Zustand der Dauer-Erotisierung so schlimm wäre, wie die Stern-Redakteurin ihn beklagte, dann wäre die Menschheit ausgestorben vor drei Millionen Jahren."

Wolf Schneider, Journalismuslehrer, bei der Preisverleihung "Journalist des Jahres" am 31. Januar 2013

 

"Wer mit Begriffen der Schuld operiert, will ein moralisches Gefälle herstellen. Bevor es um die Verständigung geht, die diskurstheoretisch als Ziel postuliert ist, sollen erst einmal die Verhältnisse geklärt werden, und zwar in Opfer und Täter. (...) Schuld ist in der Regel individuell, selten kollektiv. Die Zugehörigkeit zu einer Gruppe (oder einem Geschlecht) begründet noch keine Notwendigkeit zum schlechten Gewissen. Wer auf moralische Abwertung setzt, weil er glaubt, damit schneller zum Erfolg zu kommen, verletzt nicht nur ein wichtiges Axiom sozialen Zusammenlebens. Er erzeugt auf der anderen Seite einen Groll, der sich schon bald gegen ihn selbst richten wird."

Jan Fleischhauer, Redakteur, bei "Spiegel Online" am 31. Januar 2013

 

"Jeden Samstag knien die Leute am Boden, um das Trottoir zu säubern. Das ist schwäbischer Zen-Buddhismus. Denn die äußere Ordnung gibt dem aufrechten Schwaben die innere Ordnung."

Dieter Kosslik, Berlinale-Chef (und Schwabe), im "Zeit-Magazin" vom 31. Januar 2013

 

"So wie der Stern, wenn gar nichts los ist, nackte Frauenbrüste auf das Cover hievt, erfüllt für die gebildetere Spiegel-Kundschaft Hitler denselben Zweck als verkaufsfördernder Hingucker."

Michael Wuliger, Feuilletonredakteur, in der "Jüdischen Allgemeinen Zeitung" vom 31. Januar 2013

 

"Es sind Männer der jüngeren Generation, die den moralischen Höllensturz Brüderles feierten und sich selber als die Zukunft des Geschlechts, die Verstehermänner, die von ihrer Selbstabschaffung sprechen. Sie sollten besser einen großen Bogen um den Kölner Karneval machen. Passen sie auch nicht hin. Alles zu normaaaal."

Matthias Matussek, Autor, im Internetmagazin "The European" am 3. Februar 2013

 

"Correctness scheint so wichtig zu sein. Wir schaffen gerade neue Konventionen. Das war in meiner Jugend völlig anders. Wir haben uns nicht gefragt: Wie darf man sich begegnen? Wir sind uns einfach begegnet."

Wolfgang Kubicki, FDP-Frak-tionschef in Kiel, im "Spiegel" vom 4. Februar 2013

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 6 vom 06. Februar 2013

"Aberglaube: Da ich seit Jahrzehnten predige, jede Behauptung zu überprüfen, bevor 
man sie niederschreibt, habe ich vorgestern noch eine Maschine der Lufthansa inspiziert. Tatsächlich: keine Reihe 13. Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer hat auf 
seinem Neujahrsempfang (jedoch) versichert, dass noch nie ein Mitarbeiter das 13. 
Monatsgehalt abgelehnt hat."

Der Herausgeber des Magazins "Focus", Helmut Markwort (München), über die angebliche Unglückszahl 13

 

" Ich meine, dass wir bei allem, was wir manchmal zu kritisieren haben, positiv anmerken sollten, dass sich Deutschland mit seiner Vergangenheit in einer Art und Weise auseinandergesetzt hat, die vorbildlich ist. Das war allerdings auch mehr als nötig."

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, in der Jüdischen Allgemeinen (Berlin)

 

" Gezielte Diskreditierungskampa­gnen gegen die katholische Kirche in Nordamerika und auch bei uns in Europa haben erreicht, dass Geistliche in manchen Bereichen schon jetzt ganz öffentlich angepöbelt werden. Hier wächst eine künstlich erzeugte Wut, die gelegentlich schon heute an eine Pogromstimmung erinnert "

Der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, in der Tageszeitung "Die Welt"

 

"'Wo zwei Baptisten zusammen sind, gibt es drei Meinungen.' So könnte man in Anlehnung an ein altes Sprichwort sagen. Ich bin stolz darauf, dass unsere Gemeinden so funktionieren, dass die Entscheidungen ?von unten nach oben? getroffen werden. Niemand kann uns vorschreiben, was wir glauben sollen und wie wir unsere Gemeindeangelegenheiten zu regeln haben."

Pastorin Petra Reinecke in der Zeitschrift der größten deutschen Freikirche, des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten- und Brüdergemeinden), "Die Gemeinde" (Kassel)

 

" Im Gegensatz zu vielen anderen habe ich die öffentliche Debatte um unseren Familienstand nachvollziehen können, weil ich weiß, dass das für manche Menschen wirklich ein Problem ist. Aber es gilt weiter, was ich immer gesagt habe: Es ist ungewöhnlich, es ist für einige ein Affront, von uns allerdings nicht so gemeint, da wir ja kein bestimmtes Rollenmodell propagieren möchten. Es hat sich einfach ergeben. Aber da die Familie damit leben kann und da wir damit leben können, glaube ich, kann man das so lassen. "

Daniela Schadt, Lebensgefährtin von Bundespräsident Gauck, in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Gauck lebt von seiner Ehefrau getrennt.

 

 

"Die Engländer sind die einzigen, die normal geblieben sind. Sie haben nicht vergessen, daß Staaten Interessen haben. Solange wir nicht in einer Erziehungsdiktatur leben, ist gegen eine Volksbefragung nichts einzuwenden. Es ist gerade diese freie Abstimmung, die die vermeintlichen Freunde Europas so wütend macht. Diese Form der Bevormundung und der Besserwisserei ist es, die der europäischen Idee zur Zeit einen so unguten Zug verleiht."

Peter Gauweiler, CSU-Bundestagsabgeordneter, bei "Bild.de" am 23. Januar 2013

 

"Als Kind mußte ich nicht damit drohen, vom Tisch aufzustehen, wenn ich die Rosinen nicht herauspulen darf. (...) Die anderen am Tisch hätten dann entscheiden müssen, was ihnen wichtiger ist - meine Anwesenheit oder das ordnungsgemäße Essen des Stollens mit allen Bestandteilen. So ist es auch mit der Austrittsdrohung. Sie ist das letzte Mittel, aber sie zwingt alle Seiten dazu, über Kosten und Nutzen nachzudenken. Gibt es dieses Mittel nicht, das zeigt alle Erfahrung, begibt man sich in immer größere Abhängigkeit von den Zentralbehörden. Diejenigen, die Angst vor einer Kettenreaktion haben, wenn ein Land austritt, sollten sich eines fragen: Was ist das für eine Union, die ihren Mitgliedern offensichtlich so wenig bietet, daß sie zerfällt, wenn einer oder einige austreten."

Sascha Tamm, Referatsleiter in der Naumann-Stiftung, auf "Antibuerokratieteam.net" am 24. Januar 2013

 

"Im Sinne der deutsch-englischen Freundschaft sind hier die Gründe, warum wir Deutschland lieben: 1. Vorsprung durch Technik, wir lieben Audi, BMW, VW und Mercedes. 2. Laufstegköniginnen wie Claudia Schiffer und Heidi Klum. 3. Jägermeister, der uns viele Nächte hat vergessen lassen."

Oliver Harvey, Chefreporter, in der britischen Boulevardzeitung "The Sun", am 25. Januar 2013

 

"ARD und ZDF müssen sich davon lossagen, billige Formate der Privaten abzukupfern. Qualität muß als Unternehmensziel verbindlich definiert werden. Eine Redaktion, die das nicht schafft, dürfte keinen Sendeplatz mehr bekommen. (...) Fernsehwerbung ist nicht gerade Viagra für die Qualität. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk sollte ganz auf Werbung verzichten. Damit hätte er ein Alleinstellungsmerkmal. Am Vorabend ist die ARD mit ihren allzu schlichten daily soaps gescheitert. Dann mit Gottschalk. Das waren Ranschmeißerprogramme ans Publikum, um für das Werbeumfeld möglichst hohe Marktanteile zu erzielen. Ein Werbeverzicht würde dazu führen, daß auch im Vorabendprogramm der Auftrag für Information und Bildung berücksichtigt wird."

Ernst Elitz, früherer Intendant des Deutschlandradios, im "Handelsblatt" vom 26. Januar 2013

 

"Wir sollten nicht akzeptieren, daß Deutschenhaß zur neuen Normalität in Europas Politik wird."

Clemens Wergin, Redakteur, in der "Welt" vom 28. Januar 2013

 

"Es gibt noch einen Staat, aber das ist ein total bankrotter Staat."

Michel Sapin, französischer Arbeitsminister, bei "Radio J", am 28. Januar 2013

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 5 vom 30. Januar 2013

"Ich habe Probleme, von einem Arabischen Frühling zu reden. Manchmal habe ich eher den Eindruck, es sei ein islamistischer Winter. In vielen Ländern, etwa in Ägypten, Syrien , im Libanon und auch in der Türkei ist eine Re-Islamisierung festzustellen, die den dortigen Christen große Sorge bereitet. In dieser Situation ist mehr Aufmerksamkeit und Solidarität von der Weltchristenheit gefragt."

Der Präsident des päpstlichen Einheitsrates, Kardinal Kurt Koch, gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur

 

"Deutschland ist in guter 
Verfassung "

Die ehemalige Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch (München), in der "Süddeutschen Zeitung". Sie fühle sich in Deutschland "gewollt"

 

"Parteien sind säkularisierte Kirchen: In der SPD gibt es alles 
wie in der katholischen Kirche, 
nur keinen Weihrauch"

Der frühere SPD-Vorsitzende Franz Müntefering bei einer Veranstaltung der Katholischen Akademie in Hamburg

 

"Im europäischen Maßstab 
ist Deutschland ein ausländer-
freundliches und antirassistisches Land, ganz anders als Frankreich oder England"

Spiegel-online-Kolumnist Jan Fleischhauer im ZDF-Sonntagstalk "peter hahne"

 

"'Ich habe keine persönliche Gottesvorstellung mehr.' Gott sei weder Vater noch Mutter, 'und sogar, dass Gott ein Schöpfer ist, ist nur eine Metapher'. Es gelte, verschiedene Gottesbilder, auch aus anderen Religionen, zu integrieren. "

Der bayerische evangelische Pfarrer, Autor und Karikaturist Werner "Tiki" Küstenmacher gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd). Sein Buch "Simplify your life" wurde vier Millionen Mal verkauft.

 

"Die Religionen werden immer unwichtiger. Die Menschen haben nichts mehr, woran sie sich festhalten können, und so wird ihre Herkunft immer wichtiger. Es ist ganz natürlich: Du setzt dein Vertrauen in deine eigenen Leute, dein eigenes Volk. Ich tue das auch ... Alle Menschen, überall, haben keine andere Wahl als - 
 zurück zum Blut! "

Einer der bekanntesten US-Schriftsteller - Tom Wolfe (New York) - in 
seinem Bestseller "Back to Blood', der diese Woche auf Deutsch erscheint.

 

"Sie wissen, daß der Euro am Ende ist und daß die deutsche Mark wieder neu gedruckt werden muß. Deutschland wird stark bleiben. Meine Voraussage: Achtet auf Deutschland, das sich bald mit Rußland gegen den Westen zusammentun wird. Warum? Weil die deutschen zu Sündenböcken gemacht werden. Sie werden zu Sklaven gemacht. Sie werden als böse Kerle abgestempelt. Macht die Deutschen nicht fertig! Wie oft müssen wir diese Lektion noch lernen? Laßt nicht die Deutschen für alles zahlen. Das ist keine gute Idee."

Glenn Beck, amerikanischer Fernseh-unterhalter, bei "The Blaze TV" am 18. Januar 2013

 

"Das energiepolitische Programm der Grünen ist ein Morgenthau-Plan für Deutschland, eine 'Roadmap' zur Deindustrialisierung unseres Landes."

Joachim Pfeiffer, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, in einer Pressemitteilung vom 18. Januar 2013

 

"Und dann gibt es noch das Thema Konservative in der CDU. Sie fühlen sich einsam, sie sind vermutlich die Mehrzahl derer, die in Niedersachsen zu den Nichtwählern gegangen sind. Niedersachsen war einmal Wilfried-Hasselmann-Land, ziemlich kernig und rhetorisch wenig zimperlich beim Umgang mit manchen Modeströmungen, wenngleich in der praktischen Politik dann elastischer, als man denken konnte. Das ist zwar 20 Jahre her, aber noch nicht völlig vergessen - und im September kommt es auf jede Stimme an. Die konservative Stimme in der CDU wird eine Rolle spielen, wenn es darum geht, die volle Mobilisierung zu erreichen - allerdings nur dann, wenn sie wie bei der CSU ins Gesamtspektrum integriert wird und sich als Teil eines Ganzen fühlt, statt wie derzeit in der CDU zu schmollen und sich als Opfer zu bemitleiden."

Torsten Krauel, Chefkommentator, bei "Welt Online" am 21. Januar 2013

 

"Nach der Bundestagswahl werden die Länder eine Schuldenunion schaffen. Vor der Wahl in Nordrhein-Westfalen hat Merkel eine Hilfe für Griechenland ausgeschlossen. Kurz danach kam es dann aber doch dazu."

Daniel Cohn-Bendit, Europaabgeordneter der Grünen, bei "Spiegel Online" am 21. Januar 2013

 

"Die organisierten Liberalen zerfallen, und zwar in identitätslose, führungsschwache Rösler- und Schlömer-Parteien und immer zahlreicher werdende Wutbürgervereinigungen: von der libertären Partei der Vernunft, den Freien Wählern und den Freiheitlichen über Rechtsstaatliche Offensiven und Bürgerrechtsparteien bis zu den Achsen des Guten. Als Randerscheinungen und Abspaltungen bilden sie ein Konglomerat aus Klimaskeptikern, Steuerfeinden, Sozialstaatsverächtern und Weltverschwörungstheoretikern. (...) Trotz des immerwährenden Zerfallsprozesses gibt es in Deutschland eine unstillbare (und ungestillte) Sehnsucht nach Liberalität, mag der organisierte Liberalismus (...) auch noch so abschreckend sein."

Wolfgang Michal, Journalist, in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom 22. Januar 2013

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 5 vom 30. Januar 2013

"Ich habe Probleme, von einem Arabischen Frühling zu reden. Manchmal habe ich eher den Eindruck, es sei ein islamistischer Winter. In vielen Ländern, etwa in Ägypten, Syrien , im Libanon und auch in der Türkei ist eine Re-Islamisierung festzustellen, die den dortigen Christen große Sorge bereitet. In dieser Situation ist mehr Aufmerksamkeit und Solidarität von der Weltchristenheit gefragt."

Der Präsident des päpstlichen Einheitsrates, Kardinal Kurt Koch, gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur

 

"Deutschland ist in guter 
Verfassung "

Die ehemalige Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch (München), in der "Süddeutschen Zeitung". Sie fühle sich in Deutschland "gewollt"

 

"Parteien sind säkularisierte Kirchen: In der SPD gibt es alles 
wie in der katholischen Kirche, 
nur keinen Weihrauch"

Der frühere SPD-Vorsitzende Franz Müntefering bei einer Veranstaltung der Katholischen Akademie in Hamburg

 

"Im europäischen Maßstab 
ist Deutschland ein ausländer-
freundliches und antirassistisches Land, ganz anders als Frankreich oder England"

Spiegel-online-Kolumnist Jan Fleischhauer im ZDF-Sonntagstalk "peter hahne"

 

"'Ich habe keine persönliche Gottesvorstellung mehr.' Gott sei weder Vater noch Mutter, 'und sogar, dass Gott ein Schöpfer ist, ist nur eine Metapher'. Es gelte, verschiedene Gottesbilder, auch aus anderen Religionen, zu integrieren. "

Der bayerische evangelische Pfarrer, Autor und Karikaturist Werner "Tiki" Küstenmacher gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd). Sein Buch "Simplify your life" wurde vier Millionen Mal verkauft.

 

"Die Religionen werden immer unwichtiger. Die Menschen haben nichts mehr, woran sie sich festhalten können, und so wird ihre Herkunft immer wichtiger. Es ist ganz natürlich: Du setzt dein Vertrauen in deine eigenen Leute, dein eigenes Volk. Ich tue das auch ... Alle Menschen, überall, haben keine andere Wahl als - 
 zurück zum Blut! "

Einer der bekanntesten US-Schriftsteller - Tom Wolfe (New York) - in 
seinem Bestseller "Back to Blood', der diese Woche auf Deutsch erscheint.

 

"Allein die EU-Beamten müßten vor mir Angst haben, denn ginge es nach mir, würden sie alle gefeuert werden."

Nigel Farage, Europaparlaments-Abgeordneter der UK Independence Party, im Fernsehsender Arte am 8. Januar 2013

 

"Eine Position nach der anderen ist in den vergangenen Jahrzehnten von 'christlich-bürgerlichen' Politikern, aber auch von den Kirchen im öffentlichen Diskurs geräumt worden. Jedesmal glaubte man, die eigene Position sei überholt, nicht mehr zeitgemäß - gerade weil man selbst zu den eigenen Überzeugungen nicht mehr steht und den Aktivisten des Zeitgeistes auf den Märkten und Talkshows widerspruchslos oder anbiedernd das Feld überlassen hat. So dreht sich die Schweigespirale immer weiter. Man übersieht dabei, daß es bei vielen Themen schweigende Mehrheiten gab und gibt, die nur darauf warten, daß Persönlichkeiten mit Vorbildfunktion angeblich unbequeme und unpassende Wahrheiten mutig und kämpferisch vertreten."

Michael Inacker, stellvertretender "Handelsblatt"-Chefredakteur, in "Idea Spektrum" vom 9. Januar 2013

 

"In Berlin verändert sich zur Zeit vieles, ein Sündenbock wird gebraucht. Und der Schwabe ist ein politisch korrekter Sündenbock. Beim Schwabenhaß ist noch Luft nach oben. Wenn man den Türken, den Juden, den Ausländern et cetera die Schuld gibt daran, daß die Welt sich dreht und die Dinge sich verändern, kriegt man ja sofort jede Menge Ärger. Wenn einer sagt, man geht gefälligst am Sonntag in die Kirche, nicht freitags oder samstags, kapiert jeder sofort, was Sache ist."

Harald Martenstein, Kolumnist, im "Zeit-Magazin" vom 10. Januar 2013

 

"Ich bin kein Rebell, sondern Mitglied der FDP-Bundestagsfraktion und arbeite dafür, daß der Liberalismus seinen Platz in der Tagespolitik hat. (...) Ich trete für rechtsstaatliche Grundsätze ein und dafür, daß geschlossene Verträge auch eingehalten werden. Das politische Europa der Zukunft hat nur dann eine Chance, wenn sich alle an das geltende Recht halten.?

Frank Schäffler, FDP-Bundestagsabgeordneter, bei "eurojournal.net" am 11. Januar 2013

 

"Wir brauchen in Deutschland kein 'besonderes Verhältnis' zu Israel und auch nicht die Beschwörung des Holocaust, es reichte im Grunde das pure Eigeninteresse: das Interesse daran, im Nahen Osten nicht die letzte Bastion von westlicher Moderne, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie zu verlieren."

Cora Stephan, Autorin, in der "Welt" vom 11. Januar 2013

 

"Die überzogene Nazi-Riecherei zielt nicht auf die Vergangenheit. Es ist die Kritik an der bestehenden gesellschaftlich-politischen Ordnung, der durch das jämmerliche Scheitern des Sozialismus die gängigen Argumente ausgegangen sind. Mit der bewußten Verzeichnung des NS-Regimes als ständiger Herausforderung wird ein Pappkamerad aufgestellt, auf den man beliebig einschlagen kann. Man sollte darauf nicht hereinfallen."

Henning Köhler, Historiker, in der "FAZ" vom 14. Januar 2013

 

"Ich halte eine Quote ordnungspolitisch für kompletten Unfug. In der Privatwirtschaft hat Quote nichts zu suchen. Wenn mir der Laden hier gehören würde und man würde mir eine Quote vorschreiben, würde ich Amok laufen."

Marion Horn, stellvertretende "Bild"-Chefredakteurin, im "Medium Magazin", Ausgabe Dezember 2012

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 4 vom 23. Januar 2013

"Das Grundprinzip des ehrbaren Kaufmanns haben wir an einigen Stellen verraten. Hier müssen wir zu Buße und Umkehr finden. "

Der Informationswissenschaftler Prof. Klaus Henning (Aachen) beim Kongress christlicher Führungskräfte in Leipzig

 

"Nach der Wahl Stephan Weils zum Ministerpräsidenten in Niedersachsen werden SPD und Grüne mit Hilfe der Linken erstmals wieder den Bundesrat und den Vermittlungsausschuss kontrollieren. Mit dieser 
Doppel-Mehrheit können sie alle Gesetzentwürfe der Bundesregierung blockieren - egal ob zustimmungspflichtig oder nicht. Angela Merkel konnte schon lange nicht mehr durchregieren, jetzt kann sie nicht einmal mehr regieren. Die rot-grüne Vormacht in der Länderkammer wird nun jahrelang nicht mehr zu brechen sein. Für die Bundespolitik bedeutet das eine dramatische Veränderung. Das Land wird praktisch nur noch von einer großen Koalition regiert werden können."

Süddeutsche Zeitung (München)

 

" Die Union ist ein Gemischtwarenladen geworden. Das Schlimme: Je schwammiger das Profil, desto mehr erwägen die CDU-Strategen eine weitere Sozialdemokratisierung und Vergrünung der Partei ... Doch wer den Markenkern (falls den in der Union überhaupt noch jemand kennt) weiter verwässert, der muss sich nicht wundern, wenn die Menschen das grüne oder rote Original wählen."

Michael Inacker im Handelsblatt (Düssel dorf)

 

"Ich bin ja ein regelmäßiger Leser von idea und verfolge die Kongresse christlicher Führungskräfte schon seit vielen Jahren. Ich glaube, kein Mensch hat sich damals (beim ersten Kongress 1999 in Fellbach) vor 14 Jahren vorstellen können, dass aus diesem Kongress eine solche Erfolgsgeschichte entstehen würde. Also herzlichen Glückwunsch an Sie von idea, dass dieser Kongress zu dem werden konnte, was er heute ist. Dieser Kongress ist ein Zeichen der Hoffnung für unser Land und für seine Zukunftsfähigkeit. Wenn sich so viele Menschen, die zur Elite gehören, zur christlichen Verantwortung bekennen, dann braucht es uns um Deutschland nicht angst zu werden."

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) auf dem Kongress 
christlicher Führungskräfte vom 17. bis 19. Januar in Leipzig

 

"Sie wissen, daß der Euro am Ende ist und daß die deutsche Mark wieder neu gedruckt werden muß. Deutschland wird stark bleiben. Meine Voraussage: Achtet auf Deutschland, das sich bald mit Rußland gegen den Westen zusammentun wird. Warum? Weil die deutschen zu Sündenböcken gemacht werden. Sie werden zu Sklaven gemacht. Sie werden als böse Kerle abgestempelt. Macht die Deutschen nicht fertig! Wie oft müssen wir diese Lektion noch lernen? Laßt nicht die Deutschen für alles zahlen. Das ist keine gute Idee."

Glenn Beck, amerikanischer Fernseh-unterhalter, bei "The Blaze TV" am 18. Januar 2013

 

"Das energiepolitische Programm der Grünen ist ein Morgenthau-Plan für Deutschland, eine 'Roadmap' zur Deindustrialisierung unseres Landes."

Joachim Pfeiffer, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, in einer Pressemitteilung vom 18. Januar 2013

 

"Und dann gibt es noch das Thema Konservative in der CDU. Sie fühlen sich einsam, sie sind vermutlich die Mehrzahl derer, die in Niedersachsen zu den Nichtwählern gegangen sind. Niedersachsen war einmal Wilfried-Hasselmann-Land, ziemlich kernig und rhetorisch wenig zimperlich beim Umgang mit manchen Modeströmungen, wenngleich in der praktischen Politik dann elastischer, als man denken konnte. Das ist zwar 20 Jahre her, aber noch nicht völlig vergessen - und im September kommt es auf jede Stimme an. Die konservative Stimme in der CDU wird eine Rolle spielen, wenn es darum geht, die volle Mobilisierung zu erreichen - allerdings nur dann, wenn sie wie bei der CSU ins Gesamtspektrum integriert wird und sich als Teil eines Ganzen fühlt, statt wie derzeit in der CDU zu schmollen und sich als Opfer zu bemitleiden."

Torsten Krauel, Chefkommentator, bei "Welt Online" am 21. Januar 2013

 

"Nach der Bundestagswahl werden die Länder eine Schuldenunion schaffen. Vor der Wahl in Nordrhein-Westfalen hat Merkel eine Hilfe für Griechenland ausgeschlossen. Kurz danach kam es dann aber doch dazu."

Daniel Cohn-Bendit, Europaabgeordneter der Grünen, bei "Spiegel Online" am 21. Januar 2013

 

"Die organisierten Liberalen zerfallen, und zwar in identitätslose, führungsschwache Rösler- und Schlömer-Parteien und immer zahlreicher werdende Wutbürgervereinigungen: von der libertären Partei der Vernunft, den Freien Wählern und den Freiheitlichen über Rechtsstaatliche Offensiven und Bürgerrechtsparteien bis zu den Achsen des Guten. Als Randerscheinungen und Abspaltungen bilden sie ein Konglomerat aus Klimaskeptikern, Steuerfeinden, Sozialstaatsverächtern und Weltverschwörungstheoretikern. (...) Trotz des immerwährenden Zerfallsprozesses gibt es in Deutschland eine unstillbare (und ungestillte) Sehnsucht nach Liberalität, mag der organisierte Liberalismus (...) auch noch so abschreckend sein."

Wolfgang Michal, Journalist, in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom 22. Januar 2013

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 3 vom 16. Januar 2013

"Ich bin lieber ein harter Hund für Recht und Ordnung 
als ein Weichei für Unrecht und Unordnung."

Der frühere bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein, auch stellvertretender Präses der EKD-Synode, im Münchner Merkur

 

"Der Protestantismus, vor allem der liberale, scheint politikgängiger, weil kompromissfähiger. Aber er verliert sich leicht in seinen Konsequenzen: Schuldendienst statt Gottesdienst. Seit der Wiedervereinigung sank der Anteil der Katholiken unter allen Bundestagsabgeordneten nur von 32 auf 30 %. Aber die Protestanten stürzten von 38 auf 29 %. In der SPD fiel ihre Zahl von über 100 auf 46. Selbst in der Union verloren sie mehr als 3 %. Die FDP stellt heute mit einem 40-%-Anteil die evangelischste Fraktion."

Die Wochenzeitung "Die Zeit" (Hamburg)

 

" Ich nehme mir jedes Jahr aufs Neue vor, die Bibel einmal von vorne bis hinten durchzulesen. Meine Bibel-Ausgabe hat 1.266 Seiten. Wenn ich also jeden Tag nur vier Seiten läse, könnte ich es locker in einem Jahr schaffen. 2012 habe ich?s wieder bloß bis zum Buch Ezechiel im Alten Testament geschafft. Vielleicht liegt es daran, dass ich schon weiß, wie das Buch ausgeht. Das nimmt dem Ganzen natürlich ein bisschen die Spannung. Aber ich bleibe dran."

Sächsische Zeitung (Dresden, Marcus Krämer)

 

" Ich bin Christ geworden, weil ich den Islam nicht mehr verstanden habe. Ich habe Fragen gestellt, aber keine Antwort bekommen. Zum Beispiel: Warum muss ich auf Arabisch beten, wenn ich doch Somalier bin? Warum versteht Allah meine Sprache nicht?"

Der somalische Christ Ahmed Abdi 
im Deutschlandradio (Köln).

 

"  In der Union ist eine Diskussion darüber im Gange, was denn nun konservativ sei. Dabei ist die Sache ganz einfach: Konservative möchten weiterhin an dem Recht der Frauen festhalten, sich ohne schlechtes Gewissen ein paar Jahre der Kindererziehung widmen zu dürfen. Dabei wird die Liste dessen, was gar nicht mehr geht, immer länger. Man muss heute Engländer oder Amerikaner sein, um Zweifel an Deutschlands Alleinschuld am Ersten Weltkrieg äußern zu dürfen, wie es kürzlich der Preußenhistoriker Christopher Clark tat,"

Der Publizist Alexander Gauland im "Tagesspiegel" (Berlin)

 

 

 

 

"Papstkritik ist banal und langweilig. Benedikt wird kritisiert, weil er konservativ ist, was ein Katholik ja auch sein sollte. Es ist, als ob man die Rolling Stones dafür kritisieren würde, daß sie Rock'n'Roll spielen."

Harald Schmidt, Fernsehunterhalter, in der "Weltwoche" vom 2. Januar 2013

 

"Es gilt heute schon als Ausweis freiheitlichen Denkens, wenn ein Politiker sagt, daß das, was durch staatliche Wohltaten umverteilt wird, erst einmal erarbeitet werden muß. Die Frage nach den Gründen für die Umverteilung und vor allem nach der Vereinbarkeit von individueller Freiheit und Verantwortung mit staatlichen Interventionen wird auch von bürgerlichen Politikern kaum mehr gestellt."

Sascha Tamm, Referent der Friedrich-Naumann-Stiftung, in "eigentümlich frei", Ausgabe Januar 2013

 

"Wir sind auf dem besten Weg in eine Diktatur der Fürsorge. Die Liberalutopie des Nachtwächterstaates, der die Rechte seiner Bürger schützt, verwandelt sich still und leise in die Sozialutopie des Fürsorgestaates, der seine Bürger zum richtigen Leben anhält. (...) Der Fürsorgestaat beruft sich auf den Solidargedanken. Wenn ich riskant lebe, ohne Fahrrad- oder Skihelm fahre, wenn ich mich ungesund ernähre und dann auch noch rauche, schade ich der Solidargemeinschaft, die für die Behandlung meines Infarkts oder Schädelbruchs aufkommen muß. Diese Logik untergräbt jegliche Freiheit. Denn so gesehen ist nichts, was ich tue, ohne Belang für die Allgemeinheit, die daraus folgert, mich kontrollieren zu dürfen"

Ulrich Greiner, Kulturkorrespondent, auf "Zeit Online" am 5. Januar 2013

 

"Die Deutschen lebten vor hundert Jahren erst einige Dekaden in einem Nationalstaat, den sie lange herbeigesehnt hatten und den viele ihrer Nachbarn schon besaßen. Zwar mag der Nationalstaat nicht das naturgegebene Endprodunkt der europäischen Geschichte sein, aber immerhin ist er bis heute das Fundament der Europäischen Union (...)."

Reinhard Müller, Redakteur, in der "FAZ" vom 5. Januar 2013

 

"Die Reduzierung des öffentlich-rechtlichen Mediengeschehens, gerade im politischen Bereich, auf wenige Talk-Oligarchen, die sich zufällig seit den mittsechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts im linken Mainstream fortbewegen - links öffentlich-rechtlich reden und rechts privat leben -, bewirkt eine Verengung der Berichterstattung und eine Kanalisation des öffentlichen Denkens. Die politische Korrektheit feiert Urständ in sich selbst moralisch überhöhenden Monopolmedien und niemand kann es mehr merken, weil es eben so ist, wie es präsentiert wird."

Bettina Röhl, Publizistin, auf "Wirtschaftswoche Online" am 8. Januar 2013

 

Das Wort der Woche aus IDEA Spektrum Nr. 1/2 vom 9. Januar 2013

"Ich wache jeden Tag auf, und noch während meine Augen zu sind, ist da schon meine Neugierde: Oh, lieber Gott, frage ich mich dann, was wird es heute geben, wen werde ich neu kennenlernen? Oh, wie freue ich mich auf diesen Tag."

Die 93-jährige Marianne Fürstin zu Sayn-Wittgenstein-Sayn in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel"

 

"Ein Grashalm, an dem man zieht, wächst deshalb nicht schneller. Auch wenn es manchen Arbeitgebern und Eltern nicht passt, kann es sein, dass der Zeitrahmen, in dem ein Kind krippenfähig wird, nicht mit dem Zeitrahmen korrespondiert, der für Arbeitgeber und Eltern praktisch wäre. Es kommt aufs Kind an."

Bayerns Sozialministerin Christine Haderth­auer (CSU) in der "Süddeutschen Zeitung"

 

"Wie auf anderen Märkten gilt auch hier: Vielfalt und Wettbewerb führen zur Schärfung des kirchlichen Profils und zur Verbesserung der religiösen Produkte und Dienste. Je mehr Konfessionen, umso besser werden ihre Pfarrer die Gottesdienste vorbereiten und umso schöner werden sie predigen. So gesehen wäre die Reformation nicht Fluch, sondern Segen für das Schicksal des Christentums."

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung über das Reformationsjubiläum 2017

 

" Mehr als zwei Millionen Menschen über 80 Jahre leben hierzulande allein ? Viele alte Menschen haben niemanden mehr, der sie mit ihrem Vornamen anspricht ... Fast 3.000 Notrufe von 110.000 Kunden gehen jeden Tag bei den Johannitern ein. Aber bei mehr als der Hälfte der Anrufe ist niemand gestürzt oder erkrankt. Die Menschen drücken den Knopf, um mit jemandem reden zu können."

Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" über die zunehmende Einsamkeit im Alter

 

"Ich glaube aber, dass wir keine Kirchenkrise haben, sondern dass wir tatsächlich eine Gotteskrise haben. Und wenn ich heute die CDU-Ministerin Kristina Schröder höre, die sich über das Vokabular in den Märchen aufregt - 
die sagte also, das muss man genderneutral machen, und wenn sie zu Hause betet, dann betet sie nicht zum lieben Gott, dann sagt sie nicht der Gott, sondern das Gott -, also da greife ich mir an die Nuss, da ist sozusagen die Korrosion des Glaubens so weit fortgeschritten und hat einer derartigen Dämlichkeit Platz gemacht, dass es wirklich zum Haareraufen ist."

"Spiegel"-Journalist und Buchautor Matthias Matussek im Deutschlandradio Kultur.